Klein, kompakt und anders verpackt. So kam die Test-Nähmaschine in der Redaktion an.
Und so macht Auspacken doch gleich noch mehr Spaß! Wenn man direkt weiß: Für den Fall, dass man die Nähmaschine doch wieder einpacken muss, kommt nicht das übliche Nähmaschinen-Tetris. Nein, Bernina hat mitgedacht und eine Verpackungsanweisung auf der Rückseite des Begrüßungstextes angebracht.
Ebenso praktisch wie die neue Verpackung, die nicht wie üblich, von oben aufgemacht wird. Durch das Schachtel-System muss man nicht zerren oder heben. Aufmachen, freuen.
Das Auspacken an sich dauert nicht lange und schon steht die B325 auf ihrem Platz. Hier wird sie die nächsten Wochen neben einer B790 verbringen. Aber wir bemühen uns, nicht nur die Sicht der Zweit- oder Reisemaschine zu verwenden. Da die B325 ja die erste Nähmaschine auf der langen Bernina-Modell-Liste ist, ist sie für einige ja auch der Einstieg in die Bernina-Welt.
So wie bei einem unserer Redaktionsmitglieder vor zehn Jahren die B215. Die 2er Serie gibt es mittlerweile nicht mehr. Gedanklich wird aber schon verglichen.
Displayschutzfolie
Wo die 215 und auch die 3er Modelle der 1. Generation noch ein LC-Display hatten, verfügt die B325 der 2. Generation jetzt über ein Farbdisplay. Geschützt durch eine Folie.
Der Kleber zum Entfernen ist allerdings etwas schwach. Denn wenn man nicht aufpasst, hat man die Hilfe zum Abziehen abgezogen und die Folie ist noch drauf.
Sollte das passieren, bekommt man die Folie mit den Fingernägeln auch noch vorsichtig ab, aber das sollte nur die Notlösung sein.
Wir lesen grad bei Bernina oft davon, dass die Displayschutzfolie teilweise jahrelang auf der Maschine bleibt, um das Display zu schonen. Das bremst jedoch die Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens und ist auch nicht nötig. Das Display hält einiges aus.
1. Gen und 2. Gen
Wir haben den Begriff ja hier bereits verwendet, trotzdem noch ein kleiner Hinweis dazu. Uns wären neue Modellnummern auch lieber gewesen, aber Bernina hat sich für diesen Weg entschieden. Wie auch schon bei der B570 und vermutlich wird das noch öfter vorkommen. Solange man die Nähmaschine dabei sieht, ist das auch kein Problem. Aber wenn die reine Nummer verwendet wird, sollte man etwas aufpassen. Zwar passt das Zubehör untereinander, aber bei der Bedienung gibt es schon erhebliche Unterschiede. Auch bei einem Update muss auf die Generation-Bezeichnung geachtet werden.
Foundation Paper Piecing
Wie üblich, muss eine Testmaschine sofort in die aktuellen Projekte einsteigen. Also haben wir das Mettler Perfect Quilting Thread von der B790 geholt und das aktuelle Projekt dazu, den Jahreszeiten-Quilt der Nähgang mit der FPP-Technik. Grad sind wir am Kastanienblatt.
Allerdings kann man nicht einfach so wechseln, denn die B325 hat andere Spulen als die B790.
Hier der Vergleich, rechts die Jumbospule der B790 und links die Metallspule der B325.
Aber umgespult ist ja schnell. Große Spule auf den Halter für die zweite Garnrolle und abspulen.
Die Einstellung gibt es jedoch erst ab der 5er Serie. Für das Umspulen war das aber kein Problem, die festgelegte Geschwindigkeit liegt im Mittelfeld und so war der Unterfaden zügig auf der passenden Spule.
Für FPP muss die Stichlänge ja verkürzt werden, geht einfach über die Tasten. Allerdings kann man den Stich nicht, wie bei den größeren Modellen, überschreiben. Bei einem Neustart ist die Stichlänge also wieder normal, es sei denn, man speichert diesen Stich separat ab.
Aber die B325 bietet eine Funktion, die uns bei anderen Herstellern selbst in der oberen Preisklasse mal fehlt: Bei einem Stichwechsel werden die Einstellungen nicht zurückgesetzt. Wenn wir also den Geradstich auf 1.2 stellen und zwischendurch mal auf den Zickzackstich wechseln, ist beim Zurückkehren zum Geradstich immer noch 1.2 eingestellt. Das bleibt so, bis die Maschine ausgeschaltet wird. Das mögen wir! Wie schnell ist es passiert, man hat sich einen Zierstich perfekt eingestellt, schaut nochmal schnell einen anderen an, alles weg …
Wie zu erwarten, hat die B325 keinerlei Probleme mit FPP. Sie näht selbst über die dicksten Stellen ohne zu meckern.
Am Ende der Naht fehlt uns allerdings jetzt schon der Fadenschneider … Nicht nur um Ablauf, sondern auch wegen den längeren Fäden, die beim Abschneiden über das seitliche Messer entstehen. Da bleibt wohl nur, die Schere jedes Mal zur Hand zu nehmen. Dann ist zwar am Nahtende gut gekürzt, aber am nächsten Nahtanfang hat man doch wieder lange Fäden.
Für einen automatischen Fadenschneider muss man bei Bernina allerdings schon eine Baureihe höher gehen, den gibt es ab der B475.
Hier fällt sicher schon der weiße Nähfuß ins Auge, denn das Bild haben wir bereits beim nächsten Projekt gemacht. Wir nähen eine Regenjacke mit Gütermann Water Repellent. Da auch das mit der 7er begonnen wurde, gleich nochmal umspulen.
Aber da hat es den oberen Stoff dann doch leicht verschoben. Reduzierung des Nähfußdrucks hat etwas geholfen, aber schlussendlich haben wir doch beschlossen, für den Futterstoff lieber den Antihaftfuß Nr. 52 zu verwenden. Der Nähfußdruck lässt sich übrigens gut einstellen und es gibt auch eine praktsiche Markierung für den Standardwert.
Auch im weiteren Verlauf der Jacke hat sich der Nähfuß Nr. 52 etabliert. Wer klebende Materialen verarbeitet, sollte sich so eine Hilfe auf jeden Fall gönnen.
Permanent war er aber nicht dran, da der Reflektorstoff eine eher samtige Oberfläche hat. Da haben wir zum Absteppen dann doch lieber den Blindstichfuß verwendet, der als Snap-On-Sohle im Lieferumfang enthalten ist.
Eigentlich würden wir mit dem Nähfuß Nr. 10 absteppen, dem Schmalkantenfuß. Aber den haben wir nur in der D-Version. Man kann diese Nähfüße zwar verwenden, aber sie sind halt sehr breit. Der Blindstichfuß erfüllt den gleichen Zweck, allerdings nur auf einer Seite. Die Biegung des Bleches verhindert exaktes Anlegen der Stoffkante von rechts. Die Kante, an der entlang genäht wird, muss also nach links. Das heißt in vielen Fällen dann, dass viel Material rechts der Nadel durch muss. Bei einer Regenjacke aber nicht wirklich ein Problem für die B325.
Wenn man schon eine Zeit mit sehr gut ausgestatteten Nähmaschinen arbeitet, vermisst man schnell die Komfortfunktionen. Wie oben schon erwähnt, ist es bei uns zuerst der Fadenschneider, aber es gibt noch eine weitere Funktion: Der Fadenwächter. Seit langem haben wir mal wieder eine ganze Strecke ohne Unterfaden genäht …
Als großes Manko zählen wir das jedoch nicht, da in der Preisklasse um die 1000 Euro Fadenwächter eher selten sind. Einzige Alternative wäre hier noch die Husqvarna Viking Opal 670.
Dahingehend haben wir von einer Leserin bereits die Frage bekommen:
Bernina vs. andere Hersteller: Lohnt sich der Aufpreis bei selbem Funktionsumfang?
Darauf möchten wir aber erst im Abschlussbericht näher eingehen. Denn auch wenn bereits einige Berninas in der Redaktion standen, möchten wir die B325 ausführlich testen. Es gibt ja noch so viele verschiedene Stoffe, die vernäht werden möchten.
Wenn Sie noch Fragen und Anregungen haben, hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar. Wir versuchen dann, im weiteren Testverlauf darauf einzugehen.

Die BERNINA B325 und B335


2 Antworten auf „Bernina B325 Testbericht – erster Eindruck“
Sind die Spulen die selben Spulen, die auch die „alten“ Berninas verwenden? Also nicht noch eine dritte Sorte Spulen?
Hallo!
Nein, es ist keine dritte Sorte. Es handelt sich um die gleichen Spulen, die bisher in den Bernina CB-Greifern verwendet wurden.
Viele Grüße,
das nähRatgeber-Team