Flachnaht Flatlocknaht

Die 3-Faden-Flachnaht mit der Overlock

Wie müssen die Einstellungen für die 3-Faden-Flatlocknaht sein? Das wird immer wieder mal gefragt. Neben den grundsätzlichen Richtungen (Nadelspannung runter, Untergreiferspannung hoch) ist es einfach wichtig, dass Sie verstehen, wie das Prinzip des Flachziehens funktioniert. Dann kann man mit jeder Overlock eine Flachnaht nähen.

Die Flatlocknaht mit nur zwei Fäden haben wir ihnen HIER bereits gezeigt, in diesem Beitrag geht es um die Naht mit drei Fäden. Denn nicht jede Overlock verfügt über eine Obergreiferabdeckung und kann mit zwei Fäden nähen.

Die Einstellungen an der Overlock für eine Flachnaht

Unser Beispiel ist mit der PFAFF Admire Air 7000 genäht. Diese verfügt über ein Stichauswahlmenü und stellt die Fadenspannungen nach der Auswahl des Stiches schon mal ein.

In der Regel finden Sie in der Anleitung zu Ihrer Overlock eine Sticheinstellungstabelle. Aber selbst, wenn es die gibt, kommt man in der Regel um eine Probenaht nicht herum, um die Einstellungen an Garn und Stoff anzupassen.


Die Flachnaht wird mit einer Nadel und beiden Greifern genäht. Für eine schmale Flachnaht nutzen Sie die rechte Nadel, für eine breite Naht die linke.


Als Anhaltspunkte

  • Nadelspannung: sehr niedrig (0-2)
  • Spannung Obergreifer: normal (ca. 4)
  • Spannung Untergreifer: sehr hoch (7-9)

Das Messer steht auf der Standardeinstellung, Stichlänge und Differenzial werden passend zum Projekt eingestellt.

Hier sehen Sie die Informationsanzeige der Admire Air 7000. Es ist gut zu erkennen, dass das Garn im Obergreifer die Schlaufen bildet, das Garn in den Nadeln die Leiter. Sie können bei der Flachnaht beide Seiten nutzen.

Wie wird die 3-Faden-Flachnaht genäht?

Besonders bei den ersten Flachnähten raten wir dazu, mit verschiedenen Garnfarben zu üben. Am besten fädeln Sie die gleichen Farben ein, wie auch die Fädelwege an Ihrer Maschine markiert sind. So sehen Sie auf jeden Fall, welche Veränderungen was bewirken und können es auch nach dem Flachziehen noch nachvollziehen.

3-Faden-Flachnaht mit Abschnitt

Je nachdem, welche Seite der Naht sie auf der rechten Stoffseite haben möchten, legen Sie Ihre Stoffteile zusammen.

Sollen die Schlaufen außen sein, müssen die Stoffteile links auf links zusammengelegt werden.

Nähen Sie eine Probenaht und passen Sie die Einstellungen an. Hier im Bild ist der Obergreiferfaden (rosa) noch zu locker und wird fester gestellt.

Dies sehen Sie hier, rechts ist der Faden noch etwas locker, nach links hin liegt er gut an der Kante.

Dann ziehen Sie den Stoff mit beiden Händen auseinander, die Naht legt sich dabei flach.

Dann schauen Sie sich die Naht nochmals an und stellen eventuell die Fadenspannungen oder die Schnittbreite nach. Die Schnittkante sollte den gesamten Raum der Naht ausfüllen, aber sich nicht wölben.

Von der Seite sehen Sie, ob der Untergreiferfaden genug Spannung hat. Wir hätten hier die Schlaufen gerne noch etwas kleiner und stellen daher die Spannung am Untergreifer höher.

Tipp: Wenn Sie mit Ziergarnen arbeiten, fädeln Sie diese nur in der Nadel oder im Obergreifer ein. Im Untergreifer sollten Sie am besten ein farblich unauffälliges Overlockgarn verwenden.

Auf der Rückseite sieht man den Nadelfaden als Leiterstich.

Allerdings auch eine eingerollte Stoffkante. Wenn Sie den Leiterstich auf rechts verwenden oder die Naht noch flacher haben möchte, müssen Sie diese Kante „ausrollen“.

Bei manchen Stoffen reicht es, die Naht längs ein paar mal hin und her zu bewegen. Klappt das nicht, nehmen Sie eine Stricknadel (oder auch den Stab der Wendehilfe).

Formen Sie damit die eingerollte Stoffkante aus.

Dann liegt die Naht noch ein bisschen flacher.

Testen Sie die Flachnaht auf einer Stoffart, die Sie oft verwenden und notieren Sie sich die Einstellungen. Dann haben Sie immer Ihren ganz persönlichen Ausgangspunkt.

Wie stabil ist eine Flachnaht?

Die Flachnaht zählt nicht zu den strapazierfähigsten Nähten. Je weniger Fäden verwendet werden, desto weniger stabil ist eine Naht. Die 3-Faden-Flachnaht ist also haltbarer als die 2-Faden-Flachnaht. Durch die relativ lockeren Greiferfadenschlaufen besteht nicht nur die Gefahr, darin hängen zu bleiben (besonders bei Bauschgarn), es kann auch sein, dass Sie eine Flachnaht nach jeden Waschen wieder in Form bügeln müssen. Dies liegt an den offenen Stoffkanten und ebenfalls am Obergreiferfaden.

Sollten Sie mal Bedenken wegen einer Flachnaht haben, oder keine Lust mehr, sie in Form zu bügeln, steppen Sie doch mittig eine Naht mit Seraflex im Geradstich darüber. Dann sieht die Naht ein bisschen aus wie eine Deckstichnaht.

3-Faden-Flachnaht ohne Abschnitt

 

Vor allem, wenn Sie diese Naht zur Dekoration einsetzen, ist es besser, keinen Stoff abzuschneiden. Im Prinzip sind die Einstellungen ähnlich, in der Regel müssen Sie aber insgesamt die Spannung erhöhen, da sonst zu viel Garn übersteht.

Dann falten Sie Ihren Stoff links auf links (für den Greiferfaden außen) oder rechts auf rechts (für den Leiterstich außen) und nähen mit deaktiviertem Messer, falls möglich.

Nähen Sie so, dass die Fäden an der Kante ein paar Millimeter überstehen. Dies erfordert etwas Übung für ein gleichmäßiges Ergebnis. Ein Blindstichfuß erleichtert das Führen, zu sehen ist das im Beitrag zur 2-Faden-Flachnaht.

Nach dem Nähen wird der Stoff auseinander geklappt und flach gezogen. Bildet sich eine Wulst unter dem Greiferfaden, senken Sie die Spannung von Obergreifer und Nadelfaden.

Beispiel

An diesem Raglan-Shirt wurden die Raglannähte mit der 3-Faden-Flachnaht rechts auf rechts zusammengenäht. Die Stichlänge haben wir reduziert, um die offene Stoffkante möglichst gut abzudecken.

Die Enden einer Flachnaht sollten Sie sichern. Wir haben hier die Enden nach dem Nähen erst mal verknotet. So löst sich nichts, bis ein weiteres Mal darüber genäht wird. In der Achsel kommt eine 4-Faden-Overlocknaht darüber, das reicht in der Regel als Sicherung. Bei besonders engen Kleidungstücken sollten Sie die Stelle mit ein paar Stichen mit der Nähmaschine sichern.

Am Halsausschnitt wurde ein doppelt gelegter Stoffstreifen angenäht (4-Faden-Overlocknaht) und anschließend mit einer schmalen Covernaht abgesteppt, das hält dann auch die Fäden der Flachnaht sicher fest.

Probieren Sie doch mal, welche Effekte Sie gerne mit der 3-Faden-Flatlocknaht erzeugen. Und schauen Sie auch in unsere weiteren Beiträge zu diesem Thema, diese finden Sie immer am Ende des Beitrags. 

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