Nähmaschine auf einem Tisch

Pfaff Creative Expression 750 – erster Eindruck

Die neue Expression-Serie hat uns schon bei der Ankunft sehr gut gefallen, aber ein Modell sticht aus den Dreien besonders hervor: Die CREATIVE Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann. Daher haben wir uns dieses Modell für den Testbericht ausgesucht, aber Sie können unsere Berichte auch dann verfolgen, wenn Sie nur nähen möchten. Denn das Modell 725 bietet die gleichen Funktionen im Nähbereich wie auch die 750.

Der Expression 725 fehlt neben dem Stickmodul lediglich die ActivStitch Technology. Diese Technik der Fadenzuteilung wird von der 750 zwar auch für einige Zierstiche genutzt, wirkt aber hauptsächlich in der Stickfunktion.

Also, nehmen Sie sich eine Tasse Kaffee und verfolgen Sie unsere Erlebnisse mit der Pfaff Creative Expression 750 – egal, ob Sie sich für die 715, 725 oder 750 interessieren. Vielleicht hilft Ihnen unser Testbericht bei der Entscheidung zwischen den drei Modellen. Wir versuchen, bei den verschiedenen Funktionen auf die Unterschiede hinzuweisen. Falls Sie am Ende noch Fragen haben, kommentieren Sie einfach unter diesem Beitrag.

Wie bei Pfaff üblich, kommt eine Näh-Stickkombination immer in zwei Paketen. Eines mit dem Stickmodul und passender Tasche, eines mit der Nähmaschine (Stoffhaube inklusive).

 


Kleiner Nachteil der hochtechnisierten Nähmaschinen: Beim ersten Mal kann man nicht direkt losnähen, weil sie erst ein paar Dinge wissen möchte.

Erstes Einrichten

Das muss man aber nicht alles eingeben, um nähen zu können. Beim Start fragt sie direkt nach der gewünschten Sprache, da haben wir natürlich Deutsch gewählt und sie startet neu. Die weiteren Punkte kann man auch überspringen und später nach Wunsch ergänzen.

Wir haben uns die Zeit genommen und ein bisschen rumgespielt, wie sie uns am besten gefällt.

Da wir später ja auch sticken möchten und dazu die Vault und die App nutzen wollen, haben wie sie auch gleich mit CREATIVATE ™ verbunden. Besser gesagt, wir haben es versucht. Aber man kann die Felder nicht antippen, um sie auszufüllen. Da wir mit verschiedenen Herstellern hier in der Redaktion immer wieder mal Probleme mit der Verbindung zum Wlan haben, haben wir uns auf den Weg nach einer Lösung begeben.

Der erste Versuch war gleich erfolgreich, wir haben statt des normalen Wlan-Zugangs das Gast-Wlan getestet und schon konnten wir uns anmelden.

Wir werden das mal weiter beobachten. Die Expression Serie kann ja problemlos per Wlan mit Updates versorgt werden und obwohl wir beim Einrichten bereits eines heruntergeladen und installiert hatten, hat sie am Nachmittag bereits das nächste Update angezeigt.

Aber jetzt wird erst mal genäht. Wir hatten zwar noch ein paar Kuschelkäfer zugeschnitten für die ersten Nähte, aber da lag noch die Bluse, die nur noch Knopflöcher und einen Saum brauchte.

Also Stickgarn aufgespult (mit Hilfe eines integrierten Videos), ein paar Probeknopflöcher genäht für die passende Form und Größe und dann ran an die Bluse!

Feuertaufe bestanden, könnte man sagen. Dann noch den Saum und danach ist noch genug Zeit für die Kuschelkäfer. Da kann man doch gleich mit Zierstichen spielen.

Beim erneuten Einschalten der 750 kam aber erst mal der Hinweis auf ein Update. Das haben wir doch wirklich gut erwischt, oder? Das Update am Morgen kam, weil wir die 750 ja zum ersten Mal eingeschaltet hatten. Kennt man ja vom neuen Smartphone. Das zweite wurde wohl zufällig an diesem Tag hochgeladen. Und es hat genau unser Problem behoben! Nach dem Update (das per Wlan wirklich viel leichter durchzuführen ist als mit einem Stick) haben wir uns vom Gast-Wlan und Creativate abgemeldet und beim normalen Wlan angemeldet. Auch dann hat die Anmeldung funktioniert.

Da haben wir dann auch direkt einen Blick in die Creativate-App geworfen.

Die hat sich seit dem Test mit dem Singer Momento ja ziemlich weiterentwickelt, was die Funktionen angeht. Das Sprach-Problem besteht aber wieder. Man kann davon ausgehen, dass alle neuen Elemente erst mal eine Zeit lang auf Englisch sind und erst nach und nach übersetzt werden. Wir wollten testweise mal schnell eine Datei an die Maschine senden, was aber nicht, wie man vermuten könnte, mit „Open & Edit“ funktioniert. Tipp man darauf, landet man bei der Online-Hilfe mit der Anleitung, wie man eine Datei öffnet. Richtig ist dann „Stickrahmen wählen“. Aber der größte Teil der App lässt ich intuitiv bedienen und so haben wir es doch relativ schnell geschafft, eines unserer Stickmuster an die 750 zu schicken. Gestickt wird heute aber noch nicht!

Bedienungsanleitung

Wir wollen ja noch die Käfer nähen und testen uns durch die Zierstiche. Da hatten wir ein paar Fragen, die uns die mitgelieferte Bedienungsanleitung leider nicht beantworten konnte. Mit 53 Seiten auch ziemlich kurz … aber da war ja noch die App!

Und siehe da, kaum hat man das Modell seinem Account zugeordnet, findet man in der App die Anleitung und auch das Design-Buch mit den enthaltenen Stickmustern. Allerdings gibt es in der App keine Such- oder Blätterfunktion, oder anderen Bearbeitungsmöglichkeiten, die man in PDF-Readern so findet. Aber auch daran wurde gedacht: Mit wenigen Klicks ist das Dokument in eine andere App übertragen, bei uns Goodnotes. Perfekt!

Dann kann es ja jetzt endlich mit den Käfern weiter gehen.

Einzelstichfunktion

Einer der Kuschelkäfer bekommt Körperringe mit einem eher kantigen Zierstich. Da ist ja oft das Problem, den schön in einer Kurve zu nähen. Dreht man den Stoff einfach so beim Nähen, wird der Stich unsauber. Dreht man nur ab und zu, wird die Linie kantig.

Dafür bietet die Expression 750 eine praktische Lösung: Die Stichwiederholung. Dort kann man ganz einfach auswählen, wie oft der Rapport wiederholt werden soll. Das stellt man auf 1 und die Nähmaschine hält nach jedem Rapport an. Je nach Programmierung hebt sie dabei gleich den Nähfuß leicht an und man kann ganz in Ruhe den Nähfuß auf die Linie ausrichten, um den nächsten Rapport zu nähen.

 

Hinweis: Diese Funktion gibt es bei dem Modell 750 und auch bei der 725, jedoch nicht bei der 715.

So kann man auch kantige Stiche schön um die Kurve nähen.

Stitch-Creator

Zu einem Kuschelkäfer gehört ja auch immer die zweite Seite zum Wenden, normalerweise nähen wir hier auch Ringe für die Larven-Optik. Diesmal soll es doch eher nach Geschenk aussehen und daher wollten wir kleine Schleifen aufnähen.

Dazu haben wir eine Schleife aus den Zierstichen ausgewählt und ebenfalls als einzelnen Rapport genäht (Mitte). 

Allerdings hat die am Ende immer einen Verbindungsstich. Wie wird man den los, damit die Schleife aussieht wie unten, ohne dass man immer genau aufpassen muss, wo man anhält?

Mit dem Stitch-Creator! Der ist an der Expression jetzt so übersichtlich wie an der Icon. Mit den älteren Expression-Modellen konnte man zwar auch Stiche erstellen und bearbeiten, das war allerdings sehr mühsam. An so einem großen Touchscreen ist das doch viel bequemer. Das letzte Mal, dass wir mit dem Stitch-Creator gearbeitet haben, ist doch eine Weile her, aber wir haben es trotzdem ohne Anleitung geschafft, den letzten Stich zu entfernen.

Schneller wären wir aber vermutlich gewesen, wenn der Stitch-Creator über eine „Undo“-Funktion verfügen würde. Gerade beim Ausprobieren hilft es doch sehr, wenn man seinen letzten Schritt rückgängig machen kann.

Und wenn man schon mal dabei ist, kann man den dünnen Zierstich auch noch schnell verdreifachen, damit man die Schleifen auch gut erkennen kann!

Hier nochmal zum Vergleich. Mittig der Stich aus dem Menü, unten mit entferntem Verbindungsstich und oben verdreifacht.

Und weil das so einfach funktioniert, haben wir das beim dritten Käfer auch nochmal genutzt, um das Vlies am Stoff zu fixieren. Diesmal mit einem Herz, das wir nicht verdreifacht haben, weil es schon mit einem verstärkten Stich genäht wird.

Auto-Abschaltung

Da wir ja zwischendurch auch einiges notieren, steht die Nähmaschine mal eine Zeit lang still.

In der Grundeinstellung meldet die Expression dann nach zehn Minuten dann, dass sie zehn Minuten später automatisch ausgehen wird. Wir haben die Funktion mittlerweile deaktiviert, aber natürlich mal ausprobiert, was beim Auto-Off passiert. Kann ja sein, dass man gerade einen Stich verändert hat, aber nicht gespeichert. Denn beim bewussten Abschalten sichert die Nähmaschine die letzten Einstellungen nicht, wenn man das nicht vorher auswählt.

Beim Auto-Off wird jedoch der letzte Stand gesichert und beim Neustart wird man gefragt, ob man diesen wieder verwenden möchte.

Erste Stickerei

Zum ersten Eindruck gehört natürlich auch eine Stickerei. Und nichts zeigt so schnell, ob eine Stickmaschine exakt arbeitet, wie ein QR-Code. Denn sobald das Muster unsauber gestickt wird, kann man ihn nicht mehr mit dem Handy ablesen.

Da wir ja schon mehrere Stickmaschinen hatten, die mit MySewnet/Creativate arbeiten, haben wir das Stickmuster natürlich so übertragen. Bei der letzten Maschine noch mit der Cloud, jetzt über die Vault. Dieser Wechsel hat mit der Einführung von Creativate stattgefunden. Für uns sieht es derzeit so aus: Hat man eine Maschine von vor Juli 2025, findet man die Stickmuster in der Cloud (und lädt sie auch dort hoch), ist die Maschine neuer, verwendet man die Vault. Vorteil der Vault: Dort können auch andere Dateiformate als Stickmuster hochgeladen werden und beide kann zusammen für den Plotter und die Stickmaschine genutzt werden.

Bei uns war die Vault beim ersten Versuch leer, obwohl wir drei Stickmuster hochgeladen hatten. Vermutlich dauert es einfach etwas, bis die Daten synchronisiert werden. Wir haben einfach in die Suchleiste ein paar Buchstaben des Dateinamens eingegeben, dann erschienen die Muster und beim nächsten Laden eines Musters war der komplette Inhalt der Vault auch sofort da. Gleiches beim Löschen von zwei Stickmustern in der Vault, die beiden anderen wurden noch eine Weile angezeigt.

Vermutlich liegt es an unserer Wlan-Verbindung, denn bei anderen Expressions sind die Daten immer direkt verfügbar. 

Der Umbau zum Sticken geht leicht von der Hand. Hier hilft schon mal, dass man den Nähfußhalter nicht abschrauben muss, um den Sprungfuß zu befestigen. Der Hinweis zum Entfernen der Transportsicherung des Stickmoduls könnte allerdings präsenter sein, wir fänden einen Aufkleber oben auf dem Stickmodul hilfreich.

Für die erste Stickerei haben wir dann gleich einen optionalen Stickrahmen genutzt. Die mitgelieferten Größen decken zwar sehr viel ab (12×12, 20×26, 20×36), aber so ein Magnetrahmen ist einfach praktisch.

Wie zu erwarten, hat das Ablesen des QR-Code sofort funktioniert und wir überlegen uns jetzt ein Projekt, bei dem wir den Patch verwenden können. Damit geht es dann im nächsten Testbericht weiter.

Sollten Sie bis jetzt Fragen haben oder Wünsche, was wir testen sollen, schreiben Sie es gerne in die Kommentare und folgen Sie uns auf Instagram und Facebook!

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7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
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Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
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