Janome MC 1000 stickt Couchingmuster

Dritter Testbericht zur Janome MC 1000

Zurück zum Sticken!

So ist das halt, wenn man die Möglichkeit hat, zu sticken. Zumindest bei uns. Deshalb geht es im dritten Teil erst mal mit dem Sticken weiter und wir haben so einiges ausprobiert.

Stickmuster: Urban Threads Snoozy Autumn Glow Cat

 

Das Thema mit den Farblagen hatten wir ja schon mal und hier sind es wieder jede Menge. Die Beschreibung hilft zwar ganz gut, aber direkt in der Stickmaschine sieht man immer nur die aktuelle Farbe und die zwei nächsten in der Übersicht.

Hier hat dann wieder der Embroidery Editor geholfen. Über „Colors“ werden kleine Vorschaubilder angezeigt. Klein, aber für die Ortierung reicht es uns.

USB-Verlängerung nicht ganz so praktisch

Wenn wir viel an Stickmustern arbeiten (Verändern, neu erstellen), nutzen wir gerne eine USB-Verlängerung um den USB-Eingang der Maschine zu schonen. Leider kann man bei der Janome die Verlängerung nicht einfach in der Maschine stecken lassen, da sie sonst bei jedem Start dauerhaft diesen Bildschirm anzeigt. Sie merkt also, dass etwas im Eingang steckt, findet aber nichts und sucht daher immer weiter. Sobald man einen Stick anschließt, startet sie wie gewohnt. Will man also eine Verlängerung nutzen, muss auch immer ein USB-Stick daran verbleiben.

Stickmuster in der Stickmaschine verändern

Da wir für unser Projekt nicht genug verschiedene Stickmuster haben, verändern wir sie immer ein bisschen.

Diese Katze wurde gespiegelt und vergrößert (Stickmuster: Urban Threads Moonlit Kitties).

Die Datei ist in der Ursprungsform geladen, dann unten auf das Haus und danach auf „Bearbeiten“.

Die Größenanpassung öffnen und wir sind einfach so lange auf PLUS geblieben, bis es nicht mehr ging. Die MC 1000 vergrößert nur so weit, wie es noch in den Rahmen passt.

Dann noch spiegeln und sticken.

Stickmuster im Embroidery Editor ändern

Das nächste Stickmuster, das wir sticken wollten, hat eine Größe von 88 x 174 mm. Da die Janome aber nur Muster lädt, die in der gespeicherten Form und Ausrichtung in den Rahmen passen, können wir es ja nicht in der Maschine ändern.

Aber der Embroidery Editor kann es. Da er auch für die 550E vorgesehen ist, gibt es dort auch die großen Rahmen.

Wir öffnen das Design also erst mal einfach so, die Software entscheidet sich für den 20 x 20. Versucht man, auf den 14 x 14 zu wechseln, erscheint eine Fehlermeldung.

Dreht man das Muster, sieht man links unten, wie sich die Designgröße verändert. Zwischendurch sollte man immer mal auf „Center“ in der oberen Leiste klicken, manchmal verschiebt sich das Muster beim Drehen und zentriert bekommt man es in der Regel größer in den kleineren Rahmen.

Dann immer mal wieder probieren, ob sich der kleinere Rahmen einstellen lässt. Wir haben das Design gedreht und um ein Prozent verkleinert, dann ging es schon.

Sobald sich der kleine Rahmen einstellen lässt, das Design auf den USB-Stick übertragen über „Write a design“.

Hat man einen geeigneten Unterordner erreicht, wird der Pfeil rot und man kann ihn anklicken. Damit wird die Datei gespeichert.

Beim Einspannen muss man dann nur noch einplanen, dass man das Design gedreht hat und den Stoff dementsprechend auch drehen. Wir haben bei den drei Katzen gleich mal Frosted Matt getestet. Hier möchte die Janome eine Nadel mit größerem Öhr, sonst ribbelt sich das Garn auf. Wir haben dann mit einer Topstitch Gold in 90 gestickt.

Stickmuster in einer Vollversion ändern

Beim nächsten Design konnte auch der Embroidery Editor nicht mehr helfen und wir mussten auf eine Vollversion einer Sticksoftware wechseln. Oder nicht ganz, denn der Bernina Creator V9 zählt noch zu den sogenannten „Midrange Versionen“. Er hat also nicht alle Funktionen der Vollversion, aber mehr als eine kostenfreie Sticksoftware.

Das Stickmotiv besteht ja aus zwei Bereichen, Katze und Mond. Einzeln geht beides mit der Janome zu sticken, nur zusammen nicht. Also löschen wir den Mond und speichern die Katze so ab.

Im nächsten Durchgang löschen wir die Katze und speichern den Mond ab.

Dann drucken wir uns noch das Stickmuster in Originalgröße aus und sticken erst mal die Katze.

Das gedruckte Stickmuster schneiden wir knapp aus und stecken es dann auf die gestickte Katze. So zeigt sie uns an, wo der Mond hingehört.

Wir spannen Vlies ein und laden den Mond. Dann sprühen wir etwas Sprühkleber auf die Rückseite des Filzes und kleben ihn so in den Rahmen, dass die Mitte des Mondes unter der Nadel landet. Zum Testen die Nadel mal absenken.

Zur Kontrolle das Muster umfahren.

Und dann einfach sticken. Mit etwas Geduld, Übung und Wissen kann man der MC 1000 also auch „größere“ Muster entlocken. Diese Technik ist ähnlich der Mehrfachrahmung.

Integrierte Schriften

Für unser Projekt brauchen wir so einige Wörter in verschiedenen Schriften. Nach ein paar Versuchen haben wir uns für die Größe S entschieden, wobei nicht jede Schrift in S gleich groß ist. Leider ist in der Anleitung nicht angegeben, wie groß die jeweiligen Ausführungen sind, man muss also immer erst mal mindestens einen Buchstaben laden, um das zu prüfen. Wir raten dazu, wenn man die Schriften öfter braucht, die Größen einfach selbst in der Anleitung zu notieren, ab Seite 202 gibt es eine Übersicht zu den Schriften.

S: 11 mm

M: 19 mm

Downy (mit gem. y): 12 mm

Heiner: 11 mm

Tick: 11 mm Bun: 10 mm

Hier noch der Beginn mit dem Vergleich Größe S gegen M. Dann die Entscheidung für S und die Tests mit verschiedenen Schriftarten. Alles gestickt auf Sulky Felty und Reißvlies mit Brildor PB 40 und Organ Antiglue (wegen des Sprühklebers).

Lila alles: 10 mm, durch die tiefstehenden Buchstaben 15 mm

Pink: Lucy 19 mm

Ginger: 13 mm

Downy 2 war dann der erste Versuch mit der Mini-Schrift. Diese ist nur in einer Größe enthalten, die Großbuchstaben haben 5 mm.

Die Schrift Mikro Gotik gefällt uns wirklich gut, eine so kleine Schrift fehlt oft in den Maschinen. Und sie ist gestickt auch noch gut lesbar.

Zusätzlich zu den Wörtern brauchen wir auch noch ein paar Zeichen. Unter anderem ein Kreuz, was ja so nicht enthalten ist. Das Pluszeichen erschien uns unpassend. Also haben wir uns einfach selbst ein Kreuz gebastelt.

Wir haben uns erst ein T und dann ein Minus geladen. Das Minus haben wir um 90 Grad gedreht und an das T geschoben.

 

Das hat gleich ganz gut funktioniert, aber beim Verschieben ist es immer zerfallen. Dafür gibt es aber die Gruppierungsfunktion:

Unter den drei Herzchen kann man mehrere Objekte gruppieren, um sie gemeinsam zu verschieben. Allerdings ist die Gruppierung nicht dauerhaft und kann nur zum Verschieben, Duplizieren, Zentrieren oder Löschen genutzt werden. Man kann die Gruppierungsfunktion nur verlassen, wenn die Gruppierung wieder aufgehoben ist.

Wenns beim Einfädeln knapp wird

Liegt die Stelle im Stickmuster, in der der Farbwechsel gemacht wird, nah am linken Rand, wird es mit dem Einfädler knapp. Hier mit dem dicken Filz dazwischen ging es nicht mehr, man konnte ihn nicht bis ganz nach unten drücken.

Dann fährt man den Rahmen einfach an eine andere Stelle. Das geht in der oberen Leiste mit dem Rahmensymbol mit Pfeil. Dann im Pop-Up-Fenster in die Mitte drücken.

Dann klappts auch mit den Einfädeln wieder. Danach kann man nicht direkt wieder starten, sondern muss das erst im Display wieder bestätigen. Aber das geht ja fix, zumindest schneller als Einfädeln mit der Pinzette am Rand.

Couching

Da wir ein Stickmuster testen mussten, haben wir auch gleich mal den Couching-Stickfuß mitgenommen. Grundsätzlich sollte es ja so funktionieren wie an der MC550E auch. Die Frage ist, ob uns auch hier die Fadenzuführung fehlt, wie Franky sie hier mal gezeigt hat: Janome Couching Set im Test.

Also, ran an das Strickgarn.

Und die MC 1000 hat das Couchingmuster problemlos gestickt. Im Rahmen wurde wasserlösliches Klebevlies eingespannt und der halbfertige Pulli aufgeklebt. Auch über die Overlocknaht wurde sauber gestickt. Ganz ohne die weitere Garnzuführung, aber wir haben mittlerweile auch viel Erfahrung im Couching und eine gute Auswahl an geeigneten Garnen.

Nach dem Sticken konnte der Pulli dann fertig genäht werden, allerdings nicht mit der MC 1000, hier durften die Bernina L850 und die Janome Cover Pro 3000 mal wieder ran. Wieder ein paar Reste weniger in der Stoffkiste und ein kleiner Gag für den Oktober.

Das Stickmuster gibt es ab 18.10. als Freebie beim nähPark.

Fazit nach vier Wochen

Auch wenn die Janome noch ein bisschen hier stehen bleiben darf, ist es schon Zeit für ein Fazit. Denn wir haben uns eingearbeitet. Nach vier Wochen intensiver Nutzung kann man ja schon sagen, wo die Reise hingeht. Wenn Platz wäre (und die andere Ersatzmaschine weg), dürfte sie als Zweitmaschine bleiben. Zum Mitnehmen für Nähtreffen oder für das Nähen im Urlaub. Oder halt eben Sticken im Urlaub.

Wir finden es toll, dass der Stickarm dauerhaft montiert ist. Trotzdem ist die MC 1000 nicht zu schwer. Sie bietet sowohl beim Nähen, als auch beim Sticken viele praktische Funktionen. Die haben wir in den drei Tests bei weitem noch nicht durch, aber Sie brauchen ja auch was zum Entdecken!

Nähen:

Der Boxtransport macht sich bemerkbar, ebenso der anpassbare Nähfußdruck. Wenn man etwas an der MC 1000 verstellt, näht sie auch anders. Die Stichauswahl ist ordentlich, das Stichbild sehr gut. Ab und an muss man nachregeln, aber in dieser Preisklasse absolut normal. Sie näht mit verschiedensten Garnen und auch mit unseren Standard-CB-Spulen, die wir für alle Horizontalgreifer benutzen. Wir würden uns auf jeden Fall den Kniehebel dazu holen, aber das ist ja Geschmackssache.

Sticken:

14 x 14 ist nicht 13 x 18, dessen muss man sich bewusst sein. Viele Stickmuster sind auf dieses Format ausgelegt, auch wenn sie nicht immer das entsprechende Maß aufweisen. Ein paar Beispiele haben wir hier ja gezeigt. Die MC 1000 stickt zuverlässig und ist leicht zu bedienen. Sie ist die derzeit kleinste Stickmaschine, bei der Couchingzubehör zu bekommen ist. Cutwork kann sie auch, auch wenn wir das noch gar nicht gezeigt haben.

In ihrer Preisklasse ist sie im Moment in einem Bereich, in dem sie sich nur mit den drei Näh- Stickkombis von Pfaff, Singer und Husqvarna Viking vergleichen lässt. Hier punktet die Janome mit anpassbarem Nähfußdruck (fehlt bei den drei anderen) und der Möglichkeit, einen Kniehebel zu verwenden. Dazu kommt der geringe Platzbedarf durch den hinten angeordneten Stickarm und wir finden 14 x 14 als Stickfläche bei unserer Motivauswahl doch besser als 10 x 17. Dafür hat die Janome nur ein halb so großes Touchdisplay, der untere Bereich ist ja quasi nur ein Bedienfeld.

Wenn Sie auf der Suche nach einer guten Nähmaschine sind, die die Möglichkeit bietet, erste Schritte in Sachen Sticken zu unternehmen, ist die Janome MC 1000 unser Tipp! Und wenn Sie bereits eine gute Nähmaschine besitzen, aber noch Platz ist für eine weitere Maschine zum Sticken, dann werfen Sie mal einen Blick auf die MC 100E. Alles, was wir hier in Sachen Sticken gezeigt haben, kann auch die reine Stickmaschine von Janome.

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2 Antworten auf „Dritter Testbericht zur Janome MC 1000“

Die Janome MC 1000 ist super um sie mitzunehmen, das finde ich auch. Leider musste ich feststellen, das die mitgelieferte Staubschutzhülle zwar sehr robust ist, aber eben auch nur den einen Zweck erfüllt – die aufgestellte Maschine vor Staub zu schützen. Welche Transporttasche könnt ihr empfehlen um die MC 1000 und auch Zubehör wie den Stickrahmen sicher zu transportieren?

Hallo!
Sie könnte durchaus in den Prym Trolley passen. Aber wenn Sie beim nähPark anrufen und nach einer passenden Tasche fragen, können die Kolleginnen mit der Maschine ausprobieren, ob sie auch wirklich hineinpasst.
Viele Grüße,
das nähRatgeber-Team

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14 hours ago

Stichdichte verändern - das kann ein Gamechanger sein, aber auch ein Risiko!
Aber: Wer nicht wagt, stickt immer das Gleiche. Wie gut, dass es Brother Stickmaschinen gibt, die die Stichdichte verändern können. Mit der Grössenänderung, aber auch ohne. Wie das geht, könnt ihr jetzt auf www.naehratgeber.de nachlesen. Wir haben verschiedene Dateien von @embroiderylibrary und @urbanthreadsemb verändert und gestickt, um euch zu zeigen, was da so geht und was nicht.
Schaut doch gleich mal nach, ob eure Stickmaschine das auch kann.
#stickmaschine #nähpark #stickmuster #sticktipps
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Stichdichte verändern - das kann ein Gamechanger sein, aber auch ein Risiko!
Aber: Wer nicht wagt, stickt immer das Gleiche. Wie gut, dass es Brother Stickmaschinen gibt, die die Stichdichte verändern können. Mit der Grössenänderung, aber auch ohne. Wie das geht, könnt ihr jetzt auf www.naehratgeber.de nachlesen. Wir haben verschiedene Dateien von @embroiderylibrary und @urbanthreadsemb verändert und gestickt, um euch zu zeigen, was da so geht und was nicht.
Schaut doch gleich mal nach, ob eure Stickmaschine das auch kann.
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