Bandapplizierfuß-Set Husqvarna Viking

Das Bandapplizierfuß-Set von HUSQVARNA VIKING

Mit Bändern kann man so tolle dekorativen Effekte nur mit dem Geradstich erzeugen! Für diesen Fall gibt es von HUSQVARNA VIKING das Bandapplizierfuß-Set, bestehend aus drei verschiedenen Nähsohlen. Hier möchten wir Ihnen ein paar Anregungen geben, wie man diese Nähfüße verwenden kann.

Die Größen

Die Schlitze in den Nähfüßen haben folgende Breiten:

  • 1 = 6 mm
  • 2 = 10 mm
  • 3 = 13 mm

Am besten gelingt das Annähen, wenn das Band gerade noch so durch den Schlitz läuft. Wenn beim Nähen gewendet wird, sollte es noch ein bisschen schmäler sein, sonst kann es beim Wendevorgang zum Stau kommen.

Stoff vorbereiten

Wenn nötig, zeichnen Sie das Muster vor. Unterlegen Sie den Stoff mit einem Vlies, am besten ist hier ein Vlies zum Aufbügeln. So kann der Stoff nicht verrutschen oder sich zusammenziehen.

Nähen mit dem Bandapplizierfuß

Die Sohle wird von vorne angesteckt und das Band in den Schlitz geschoben. Schrägen Sie es dazu am besten an und verwenden Sie eine Pinzette.

Dann wird er Stoff unter den Fuß gelegt und der Nähfuß abgesenkt. Die Einstellungen von Nähfußdruck und Stichlänge sollten zum Projekt passen, genäht werden kann nur im Geradstich. Vernähen Sie punktuell.

Dann folgen Sie Ihren Markierungen. Wenn möglich, aktivieren Sie für enge Kurven das automatische Anheben des Nähfußes bei abgesenkter Nadel. Achten Sie darauf, dass das Band locker auf den Fuß zulaufen kann.

Besonders bei geschwungenen Linien hilft ein Freihandquiltrahmen, den Stoff schön flach zu halten.

Hier sehen sie gut, was passiert, wenn das Band nicht ganz so breit wie der Schlitz ist und Kurven genäht werden. Es rutsch nach außen. Allerdings in der Regel nur so weit, bis es an der Seite anstößt. Bei dem Wort in Schreibschrift haben wir dann auch nicht versucht, es mit der Hand in die Mitte zu führen, denn es hat so den Kalligraphie-Effekt eigentlich nur verstärkt und hat uns gut gefallen.

Gerade gewebte Bänder stellen sich in engen Kurven auf, diesen Effekt können Sie auch nutzen. Diagonal gewebte Bänder liegen flacher.

Tipps zum Nähen mit dem Bandapplizierfuss

Die Übung hat ganz gut geklappt, jedoch zeigt sich ein Problem: Das Satinband ist zu steif, um es noch schön auf Jersey aufnähen zu können.

Daher haben wir uns für Jersey als Band entschieden. Wir haben ihn in 10 mm Breite längs in Streifen geschnitten und mit der linken Stoffseite nach oben aufgenäht.

Der Jersey rollt sich nach dem Aufnähen nach oben ein und sieht dann aus wie eine Schnur. Wichtig ist dabei, dass vorher nicht am Stoff gezogen wird, denn gerollt passt er nicht mehr durch den Bandapplizierfuß. Beim Wenden muss man etwas vorsichtig vorgehen (beim i zu sehen), das Band bleibt dann schnell mal hängen. Heben Sie daher nach dem Wenden Nadel und Nähfuß nach jedem Stich an und ziehen Sie den Stoff dann ein kleines Stückchen nach hinten. Einen einzelnen Stich wird man trotzdem immer mal sehen, die Farbe des Garns sollte daher zum Streifen oder zum Projekt passen.

Auf Webware kann man auch mit transparentem Garn nähen, auf Jersey raten wir davon ab.

Weitere Beispiele

Auf die gleiche Art ist auch dieses Shirt entstanden.

Der Begriff Fregger kommt aus dem Fränkischen und bezeichnet im positiven Sinne ein freches Kind (Fränkisches Wort des Jahres 2020).

Allerdings haben wir hier den Schriftzug vorab auf ein wasserlösliches, selbstklebendes Vlies geschrieben und dann aufgeklebt. So gelingt das Positionieren leichter. Wir schreiben hier mit ebenfalls wasserlöslichem Trickmarker. So ist sichergestellt, dass beim Auswaschen des Vlieses keine Farbe in den Stoff einsinkt und ihn verfärbt.

Auch die Rückseite wurde mit diesem Vlies verstärkt, dann konnte genäht werden, ohne dass der Jersey Probleme bereitet.

Man muss mit Jerseystreifen dann auch nicht versuchen, so lange wie möglich am Stück „zu schreiben“, da er ja nicht ausfranst.

Mit der Größe 1 haben wir Echolinien um eine Celeste genäht. Die Streifen sind aus einem nicht zu dicht gewebtem Baumwollstoff geschnitten (bei diesem geringen Abschnitt es besonders anzuraten, mit zwei Linealen zu schneiden). Der Stoff franst dann wie beim einem Chenilleband beim Waschen aus. Der Effekt kann mit einer Drahtbürste verstärkt werden. 

Freihandnähen mit dem Bandapplizierfuß-Set

Der schlanke Fuß ermöglicht es, auch ohne Transporteur damit Bänder aufzunähen. Allerdings können Sie Ihr Projekt nicht wie gewohnt frei in alle Richtungen bewegen. Denn bei einer Rückwärtsbewegung wird das Band nicht angenäht. Diesen Effekt kann man aber auch wieder nutzen, zum Beispiel für eine Blüte:

Beginnen Sie innen, nähen Sie vorwärts nach außen.

Dann nähen sie auf dem selben Weg wieder zurück. Dabei wird das Band nicht angenäht.

Innen wird das Projekt gedreht, um das nächste Blatt nach außen zu nähen. Beim Wenden von rückwärts auf vorwärts müssen Sie vorsichtig vorgehen, damit die Nadel das Band auch gleich erwischt. Bei festen Bändern kann es hier Probleme geben. Heben Sie dann innen Nähfuß und Nadel an und schieben Sie das Band unter dem Nähfuß mit einer Pinzette ein bisschen nach hinten.

Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die Blüte fertig ist. Am Ende können Sie innen freihand das Innere austicken, damit wird das Bandende auch befestigt. 

Wir haben für unser Beispiel ein Bändchenstrickgarn von Lana Grossa verwendet.

Auch für eine Bordüre lässt sich diese Nähtechnik verwenden. Hierfür wird die Bordüre oben und unten vorgezeichnet und zwischen diesen beiden Linien vor und zurück genäht.

Da in diesem Fall viel gewendet wird, sollten nur dünne Bänder verarbeitet werden.

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