Brother F560 Test

Die BROTHER Innov-is F560 im Test – Fazit

Da wir während der Testzeit auch immer wieder auf Instagram erwähnen, was gerade so da ist, erreichen uns oft auch Fragen speziell zu dem aktuellen Modell. Diese lassen wir dann, wenn möglich, in den Bericht mit einfließen. Eine davon war so speziell, dass wir sie gleich zu Beginn des zweiten Teils beantworten, ohne ein Projekt dafür mit der BROTHER Innov-is F560 abzuwarten. Denn das interessiert sicher noch mehr Leser:

Wie hoch ist der Platz unter dem Nähfuß und in welchen Schritten kann man die Stichlänge verändern?

Erst mal der Platz unter dem Nähfuß:

So sieht der Nähfuß von der Seite aus, wenn er ganz normal mit dem Hebel angehoben wurde. Je nachdem, wie man die Sohle kippt, sind es so ca. 6 mm. Davon muss man allerdings noch ein bisschen was abziehen, denn die Zähnchen vom Transporteur schauen ja noch raus und da muss man anmerken: Die senkt die F560 auch nicht ab. Es gibt ja durchaus Nähmaschinen, die beim Anheben mit dem Kniehebel bis ganz nach oben auch den Transporteur absenken. Oder Modelle mit elektronischem Lifter, da drückt man zwei mal auf Anheben des Nähfußes, dann geht der Transporteur nach unten. Das erleichtert das Einschieben des Stoffes vor allem dann, wenn es ein bisschen mehr als sonst ist.

Trotzdem ist bei der F560 nicht bei 6 mm Schluss!

Hebt man den Nähfuß mit dem Kniehebel an, beträgt der Abstand schon 11 mm.

Noch mehr Platz, nämlich 13 mm, bekommt man dann, wenn man den Hebel hinten an der Nähmaschine benutzt und bis ganz nach oben drückt.

 


Was jetzt nicht heißt, dass alles, was 13 mm dick ist, auch genäht wird. Aber das ist wieder eine andere Sache. Die meisten Projekte geben ja auch gleich nach, wenn der Nähfuß nach unten geht.

Die Veränderung der Stichlänge

Das ist auch nicht schnell zu beantworten, denn das variiert ziemlich. Beginnen wir mit dem Geradstich:

Von Stichlänge 0.2 bis 2.0 – in 0.2er Schritten

Von Stichlänge 2.0 bis 5.0 – in 0.5er Schritten

Beim Zickzackstich dagegen hat man in den unteren Bereichen die Wahl in 0.1er Schritten.

Dann gibt es im blauen Bereich eine Auswahl an Nutzstichen, die auch als Zierstiche verwendet werden können. Hier ist es bei den meisten Stichen wie beim Geradstich, manche weichen allerdings auch davon ab.

Im gelben Bereich (Kombinationsmodus) geht dann leider nichts mehr. Diese Stiche können weder in der Länge, noch in der Breite verändert werden.

Mettler Seraflex

Für unser nächstes Projekt haben wir allerdings nur den Geradstich gebraucht, denn wir haben einen Pullover mit METTLER Seraflex genäht. Die F560 hat das dehnbare Garn einwandfrei verarbeitet ohne weitere Einstellungen. Nur beim Spulen muss man ein bisschen aufpassen. Das Garn hat sich beim Ablauf von der Spule oft verwunden, das dann in der kleinen Spannungsscheibe über der Garnrollenhalterung zu einer Art Schmatzen geführt hat. Wir haben dann ein Netz über die Garnrolle gezogen.

Bei den Abnähern hätten wir auch normales Nähgarn verwenden können, sie werden ja nicht belastet. An den Raglannähten ist Seraflex wirklich praktisch. So konnten wir bei diesem Schnitt (Hoodie Nr. 39 von Lillesol & Pelle, ohne Kapuze) auf die Coverstich verzichten. 

Ohne Overlock

Während bei dem Pullover oben nur die Abnäher und die Absteppnähte mit der BROTHER Innov-is F560 genäht wurden (der Rest mit der Overlock), ist das nächste Shirt komplett mit der Nähmaschine gearbeitet. Wir wollten wissen, wie gut man Jersey mit der F560 verarbeiten kann, wenn man keine Overlock und keine Coverstich hat.

Das Shirt hat angeschnittene Ärmel und wir haben sowohl die Ärmelnähte, als auch die Seitennähte mit dem Elastikstich und normalem Nähgarn genäht. Die Nahtzugaben an den Ärmelnähten wurden auseinandergebügelt, da Beleg und Ärmelsaum noch mit einem Dekoeffekt versehen wurden.

Die Seitennaht wurde dann zusätzlich noch mit einem Overlockstich versäubert.

Den Saum haben wir mit einem Trikotstich genäht und da dieser sich mit dem normalen Nähfuß immer wieder mal zusammengeschoben hat, den Obertransportfuß (optional)montiert. Auch wenn man bei der F560 in Sachen Jersey viel über einen reduzierten Nähfußdruck ausgeglichen kann (bei uns bei Jersey immer auf 1), manche Stiche wurden mit dem OTF noch besser. Bei Verwendung des OTFs sollte die Nadelhalterung ausnahmsweise mit dem Schraubendreher geschlossen werden. 

Normalerweise reicht handfestes Anziehen, aber durch die Gabel werden die Vibrationen an den Nadelhalter übertragen und die Schraube kann sich mit der Zeit lockern.

Beim Aufnähen des Labels ist uns die Vernähfunktion positiv aufgefallen. Denn die F560 vernäht bei der Punktverriegelung wirklich auf der Stelle. Und sie schneidet auch dort ab.

Viele Nähmaschinenmodelle vollführen selbst bei der Punktverriegelung kleine Bewegungen vor und zurück, was man bei Kunstleder ja sofort sehen würde. Oder stechen beim Fadenschneiden neu und 1 mm weiter außen ein. Die F560 verriegelt sowohl am Anfang als auch am Ende immer an der gleichen Stelle.

Die Ziereffekte haben wir zwar mit einer anderen Maschine gemacht, aber das Shirt an sich ist komplett mit der BROTHER Innov-is F560 genäht (Schnitt aus Burda 9/11).

Wie die Ziereffekte genäht werden, können Sie hier nachlesen: Das Reliefstickfuß-Set von HUSQVARNA VIKING.

Spatzjournal

Als Kontrastprogramm gab es danach noch ein Spatzjournal. Wie sich das gehört, haben wir erst ein paar Probenähte gemacht und dafür die gleichen Lagen gestapelt, die wie auch am richtigen Projekt haben.

Das sind in unserem Fall:

  • 2 Lagen geprägtes Echtleder (1.5 mm)
  • 2 Lagen OESD Fiber Form. Wir hatten kein S320 da und das Fiber Form musste weg. Es handelt sich dabei um ein spezielles Vlies für 3-D-Projekte wie Boxen, Hüte und Stickmuster zum Zusammenbauen.
  • 4 Lagen Canvas

Genäht haben wir mit der SCHMETZ Ledernadel DH und GÜTERMANN Denim No. 50.

Wir haben mit der Spezialgleitsohle und auch dem Obertransportfuß getestet, in beiden Fällen war das Ergebnis gleich: Es gab erst mal Fehlstiche. Die Nadel kam problemlos durch, was wir schon gut fanden, da das grüne Echtleder wirklich sehr hart ist.

Da half der kleine Trick mit der Nadelposition links, schon hat die F560 wieder ordentliche Stiche gebildet. Wir haben uns dann trotzdem dazu entschieden, die untere Lage mit SnapPap statt Echtleder zu nähen, weil das Nähen auf einer Kante ja immer noch etwas schwerer ist als auf der geraden Fläche.

Die Nadelposition links hat uns dann allerdings noch vor ein Problem gestellt. Denn wenn man eine Kante absteppen will, näht man ja eigentlich lieber mit Nadelposition rechts, damit möglichst viel vom Nähfuß auf dem Projekt aufliegt. Das Projekt nach rechts zu legen, ging nicht, weil das Spatzjournal dann gleich rechts an der Maschine anstösst. Wir haben dann einfach einen kleinen Plastikkeil rechts an der Stoffkante angelegt, auf dem der Obertransportfuß mitgelaufen ist. Das hat an der ersten Ecke noch gut geklappt.

An der zweiten Ecke kamen die ersten Aussetzer. Gut, zu den ganzen Lagen kam jetzt noch Kleber dazu (in unserem Fall BSN-Folie) und wenn man mit der Fingerspitze über die Nadel gefahren ist, konnte man das schon spüren. Da wir aber nicht auftrennen oder neu ansetzen wollen, haben wir die Runde fertig genäht und dann insgesamt vier Fehlstiche mit Unterfaden gesichert.

Also von unten nach oben durch das Loch, das ausgelassen wurde, über den Oberfaden wieder durch das gleiche Loch nach unten, auf der Rückseite einmal um den alten Unterfaden und alles festziehen. Dann wird der Oberfaden in das ausgelassene Loch gezogen. Die Restfäden kann man einfach zwischen die Lagen verstechen.

So konnten wir das Außenteil und die Tasche fertigstellen, bis zur Vollendung muss das Spatzjournal allerdings noch auf die Ringbuchmechanik warten. Es ist für uns aber eine schöne Erinnerung an die Testzeit, die hiermit schon wieder vorbei ist.

Unser Fazit:

Die BROTHER Innov-is F560 ist eine vielseitige Nähmaschine. Das war schon das Vorgängermodell, die F460, aber der Farbtouchscreen erleichtert die Bedienung enorm. Denn je mehr Funktionen eine Nähmaschine bietet, desto schneller wird es mit einem normalen Bedienfeld einfach eng.

Sie verarbeitet die verschiedensten Garne sicher und zuverlässig und da mussten wir noch nicht mal oft etwas an der Fadenspannung einstellen. Der Kniehebel und die zentralen Funktionstasten direkt über der Nähfläche erleichtern das Nähen in allen Bereichen und der Einfädler ist sowieso genial.

Einzig der fehlende Unterfadenwächter wäre für uns noch ein Kritikpunkt. Zwar sieht man bei Horizontalgreifern ja schnell, wenn die Spule sich leert, aber wenn das Nähen Spaß macht, ist man schon mal so im Flow, dass man eben nicht darauf achtet. Darüber hinaus bietet die BROTHER Nähmaschine noch mehr Funktionen, die wir noch gar nicht verwendet haben, es gibt also für Sie auch noch viel zu entdecken! Eine davon ist der Stichdesigner, dazu finden Sie weiter unten einen informativen Beitrag.

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Welchen Schnellnäher soll ich kaufen? Welche Geradstichmaschine ist die Beste?
Das werden wir oft gefragt und die Antwort lautet, wie so oft: Kommt darauf an ...
Es kommt darauf an, was man damit nähen möchte und auch, wie. Jedes unserer vier Modelle hat seine Stärken und Schwächen und die besprechen wir in neuesten Beitrag auf www.naehratgeber.de. Wenn ihr später reinschaut, findet ihr ihn in der Kategorie Ratgeber - Nähen.
Wenn ihr dann noch Fragen habt, immer her damit!
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