Nachhaltig sind wir dann, wenn wir unsere geliebte Kleidung so lange tragen, wie möglich, sie pflegen, reparieren und weitergeben können.
Vorbereitungen
Je nach Defekt franst und leiert der Rand häufig stark aus. Zum Flicken sollte der Bereich möglichst glatt liegen und fixiert sein. Hierzu steckst und bügelst du alles gut und schneidest die abstehenden Fäden zurück.
In der Regel wird ein Stück Stoff mit der rechten Seite oben unter den defekten Bereich gelegt. Hier kann ein farblich passendes Stück oder ein dekorativer Stoff genutzt werden. Bei Jeanshosen, die ggf. auch gekürzt werden müssen, kann man dann auch den Saum nutzen, aber es wird durch die 2 Lagen Denim recht fest. Alternativ ist Chambray in der typischen Denim Farbe eine gute Ergänzung, sowie Garn in der passenden Farbe.
Das Stoffstück zum Unterlegen sollte 1-1,5 cm größer als der Ausschnitt sein und gut versäubert werden. Zum Fixieren bieten sich hier Stecknadeln, Wonder Tape oder auch Saumfix in schmal an. Dann können mit einem Geradstich oder auch Zierstich beide Stofflagen verbunden werden.
1. Flicken wie Oma
Meine Oma hat zum Flicken immer einen farblich passenden Flicken unter das Loch gelegt und ist mit einem Zick Zack Stich mehrfach drüber hinweg gegangen. Bei dieser Variante sollte der Flicken möglichst nicht zu dick und fest sein, da durch das mehrfache drüber nähen der Bereich zusätzlich verstärkt und so sehr starr wird.
Ich habe hierfür die Standard Zick-Zack Einstellung übernommen und zusätzlich den Floating-Modus meiner Juki HZL-DX7 verwendet, damit sich bei dem Elasthan-Anteil nichts verzieht.
2. Schmaler Schlitz – Applikation
Ein schmaler Schlitz, Einriss oder Schnitt lässt sich meist glatt zusammenlegen, gut stecken und bügeln. Hier empfehle ich ein Stück Vlieseline H200 zum Fixieren auf die Rückseite aufzubügeln – achte dabei darauf, dass die rechte Seite mit bspw. Backpapier abgedeckt ist, falls doch Kleberückstände durch den Schlitz dringen.
3. Einriss – Motivstoff
4. Diagonaler Einriss – Negativ-Applikation
Hierfür zeichnest du dir eine Form deiner Wahl auf die rechte Stoffseite auf, sodass der Schlitz komplett innerhalb der Kontur liegt. Das Stoffstück zum Unterlegen sollte größer als der gewählte Ausschnitt und die Kanten gut versäubert sein.
Stecke alles gut und fixiere ggf. mit Wonder Tape oder Saumfix.
Steppe nun entlang deiner Markierung, sodass beide Stofflagen gut verbunden werden. Hier kannst du auch einen Zierstich wählen. Ich habe hier einen Geradstich mit der linken Nadelposition gewählt, um möglichst nah an der Markierung entlang zu nähen.
Schneide nun deine Form aus, aber ausschließlich die obere Stofflage und möglichst nah an deiner Naht. Ich empfehle 3 mm Nahtzugabe stehen zu lassen.
5. Ausgerissener Bereich – Nähmalen
6. Ausgefranster Bereich – Spitze
Dabei habe ich den Umriss grob gefasst, sodass sich der Denim Rand an vereinzelten Stellen aufrollt und die linke Seite zeigt.
Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Reparieren deiner Lieblingssachen.
Jenny studiert Bekleidungstechnik und näht auch gerne privat, aktuell auf einer Juki DX7 und einer Juki MO-2000.
Sie finden ihre Werke auf Instagram: Minnai_DIY

Jeans kürzen mit Originalsaum

Eine Antwort auf „Minnai_DIY: Jeanshosen flicken“
Sehr schöne Ideen, danke dafür! 🙂