Stickmaschine mit Stickmuster im Display und im Rahmen

Testbericht Teil 2 zu Brother Celeste CX1e

Immer, wenn wir hören „Ich brauch keine Stickmaschine, ich hab keine kleinen Kinder mehr zu benähen.“ müssen wir schmunzeln. Hier gibts auch keine kleinen Kinder mehr, aber jede Menge zu sticken.

Stickschaum

So kommt es auch vor, dass wir Pullover für uns besticken. Das wird dann halt eher dezent. Aber dafür mit Spezialtechniken. Eine davon ist Trapunto mit Stickschaum. Infos dazu finden Sie bereits hier auf dem nähRatgeber mit dem Suchwort „Trapunto“. 

Bei der Celeste muss man lediglich den Stickfuß etwas höher stellen, damit sie den French Terry nicht verschiebt. Gut, dass das so einfach geht, das können ja nicht alle Stickmaschinen. 

Hier haben wir drei Alphabete von Mäde by Kasia kombiniert: Trapunto Alphabet Schatten Trapunto Alphabet und Ombre Alphabet. Die Buchstaben hätten wir zwar auch an der CX1e laden und mit Hilfe der Farbsortierung anordnen können, allerdings wurden bei den Trapunto-Schriften verschiedene Orangetöne verwendet, weshalb die Farbsortierung nicht unsere gewünschte Reihenfolge erzeugte. Und leider kann man bei der CX1e die Farbreihenfolge nicht manuell ändern. Wir hätten also springen müssen. Oder bei den betroffenen Buchstaben überall die erste Farblage mit der gleichen Farbe belegen müssen. Farbe ändern haben wir mit der CX1e schon gemacht, das klappt super, also testen wir etwas anderes:

Wir haben die Buchstaben mit Hatch Personalizer angeordnet und dann per USB-Stick an die Stickmaschine übertragen.

So ließ sich der Schriftzug dann problemlos sticken, ohne dass wir bei der Reihenfolge hätten aufpassen müssen. Das ist ja gerade bei Trapunto wirklich wichtig.

Sticken mit Vinylfolie

Während wir noch an der Jeans nähten, wurde uns dieses Stickmuster als Werbung eingeblendet – wir konnten einfach nicht anders. Allerdings ist uns das Sticken mit Vinylfolie in nicht so guter Erinnerung, beim letzten Versuch mit einer anderen Stickmaschine mussten wir viel anpassen, damit es keine Schlaufen gab.

Kein Thema für die CX1e! Normale Sticknadel, normale Einstellung. Wir haben zwei Folien getestet, in verschiedenen Stärken. Links die dünnere Folie mit Hologramm-Muster, rechts eine stärke Vinylfolie ohne Muster. Und wie man sehen kann, gibt es bei uns zwei Größen der Datei. Links die Originalgröße mit 96 mm. Die war uns für den Baum dann doch etwas zu groß und wir haben wieder die Stickdichtenanpassung beim Verkleinern verwendet.

Das Muster ist von Urban Threads und wir finden diese Dateien immer sehr dicht, da wollen wir kein Risiko eingehen beim Verkleinern ohne Anpassung.

Wir wählen also wieder die rechte Funktion und verkleinern auf 80 mm. Also fast 20 Prozent.

Dann nehmen wir trotzdem noch mal 20 Prozent raus.

Die Stickerei wird so nicht zu hart und sieht trotzdem gut aus. Spart Garn und Zeit, denn wir haben noch mehr mit diesem Design vor.

Vinyl und Stoff vom Plotter schneiden lassen

Wir wollen die Datei gleich mehrfach im Rahmen sticken lassen und die Stoffteile passend mit dem Plotter schneiden. Mit der Originaldatei kein Problem, den Urban Threads liefert immer eine Datei mit, die zum Ausschneiden von Hand ausgedruckt werden kann. Hierbei handelt sich allerdings um eine Stickdatei. Die sollte aus einer Sticksoftware gedruckt werden.

Wir lassen lieber den Plotter schneiden. Datei in den SDX-Plotter laden:

Die Anwendung der erweiterten PES-Funktion können Sie hier nachlesen.

Wir haben die Datei aber verkleinert, was nun? Denn die Schnittlinie ist ja eine separate Datei. Lädt man sie beim Verkleinern dazu, wird es kompliziert.

Daher messen wir einfach nach, um wie viel kleiner die Schnittlinie ist und passen das selbst an:

Die Stoffe sind ca. 2 mm kleiner als die Datei, das übernehmen wir.

Dann schauen wir mal, wie oft die Datei mit der Matrixfunktion in den großen Rahmen passt.

Schriften

Vorher sticken wir aber noch ein paar Schriften auf Filz, die bei den Kugeln auf die Rückseite kommen sollen. Die Umrandung laden wir deshalb dazu, dass wir wissen, wie groß das Filzstück sein muss.

Das Auswählen und Bearbeiten der Schriften klappt bei Brother wie immer ausgesprochen intuitiv. So waren die sechs Wörter im Nu erstellt, angepasst und angeordnet. Praktisch: Solange die Objekte nicht gruppiert werden, hält die CX1e nach jedem Objekt an, auch wenn das nächste die gleiche Farbe hat. So kann man immer mal kontrollieren, ob der Filz noch an der richtigen Stelle sitzt und ob beim Überlappen nicht doch was festgestickt wird.

Die Filzstücke haben wir mit Hilfe des Scanners passend zugeschnitten.

Die Matrixfunktion hat uns angegeben, 8 mal passt die Datei in den großen Rahmen, passte für uns perfekt und wir haben 8 Weihnachtskugeln gestickt.

Knopfloch

Inzwischen ist auch die Jeans so weit genäht, dass das letzte Knopfloch gestickt werden kann.

Wir befestigen den Bund mit doppelseitigem Klebeband auf Super Film. Sprühkleber möchten wir am Bund nicht verwenden. Alternativ geht noch Klebevlies, aber wir nutzen für Knopflöcher gern Super Film, weil es das Knopfloch gut stabilisiert und wir es immer reichlich hier haben.

Problem mit dem Garn

Leider ist uns beim Bund das Gütermann Denim No. 50 ausgegangen. Als Alternative haben wir noch Madeira Aerofil No. 35. Das wird für den Bund auch gehen, zum Sticken eignet es sich allerdings nicht.

Wir haben es versucht, aber schon nach den ersten Stichen gab es Fadennester. Die Erfahrung haben wir mit anderen Stickmaschinen auch schon gemacht, man bekommt es nur mit viel Einstellen und Probieren hin und das wollten wir uns beim Bund nicht antun. Dann eben normales Nähgarn.

2-Punkt-Positionierung

Damit das Knopfloch richtig sitzt, haben wir die 2-Punkt-Positionierung genutzt. Hier wird erst ein Startpunkt gewählt, dann ein zweiter zur Ausrichtung.

Wenn man schon ein Knopfloch gestickt hat, kann man auch mit den 8 Punkten arbeiten, die zur Auswahl stehen. Uns sind allerdings Positionierungsmöglichkeiten lieber, bei denen wir zwei beliebige Punkte aus dem Stickmuster auswählen können.

Für ein Knopfloch aber kein Thema, das Positionieren geht schnell und das Sticken auch. Oben legen wir ebenfalls Super Film auf.

Jetzt fehlen an der Jeans nur noch ein paar Arbeitsschritte, dann ist sie fertig.

Noch ein paar Fragezeichen

Zu den Katzenmotiven gehören auch ein paar Schriftzeichen, unter anderem Fragezeichen. Wir haben uns ein schönes aus den enthaltenen Schriften ausgesucht und da unser Filz ungefähr 13 x 18 cm hatte, lag die Matrixfunktion für den 13 x 18 Rahmen nahe.

Die gab 16 Fragezeichen hier, mit unserem gewünschten Abstand. Wir wechseln zum Sticken und stellen beim Umfahren des Musters fest, das ist zu nah am Rand. Eine Reihe weniger wäre gut.

Tippt man allerdings dann nochmal auf die Matrixfunktion, wird wieder der ganze Rahmen gefüllt und man muss wieder auseinander schieben. Man kann aber auch einfach die anderen Felder benutzen und wie wir, eine Spalte weniger anwählen.

Die wird links entfernt und das Motiv sitzt nicht mehr mittig, aber das kann man über Editieren ja einfach ändern.

Sticken, auseinanderschneiden, fertig.

Hintergrundanzeige anpassen

Manchmal sehen Stickmuster im Display komisch aus. Das kann daran liegen, dass die Farbinformationen fehlen oder die gespeicherten Garnfarben nicht zugeordnet werden können. Es kann aber auch einfach sein, dass die Datei für etwas anderes gedacht ist. Wie das Kätzchen von Urban Threads, das auf schwarzem Untergrund gestickt werden sollte.

Hat man nun nicht genau die passenden Farben oder möchte etwas umgestalten, wird es mit weißem Hintergrund schwer. Aber das ist ja kein Problem für die Celeste.

Ins Einstellungsmenü, „Stickerei Hintergrundfarbe“ auswählen und aus der Farbpalette etwas Passendes aussuchen.

Sieht doch gleich besser aus und so klappt das Aussuchen der Farben auch viel leichter. Den dunkelblauen Teil haben wir mit Madeira Lana gestickt, die Schattierung mit Sensa Green und die Konturen und Augen mit Glowy.

Nochmal Schriften

Wieder brauchten wir (wie schon im Test mit der MC1000) verschiedene Namen und Schriftzeichen. Das Erstellen der Wörter lief problemlos, hier lässt sich die CX1e sehr intuitiv bedienen:

Es ist hilfreich, dass die Buchstaben auf der Tastatur gleich in der gewählten Schrift angezeigt werden. Unten in der Leiste gibt es dann die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten, hier erklärt sich eigentlich wirklich alles von selbst. Was uns hier allerdings fehlt, ist ein Button „Rückgängig“ machen.

Jede Schrift ist in drei Größen enthalten und man kann wahlweise einen einzelnen Buchstaben bearbeiten oder das ganze Wort.

Das kleine Ü hätten wir woanders gesucht, aber schlussendlich haben wir es gefunden. Die große Schrift war uns zu groß, die mittlere schon zu klein, also haben wir bei diesem Wort ins Editieren gewechselt. Hier kann man allerdings nicht wählen zwischen den zwei Varianten wie bei normalen Stickmustern. Warum nicht? Die Stichdichte wird immer angepasst. Man hat also wesentlich mehr Möglichkeiten, als die drei vorgegebenen Größen.

Symbole, die nicht enthalten sind

Auch hier brauchten wir ein kleines Kreuz. Das ist aus einem T und einem Bindestrich ja schnell erstellt.

Man kann die beiden Teile auch miteinander kombinieren, um sie zusammen zu verschieben. Editieren kann man sie dann jedoch nicht, also nicht verkleinern. Wir haben daher beide Teile erst in der Größe angepasst und dann zum Kreuz zusammengefügt.

Stickmuster mit Artspira erstellen

Da fiel uns ein, es gibt ja noch die Digitalisierungsfunktion der App. Diese ist jedoch nur in der kostenpflichtigen Version enthalten.

Wir holen uns ein frei verfügbares Icon eines Kreuzes und wählen in der App „Automatische Umwandlung in Stickmuster“. Dann wirds allerdings erst mal dunkel. Es handelt sich um ein PNG ohne Hintergrund und das Kreuz ist schwarz. Wir beschneiden nicht, sondern wählen einfach Importieren (oben rechts, hier nicht im Bild).

Kleiner als 2 cm geht jedoch nicht und wir finden die Form jetzt, im Gegensatz zu 10 cm, eher unsauber.

Eine Bearbeitung der Stiche (Richtung, Dichte) ist ja hier aktuell nicht möglich.

Aber die Dichte könnte die Stickmaschine noch anpassen. Also laden wir das Kreuz einfach mal zu unseren Schriften.

Wir verarbeiten Filzreste, die wir mit einem Heftrahmen befestigen.

Die Celeste stickt einen Namen und bleibt stehen – ach ja, das gehört so. Aber eigentlich könnte sie jetzt alles in einem Rutsch sticken. Kein Problem, im Layout den Einfarbmodus aktivieren, Maschine wieder starten und sie stickt den Rest fertig.

Wie von Brother zu erwarten, alle Schriften werden schön gestickt, auch die, die wir in der Größe verändert haben.

Nur das Kreuz, naja. Da gefällt uns unser selbstgebasteltes schon besser. Wir haben ja schon ab und an mal Stickmuster mit der Artspira App erstellt und selbst bei dieser einfachen Form ist es wieder so: Man kann es machen, wenn man sonst gar keine Möglichkeit hat und die Stickerei unbedingt braucht. Aber es ist und bleibt ein einfaches Autopunch (Stand November 25).

Ideen für weitere Stickereien haben wir reichlich, aber im nächsten Teil wollen wir uns mal von der Artspira App durch ein ganzes Projekt begleiten lassen.

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7 days ago

Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“.
Habt ihr Wünsche, was wir testen sollen? Dann ist jetzt die perfekte Gelegenheit, hier einen Kommentar zu hinterlassen.
#nähratgeber #nähmaschinentest #stickmaschinentest #pfaff
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Wir testen wieder eine Maschine für euch! Diesmal ist es eine Näh- und Stickkombination von @pfaffeu und zwar die Creative Expression 750. Die erste Expression, die sticken kann! Wer sich für die 715 und 725 interessiert, kann hier auch mitlesen, denn im Nähen ist die 725 zu 99 Prozent gleich. Die 715 kann etwas weniger, wir versuchen immer, das mit einzubauen.
Die ersten Tage haben wir die 750 eingerichtet und dann musst sie direkt bei unseren aktuellen Projekte mitmachen. Wir haben Knopflöcher genäht und noch ein paar Kuschelkäfer (unser Herzensprojekt 2025) mit Zierstichen. Da durfte gleich der Stitch Creator mit ran, mit dem großen Touchdisplay eine riesige Verbesserung zu den Vorgängermodellen! Und natürlich durft die Pfaff gleich mal sticken - so ein QR-Code ist ein effektiver Test für das Stichbild. Den ausführlichen Bericht findet ihr auf www.naehratgeber.de in der Kategorie „Testberichte“. 
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