Nähstich Skizze und genäht

Der Stitch Creator der Pfaff Expression 725 und 750 – Stiche erstellen

Mit dem verbesserten Stitch Creator an der Pfaff QE 725 macht es ja nun wirklich Spaß, Stiche zu bearbeiten, oder komplett neu zu erstellen.

Wie bestehende Stiche bearbeitet werden, könnt ihr hier nachlesen:

Der Ablauf ist an der Pfaff Creative Expression 750 gleich.

In diesem Beitrag erkläre ich Variante 2:

Stiche komplett selbst erstellen

Vornweg muss man wissen: Es können nur Stiche erstellt werden mit maximal 9 mm Breite und 10 mm Länge ( zumindest ging es in meinem Test nicht größer ).

Um größere Stiche, egal ob Maxistiche, Schriften etc. zu erstellen, könnt ihr Creativate™ nutzen und die Vorgehensweise in meinem Tutorial nachlesen :

Bevor wir mit der Sticherstellung starten, gebe ich vorab einen sehr wichtigen Hinweis :

Während der Bearbeitung unbedingt immer wieder zwischenspeichern. Ich habe da anfangs nicht dran gedacht und musste 4x neu anfangen.

Dann brauche ich erstmal eine Idee für ein Motiv. Unbedingt beachten – es sollte nicht zu kompliziert und filigran sein, weil das sonst auf einer Größe von 9 x 10 mm zu eng wird und später nicht sauber aussieht nach dem Nähen.

Ich habe mich erstmal für ein einfaches Motiv entschieden, in dem schräge Linien und eine Rundung drin vorkommen, um den Stitch Creator mal so richtig zu testen.

Stitch Creator starten

An der Pfaff QE 725 ist in der Standard Nähansicht unten rechts der Button „Stitch Creator“.

Den tippe ich an und es erscheint diese Übersicht:

Es geht los mit der Wahl eines neuen Stichpunktes, aber vorab noch eine sehr wichtige Info, auf die ich später nochmal zurück komme :

Es MUSS immer einen Start – und einen Endpunkt geben, damit die Maschine weiß, wo der Stich anfängt und wo er später endet bzw. übergeht in den nächsten Stich.

Startpunkt erstellen

Wir starten also mit dem ersten Punkt (Startpunkt).

Der erste Stichpunkt wird automatisch genau mittig angelegt und ich belasse diesen Punkt auch so, weil er die oberste Spitze der Raute darstellt.

Ist ein Stich markiert, ist er grau hinterlegt. Ist er weiß oder „Durchsichtig“, ist er nicht ausgewählt.
Durch Antippen eines Punktes auf dem Display, oder durch Ansteuern über die Pfeiltasten (grün markiert) werden Stiche ausgewählt.

Dann den nächsten Stichpunkt erstellen. Wird ein neuer Stichpunkt erstellt, ist er automatisch markiert/ausgewählt und kann entweder mit dem Finger, mit einem Touch Pen oder mit den Pfeiltasten, rechts unten beim Augensymbol, verschoben werden. 

Ich ziehe den zweiten Punkt auf den nächsten Außenpunkt der Raute.

Zoomt man den Bildschirm ran (mit zwei Fingern, bei beim Handy oder Tablet), erscheint ein Raster und man kann die Kästchen abzählen. In meinem Fall sind es 3 Kästchen nach rechts und 5 Kästchen nach unten.

Ich zähle hier ganz genau, damit die Raute später symmetrisch wird. Der nächste Stichpunkt wird dann wieder 3 Kästchen nach links und 5 Kästchen nach unten erstellt, dass ist dann die untere Spitze der Raute.

Der nächste Stichpunkt geht dann 3 Kästchen nach links und 5 nach oben und zum Schließen der Raute geht der nächste Stichpunkt 3 Kästchen nach rechts und 5 nach oben. Die Raute ist dann geschlossen und es geht nun daran, den Kreis innerhalb der Raute zu bilden.

Es wird dann wieder ein neuer Stichpunkt erstellt.

Neue Stichpunkte haben immer die gleiche Länge wie der zuletzt erstellte Stichpunkt und oft passiert es, dass der Punkt „aus dem Bild rutscht“. Dann zoomt man am Bildschirm wieder etwas zurück und zieht den Punkt auf die gewünschte Stelle. 

Der Punkt, der nun oberhalb der Raute liegt, ziehe ich nun genau auf den mittleren Punkt innerhalb der Raute. Schafft man es nicht, den Punkt mit dem Finger oder einem Touch Pen genau auf eine Stelle zu ziehen, nehmen wir wieder die Pfeiltasten beim Augensymbol zur Hilfe, denn damit kann ein Stichpunkt penibel genau ausgerichtet werden.

Nun erstelle ich den Kreis an sich. Hierzu erstelle ich den nächsten Stichpunkt.
Wie vorher schon erwähnt – der neue Stichpunkt hat immer die Länge, wie der zuletzt erstellte Stich. Das bedeutet in dem Fall, dass der Stich zu weit unten landet und viel zu lange ist.

Daher ziehe ich den letzten Stichpunkt wieder ein bisschen nach oben, zunächst mal an eine beliebige Stelle, damit die Strecke sehr kurz ist, weil beim Kreis viele eng aneinander liegende Stichpunkte benötigt werden.

Von diesen kurzen „Stichpunkten“ bzw. Stichstrecken erstelle ich jetzt 16 Stück, somit habe ich 4 Stichpunkt pro Viertelkreis, die dann auf die richtigen Stellen gezogen werden müssen.

Dann fange ich an, jeden Punkt erstmal grob in Kreisform zu ziehen. Jeder Stichpunkt muss wieder einzeln angetippt werden, damit er grau hinterlegt ist und kann dann verschoben werden.

Für die Feinausrichtung ist ein bisschen Vorstellungskraft nötig, aber ich hab einen Tipp:

Als Hilfe für einen Kreis kann man beispielsweise eine Garnrolle an das Display halten, oder man erstellt auf einem Stück Papier mit dem Zirkel einen Kreis, schneidet den aus und hält das Papier dann ans Display, um zu schauen, wie weit man die einzelnen Stichpunkte noch verschieben muss.

Zwischendurch immer wieder die Kreisvorlage ans Display halten, dann bekommt man ein Gefühl dafür, wieviel die einzelnen Punkte noch korrigiert werden müssen.

Ich zoome diese Ansicht so weit wie möglich ran, damit ich die Punkte so genau wie möglich als Kreis ausrichten kann.

Damit es möglichst genau wird, arbeite ich beim Kreis zum Schluss nur noch mit den Pfeiltasten beim Augensymbol, um die Punkte zu verschieben.

Stich zwischenspeichern

Wenn der Kreis fertig ist, speichere ich direkt ab, damit diese Arbeit nicht verloren geht, über dieses Symbol rechts am Display.

Stich fertigstellen

Ein Stichpunkt liegt jetzt noch in der Raute. Das ist der Punkt, der benötigt wird, um das X darzustellen.

Vorab ziehe ich diesen Stich aber einmal an den untersten Punkt, als wäre es der Endpunkt, um mir über die Voransicht anzuschauen, wie der spätere fertige Stich aussehen würde.

 

Die Voransicht wird ausgewählt über das Augensymbol unten rechts.

Über das rote X links oben an dem kleinen Bild, wechsele ich wieder zurück in den Bearbeitungsmodus und tippe wieder auf „Stichpunkt erstellen“, damit ich noch das X in der Mitte anlegen kann und ziehe den Punkt, den ich gerade nach unten gezogen habe wieder nach oben.

Achtung:

Es kann immer mal passieren, dass ein Stichpunkt beim Anlegen etwas verrutscht und an einer falschen Stelle landet und sich nicht gut korrigieren lässt, wenn er zu nah an einem anderen Stichpunkt liegt.

Hierzu den Punkt anwählen und entweder mit dem Finger, oder mit einem Touch Pen, oder am besten mit den Pfeiltasten ein bisschen vom anderen Stichpunkt wegbewegen und dann an die richtige Stelle ziehen.

Soll ein Stichpunkt komplett entfernt/rückgängig gemacht werden, wird der entsprechende Punkt einfach angewählt und mit dem Mülleimersymbol gelöscht.

Der nächste Stichpunkt muss nun wieder genau auf den Mittelpunkt in der Raute angelegt werden. Hierzu den ganz untenliegenden Punkt, der eben nur als Pseudo Endpunkt diente, auf die Mittelachse ziehen.

Jetzt werden mehrere Linien benötigt, um das X darzustellen. Hierzu einen neuen Stichpunkt erstellen und auf den gewünschten Außenpunkt ziehen. Ich achte darauf, dass die Linie die entsteht, parallel zur Außenlinie der Raute ist. Korrektur der Linie wie gehabt am besten über die Pfeiltasten beim Augensymbol auf Grund der Genauigkeit.

Jetzt werden noch 3 weitere Linien über die Stichpunkte hinzugefügt und die Linien in einen gleichmäßig parallelen Abstand zur Rautenaußenlinie gebracht.
So sieht es dann am Ende aus und der letzte Stichpunkt vom X landet wieder im Mittelpunkt.

Jetzt fehlt der am Anfang erwähnte Endpunkt, damit die Maschine weiß, dass dieser Stich fertig ist und der nächste Stich genäht werden kann/soll.

Dazu einen letzen Stichpunkt erstellen und auf den untersten Punkt der Raute legen.

Der Dreifachstich

Ich hatte bei meiner Skizze ja schon überlegt, ob ich den inneren Bereich, also Kreis und X, 3 – fach darstellen soll. Ob das gut funktioniert, sehen wir aber erst nach dem ersten Probenähen.

Zum Stiche-Verdreifachen werden die gewünschten Stichpunkte über die Mehrfachauswahl ausgewählt

Dann wird „3fach“ ausgewählt und schon sieht man die Veränderung am Display. Die Linien erscheinen etwas dicker.

Zum Schluss wird natürlich wieder abgespeichert.

Dann über das grüne Häkchen oben rechts am Display das ganze bestätigen, dadurch wird der Stich in den Nähmodus geladen.

Eigenen Stich nähen

So sieht es dann im Nähmodus aus:

Da ich mit Madeira Polyneon arbeite, passe ich manuell die Fadenspannung noch etwas an und reduziere sie. So sieht der erstellte Stich dann aus, wenn er fertig genäht ist .

Wie sich nun zeigt, ist bei dieser geringen Größe des Stiches die Wahl der Dreifachnaht im Inneren der Raute keine gute Wahl und ich ändere den Modus wieder auf einfache Naht.

Hierzu halte ich den Finger, oder den Touch Pen, im Nähmodus auf dem Stich im Display gedrückt und es erscheint nach ca. 1 – 2 Sekunden dieses Untermenü.

„Bearbeiten in Stitch Creator” auswählen, der Stich wird geladen und man sieht die Einstellung, dass alle Stiche ausgewählt sind auch, dass die 3-fach Auswahl aktiviert ist.

Ich entferne die „3-fach Markierung“, während alle Stiche ausgewählt sind, speichere das ganze nochmal ab, bestätige wieder über das grüne Häkchen oben rechts, damit der Stich wieder neu in den Nähmodus geladen wird, reduziere wieder die Fadenspannung und nähe den Stich erneut.

Final genäht sieht der selbsterstellte Stich dann so aus.

Im Beitrag verwendete Produkte
Wer schreibt hier?

Mareike näht selbst auf einer Pfaff Quilt Expression 720 und testet derzeit für uns die Expression 725

Wenn Sie noch mehr von Mareike und den Expression Modellen lesen möchten, schauen Sie bei ihr auf Facebook vorbei:

Pfaff Quilt Expression 710-715-720-725 Hilfe und Austausch (Facebook-Gruppe)

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