Klemmenrahmen Bernina und Mugrugs

Bernina Bordüren Klemmenrahmen – unsere Tipps

Nach dem Klemmenrahmen M und S ist nun eine dritte Ausführung erschienen, der Bordüren-Klemmenrahmen M. Was sind die Unterschiede und für was, außer dem Besticken von Quilts, kann man ihn noch verwenden?

Die Unterschiede

Zuerst fällt natürlich die andere Farbe auf. Der Bordüren-Klemmenrahmen ist carbonfaserverstärkt, daher die schwarze Farbe. So kann er auch bei den langen Seiten optimalen Halt bieten. Das macht ihn zudem trotz der Größe ziemlich leicht.

Wie man den Klemmenrahmen M verwendet, haben wir Ihnen hier ja bereits gezeigt: Der Klemmenrahmen von Bernina.

Die grundsätzliche Anwendung ist identisch. Aufgrund der Größe gibt es jedoch noch etwas zu beachten.

Der Bordüren-Klemmenrahmen kommt mit jeweils 12 Klemmen in zwei verschiedenen Längen. Sie können jeweils alle verwenden, sie werden nicht einer bestimmten Stelle zugeordnet. Je nach Material kann es aber sein, dass die eine oder andere Klemme besser hält.

Allerdings gibt es beim Bordüren-Klemmenrahmen an der linken Seite drei Verstrebungen, dort kann keine Klemme aufgesetzt werden. Besonders bei den großen Klemmen muss man darauf achten, die Klemme nicht über einer Strebe aufzusetzen, dort bekommt man sie nicht fest.

Mit Vlies oder Stoff dazwischen positioniert man allerdings quasi blind und müsste das Material immer wieder zur Seite klappen, um nach den Streben zu schauen.

Das kann man sich sparen, denn auf der Schablone, die man ja ohnehin zum Einspannen braucht, befinden sich Markierungen für die Stellen, wo keine Klammer aufgesetzt werden kann.

Dann geht es wie üblich weiter, immer eine Klammer aufsetzen und direkt im Anschluss die gegenüberliegende.

An den Markierungen auf der Schablone kann man auch erkennen, dass beim Bordüren-Klemmenrahmen die gleiche Begrenzung gilt wie beim Klemmenrahmen M: Mit den Modellen der 7er Serie ist der Stickbereich in der Breite ein viertel Inch kleiner. Dadurch würde sich, wenn man 8,25 Inch breit sticken will, auch hier die Mitte verschieben, wie wir im ersten Beitrag bereits erwähnt haben. Daher raten wir, mit der Serie 7 mit maximal 8 Inch Breite zu arbeiten, wenn man die Schablone zum Fortsetzen des Musters verwendet.

Fortlaufende Quiltmuster sticken

Wie man fortlaufende Quiltmuster stickt, ist unabhängig vom Stickrahmen. Wir zeigen das bereits im Beitrag zum Magnetrahmen. Mit dem Tischläufer haben wir auch versucht, mit dem Bordüren-Klemmenrahmen zu arbeiten, hier gab es allerdings zwei Probleme:

Unser Projekt war ein FPP-Patchworkblock, den wir auf Sulky Paper Solvy genäht haben. Es befindet sich also noch Papier am Stoff. Dadurch ließ sich der Quilt mit den Klemmen kaum einspannen.

Im Video von Bernina wird auch nicht an der Maschine umgespannt, daher haben wir zum Testen einfach mal einen fertigen Quilt versucht, an der Bernina einzuspannen. Und ohne Papier geht es dann auch:

Je nach Position hängt da ja schon einiges an Gewicht an der Maschine, man sollte also auf jeden Fall eine große, ebene Fläche um die Stickmaschine herum haben und eventuell mit Stühlen oder einen Zusatztisch arbeiten. Der Anschiebetisch der Stickmaschine sollte auf jeden Fall montiert sein.

Das Abnehmen der Klammern geht mit dem Werkzeug wirklich gut. Trotzdem haben wir hier wieder mal einen Verbesserungsvorschlag: Eine andere Farbe wäre toll gewesen. In unserer Kiste für die Klammern ist der Klammerlöser immer schwer zu erkennen, daher hat er bei uns gleich mal eine neongrüne Markierung bekommen.

Wenn der Quilt neu positioniert ist, wird die Schablone eingelegt und dann kommen die Klammern wieder ran. Das geht je nach Position mal ganz gut, mal eher schwer. Hier kann man den Rahmen bei Bedarf an andere Stellen fahren:

Hier die Stellung „hinten“.

Oder „zentriert“.

Und dann noch die Mitte des gesamten Stickmusters.

So werden nach und nach alle Klammern aufgesetzt. Man muss aber nicht den Rahmen so fahren, dass immer der Anschiebetisch darunter ist, die äußeren Klammen lassen sich auch frei schwebend gut aufstecken:

Was kann man sonst noch mit dem Klemmenrahmen besticken?

Wie schon beim Klemmenrahmen M gezeigt, kann man Schneidevlies einspannen, dicke wasserlösliche Folien oder auch Klebevliese. Der Vorteil des Bordüren-Klemmenrahmens ist dabei die rechteckige Stickfläche.

Die ist allerdings je nach Serie und gewähltem Stickfuß unterschiedlich. Dass eine Auswahl der breiteren Stickfüße wie 43 oder 44 den Stickbereich verkleinert, ist naheliegend.

Wichtiger finden wir, dass man auch auf den maximalen Stickbereich mit dem Stickfuß Nr. 26 achtet, vor allem dann, wenn man seine Projekte noch plant:

  • 9er Serie: 215 x 405 mm, also nicht nur rechteckig im Vergleich zum Maxi Hoop, sondern auch jeweils noch 5 mm mehr.
  • 8er Serie: 215 x 394 mm.
  • 7er Serie: 210 x 394 mm, wobei die 5 mm im Gegensatz zur 8er Serie auf der linken Seite fehlen, wie bereits oben schon erwähnt und auf der Schablone gekennzeichnet.

Gurtband

Wir haben es gleich mal mit Gurtband versucht. Die Grundidee war, ohne Vlies zu arbeiten, weil die Klemmen das Gurtband ja gut festhalten.

Zuerst mussten wir feststellen, dass die kleinen Klemmen, obwohl breiter als das Gurtband, nicht halten. Also haben wir auf die großen Klemmen gewechselt.

Der erste Versuch mit einem festen Polyestergurtband (rot) hat gut geklappt.

Das war aber leider nur der Test, das schwarze Gurtband ist weicher. Der Plan war, mehrere Bänder zusammen einzuspannen und dann Band für Band zu besticken.

Sobald sich allerdings der Stickrahmen vertikal bewegt hat, hat sich das Band verschoben, da es vom Stickfuß auf die Stichplatte gedrückt wurde.

Wir haben dann getestet, wie der Magnetrahmen L das erledigt, das ist das rechte schwarze Gurtband. Da beim Magnetrahmen das Band durch den unteren Rahmen etwas höher steht, hat es sich beim Sticken viel weniger bewegt. Perfekt wurde es ohne Vlies trotzdem nicht.

Dann eben mit Vlies, aber man muss dafür nicht den ganzen Rahmen bespannen. Und es braucht auch kein Klebevlies.

Wichtig bei allen Klemmenrahmen: Verwenden Sie kein Reißvlies. Die Klemmen belasten diese Vliese zu sehr. Das einzige Reißvlies, das in unseren Test noch gut gehalten hat, war Sulky Tear Away Plus.

Das Vlies muss an den kurzen Seiten (oder quer zum Gurtband, je nachdem, wie Sie es einspannen) über den Rahmen hinausragen. Wir verwenden hier Madeira Super Strong. An den langen Seiten muss es nur ungefähr bis zum Rand reichten, dort wird es nicht mit eingespannt. Legen Sie die Bänder auf das Vlies und dann die Schablone auf.

Bei Gurtband wird erst eine Seite komplett mit Klemmen versehen, dann die gegenüberliegende. So kann man die einzelnen Bänder noch gerade an den Linien der Schablone ausrichten.

Jetzt die Stickerei positionieren und sticken. Wir haben den ersten Text noch ohne obere Vliesschicht gestickt, uns dann aber doch dafür entschieden, damit die Stiche nicht einsinken. Hierfür reicht eine einfache Lage Sulky Thermofilm, ein hitzelösliches Stickvlies.

Mit den ersten Stichen wird das Gurtband direkt mit dem unteren Vlies verbunden und kann sich nicht mehr bewegen.

Aus den Bändern sind Beschriftungen für Boxen entstanden. Einfach oben eine große Sicherheitsnadel ran, die Enden abgenäht und dann ausgefranst, fertig.

In the hoop

Die rechteckige Form ermöglicht im Gegensatz zu den bisherigen ovalen Rahmen das Sticken von großen (oder mehreren) ITH-Projekten wie Taschen oder Mugrugs.

Vergleich Magnetrahmen L

Wir haben ja bereits über den großen Magnetrahmen berichtet, hier nochmal ein kleiner, aber feiner Unterschied:

Die Datei hat eine Größe von 198 x 198 mm und passt nicht zwei Mal in den Klemmenrahmen.

In den Magnetrahmen mit 400 mm Länge statt 394 mm aber schon.

Allerdings ist uns ein Magnetrahmen nicht sicher genug für eine so detaillierte ITH, beim Abnehmen und Anbringen weiterer Lagen kann sich immer wieder mal etwas verschieben.

Daher haben wir die Datei um 5 Prozent verkleinert und sticken sie lieber mit dem Klemmenrahmen. Nutzer der B990 könnten die Datei in Originalgröße sticken.

Dann kann es losgehen mit den einzelnen Schritten.

Tipp:

Statt weitere Lagen mit Malerkrepp oder Sprühkleber zu befestigen, kann man teilweise auch mit den Klammern arbeiten. Lösen Sie aber nie mehr als eine Klammer.

Wir haben hier eine Klammer nach der anderen gelöst und mit dem Stoff wieder aufgesetzt. So ist der Stoff fixiert, bis er festgestickt ist und wir haben uns Klebeband gespart.

So kann man zwei Dateien in einem Durchgang sticken:

Stickmuster: Käfer Mug Rug

Der Bordüren-Klemmenrahmen ist also nicht nur für Quilts geeignet, sondern kann vielseitig eingesetzt werden. Vor allem die vergrößerte Stichfläche durch den rechteckigen Bereich macht ihn für uns zur Empfehlung für Fans von großen Projekten.

Bei Gelegenheit werden wir auch mal wieder versuchen, auf wasserlöslicher Folie zu sticken, das wird vielleicht in einem weiteren Beitrag hier einfließen. Am besten folgen Sie uns aber auch auf Instagram oder Facebook, dort zeigen wir auch immer wieder mal Sachen, die es nicht in einen Beitrag geschafft haben.

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7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaff
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Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
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