Abschlussbericht Test ´Juki DX 5` von Isabella Drack

Die Zeit ist wahrlich verflogen und nun ist die Testphase der Juki DX5 auch schon wieder vorüber. Ich hatte ja schon ein wenig Respekt, als die Maschine hier ankam und war anfangs auch leicht überfordert mit all den Funktionen die geboten werden. Aber ich kann sagen, man kann sich wirklich leicht an Luxus gewöhnen und es wird schwierig diesen wieder aufzugeben, wenn man täglich damit arbeitet.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe keinen Vergleich zu einer gleichwertigen Maschine einer anderen Marke, ich habe vor dem Juki-Test auf einer günstigen Discountmaschine genäht, die in keiner Relation zu diesem Gerät steht. Hier einen Vergleich aufzustellen wäre absolut sinnlos, das sind zwei komplett verschiedene Welten. Und um ehrlich zu sein, ich verlasse gerne die Welt der Discountmaschine, wenn ich in die Welt der DX5 eintauchen kann.

Vor der DX5 durfte ja die HZL G220 ein paar Monate als Testobjekt in meinem Nähzimmer verweilen. Ich fand diese Maschine schon klasse, aber die DX5 hat mich schon noch ein bisschen mehr begeistert bzw. überzeugt.

Die Gebrauchsanleitung hatte ich immer in greifbarer Nähe – um immer nachlesen zu können sobald ich mich wieder an etwas „Neues“ herangetraut habe. Und es war sehr viel Neues dabei für mich. Dinge die ich selten bis nie brauchen werde und Funktionen, die nun zu meiner täglichen Arbeit gehören.

Im 1. Bericht hatte ich ja so meine Bedenken wegen dem Touchscreen und dessen Empfindlichkeit. Tja, hätte ich mich gleich ordentlich eingelesen in die Anleitung hätte ich gewusst, dass man die Empfindlichkeit selber einstellen kann. Genauso kann der Kontrast der LCD-Anzeige bzw. die Lautstärke der Tastentöne individuell eingestellt werden.

Eins meiner allerersten Nähprojekte mit der DX5 war eine Tasche (mit Reißverschluss, Volumenvlies und Gurtband) und es hat so Spaß gemacht das zu nähen, denn die Maschine hat alles mit Bravour gemeistert. Dicke Lagen mit Stoff, Volumenvlies und Gurtband stellten absolut kein Problem dar – es wurde kein einziger Fehlstich produziert. Das war für mich ein Näherlebnis der besonderen Art. So bleibt für mich das Taschennähen nicht mehr nur eine Ausnahme, denn ich weiß, dass die Maschine problemlos auch mit dickeren Lagen klarkommt. Mit meiner Discountermaschine bin ich bei solchen Projekten meist verzweifelt, da nur Fehlstiche entstanden, bzw. der Stoff gleich gar nicht transportiert wurde. Das hat mit der DX5 definitiv ein Ende!

Ich war ja eigentlich auch immer der Meinung, dass Zierstiche völlig unnötig sind. Nie im Leben hätte ich eine Maschine nach der Anzahl bzw. der vorhanden Dekorstiche ausgewählt. Natürlich braucht man sie auch nicht unbedingt (das ist meine persönliche Meinung), aber bei DIESER Auswahl kann man eigentlich nicht anders als sie zumindest einmal auszuprobieren.

Ich musste tatsächlich jetzt nachsehen wie viele dekorative Stiche hier zur Auswahl stehen und es sind laut Beschreibung 140. Hier kann man sich also wirklich nach Lust und Laune austoben.

Sobald man das gewünschte Stichmuster auswählt, wird einem am Display auch der korrekte Nähfuß dafür angezeigt. Die mitgelieferten Nähfüße sind alle mit einem Buchstaben beschriftet, so findet man sich damit ganz leicht zurecht.

Neu für mich war an dieser Maschine auch der mitgelieferte Kniehebel. Am Anfang etwas ungewohnt und auch nicht ganz so einfach während des Nähens den Hebel nicht zu berühren, aber ich finde den einfach klasse. Super praktisch, da damit ganz leicht der Nähfuß angehoben werden kann und man somit beide Hände frei hat um damit das Nähstück zurecht zu rücken.  Ganz sicher eins dieser Extras das nicht unbedingt notwendig ist, hat man es aber erst einmal ausprobiert möchte man es nicht mehr missen.

Was für mich an dieser Maschine wieder komplett nebensächlich wird ist das Fußpedal. Da hätte man sogar die Möglichkeit verschieden Funktionen einzustellen, wenn man den vorderen Bereich des Fußpedals drückt, aber um ehrlich zu sein hatte ich das gar nicht lange in Verwendung. Ich bin der totale Fan der Start/Stopp Taste geworden und damit hätte ich niemals gerechnet. Die Bedienung des Fußpedales an sich hat mich nie wirklich gestört, allerdings finde ich die Bedienung der Taste noch um einiges praktischer.

Mir persönlich wäre hier zB das Einfädelsystem der HZL G220 lieber gewesen – ist zwar etwas anders und vielleicht nicht ganz automatisiert, aber das funktioniert wenigstens.

Womit ich leider so gar nicht zurechtgekommen bin – und das wird auch mein einziger Kritikpunkt an dieser Maschine – ist der automatische Nadeleinfädler. Ob es an mir liegt, an der Garnstärke, an der Nadel oder an sonst was, ich weiß es leider nicht, auf jeden Fall trifft bei mir der Faden das Öhr der Nadel nicht. Der automatische Einfädler war für mich also sozusagen umsonst und ich habe weiterhin auf die gute alte Art eingefädelt wie man’s halt macht wenn man den Schnickschnack nicht zur Verfügung hat. Ein Pluspunkt hier war natürlich die gute Beleuchtung!

Ich habe außerdem an der DX5 verschiedenste Garne (also Billiggarn und „Markengarn“) getestet. Manches hat sie anstandslos akzeptiert, bei anderen konnte man aber am Stichbild erkennen, dass etwas nicht stimmte. Zu erwarten, dass jedes Garn von der Maschine akzeptiert wird, ist wohl eher Wunschdenken und deswegen sehe ich das jetzt auch nicht als Kritikpunkt. Vermutlich gibt es keine Nähmaschine die mit jedem Garn top näht und man lernt ja mit der Maschine, und kann sich dann danach richten.

Diese Testphase hat mir auf alle Fälle wieder einmal aufgezeigt, dass zwischen Discountmaschinen und höherpreisigen Nähmaschinen Welten liegen und mir ist klar geworden, weshalb eine top ausgestattete Nähmaschine kostet was sie kostet, denn damit wird das Nähen wieder zum Erlebnis.

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