Smoken Kleid Sommerkleid Nähanleitung

Minnai DIY: Smoken Grundlagen und Anwendung

Smoken ist eine Technik, um einen Stoff zu raffen und einem unelastischen Stoff Elastizität zu verleihen. Smoknähte finden sich an Oberteilen, Rückenpartien, aber auch als Rock-/Hosenbund oder Arm- und Beinabschlüsse.

Hierfür gibt es verschiedene Techniken.

Beim Smoken mit der Nähmaschine liegt der elastische Nähfaden auf der linken Stoffseite und der Oberfaden bildet Schlaufen um diesen.

Nutze hier immer einen hochwertigen elastischen Nähfaden, damit du noch viel Freude an deinem Projekt hast.

Es werden mehrere Smoknähte in gleichmäßigem Abstand nebeneinander gesetzt, wodurch der Bereich der Elastizität bestimmt werden kann.

Wie stark ein Bereich gesmokt wird, ist abhängig von der Stoffqualität (Gewicht, Struktur, Dicke), der Nähmaschine und dem Gummiband.

Man geht davon aus, dass sich der zu smokende Bereich etwa um die Hälfte reduziert, sodass hier die doppelte Breite an Material benötigt wird. Wie oben beschrieben ist dies von verschiedenen Parametern abhängig, sodass zuvor immer eine Stoffprobe angefertigt werden sollte. Dein Schnittteil sollte sich mindestens auf 2/3 der ursprünglichen Breite raffen lassen damit du ausreichend Elastizität erhältst. Besser ist jedoch die Hälfte der ursprünglichen Breite.

Die Smoknähte müssen unbedingt gut gesichert werden, da sie sich schnell lösen. Zum Beispiel durch mehrfaches Verknoten der Enden auf der linken Stoffseite.

Für eine optimale Naht liegt das Gummiband gerade auf der linken Warenseite und der Oberfaden zieht anliegende Schlaufen um diesen.

Variante 1: Unterfadenspule

Bei dieser Technik kann der Gummifaden direkt aufgenäht werden und es ergibt sich ein sauberes und gleichmäßiges Stichbild bei optimaler Fadenspannung.

Wickle den elastischen Nähfaden von Hand gleichmäßig und ohne Dehnung auf die Unterfadenspule auf und lege sie ganz normal ein. Stelle die Oberfadenspannung locker ein. Bei meiner Juki DX7 habe ich mit der ‚Auto‘-Funktion das beste Ergebnis erzielt.

Ich empfehle, jede Naht neu anzusetzen und jeweils zu überprüfen, ob ausreichend elastischer Nähfaden vorhanden ist.

Die Smoknähte werden in gleichmäßigen Abständen untereinander gesetzt. Hierfür kannst du dir die Abstände (1-2 cm) mit Kreide auf der rechten Warenseite markieren oder dich an deiner Stichplatte orientieren. Auch der Nähfuß kann ein guter Abstandshalter sein.

Es kann aufgrund des Gummibands nicht automatisch verriegelt werden, daher benötigst du ausreichend Garn am Anfang und Ende (ca. 5 cm), um es manuell zum Beispiel durch einen Knoten zu sichern.

Beginne mit dem Nähen und verknote beide Enden nach ein paar Stichen miteinander. Genäht wird mit einem Geradstich und ich empfehle eine große Stichlänge (bei mir 5,0). Sichere die Naht auch am Ende.

Das Material beginnt sich zusammenzuziehen und muss daher während des Nähens glattgezogen werden.

Unbedingt immer bis in die komplette Seitennaht nähen, damit abschließend beim Schließen der Seitennaht die elastischen Fäden gesichert werden können.

Vorderseite

Rückseite

Variante 2: Zick-Zack-Stich

Manche Nähmaschinen, bei denen die Unterfadenspule direkt eingesetzt wird (daher nicht in einer Spulenkapsel von unten), haben Probleme mit der ersten Technik. Diese Variante ist etwas aufwendiger und auf der rechten Seite ist statt einem Geradstich ein Zick-Zack-Stich erkennbar.

Stelle die Oberfadenspannung auf den normalen Bereich (meist 4). Ober- und Unterfaden sind normales Nähgarn in der passenden Farbe.

Markiere dir auf der linken Stoffseite die Positionen deines Gummibands. Positioniere dein Gummiband genau auf deiner Markierung auf der linken Seite. Verriegele den Anfang des Gummibands innerhalb der Nahtzugabe (zum Beispiel mit einem Zick-Zack-Stich mit Breite 2 und Länge 0).

Wähle einen Zick-Zack-Stich. Dieser sollte breiter sein als dein elastischer Nähfaden damit du in diesen nicht hinein nähst. Zu Beginn kannst du daher auch etwas großzügiger sein und mit mehr Übung immer kleiner werden. Für den Gummifaden von 0,5 mm habe ich eine Stichbreite und -länge von 2,0 gewählt.

Positioniere dein Nähfüßchen mittig auf dem Gummifaden und nähe langsam die Strecke ab bis in die Nahtzugabe. Die Nadel darf den Gummi nicht treffen!

Ziehe am Gummifaden bis die gewünschte Endbreite erreicht ist und vernähe das Ende gut mit Hand.

Alternativ kannst du bei kurzen Strecken auch erst den Zick-Zack-Stich nähen und dann den Gummifaden mit einer stumpfen Nadel einziehen.

Sommerkleid mit gesmoktem Oberteil und Futter

Jetzt wird eine der Techniken gleich mal für ein Kleid verwendet:

Materialien

  • Webware, wie Baumwolle (Bitte vorwaschen, bügeln und ggf. jedes Schnittteil zuvor versäubern) und ggf. Vlieseinlage für die Träger
  • elastischer Nähfaden (Gummifaden, rund 0,5-1 mm Durchmesser)
  • passendes Nähgarn als Oberfaden, ggf. Unterfaden je nach Technik
  • Nähmaschine, ggf. Overlock

Schnittteile für das Sommerkleid

Je nach Größe musst du hier ein Vorder- und ein Rückteil zuschneiden, wenn deine Stoffbreite nicht ausreicht – bitte beachte hier die Nahtzugabe.

Oberteil zum vollständigen Smoken

  • 1x Oberstoff
  • 1x Futterstoff

Breite: 2 ∙ Brustumfang + 2 x 1 cm Nahtzugabe

Höhe: Wunschlänge + 2 x 1 cm Nahtzugabe

Rockteil

  • 1x Oberstoff
  • 1x Futterstoff

Breite: Breite des Oberteils (inkl. Nahtzugabe)

Höhe: Wunschlänge + 2 x 1 cm Nahtzugabe

Volant zum Raffen

  • 1x Oberstoff

Breite: 1,5 x Breite des Rockteils

Höhe: 1/3 x Höhe des Rockteils + 1 cm Nahtzugabe + 3 cm Saumzugabe

Träger zum Knoten

  • 2x Oberstoff ggf. mit passender Gewebeeinlage verstärkt

Breite: 2 x Wunschendbreite + 2 x Nahtzugabe

Länge: individuell bestimmen, etwa 20 – 40 cm

Verarbeitung

Das gesmokte Oberteil

Verstürze das Oberteil mit dem Futter an der oberen Naht. Möglich ist es hier auch Spitze oder andere dekorative Abschlüsse einzuarbeiten.

Wende das Oberteil und bügle die Naht gut aus. Stecke dir die Seiten gut, damit beide Stoffteile aufeinander liegen und nicht verrutschen. Fixiere sie dir ggf. mit einer großen Stichlänge in der Seitennaht.

Smoke das Oberteil mit beiden Stofflagen.

Schließe die Seitennaht und sichere zusätzlich die Smoknähte jeweils innerhalb der Nahtzugabe mit einem Gerad-/Zickzackstich oder der Overlock.

Lege die Nahtzugabe auseinander und fixiere diese am oberen Rand mit ein paar Stichen.

Der Rock

Schließe die Seitennaht vom Rockteil aus Ober- und Futterstoff und stecke das Rockteil aus Oberstoff rechts auf rechts an das Oberteil und den Futterrock rechts auf links an das Oberteil. Das Oberteil liegt zwischen beiden Röcken. Nähe die Rockteile mit einem Geradstich fest. Säume den Futterrock.

Der Volant

Schließe die Seitennaht des Volants und säume den Abschluss. Diesen kannst du auch einfassen oder mit Spitze verzieren. Raffe den Volant an der oberen Kante auf die Breite des Rockteils und nähe diesen rechts auf rechts an den Rock aus Oberstoff an.

Die Träger

Je nach Material empfiehlt es sich diese mit einer farblich passenden Gewebeeinlage zu verstärken.

Schmale Träger kannst du ähnlich wie Schrägband verarbeiten. Falte die Träger in der Länge mittig links auf links und bügelst die Kante gut. Schlage dann die langen Kanten links auf links zur Mitte und bügle diese ebenfalls. Nun faltest du den Träger ein, indem du die langen Seiten zur Mitte legst und dann zusätzlich mittig faltest. Wenn deine Kanten gut gebügelt sind, kannst du deinen Träger nun absteppen. Hier bietet sich auch eine Ziernaht an. Den Abschluss kann man doppelt einschlagen und absteppen. Auf sehr schmale Träger kann man gut Perlen aufziehen und diese mit einem kleinen Knoten sichern.

Bei breiteren Trägern kannst du diese in der Länge mittig rechts auf rechts falten und die lange Seite zusammennähen. Lege die Naht mittig und bügle die Nahtzugabe auseinander. Nun kannst du die Enden schräg abnähen. Schneide die Nahtzugabe an den Ecken zurück, wende den Träger und forme das Ende gut aus.

Das andere Ende schlägst du um deine Nahtzugabe nach Innen ein und fixierst diese (Stecknadeln oder absteppen). Verfahre mit den anderen Trägern genauso.

Stecke deine Träger von innen an das Oberteil und nähe sie fest. Am Besten testest du die Position und Länge zuvor bei der Anprobe.

Du kannst ebenso normale oder verstellbare Träger nutzen und auch trägerlos ist das Kleid perfekt für den Sommer.

Kann ich schummeln?

Jein. Mit jeder Schummelei können sich Fehler einschleichen und gerade beim ersten Austesten solltest du dich an die Empfehlungen halten.

1. Je nachdem wie groß die Fläche zum Smoken ist, kann man bedingt etwas Material einsparen

Hier am Beispiel mit dem elastischen Faden in der Unterfadenspule.

In Schlaufen nähen statt den elastischen Faden an den Enden trennen. Hierbei am Ende Nadel und Fuß anheben, den Stoff drehen und weiternähen. Hier kann sich deine Nahtzugabe ungünstig zusammenziehen,

2. Der elastische Faden ist mitten in der Strecke alle.

Ziehe den Oberfaden auf die linke Stoffseite und verknote diesen gut mit dem Gummifaden. Setze die neue Naht direkt am Knoten an. Denke daran ausreichend Anfangsfaden zu lassen, um diesen dann gut auf der linken Stoffseite zu verknoten.

3. Das Teil ist noch zu breit

Den elastischen Faden kannst du im Anschluss noch etwas ziehen, um die Strecke mehr zu raffen. Aber Vorsicht: Die Elastizität kann darunter leiden und der elastische Faden schnell reißen.

4. Das Material lässt sich nicht auf meine Wunschbreite smoken

Wähle eine andere Technik oder schneide dein Rechteck bei ausreichender Elastizität auf deine Wunschbreite zu nach dem Smoken. Aber Vorsicht: Sichere deine Smoknähte vorher ausreichend in deiner neuen Nahtzugabe.

Viel Freude beim Nähen!

Jenny von Minnai_DIY

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2 days ago

Nähstiche mit einer Sticksoftware zu erstellen - das liegt nicht gerade nahe. Vor allem, wenn man gar keine Stickmaschine hat. Mareike hat das nicht abgehalten, sich mit MySewnet zu beschäftigen und daher gibt es jetzt auf www.naehratgeber.de einen dritten Teil zum Thema der Sticherstellung mit MySewnet für Pfaff.
Nicht gerade einfach, aber für komplexe Stiche einfacher als mit dem Stichdesigner an der Pfaff Expression 720, finden wir und Mareike auch.
@mareike_b_naehreike
#pfaff #nähmaschine #nähstich #zierstich #nähratgeber #nähpark #mysewnet @mysewnet @pfaffeu
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Nähstiche mit einer Sticksoftware zu erstellen - das liegt nicht gerade nahe. Vor allem, wenn man gar keine Stickmaschine hat. Mareike hat das nicht abgehalten, sich mit MySewnet zu beschäftigen und daher gibt es jetzt auf www.naehratgeber.de einen dritten Teil zum Thema der Sticherstellung mit MySewnet für Pfaff. 
Nicht gerade einfach, aber für komplexe Stiche einfacher als mit dem Stichdesigner an der Pfaff Expression 720, finden wir und Mareike auch.
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Nähstiche mit einer Sticksoftware zu erstellen - das liegt nicht gerade nahe. Vor allem, wenn man gar keine Stickmaschine hat. Mareike hat das nicht abgehalten, sich mit MySewnet zu beschäftigen und daher gibt es jetzt auf www.naehratgeber.de einen dritten Teil zum Thema der Sticherstellung mit MySewnet für Pfaff.
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Teil 2 des nähPark Herzensprojekt ist am Start! Diese Woche dreht sich alles um Cutwork - Schneiden mit der Stickmaschine! Schon mal gehört? Das ist gar nicht so schwer und geht mit jeder Stickmaschine. Auf www.naehratgeber.de findet ihr alle Infos und mit der Stickmusterserie zum #naehparkherzensprojekt bekommt ihr ein Motiv zum Ausprobieren der Technik. Auf dem Youtubekanal des @naehpark findet ihr bereits ein Video und am Dienstag gibt es auf Instagram beim @naehpark wieder ein Live, bei dem ihr eure Fragen stellen könnt. Oder seid ihr schon Cutwork-Profis?
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@debra_austria
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