Juki MO 735 naehparkt testbericht

Abschlussbericht Test `Juki MO-735` von Sabrina Ohnesorge

Drei Monate sind mal wieder wie im Fluge vergangen und leider kam ich nicht ganz so oft zum Nähen, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Vorab kann ich sagen, dass ich mit der Maschine ein wahres Auf und Ab erlebt habe und immer noch zweigeteilter Meinung bin, aber dazu mehr im Fazit. Jetzt erst einmal zum aktuellen Testmonat.

Nachdem ich mich zu Beginn doch sehr aufs Covern konzentriert habe, habe ich die Maschine diesen Monat wieder auf ihre Overlockfunktion zurückgebaut und hier sehe ich sie als klaren Sieger. Die Juki ist ein Arbeitstier. Der Stofftransport arbeitet sauber und zuverlässig. Der Overlocknähfuß meistert ohne Probleme verschiedene Lagen ohne zu Stottern, sogar eine Paspel hatte ich mit unter der Overlock und es gab überhaupt keine Probleme damit. Sie näht flott und fehlerfrei.

Der Nähfuß selbst lässt sich leicht per Klick aushängen, (im Bild ist noch der Coverfuß zu sehen); allerdings empfand ich es als etwas fummelig den Fuß überhaupt erstmal unter die Nadelstange zu bekommen, so dass diese sich nach dem Wechsel einhaken lässt.

Allerdings muss ich sagen, dass ich sowieso das Gefühl hatte mit der Juki auf einen harten Gegner getroffen zu sein, denn ich habe mich selten so ungeschickt mit der rein technischen Seite einer Nähmaschine angestellt und ich hatte wahrlich schon eine Menge vom Nähpark da. Naja, ich vermute auch schlichtweg, dass es zum großen Teil an mir selbst liegt und mir im Testzeitraum einfach die nötige Konzentration fehlte. Beispielsweise muss man beim Covern die Nadelsteckplätze vorn am Nähfuß verwenden, beim Overlocken die dahinter liegenden. Tut man das nicht, so näht sie halt einfach nicht, auch nicht, wenn man sechsmal neu einfädelt. Ich weiß leider, wovon ich rede 😉 Also klarer Anwenderfehler! Das kommt vielleicht auch davon, dass man nach einer unruhigen Nacht nicht nähen sollte, aber es trotzdem nicht lassen kann und dann erst nach fünf Zeilen merkt, dass man gerade die französische Anleitung liest…

Wenn man sie dann doch noch ordnungsgemäß verwendet, ist das Overlocken jedoch ein Traum. Die Nähte werden absolut sauber und so schön, dass ich sie komplett zum Abketteln einer Tischdecke verwendet habe und stattdessen aufs Säumen verzichtet habe. Das gefällt mir richtig gut!

Wie ich in meinem Anfangsbericht erwähnte, ist die MO 735 fast baugleich zu meiner eigenen Bernina Overlockmaschine, so dass ich sagen kann, dass sie ihr, von der Nähleistung her, in nichts nachsteht. Zwei Unterschiede sind mir jedoch aufgefallen. Die Juki hat im Greiferdeckel innenliegend eine wirklich praktische und gut durchdachte Einfädelhilfe, die den Fädelweg gut vorgibt und erleichtert, was ich im Vergleich richtig toll finde, dafür empfinde ich den Auffangbehälter eingeklickt als wackliger.

Ohnesorge Juki MO 735 testbericht naehpark

Beim Nähen ist sie wirklich sehr leise und auch das Nählicht ist völlig ausreichend. Overlocken macht damit großen Spaß! Ganz egal ob beim Zusammennähen, Bündchen annähen oder versäubern. Sie ist durchweg zuverlässig und meistert unterschiedliche Höhen und Stoffqualitäten ohne Probleme.

Mein Fazit: Wer primär eine super gute Overlockmaschine sucht und ab und zu mal eine Covernaht setzen will, der ist mit der JUKI MO 735 perfekt beraten. Im Overlocken liegt sie in meinen Augen im absoluten Top-Segment, beim Covern fehlt mir zugegebenermaßen die Vergleichsbasis. Wem es nichts ausmacht, die Maschine zum Covern umzubauen, umzufädeln und alles neu einzustellen, der fährt hier gut. Ich bin jedoch ein Mensch, dem A) die nötige Geduld fehlt, jedes Mal alles umzubasteln, wenn man nur mal schnell eine Ziernaht setzen will und B) lieber zwei gut funktionierende Solo-Maschinen stehen hat, als ein Kombigerät. Ich möchte jedoch betonen, dass ich hier absolut von persönlichen Vorlieben spreche, denn im Großen und Ganzen kann ich mich über die Funktionsweise und die Zuverlässigkeit der Maschine keinesfalls beklagen. Und zu guter Letzt möchte ich noch sagen, dass ich sie gerne länger getestet hätte, denn sie kann noch viel mehr, als ich testen konnte, wie etwa Rollsäume. Ich kann abschließen sagen, dass Juki mich definitiv begeistert hat und ich qualitativ überzeugt wurde. Über den Sinn und Nutzen einer Kombimaschine bin ich mir allerdings immer noch uneinig.

Viele Grüße,
Sabrina

Technische Daten

  • zwei bis fünf Fäden
  • Einfädelhilfe
  • farbige Fadenwege
  • Multifunktionsfuß
  • Ober- und Untermesser
  • Differentialtransport
  • integrierte Stoffführung
  • Abfallbehälter

Zur Juki MO-735 im Shop

Folge uns jetzt :
Facebook
Pinterest