Normalerweise geht es bei Neuheiten im Stickbereich ja meistens um „größer“. Diesmal nicht, die Bernina Sockenrahmeneinsätze machen den Stickbereich kleiner. Aber das braucht man auch so, wenn man Socken besticken möchte.
Im Set der Sockenrahmeneinsätze sind zwei Einheiten aus jeweils zwei Teilen enthalten. Je nach zu bestickender Socke wählt man die passende Größe, Standard oder Mini.
Wir haben mit den Sockenrahmeneinsätze verschiedene Socken bestickt und haben hier ein paar Tipps zur Verwendung. Außerdem haben wir auch noch andere Dinge bestickt und vielleicht ist ja auch für Sie eine weitere Verwendungsmöglichkeit dabei.
Update benötigt
Ehe die Sockenrahmeneinsätze verwendet werden können, muss (je nach Auslieferungszeitraum) ein Update durchgeführt werden. Ob Sie es benötigen, lässt sich ganz einfach feststellen:
Werfen Sie einen Blick in die aufgelisteten Stickrahmen, wenn Sie ein Motiv geladen haben. Die Sockenrahmeneinsätze befinden sich ganz unten.
Sie werden nicht automatisch ausgewählt. Normalerweise wählt die Stickmaschine nach dem Laden des Motivs den kleinstmöglichen Rahmen aus, die Sockenrahmeneinsätze sind von dieser Auswahl jedoch ausgenommen.
Unbedingt auswählen
Die Sockenrahmeneinsätze haben keine Rahmenerkennung, die Stickmaschine merkt also nicht, wenn sie montiert wurden. Daher können Sie auch mit den Sockenrahmeneinsätzen sticken, wenn Sie sie nicht ausgewählt haben.
Dann besteht allerdings die Gefahr, dass der Nähfuß mit dem Einsatz kollidiert.
Update Sticksoftware
Auch für die Bernina V9 gab es ein Update, damit diese Einsätze schon beim Digitalisieren oder Aussuchen der Stickmuster angezeigt werden können.
Grundsätzliche Anwendung
Wählen Sie den passenden Einsatz für Motiv und Socke.
Legen Sie ein Stück Stickvlies auf den äußeren Teil des Sockenrahmeneinsatzes.
Der Einsatz kann schon in den Rahmen gesteckt werden, oder auch erst später mit dem Innenteil zusammen eingesetzt werden. Wir bevorzugen es, wenn sich der Einsatz schon im Rahmen befindet. Öffnen Sie die Schraube, damit Raum zum Einspannen bleibt.
Drehen Sie den Socken auf links.
Schieben die das innere Teil mit der dickeren Seite nach unten in die Socke.
Es befinden sich Markierungen auf dem Kunststoff für die Mitte, die sieht man am besten, wenn man den Socken nach oben ausrichtet und hineinschaut.
Tipp: Markierung auf die linke Stoffseite übertragen und von außen ausrichten.
Die Socke mit dem Innenrahmen auf den Einsatz legen und eindrücken. Dabei darauf achten, dass die Positionierung nicht verrutscht.
Tipps:
Vor allem beim Zudrehen ist es leichter, wenn der Rahmen an die Tischkante geschoben wird und die Schraube über die Kante heraussteht.
Normalerweise sollte man dehnbare Stoffe beim Einspannen möglichst nicht dehnen. Bei Socken ist das etwas anders, da die in der Regel beim Tragen ja auch leicht gedehnt werden. Versuchen Sie, beim Einspannen den Stoff leicht gedehnt einzuspannen, damit das Motiv beim Tragen gut aussieht.
Ist alles eingespannt, den Socken erst oben, dann unten über die Kante des inneren Rahmens ziehen. Besonders bei dickeren Socken hier den Innenrahmen gut nach unten drücken, sonst kann er herausspringen.
An der Maschine zum Sticken wechseln, dann Rahmen montierten. Der Stickfuß steht dann außerhalb des Innenteils!
Sticken
Tipp: Für ein schöneres Stichbild Avalon Film auflegen. Wenn gewünscht, mit dem Heftrahmen befestigen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, im Rahmen oder direkt um das Motiv. Teilweise entstehen sehr lange Stiche beim Heftrahmen passend zum Einsatz. Wir bevorzugen daher das Heften um das Motiv, auch wenn dabei die Heftstiche manchmal später überstickt werden.
Hinweise:
Bei unserer Maschine wurde immer beim Start kurz die Fehlermeldung „Nähfuß absenken“ angezeigt. Es war nicht herauszubekommen, woher diese Meldung kommt und die Maschine hat trotzdem normal gestickt.
Der Sockenrahmeneinsatz lässt sich nicht, wie der normale innere Stickrahmen, leicht durchdrücken. Daher kann es sein, dass die Maschine lauter stickt als sonst und das Metall des Freiarms kann Spuren bekommen.
Die Dicke der Socken ist begrenzt. Was handelsüblich als „Tennissocke“ verkauft wird, ist die maximale Dicke, die sicher verarbeitet werden kann.
Die Motive für unsere Beispielstickereien haben wir uns selbst erstellt und gleich ein bisschen mit der Fringe-Technik gespielt.
Handschuhe besticken
Was mit Socken funktioniert, geht auch mit Handschuhen. Unsere Handschuhe brauchten zwar kein Motiv, aber eine Öse, um sie miteinander zu verbinden.
Wir haben dafür eine Öse aus unserem Ösen-Set Holey verwendet. Die dünnen Laufhandschuhe lassen sich wie Socken einspannen.
Hier haben wir hitzelösliche Folie aufgelegt, weil sie der Öse später mehr Halt gibt. Allerdings haben wir die Öse nicht, wie in der ursprünglichen Anleitung vorgesehen, im Stickrahmen aufgeschnitten. Das war uns bei dem kleinen Rahmen dann doch etwas zu eng mit der Schere.
Wir haben das Loch mit der Prym Variozange gestanzt.
Aber es war schon alles vorbereitet und wir haben dann auch noch festgestellt, dass wir mit dem Sockenrahmeneinsatz selbst kleinste Vliesreste noch verwenden können. Also haben wir Klebevlies in den Sockenrahmeneinsatz gespannt. Der Einfachheit halber haben wir die Deckschicht vorher komplett entfernt. Das Einspannen geht auch leichter als beim kleinen Standardrahmen.
Aufgesetzte Taschen besticken
Und mit etwas Geschick klappt es mit den Sockenrahmeneinsätzen auch bei fertig aufgenähten Taschen.
Hier eine hintere Tasche auf einer Jogginghose mit 10 x 10 Zentimetern. Markieren Sie sich die Position des Stickmusters. Wir schneiden uns ein Stück Klebevlies zu, das etwas kleiner ist als die Tasche.
Um das Klebevlies zu befestigen, ziehen wir die Deckschicht einmal ab und kleben sie lose wieder auf. Dann schieben wir beides zusammen in die Tasche.
Den Innenrahmen mit dem breiten Teil nach unten in die Tasche und in den Außenrahmen drücken. Das sieht dann je nach Größe der Hose oder des Shirts ziemlich abenteuerlich aus.
Die Hose unter den Innenrahmen schieben und wenn möglich, die obere Kante auch unter die Kante schieben. Da diese aber weniger stark ausgeprägt ist, kann das hier etwas schwieriger werden. Eventuell mit etwas Malerkrepp nachhelfen.
Motiv positionieren und sticken.
So klappt es auch mit dem Sticken bei aufgesetzten Taschen!
Stickdatei: Cyncopia
Haben Sie noch weitere Ideen, wie man die Sockenrahmeneinsätze verwenden kann? Kommentiere Sie einfach hier drunter, wir schauen uns das dann mal an.

Bernina: Sockenrahmeneinsätze

Update Sticksoftware Bernina V9.3


2 Antworten auf „Die Bernina Sockenrahmeneinsätze – unsere Tipps“
Hallo Redaktion.
Ein weiterer Tipp meinerseits ist die Ärmelbündchen zu besticken.
Mit bisschen geduld klappt es prima.
Tolle Idee!