Pfaff Filz-Set mit Stoff und Filzmotiven

Pfaff Creative Stickset für Filzeffekte – zwei Stoffe verfilzen

In unserem ersten Beitrag zum Filzen mit der Stickmaschine haben wir gezeigt, wie man lose Wollfasern in Form bringt. Aber die kleinen Filznadeln ermöglichen noch mehr kreative Anwendung!

Man kann damit einen Stoff aus losen Fasern (wie eben Filzplatten) in einen festeren Stoff einarbeiten.

Wir verwenden in unseren Beiträgen das Stickset für Filzeffekte von Pfaff, die Informationen gelten jedoch genau so für die Sets für Husqvarna Viking:

Das Besondere bei diesen Sticksets: Man kann sie zum Freihandsticken und zum Maschinensticken verwenden. Bei allen anderen Herstellern ist vorerst nur die Verwendung zum Freihandsticken beschrieben. Daher haben wir mit unserer Beitragsserie mit Pfaff gestartet, da die Anwendung hier am leichtesten gelingt, auch durch die Technik mit nur einer Filznadel.

Zum Folgebeitrag geht es immer am Ende des Textes.

Auch im Bereich „Zwei Stoffe miteinander verbinden“ gibt es mehrere Anwendungsmöglichkeiten:

  • Stoff auf die Rückseite durchfilzen (Pfoten)
  • Stoff mit der Vorderseite verbinden (Text Hugs)
  • Zwei Filzsorten miteinander verfilzen (Blüten)

Die Montage des Filz-Sets haben wir in Teil 1 erklärt:

Benötigtes Material

  • Filzbögen, Filzplatten, bis maximal 2 mm Stärke.
  • Stoff, auf den gefilzt wird. Dieser sollte so stabil sein, dass er möglichst ohne zusätzliches Vlies eingespannt werden kann.
  • eventuell Applikationsschere oder doppelt gebogene Schere.
  • Passendes Stickmuster.

Bei dieser Anwendung muss das Stickmuster nicht zwingend speziell für das Filzen erstellt sein. Für die ersten Versuche raten wir allerdings schon dazu. Wenn normale Stickmuster mit Füllstichen für das Filzen verwendet werden, immer eine Probestickerei machen.

Auch für dieses Filzen finden Sie jede Menge Dateien in Creativate, teilweise auch kostenlos.

Unser Beispiel: Pfoten

Der Unterschied zwischen Sticken mit Garn und Sticken mit der Filznadel: Beim Sticken mit Garn entsteht das Muster durch das Garn, das zwischen den beiden Einstichstellen der Nadel liegt. Beim Filzen entsteht das Muster zwar ähnlich, die Fasern werden immer von einer Einstichstelle zur nächsten gezogen, aber man hat weniger Kontrolle, wenn sich z.B. Stichfolgen kreuzen oder bei sehr langen Stichen.

Stoff auf die Rückseite durchfilzen

Wichtig: Wir arbeiten auf der Rückseite, das Motiv ist hinterher also spiegelverkehrt.

Spannen Sie den Stoff in einen geeigneten Stickrahmen. Wir haben hier einen Verlours mit Filzabseite und sticken im 13 x 18 Magnetrahmen.

Schieben Sie den Rahmen ein und lassen Sie sich von der Maschine durch das Abfahren der Ecken anzeigen, wo gestickt wird. Dort legen Sie den Filzbogen auf. Beim Magnetrahmen kann man den Filz mit den Magneten befestigen, aber er wird bei den ersten Stichen ohnehin fixiert.

Die meisten Filz-Stickmuster arbeiten mit mehreren Wiederholungen, so auch bei den Pfoten. Die Fläche wird zwei mal gestickt, in verschiedenen Winkeln und am Ende folgt eine Umrandung.

Sie können nach jeder Farbe den Rahmen abnehmen und die Rückseite kontrollieren. Oder bei jeder Farbe oben nochmal Filz auflegen für Schattierungen. Wenn Sie wissen, dass das Motiv komplett durchgestickt werden soll, wählen Sie einfach den Einfarbmodus.

Nach dem Sticken nehmen Sie den Stoff aus dem Rahmen und dann können Sie den Filz grob zurückschneiden.

Wenn man später die Rückseite sehen wird, möchte man vielleicht nicht soviel Überstand. Weichen Filz kann man zwar abziehen, aber das sollten Sie nicht machen. Wie man bei der linken Pfote sehen kann, wirkt sich Abziehen vorne auf das Stickbild aus. Ein Teil der Fasern wird dabei wieder nach hinten gezogen. Schneiden Sie den Filz besser wie bei einer Applikation knappkantig ab.

Wir haben unser Filzstickmuster noch mit Bänderstichen ergänzt und ein Kissen daraus genäht.

Stoff mit der Vorderseite verbinden

Den Effekt, dass der Filz mit dem Stoff verbunden wird, kann man auch zum Applizieren nutzen.

Dafür können Sie die gleichen Stickmuster nutzen, wie zum normalen Stickfilzen, aber Sie können ein Applikationsstickmuster auch anpassen, falls Sie über eine Sticksoftware mit den geeigneten Funktionen verfügen.

Wir haben uns für ein fertiges Stickmuster entschieden, das eigentlich für Stickfolie gedacht ist.

Es gibt aber auch ein spezielles Filzalphabet bei uns im Shop: Husqvarna Viking Felted Alphabet.

Aber durch die lockere Fläche für die Folie wird der Filz nicht zu sehr von der Filznadel durchstochen, die Umrandung sollte ihn am Ende aber gut befestigen. Wir sticken auf Halbpanama.

Vlies beim Stickfilzen

Eigentlich arbeitet man beim Filzen ohne Vlies, da es je nach Beschaffenheit mit eingefilzt wird und ja nur in schwarz oder weiß erhältlich ist.

Und man kann es nicht entfernen, weil dabei die Fasern wieder aus dem Stoff gezogen werden, was besonders auf der gefilzten Seite schnell auffällt (siehe Pfote oben).

Beim Filzen von oben als Applikation kann man jedoch durchaus Vlies verwenden, wenn die Rückseite später nicht mehr sichtbar ist. Es muss nur dauerhaft am Stoff bleiben. Am besten verwenden Sie daher ein aufbügelbares Vlies und schneiden es am Ende der Stickerei grob zurück, falls das Projekt wieder weich werden soll (wie unser Kissen).

Der Stoff wird ganz normal zusammen mit dem Vlies eingespannt und dann Filz aufgelegt.

Tipp:

Wir haben in unseren Tests festgestellt, dass sich die Qualität des Filzes auf die Haltbarkeit auswirkt. Je fester und stabiler der Filz, desto besser hält er auch am Stoff. Die besten Ergebnisse haben wir mit Stickfilz erreicht, am schlechtesten hat der einfache Bastelfilz aus dem Deko-Discounter abgeschnitten.

Ein Wort wird in pink aufgefilzt, eines in knallgrün.

Nach dem Sticken wird dann wie bei einer Applikation zurückgeschnitten. Man muss jedoch etwas vorsichtig sein beim Anheben des Filzes, so fest wie mit einem Satinstich ist diese Technik nicht.

So sieht die Stickerei am Ende von hinten und von vorne aus. So ist das Kissen allerdings nur noch im Feinwaschgang waschbar. Schleudern oder im Trockner trocknen könnte die Buchstaben ablösen.

Unser Kissen wollen wir jetzt noch mir ein paar Filzblüten versehen.

Filz mit Filz verbinden

Einen netten Effekt kann man auch erzielen, indem man zwei verschiedene Farben Filz miteinander verbindet.

Da kann man mit den speziellen Filzstickmustern machen, aber auch mit normalen Stickmustern.

Den ersten Versuch machen wir mit dem Motiv aus Teil 1, also ein Muster für freistehendes Filzen. Die Form der Blüte gefällt uns gut, im Original ist sie leider etwas zu groß. Also verkleinern wir sie um 20 Prozent. Keine gute Idee, wie sich gleich zeigen wird.

Unten spannen wir pinken Stickfilz ein, oben gelben Bastelfilz. So sieht das Ergebnis nach der ersten Farblage aus.

Nach der zweiten Farbe ist eine schöne Pflanzenstruktur zu erkennen. Die zwei Filze ergeben auf der Rückseite einen Melange-Effekt.

Und dann noch die dritte Farbe mit der Kontur … Zu viel für den Filz. Er beginnt zu reissen. Ohne die Verkleinerung wäre es vermutlich noch gegangen.

Wie sie sehen, ohne Probe geht es beim Filzen nicht wirklich.

Wir haben dann in der Ecke noch ein kleines Filzmotiv geladen, das hat super geklappt. Es ist allerdings keines für freistehende Motive.

Aber es bringt uns auf eine Idee … Wir versuchen es mit der Blüte, die wir schon am Anfang auf unser Kissen gestickt hatten. Ein ganz normales Stickmuster aus der Pfaff Creative Expression 750.

Das sieht doch gut aus!

Das ist aber noch nicht alles, was man mit den Filz-Sets von Pfaff und Husqvarna Viking machen kann. Im nächsten Beitrag geht es weiter mit nur einer Lage Stoff.

Bei Fragen und Anregungen hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar.

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