Magnetrahmen Bernina Stickmotiv Eule

Bernina Magnetrahmen – unsere Tipps

Magnetrahmen sind beim Sticken sehr beliebt, da sie das Arbeiten mit schwierigen Materialien erleichtern. Seit 2022 die Magnetrahmen für die Bernette b70 und b79 erschienen sind, haben Nutzer von Bernina Stickmaschinen sehnsüchtig darauf gewartet, dass auch sie diese Rahmen nutzen können. Jetzt ist es endlich soweit!

Die Anwendung eines Magnetrahmens ist einfach, aber es gibt auch so einige Tücken. Wir haben hier unsere Tipps für Sie gesammelt, damit Sie diese Rahmen sicher verwenden können und am Ergebnis Freude haben.

Update nötig

Ehe es mit dem Sticken losgehen kann, braucht Ihre Bernina Stickmaschine erst mal das entsprechende Update.

Werfen Sie einfach mal einen Blick in die wählbaren Rahmen, finden Sie dort keinen Magnetrahmen, müssen Sie das Update erst noch ausführen.

Kalibrierung

Vor der ersten Verwendung sollte der Magnetrahmen kalibriert werden.

Montieren Sie den Magnetrahmen zusammen mit dem Trennblatt und der Schablone.

 


Wählen Sie dann im Setup Menü die Kalibrierung aus:

Wählen Sie „Sticken“ aus.

Und dann „Stickrahmen-Justierung“.

Wichtig: Die Maschine erkennt, dass ein Magnetrahmen angeschlossen ist, aber nicht, welcher. Wählen Sie hier den passenden Rahmen aus und bestätigen Sie mit dem grünen Haken.

Es folgt die Ansicht zum Zentrieren der Nadel über dem Loch in der Mitte der Schablone.

Je nach Modell können Sie hier auch noch den Laser aktivieren.

Stellen Sie sicher, dass der obere Teil des Magnetrahmens mittig auf dem unteren Teil sitzt.

Da sich die Schablone trotzdem noch etwas bewegen lässt, wird die Kalibrierung des Magnetrahmens nicht auf den Millimeter genau. Wir schieben die Schablone ein paar mal hin und her und wählen dann den Mittelwert.

Feste Materialien einspannen

Vorteil eines Magnetrahmens ist unter anderem, dass man Materialien wie dicken Filz oder Balsaholz besticken kann, auch wenn sie größer sind als der Stickrahmen und ohne zusätzliche Befestigung. Das heißt aber nicht, dass die Möglichkeiten unbegrenzt sind.

Tischsets aus festem Polyesterfilz

Sieht im ersten Moment gut aus, aber beim Sticken bewegt sich der Rahmen ja noch.

Man sollte auf jeden Fall vor dem eigentlichen Sticken die Position kontrollieren. Durch das Aufschieben des Filzes kann sich auch der Oberrahmen verschieben.

Wir haben es trotzdem gewagt. Zwischendurch kam uns dann noch der Gedanke, bei der Bernina B990 wäre genug Platz für den Filz.

Wir haben den Filz an der Kante mit der Hand etwas nach oben gebogen, damit er bei der Bewegung nach rechts gleich nach gibt. Am Ende der Stickerei war der Oberrahmen trotzdem ein paar Millimeter verschoben.

Hinweis:

Wird der Magnetrahmen abgenommen und wieder eingesetzt, wird immer die Größe abgefragt.

Wir mussten den Rahmen mal abnehmen, weil sich ein Faden verklemmt hatte. Beim Wiedereinsetzen haben wir zu schnell gedrückt und die Größe M gewählt. Wie man sieht, steht die Nadel jetzt nicht mehr über dem Stickmuster, sondern viel weiter innen. Da bei der anschließenden Auswahl von Größe L bei uns trotzdem noch ein Fehler auftrat, haben wir die Bernina einfach neu gestartet. Sie hat sich wie immer, die Stelle gemerkt, an der sie aufgehört hat und problemlos weiter gestickt.

Das fertige Tischset. Stickmuster: Emblibrary.

Besticken von Balsaholz

Auch wenn es Balsaholz kaum in so großen Bögen gibt, auch hier muss man vorher prüfen, ob genug Platz ist. Und ob ein anderer Magnetrahmen nicht vielleicht besser geeignet wäre.

Größer ist in diesem Fall nicht immer besser, denn tatsächlich wäre es hier leichter gewesen, den A4-Bogen längst zu besticken, mit dem Magnetrahmen im M. Aber der Platz rechts hat gerade so gereicht, nachdem wir das Motiv ganz nach rechts geschoben hatten. So schwebt das Holz aber an den Längskanten frei, was mit Sicherheit auch zu den kleinen Wellen am Ende geführt hat.

Tipps zum Besticken von Balsaholz finden Sie bereits hier auf dem nähRatgeber: Sticken auf Balsaholz.

Wir haben hier das Holz von hinten komplett mit selbstklebendem Stickvlies verstärkt, die Stichdichte auf 70 Prozent reduziert und oben hitzelösliche Folie aufgelegt.

Hier noch zum Vergleich, wir haben das Stickmuster in zwei Größen gekauft. Auf Filz in Originaldichte, beim Balsaholz auf 70 Prozent. 

Quilt mit Edge-to-Edge-Muster besticken

Das Quilten mit der Stickmaschine ist eine interessante Technik, vor allem für kleinere Quilts und aufwändige Muster. Wir verwenden hier gerne Pantographenmuster oder Muster für motorbetriebene Longarmmaschinen wie die Bernina Q-Matic oder den Handiquilter Prostitcher.

Diese Muster kann man bei Urban Elementz kaufen, auch als normale Stickdatei.

Infos zum Besticken von Quilts mit diesen Mustern finden Sie bereits hier: Quilts besticken mit dem Magnetrahmen.

Daher hier nur noch ein paar Tipps für den Magnetrahmen von Bernina. Wir sticken dieses Muster auch noch mit dem Bordüren-Klemmenrahmen, um zu testen, welche Technik uns für diese Art von Mustern besser gefällt.

Vorbereitungen zum Sticken von Quiltmustern

Bei E2E-Mustern gibt es verschiedene Techniken, mit und ohne Versatz. Diesmal verwenden wir ein Muster ohne Versatz, der Startpunkt liegt also auf der gleichen Höhe. Das ist etwas einfacher zu positionieren. Wir wählen Größe 3 und laden uns die EXP auf einen USB-Stick.

Das Stickmuster drucken wir uns aus. Wichtig: Nicht die oben gezeigte PDF drucken, sondern das Muster aus der Sticksoftware direkt drucken, damit die Größe exakt stimmt.

Das Muster kopieren wir uns mit einem Lightpad auf wasserlösliches, selbstklebendes Stickvlies.

Dann muss man sich überlegen, in welcher Richtung und mit welchen Abständen das Muster gestickt werden soll. Da man ja bis zum Rand sticken möchte, sollte das Vlies und vor allem der Rückseitenstoff um einiges größer sein, als das Top.

Vor allem die erste Reihe sollte so gerade wie möglich gestickt werden, da sich alle weiteren Reihen daran orientieren. Wir spannen den Quilt also so gerade wie möglich ein.

Die erste Reihe des Edge-to-Egde-Muster sticken

Dann wird das Muster zum ersten Mal gestickt.

Tipp: Einige Bernina Modelle verfügen über die Quilt-Einstellungen beim Sticken, was zur Folge hat, dass die Fäden am Ende nicht geschnitten werden. Alternativ können Sie das Fadenschneiden auch deaktvieren. Den Oberfaden kann man nach dem Umsetzen ja wieder zurückziehen, den Unterfaden jedoch nicht. Wir haben uns daher dafür entschieden, die Fäden lieber später zu verstechen.

Das sollte man aber nur bei Projekten machen, bei denen es nicht wirklich auf die Rückseite ankommt. Hier zum Vergleich unten mit nicht geschnittenem Oberfaden, wir haben nur eine Schlaufe vom Unterfaden. Darüber ein Neustart mit vorher geschnittenen Fäden. Der dünne Polyesterunterfaden zieht das dickere Baumwollgarn ziemlich auf die Rückseite, die ersten Stiche können Schlaufen bilden. Dem kann man entgegenwirken, wenn man den Unterfaden manuell hochholt und beide Fäden festhält, bis ein paar Stiche gestickt sind.

Ist das Muster fertig gestickt, auf die Fahne drücken. Die Bordüren-Funktion wollen wir hier nicht nutzen. Die Maschine fährt wieder an den Startpunkt.

Dann den oberen Rahmen abnehmen. Wir hängen ihn gerade über die Maschine. Achten Sie darauf, dass der Rahmen mittig hängt, damit er nicht ans Display kommt.

Man kann sich auch hier mit der Stichführung von Clover behelfen, damit der Rahmen nicht verrutscht, wenn man doch mal anstößt.

Drehen Sie am Handrad, um die Nadel am Endpunkt der vorherigen Stickerei in den Stoff zu stechen. Dann legen Sie den Magnetrahmen wieder auf.

Um zu kontrollieren, ob das erste Muster gerade gestickt wurde, können Sie den Abstand des Startpunkt zur Stoffkante messen und mit den neuen Startpunkt vergleichen.

Diesen Abstand sollte dann auch der Endpunkt haben. Diesen können Sie mit der Zwei-Punkt-Positionierung Ihrer Bernina einfach anfahren.

Sollte Ihr Modell nicht über diese Funktion verfügen, messen Sie am Anfang der Stickerei einen der drei oberen Positionen der normalen Positionierung aus und vergleichen diese mit einem der drei unteren Punkte.

Dann kann weiter gestickt werden.

In den meisten Fällen geht es mit den Wiederholungen nicht ganz auf und auch der Stoff reicht dann nicht für den ganzen Rahmen. Das ist aber für den Magnetrahmen kein Problem bei einem Quiltsandwich, bis zur Hälfte hält er solche Projekte gut fest. Wird es noch knapper, ist es besser, das Stickmuster zu verschieben (falls es kleiner ist als der Stickbereich). Ist das Ende vom Top erreicht, anhalten und die Stickerei abbrechen.

Die nächsten Reihen

Jetzt kommt das Vlies zum Einsatz.

Es wird auf den Quilt geklebt, um den Abstand zur Vorreihe zu definieren. Bei versetzten Mustern dient es auch zur Kontrolle der Anordnung, das sieht man im anderen Beitrag: Quilts besticken mit Magnetrahmen.

Der Quilt wird mit Vlies eingespannt und so mit der Zwei-Punkt-Positionierung kontrolliert. Hat man die nicht, sollte man entweder den Rand des Stickmusters mit Ausdrucken und auch abkopieren oder einfach ein Rechteck um das Stickmuster zeichnen. Dann hat man die vier Eckpunkte zum kontrollieren und den Startpunkt, den die Maschine ja immer anfährt.

Das fortlaufende Muster besteht also immer aus den Schritten: Sticken, Vlies aufkleben, umspannen, kontrollieren.

Beim letzten Muster kann der Endpunkt ja nicht kontrolliert werden, aber auch alle anderen Punkte haben den gleichen Abstand. Bei uns war der Wert 7,5 cm, den übertragen wir einfach an die Spitze einer Stelle im Muster und vergleichen sie mit dem Muster daneben. Beträgt der Abstand bei aufgeklebtem Vlies und dem zweiten Punkt der Zwei-Punkt-Positionierung auch 7,5 cm, ist das Muster gerade. Ohne Zwei-Punkt-Positionierung geht das nicht, hier sollte man dann einfach darauf achten, das das Muster gerade ausgerichtet ist oder den Punkt Mitte-rechts vergleichen.

So arbeitet man sich dann Muster für Muster über das Quiltsandwich.

Nach dem Sticken können die Kanten zurückgeschnitten werden. Wir machen das nur grob und nähen dann alle drei Lagen mit der Overlock zusammen. Jetzt wird der Quilt gewaschen, wir müssen ja noch das Papier für die FPP-Technik entfernen. Dann noch einfassen.

Bei uns wird der Magnetrahmen noch öfter zum Einsatz kommen, aber diese Infos sollten für den Anfang erst mal reichen. Wenn Sie noch Fragen haben, einfach hier drunter kommentieren und für mehr Inspiration dem nähRatgeber auf Instagram folgen.

Im Beitrag verwendete Produkte
Noch mehr Beiträge dazu
Video

Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Comments Box SVG iconsUsed for the like, share, comment, and reaction icons
7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaff
... Mehr sehenWeniger sehen

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen. 
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaffImage attachmentImage attachment+6Image attachment