Nach dem Testen verschiedener Stoffarten und -lagen habe ich in der letzten Phase die Quilting-Eigenschaften der Juki TL-2200QVP mini getestet. Sie überzeugt auch hier mit durchdachten Lösungen für die Zielgruppe. Die hochspezialisierte Juki ist ihren Preis wert, jedoch nicht „preiswert“, wodurch ihre Anschaffung für Hobbynäher wohldurchdacht sein sollte.
Schneller als gedacht sind die drei Monate rum, in denen ich die Juki TL-2200QVP mini im Rahmen einer Aktion von nähPark Diermeier bei mir Zuhause haben und auf Herz und Nieren testen durfte. Nach den ersten Gehversuchen (z.B. Einfädeln und Highspeed-Nähen) hatte mich vor allem interessiert, wie die Juki mit verschiedenen Materialien und Stofflagen – und hier besonders mit den dicken – klarkommt. Diesbezüglich konnte sie mich auf ganzer Linie überzeugen und im letzten Teil sollte sie mir noch ihre Quilting-Eigenschaften offenbaren. Bevor ich mich jedoch wie geplant an ein Quiltprojekt begeben konnte, musste die Juki sich noch einmal mit schwierigem Material auseinandersetzen. Im Rahmen eines Probenähens habe ich an ihr ein Herrenportmonaie aus Tafelstoff genäht.
Ich habe für dieses Projekt den Obertransportfuß eingebaut. Etwas irritierend war für mich, dass man hier für den Fußwechsel die entsprechende Schraube komplett entfernen muss. Die anderen Füße haben eine nach oben offene Schiene, so dass man nach Lösen der Schraube den Fuß nach/von unten entfernen bzw. einschieben kann. Der OTF hat nur ein Loch. Bei genauerer Überlegung erscheint diese Lösung aber als sehr durchdacht, da im Regelfall bei Nähprojekten, wo der OTF zum Einsatz kommt, auch eine größere Stabilität erforderlich ist. Der Obertransportfuß ist wie auch der „normale“ Nähfuß relativ schmal, was eine gute Sicht auf das Nähgut ermöglicht und knappkantiges Nähen erleichtert. Das Nähen ist in beide Richtungen problemlos möglich. (Zum Vergleich: beim OTF meiner Nähmaschine sind die beweglichen Transportfüßchen hinten offen. Bei z.B. Kunstfell verhaken sich diese beim Rückwarstsnähen in den langen Fransen.) Am Ende war ich einmal mehr begeistert von der problemlosen Bewältigung dickerer Stofflagen und dem gleichmäßigen Transport des Nähguts. Das Nahtbild ist einfach fantastisch und das sogar von beiden Seiten. Das Portemonnaie wird komplett von rechts genäht, es sind also beide Nahtseiten sichtbar. Mit der Juki gar kein Problem.
Was bei diesem Projekt hilfreich gewesen wäre: eine Punktvernähfunktion. Eine Verriegelung mit Vor- und Rückstichen kam hier wegen der vorgesehen Nähweise von rechts nicht infrage. Daher musste ich bei jeder Naht die Enden per Hand verknoten, was den veranschlagten Zeitrahmen etwas sprengte. Aus zeitlichen Gründen und auch, weil Quilten für mich Neuland ist, entschied ich mich für einen Miniquilt aus rechteckigen Blöcken. Um den Test komplett zu machen, montierte ich trotz der überschaubaren Größe des Projektes den Anschiebetisch. 








2 Antworten auf „Abschlussbericht Test `Juki TL-2200QVP mini` von Kathy Henkel“
Ich habe die Maschine erst kurz, aber der Beitrag entsprach genau meiner bisherigen Erfahrung. Hinzu möchte ich noch bemerken, das ein deutschsprachiges Video so gut wie gar nicht zu finden ist. Das ist sehr von Nachteil. Ich hoffe, es gut in nächster Zeit.
Mir fiel auf ,bei einer falschen Einstellung, das die Maschine super kräuselt. Leider kann ich nicht mehr genau sagen, bei welcher Einstellung mehr das gelang. Wissen Sie es?
Hallo!
Zum Kräuseln stellt man im Allgemeinen die Oberfadenspannung und die Stichlänge hoch.
Viele Grüße
Ihr Team von nähRatgeber