Display Stickmaschine mit Stickdatei Eule

Stichdichte verändern bei Brother Stickmaschinen

Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum man die Stichdichte eines Stickmotivs ändern möchte. Über die Grundsätze haben wir hier bereits geschrieben: Darf man Stickmuster verändern?

Ist das Verändern erlaubt und nötig, sollte man dabei immer beachten, dass sich durch Vergrößern oder Verkleinern die Stichdichte verändert, sofern die Stickmaschine hier nicht gegensteuert.

Genau das kann man aber mit Stickmaschinen von Brother, die über die Funktion „Stitch-to-block“ verfügen. Da das in der deutschen Bedienungsanleitung aber nicht so bezeichnet wird, zeigen wir hier, was damit gemeint ist.

Welche Modelle haben diese Funktion?

Wir arbeiten in unserem Beispiel mit der Celeste CX1e. Wird diese namentlich erwähnt, sind alle oben genannten Modelle gemeint.

Wie kann ich die Stichdichte ändern?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Lassen Sie die Maschine die Änderung vornehmen, oder wählen Sie selbst die Nachberechnung aus. Sie können die Funktionen aber auch kombinieren.

Größenänderung mit Anpassung der Stichdichte

Egal, ob enthaltene Stickmotive oder extern geladene Dateien, die Celeste kann diese Änderungen immer vornehmen. Für unser Beispiel laden wir ein Stickmuster von Embroidery Library. Der Hersteller gibt an, dass die Dateien verändert werden dürfen (Hier nachzulesen).

Wie im Testbericht gezeigt, ist unser gekauftes Motiv etwas zu groß für unsere Kugeln, daher müssen wir es verkleinern.

Nach einer Probestickerei (mit Madeira Sensa Green) stellen wir fest, dass das fertige Produkt 38 mm zu groß ist. Da die Datei zwei Mal gestickt wird, sind das also 19 mm.

Wir laden das Stickmuster in die Stickmaschine. Würden wir die Datei in Artspira verkleinern, würde die Stichanzahl gleich bleiben.

Leider wird im Editierbildschirm nur die Größe angezeigt, nicht die Stichanzahl. Dazu wechseln wir ins Sticken. Diese Datei hat 31.633 Stiche.

Über „Zum Anfang“ gehen wir wieder zurück zum Editieren.

Dort wählen wir die Anpassung der Größe aus.

Normales Ändern der Größe

Das linke Symbol findet man an vielen Stickmaschinen von Brother, damit wird die Größe angepasst. Hier ist man allerdings zusätzlich zur konstanten Stichzahl auch im Bereich festgelegt. Mehr als 20 Prozent geht nicht. Wir würde so also nicht die gewünschte Größe erreichen, zudem wäre das Stickmuster sicher an einigen Stellen zu dicht und es besteht die Gefahr von Nadelbruch.

Wechselt man zum Sticken, kann man sehen, dass die Stichanzahl gleich geblieben ist.

Wählt man im Editieren erst den rechten Button aus, kommt immer zuerst ein Warnhinweis. Alle vorher vorgenommenen Veränderungen werden zurückgesetzt. So werden Fehler durch Wiederholungen vermieden.

In dieser Funktion erreichen wir allerdings problemlos die 106 Millimeter. Die Stichzahl wurde dabei reduziert. Wir nehmen an der Stichzahl keine weiteren Änderungen vor und sticken das Motiv erneut in der kleinen Größe.

Hier der Vergleich der fertigen Datei:

Das kann sich doch sehen lassen. Klar gibt es kleine Unsauberkeiten, aber die kommen teilweise auch davon, dass das Motiv eben kleiner ist und bei einer Nachberechnung entspricht die Datei nicht dem gleichen Ergebnis, als hätte der Designer die Softwaredatei verändert. Wir sind begeistert!

Jetzt passen die Hüllen auf unsere Kugeln und für die Originalgröße finden wir bei Gelegenheit bestimmt auch noch was Passendes.

Stichdichtenänderung unabhängig von der Größenänderung

In manchen Fällen soll die Größe beibehalten werden, aber die Stiche weniger oder mehr werden. Meist eher weniger, wenn man eine Datei zum Beispiel auf Jersey sticken möchte, sie aber für Filz digitalisiert wurde.

Wir wollen ein Motiv von Urban Threads auf Balsaholz sticken. Diese Dateien sind immer mit sehr hoher Stichzahl, was das Holz ziemlich belastet. Daher lassen wir von der CX1e mal einen Teil der Stiche wegrechnen:

Das wäre das Symbol für das Ändern der Stichdichte, allerdings kann man das nicht anwählen.

Um den Button zu aktivieren, wechselt man einfach mal in die Größenänderung und drückt auf das rechte Feld, als wollte man mit Anpassung ändern. Den Warnhinweis mit OK bestätigen und wieder zurückgehen ins Editieren. Schon ist der Button für die Stichdichtenänderung da.

Allerdings ist hier die Anpassung begrenzt auf die üblichen 20 Prozent weniger oder mehr. Aber immerhin, man kann ohne eine Änderung der Größe die Stichanzahl reduzieren.

Bei uns von 19809 auf 17740.

Tipps zum Sticken auf Balsaholz finden Sie hier: 

Wir haben den Schwierigkeitsgrad dann mit Metallicgarn gleich wieder erhöht.

Das fertige Bild:

Der Buchstabe T hat nicht so gut geklappt, allerdings ist das nur in geringem Maß der Stichdichtenänderung anzukreiden. Es sind wenige Stiche beim Querstrich, aber das ist auch in der Originaldatei so. Zudem laufen die wenigen Stiche auch noch parallel zur Holzfaser, was immer zum Einsinken führt.

Das sieht man auch gut im Vergleich zum ersten Versuch mit der Bernette b79 (links).

Möchte man hier ein perfektes Ergebnis, müsste man eine Schrift erstellen mit einem Füllstich in 45 Grad Richtung. Wir haben uns dafür entschieden, die losen Stellen einfach nach dem Entfernen des Thermofilms mit Filzstift zu ergänzen:

Beide Funktionen kombinieren

Man kann natürlich auch beide Funktionen kombinieren. Wir haben zuerst den Bobblin (Emblibrary) in Originalgröße in ein Jackenfutter gestickt. Für ein Kissen wollten wir das Muster vergrößern, aber auch etwas weicher haben. Der plattgestickte Hintergrund wird doch recht fest.

Hier sehen Sie unten die Originalgröße, oben unsere veränderte Datei.

Hier die Ausgangsgröße und die Stichanzahl. Wir haben das Muster mit Stichdichtenanpassung vergrößert. Das war auch nötig, da wir ja mehr als 20 Prozent verändern wollten.

Dann haben wir um 20 Prozent reduziert, weil wir vor allem auch sehen wollten, wie sich der Hintergrund verändert. Hier hat die Maschine offensichtlich mitgedacht und nicht um 20 Prozent verkleinert. Wir vermuten, um Fehlstellen zu vermeiden. Es sind ca. 10 Prozent.

Hier haben wir das Avalon Film zwar abgerissen, aber noch nicht ausgewaschen. Das Muster des Hintergrunds hat sich zwar etwas verändert, aber es sieht immer noch schön aus. Und das Motiv ist gefühlt auch etwas weicher als in der Ursprungsversion.

Aus der großen Variante haben wir ein flauschiges Kissen genäht.

Es ist mit einigen Modellen von Brother also ohne weitere Software gut möglich, fertige Stickmuster dem Projekt anzupassen.

Bitte beachten Sie dabei die Hinweise des Erstellers, wie in unserem Beitrag beschrieben und machen Sie immer eine Probestickerei.

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7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaff
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Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
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