Jeans kürzen mit Originalsaum, Schere

Jeans kürzen mit Originalsaum

Selbst wenn man schon Bekleidung näht, sind Jeans eben doch noch mal was anderers und man kauft sie doch. Und dann sind sie oft noch zu lang. Wir zeigen hier, wie man eine gekaufte Jeans mit dem Originalsaum kürzt.

Warum mit dem Originalsaum kürzen?

Zum typischen Erscheinungsbild der Jeans gehört bei vielen Farben der abgestoßene Saum, an dem sich an den Falten die Farbe auswäscht. Wenn Ihre Jeans durchgefärbt ist oder Sie diese Optik nicht brauchen, können Sie auch eine Jeans ganz normal kürzen und brauchen diese Anleitung dann nicht.

Selbst Jeans mit abgestoßenen Saum können normal gekürzt werden, denn nach ein paar Wäschen wird diese Optik wieder auftreten. Mit Originalsaum geht es also einfach nur schneller und Sie können die Jeans direkt tragen.

Nur bei geradem Bein

Allerdings braucht die Jeans dazu ein gerades Bein. Haben Sie eine Schlag-Jeans oder eine starke Karottenform, ist der Originalsaum nach dem Kürzen zu weit oder zu eng. 

Benötigtes Material:

  • Nähmaschine – Bei der äußeren Saumkante kommen schon einige Lagen zusammen, das kann für manche Nähmaschinen schwierig werden. Wir werden im Beitrag ein paar Hinweise dazu geben, wie man auch über diese Stellen kommt.
  • Nähgarn – Zum Kürzen an sich reicht normales Nähgarn bei Jeans in Standard-Schnitten. Für eng sitzende Röhren sollte ein strapazierfähiges Nähgarn verwendet werden wie Mettler Seraflex. Zum Absteppen sieht dickeres Nähgarn gut aus. Am leichtesten lässt sich Gütermann Denim No. 50 verarbeiten, das wird auch in der Industrie für Jeans genutzt und kann auch als Unterfaden gut verwendet werden.

Länge bestimmen

Beim Abstecken ist man am besten zu zweit, denn dann kann man gerade stehen und die Hose zurechtziehen.

Der Hosensaum wird nach außen umgeschlagen und festgesteckt.

Sind Sie alleine, stecken Sie einfach mal um, laufen ein paar Schritte und stellen sich dann vor dem Spiegel zur Kontrolle. Dann bei Bedarf weiter umschlagen oder rauslassen.

Messen Sie jetzt von der umgeschlagenen Kante bis zur Originalsaumkante und notieren Sie diesen Wert. Bei uns sind es 6,5 cm.

Saum zum Kürzen stecken

Schlagen Sie den Saum wieder nach unten.

Zum Nähen wird die Hose neu umgeschlagen. Und zwar so, dass von der umgeschlagenen Kante bis zur inneren Kante des Originalsaums die Hälfte des vorher gemessenen Betrags erreicht wird. Bei uns als 3,25 cm.

Somit wird die Länge der Hose um 2 x 3,25 cm gekürzt, also 6,5 cm.

Oft sieht man hier, dass der halbe Wert über den ganzen Umschlag gemessen wird und bei so einem schmalen Saum kommt es auf den einen Zentimeter oft nicht an. Aber bei breiteren Säumen kann die Jeans am Ende doch zu kurz sein.

Stecken Sie den Umschlag mit ein paar Stecknadeln fest und achten Sie darauf, dass die Seitennähte exakt aufeinander liegen.

Jeans abnähen

Am besten nähen Sie über den Freiarm Ihrer Nähmaschine. Wenn diese keinen Freiarm hat, drehen Sie die Jeans auf links, so wie hier gezeigt: Wie säumt man einen kleinen Ärmel ohne Freiarm?

Ziel ist es, diese Naht so nah wie möglich an die innere Saumkante zu setzen. Das geht je nach Modell mit bestimmten Nähfüßen leichter. Wir nähen hier zum Beispiel mit einem Schmalkantenfuß. Die Feder in der Mitte dient als Führung und die Nadel steht mittig genau dahinter.

Es geht aber auch mit einem Reißverschlussfuß, wie er bei vielen Nähmaschinen im Standardlieferumfang enthalten ist.

Die Stichlänge sollte zwischen 2 und 3 mm betragen.

Die innere Beinnaht ist bei Kaufjeans in der Regel die schwierigste Stelle, weil hier viele Lagen aufeinander treffen.

Damit die Nähmaschine gut über die Stufe kommt, kann eine Hebamme helfen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten des Höhenausgleiches, diese zeigen wir auch hier: Wofür braucht man beim Nähen eine Hebamme?

Verschiedene Möglichkeiten nach dem Abnähen

Wie Sie jetzt weiterarbeiten, bleibt ihnen überlassen, wir haben uns für die „saubere“ Variante entschieden, die etwas mehr Arbeit macht. Aber erst die „schnellen“ Varianten:

Schlagen Sie den abgenähten Teil nach innen.

Hier kann man die Naht noch erahnen. Beim Tragen ist der Übergang nicht mehr zu sehen. Bügeln sie die Naht gut aus.

Wenn Sie die Hose eventuell später doch wieder länger tragen möchten, können Sie den nach innen geschlagenen Teil in den Seitennähten nur mit ein paar Stichen fixieren.

Überschuss kürzen

Bleibt die Jeans so, kann der Überschluss jetzt weggeschnitten werden. Dafür von unten her mit der Schere einschneiden und dann entlang der Naht schneiden. Der verbleibende Stoff sollte für die saubere Variante schmaler sein als der Originalsaum.

Auch hier gibt es wieder zwei Varianten der Weiterverarbeitung:

Sie können die Stoffkanten mit einen Zickzackstich oder der Overlock versäubern und nach oben bügeln.

Dann wäre der Saum jetzt schon fertig. Diese Technik sollten Sie allerdings nur anwenden, wenn Sie die Jeans später nicht nach oben umgeschlagen tragen wollen. Denn dann würde man die Versäuberung sehen.

„Saubere“ Variante

Da wir Jeans gerne umschlagen, machen wir uns jetzt ein bisschen mehr Arbeit und trennen den Originalsaum auf.

Je nach Verarbeitung der Jeans geht das mehr oder weniger schnell. Am liebsten sind uns hier Kettnähte, die man ja schnell auftrennen kann, wenn man die richtige Stelle gefunden hat: Covernaht auftrennen.

Aber auch mit normalem Geradstich ist das machbar und hier ist schon alles aufgetrennt.

Dann wird der gekürzte Überstand in den Originalsaum geschlagen.

So, dass der Originalsaum die Schnittkante verdeckt.

Am besten befestigen Sie den Saum mit Stoffclipsen und arbeiten Sie hier ordentlich, sonst kann es beim Nähen passieren, dass die Stoffkante nicht erfasst wird. Ist der Überstand noch zu breit, kürzen Sie ihn. Vor allem an den Seitennähten kann es noch zu viel Material sein.

Probenaht und Einstellungen

Während das Kürzen an sich meist mit den Standardeinstellungen gemacht werden kann, braucht es für das schöne Absteppen schon mal eine Probenaht und ein paar Anpassungen. Verwenden Sie dafür das abgeschnittene Stück und nähen Sie die Probenaht auch über die Seitennähte.

Wir nähen die Steppnaht mit Madeira Aerofil No. 35 und haben dafür die Oberfadenspannung erhöht. Die Stichlänge sollte ebenfalls erhöht werden.

Nähen Sie die Absteppnaht genau auf der vorher aufgetrennten Naht. Über die Seitennähte sollten Sie auf jeden Fall mit einer Hebamme arbeiten. Hat Ihre Nähmaschine Probleme mit den vielen Lagen, erhöhen Sie den Nähfußdruck und nutzen Sie für den Übergang das Handrad.

Dann ist die Jeans gekürzt und die Schnittkante schön verdeckt.

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7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaff
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Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
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