Es darf mal wieder Sticken getestet werden in der Redaktion – aber nicht nur! Die Janome MC 1000 ist eine kombinierte Näh- und Stickmaschine und ergänzt das Janome-Sortiment im unteren Preissegment. Sie ist somit aktuell die günstigste Kombimaschine von Janome. Das Pendant dazu ist die MC 100E, sie ist dann die Einsteiger-Stickmaschine. Alles, was wir hier in Sachen Sticken ansprechen, funktioniert dort genau so.
Und wie sonst auch, wird sich nicht erst groß was für die Testmaschine überlegt, sondern einfach mit dem weiter gearbeitet, was eh grad auf dem Tisch liegt. Das ging bei der MC 1000 ganz fix, wir haben die Overlock und die Cover zur Seite geschoben und die Janome als Stickmaschine aufgebaut. Also einfach hingestellt, denn der Stickarm ist fest montiert. Braucht man ihn nicht, wird er an die Maschine geklappt. Will man Sticken, klappt man ihn nach hinten aus. Zusätzlich zum Stickarm muss kein Platz einkalkuliert werden, der Stickrahmem steht nach vorne. So hat die kleine Janome auf unserer 60 cm Küchenarbeitsplatte noch gut Platz.
Das Sticken an sich ging uns gut von der Hand, das Problem war eher (mal wieder) das Übertragen. Auch bei der MC 1000 möchte die Maschine erst mal einen Ordner auf dem Stick anlegen.
Man muss also jeden USB-Stick, ehe man ein Muster drauf lädt, erst mal in die Maschine stecken. Dadurch entsteht auf dem Stick ein Ordner EMB. Darin dann noch ein Ordner Embf.
Hier sieht man eine Datei, die sich vorher bereits auf dem Stick befand, diese wird in der Maschine so nicht angezeigt. Man muss sie erst in den Unterordner „Embf“ verschieben.
Aber sobald das erledigt ist, kann es losgehen. Und die MC 1000 stickt brav vor sich hin.
Unterfaden leer
Die Janome hat einen Ober- und Unterfadenwächter und der meldet brav, wenn es knapp wird:
Das ist die Restmenge, wenn die Meldung kommt. Will man damit noch ein paar Stiche sticken, muss man erst schnell im Setup Menü den Fadenwächter abschalten, die Maschine stickt sonst keinen Stich mehr.
Praktischerweise kann man vom zweiten Garnrollenhalter spulen, muss also nicht ausfädeln, sofern weiteres Garn vorhanden ist. Der Spuler schaltet allerdings nicht ab, wenn die Spule voll ist, sondern dreht durch. Ein integrierter Timer schützt die Maschine aber vor Schäden, laut Anleitung geht er nach 90 Sekunden aus.
Nicht nachgedacht
Tja, im Eifer des Gefechts haben wir nicht geprüft, ob die Janome auch während des Stickens Spulen kann und den Spuler gestartet, während die Maschine gestickt hat. Das hatte eine sofortige Blockade zur Folge. In der Bedienungsanleitung steht aber ausdrücklich, dass der Spuler nicht bewegt werden darf, während die Maschine läuft. Also definitiv unser Fehler.
Die Meldung lässt sich dann nicht wegdrücken, es bleibt wirklich nur der Neustart. Dabei muss man den Stickrahmen entfernen. Wir schneiden also die Fäden mit der Schere und starten neu.
Sticken auf Organza
Und im Anschluss gleich das Muster, für das wir den Unterfaden spulen wollten:
Die Stickdatei gehört zum Herzensprojekt 2025 und wir haben sie in einem Insta-Live gestickt. Auf zwei Lagen Organza mit Mettler Polysheen Multicolor. Links die Oberseite, rechts die Rückseite. Das Stichbild der Janome kann sich wirklich sehen lassen, ohne weitere Einstellungen und mit der normalen Sticknadel. Als Vlies haben wir Madeira Avalon Plus verwendet, das muss dann noch ausgewaschen werden.
Heftrahmen
Wir wollten Filz mit fast 4 mm Stärke besticken, dass selbst bei diesem praktischen Stickrahmen mit Schnellspannschraube nichts mehr mit Einspannen. Aber das muss ja gar nicht sein.
Wir spannen Reißvlies ein und wählen an der Janome den Heftrahmen aus.
Uns reicht einmal heften um das Motiv, mit dem Symbol darunter würde die Maschine erst innerhalb des Motivs und dann um das Motiv herum heften. Schon ist der Filz auf dem Vlies befestigt. Falls Sie mal im PDF etwas zum Thema Heften suchen: Bei Janome heißt die Funktion „Umriss“.
Farbvorschau
Das Display der MC 1000 ist ja doch relativ klein. Reicht es uns, die richtigen Farben auszusuchen? Das wird sicher auf das Motiv ankommen, aber im Moment ja.
Über diesen Button kann man direkt nach der Auswahl des Musters von der Vollansicht auf die Einzelansicht wechseln, es wird also alles ausgegraut, was gerade nicht dran ist. Dazu hat man ja noch die Farbansicht rechts im Display.
Die Farben dort werden angeglichen, wenn man nicht zufällig ein Stickmuster hat, das mit einer der enthaltenen Farblisten erstellt wurde. Da wir ohnehin mit verschiedenen Herstellern sticken, nutzen wir nie integrierte Farbtabellen.
Embroidery Editor
Auf der Homepage von Janome kann man sich eine einfache Softwareversion zur Maschine herunterladen, den Embroidery Editor.
Hier geht´s zum Download: KLICK.
Es geht aber auch gut direkt an der Janome MC 1000, auch mit Hilfe der vergrößerten Ansicht. Denn der Embroidery Editor ist nur für Windows geeignet, nicht für Mac oder Tablets.
Man kann auch im Bearbeitungsmodus die einzelnen Farben durchblättern (und ändern), das hilft ebenso bei der Auswahl der Farben.
Dabei ist uns aufgefallen, dass sie jetzt, im Gegensatz zu den bisherigen Stickereien, den Anfangsfaden nicht mehr nach unten zieht. Zumindest bei den normalen Stickgarnen nicht, bei den nachtleuchtenden Garnen schon. Der Filz scheint also den Oberfaden etwas zu bremsen. Wir mussten auch mit der Oberfadenspannung noch etwas unter drei (Standard), also scheint es wirklich am Filz zu liegen. Wir schneiden die Anfangsfäden beim Farbwechsel ab, eingestickt hat sie sie bei unseren Motiven bis jetzt glücklicherweise nicht.
Und da wir mit vielen verschiedenen Farben sticken, ist uns bei der Spulenhalterung noch etwas aufgefallen:
Der Halter hinten ist knapp bemessen, manche Brildor-Minikingspulen haben nicht mehr rein gepasst und waren dann leicht schräg aufgesteckt. Sticken ging trotzdem, die kleine Ablaufscheibe hat noch drauf gepasst.
Optional gäbe es noch einen Halter für zwei oder für fünf Konen, den würden wir zum Sticken auf jeden Fall empfehlen. Da wir zum Aufspulen des Unterfadens jedoch ohnehin den Konenhalter von Prym benötigen, bleibt der erst mal hinter der Maschine stehen.
Stickbereich
Jetzt war es für uns dann wirklich mal Zeit, mit der MC 1000 zu nähen, da wir ein paar Knopflöcher brauchten. Wir sticken die ja ganz gern, aber zum einen wollen wir ja auch die Nähfunktion testen und zum anderen passt die Knopfleiste nicht komplett in den Stickbereich.
Im Podcast hatten wir ja angekündigt, dass wir das Thema Stickbereich über den Testzeitraum hin beobachten wollen. Wie oft kommt es vor, dass wir mit 13 x 18 statt 14 x 14 weiter kommen würden?
Die Alternative von Brother mit 13 x 18 und einen Farbtouchdisplay wäre die F580, die preislich ja doch um einiges höher liegt. Die Pfaff Creative Ambition 640 wäre günstiger, mit noch mehr Stickfläche, hat aber kein Farbtouchdisplay.
Die Knopfleiste hätten wir mit der F580 am Stück sticken können, sie wäre 17 cm lang. Das Herz und die Flügel haben bei der MC 1000 gepasst. Bei den Katzen war es unterschiedlich. Wir haben die Motive schon vor längerer Zeit gekauft und sie passend zum 13 x 18er Stickbereich ausgesucht. Die rechteckigen Motive gingen dann nicht mit der Janome, die eher quadratischen schon. Bei der weiteren Suche bei Urban Threads haben wir festgestellt: Die Auswahl war etwas eingeschränkt, ja. Aber mit einem Stickbereich von 10 x 10 cm hätten wir gar keins der gewünschten Motive sticken können.
Daher bleiben wir bei der Aussage, die wir auch im Podcast gemacht haben: Am besten schaut man sich mal um, was man so sticken möchte und achtet dabei auf die genauen Abmessungen der Stickmuster. Das ist bei Urban Threads gut gelöst, hier stehen die Maße des Musters, nicht nur der geeignete Rahmen. Zur Podcastfolge gelangen Sie am Ende des Beitrags.
Stickarm parken
Aber nun erst mal genug gestickt, im zweiten Teil soll es mit Nähen weiter gehen, aber dazu müssen wir „umbauen“. Der Stickarm wird dann geparkt.
Es öffnet sich ein Fenster, dort wählt man das Symbol links unten und bestätigt das Pop-up mit OK.
Dadurch fährt der Stickarm in die Position, in der man rechts außen den Hebel drücken kann, um ihn an die Maschine zu klappen.
Im Anschluss muss man dann noch den Umbau vornehmen: Spulenkapsel, Stichplatte und Nähfuß tauschen. Geht alles gut von der Hand, alleine schon, weil man die Stichplatte nicht schrauben muss. Sie wird nur ausgehebelt und beim Einsetzen von einem Magneten angezogen.
Für den Nähfußwechseln empfehlen wir einen Kreuzschlitzschraubendreher. Mit dem mitgelieferten Schlitzschraubendreher rutscht man zu schnell ab und muss immer wieder neu ansetzen.
Dann kann es also jetzt mit dem Nähen weiter gehen. Mehr dazu im nächsten Teil des Testberichts.

Janome MC 1000 und MC 100E

JANOME MC 550E im Test bei der Redaktion
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2 Antworten auf „Janome MC 1000 – erster Eindruck“
Das ist eine wunderbare Maschine. Ich bin sehr interessiert. Ich überlege schon länger eine Stick oder eine Kombimaschine anzuschaffen. Aber sie sind mir definitiv zu teuer von daher würde Diane definitiv für mich infrage kommen.
Könntest du mir noch sagen ob sie gut Leder näht? Ich nähe sehr gerne Lederpuschen für die Kinder. Und desweiteren interessiert mich, wie viele Schichten Jeans sie unproblematisch verarbeitet?
Hallo!
Wir testen Jeans und Leder noch und fügen es im letzten Testbericht mit ein.
Viele Grüße,
das nähRatgeber-Team