Eine Stickmaschine mit integrierten Schriften zu haben, ist eine praktische Sache. Mal eben ein Projekt personalisieren, perfekt für Geschenke oder Dinge, die immer wieder verschwinden.
Aber oft sieht man Schriftzüge, bei denen es zwischen dem ersten Großbuchstaben und dem restlichen Wort eine Lücke gibt. Woher kommt die und was kann man dagegen tun?
Wie entsteht die Lücke?
Beim Erstellen der Dateien für integrierte Schriften wird auch der Abstand zum nächsten Buchstaben definiert, genauso wie auch die Positionierung. Ein kleines P oder Q muss ja tiefer stehen. Zusätzlich zur Stickerei an sich enthalten diese Dateien also Informationen zu den Abständen rundherum.
Hier sehen Sie eine selbst erstellte Tastatur-Stickmusterkollektion, die wir mit der Bernina Designer Plus V9 erstellt haben. Wir haben einen Abstand von 10% Prozent der Höhe festgelegt. In einer Sticksoftware kann man die Abstände ja aber relativ einfach verändern. Die roten Striche markieren die äußeren Kanten der Buchstaben. Dort wird der Abstand mit 10% hinzugefügt. Je nach Form des Buchstabens kann das später anders wirken.
Gut erkennt man diese Begrenzungen aber eben an der Position in der Höhe. Der Software muss quasi beim Erstellen der Schrift mitgeteilt werden, wo auf der Grundlinie sich der Buchstabe befinden muss, dass es für uns am Ende nach einer lesbaren Schrift aussieht.
Die Lücke entsteht dann, wenn die Groß- und Kleinbuchstaben mit verschiedenen Abständen erstellt wurden. Gerade bei sehr geschwungenen Schriften ist das oft der Fall.
Daher kann es auch sein, dass in Ihrer Stickmaschine die eine Schrift gut aussieht, eine andere dagegen nicht.
Aber wie bekommt man den Anfangsbuchstaben ohne Sticksoftware an das Wort?
Manche Stickmaschinen bieten ja die Möglichkeit, die Abstände zwischen den Buchstaben zu vergrößern oder zu verkleinern.
Allerdings geschieht das immer bei allen Buchstaben gleich.
Der Trick:
Das Wort in zwei Teilen laden
Der Anfangsbuchstabe und auch alle anderen Buchstaben, die nicht so rechts ins Bild passen, lassen sich ganz einfach anordnen, wenn das Wort nicht komplett geladen wird. Das ist zwar ein bisschen mehr Arbeit, aber sieht am Ende einfach besser aus und hilft, solange noch keine Sticksoftware vorhanden ist.
Das geht natürlich bei jeder Stickmaschine etwas anders, aber möglich ist das getrennte Laden bei den meisten aktuellen Stickmaschinen, sofern sie über ein Display verfügen. Sollten Sie Probleme haben, kommentieren sie gerne mit dem genauen Modell, dann können wir die Schritte notieren.
Wir verwenden in unserem Beispiel die Janome MC 1000, eine eher kleine Näh- und Stickkombination.
Hier der Schriftzug, wie man ihn normalerweise eintippen und laden würde.
Stattdessen laden wir jetzt im ersten Durchgang nur den Anfangsbuchstaben.
Bei der Janome lädt man ein weiteres Stickmuster dazu, indem man unten auf das Haus tippt und dadurch öffnet sich dieses Fenster. Dort wählt man die Schriften (A) und kann dann ein weiteres Wort eingeben. Achten Sie darauf, die gleiche Schriftart und -größe zu verwenden.
Bei den meisten Stickmaschinen wird ein neues Motiv in die Mitte geladen (anders bei Pfaff und Husqvarna Viking, da werden weitere Motive nach rechts unten versetzt geladen).
Um auf der exakt gleichen Höhen zu bleiben, ist es am sichersten, jetzt die Kleinbuchstaben nur mit den Pfeiltasten nach rechts zu schieben. Sie sind ja durch das gemeinsame Laden verbunden.
Wir wollten den Text aber nicht in die Mitte sticken, also verschieben wir die beiden Elemente mit dem Stylus frei an den gewünschten Platz. Dann vergrößern wir die Ansicht und schieben die Teile mit den Pfeiltasten so lange hin und her, bis es uns gefällt.
Und schon ist die Lücke zwischen Anfangsbuchstaben und Wort Geschichte!
Die gleiche Technik verwenden Sie auch, wenn tiefstehende Buchstaben wie y, p oder q aus der Reihe tanzen. Dann muss das Wort vielleicht in noch mehr Teile zerlegt werden, aber Sie haben ja gesehen, dass das gar nicht so kompliziert ist.

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