Pfaff Creative Expression 750 mit Grand Dream Hoop und Thread Velvet Stickmuster

Testbericht Teil 4 – Pfaff Creative Expression 750

Normalerweise arbeiten wir für die Testberichte ja an verschiedenen Projekten, die man im Bericht meist komplett miterlebt. Für den letzten Teil des Tests der Pfaff Creative Expression750 ist das etwas anders, denn wir haben an mehreren Projekten gearbeitet, die wir für andere Bereiche unserer Arbeit benötigen. Dabei kamen aber immer wieder Anmerkungen zu dieser Näh- und Stickmaschine auf, die wir daher für Sie gesammelt haben.

Es wird also um viele kleine Details gehen, aber die sind ja vielleicht gerade entscheidend für die Wahl der nächsten Maschine. Wir unterteilen den Bericht in vier Bereiche, wer sich für die Expression 715 oder 725 interessiert, braucht dann nur die beiden ersten Teile lesen.

  • Nähen
  • Optionale Nähfüße
  • Sticken
  • Optionales Stickzubehör

Nähen mit der Pfaff Expression

Die Laserführung

Der Laser wird von uns immer wieder genutzt (nicht vorhanden bei Modell 715). Teilweise sogar, während eine Nahtführung montiert ist. Denn wir kennen es alle, irgendwann kommt die Stelle, wo die Nahtführung im Weg ist und dann können wir sie einfach abnehmen und weiternähen.

Bei einer Nahtzugabe von 2 cm ist uns aufgefallen, dass die Laserlinie viel weiter außen landet, wenn sie auf 20 steht, als die 2 cm Markierung auf der Platte. Also schnell in die Einstellungen und den Laser feineingestellt. Geht am besten mit einem Handmaß.

Auch beim Einstellen von 1 cm NZG und dem RV-Fuß half das Handmaß. Hier nähen wir einen Reißverschluss zwischen zwei Lagen Stoff und da hat man mit Nahtzugaben und Reißverschlussfüßen ja immer so Probleme. An was orientieren? Wir lassen die Laserlinie jetzt auf der Stoffkante laufen und stellen die Nadel nach links. Den Stich speichern wir uns gleich mal als „LaserRV“.

Und je länger man damit arbeitet, desto mehr Einsatzbereiche finden sich.

„Steppen Sie die Gürtelschlaufen 1,5 cm unterhalb der Bundkante an.“. Nicht mehr messen, einfach den Laser auf 15 stellen und schon näht man an der richtigen Stelle.

Stichlängenänderung sofort

Manch einer hat sich noch nie Gedanken darüber gemacht, anderen ist es extrem wichtig: Verstellt man die Stichlänge, übernimmt das die Pfaff Creative Expression 750 sofort beim nächsten Stich. Das braucht man zum Beispiel, wenn man beim Absteppen am Bund an der Ecke angelangt ist und man schon weiß, dass man mit Stichlänge 3 über den Rand nähen wird. Dann stellt man die Stichlänge einfach auf 1.5 und der nächste Stich ist nur noch halb so lang.

Rib-Jersey, kein Thema

Für uns schon selbstverständlich, da es alle Pfaff Nähmaschinen mit IDT machen: Dehnbare Stoffe wellen sich nicht! Und dafür muss man nicht permanent am Nähfußdruck rumspielen. Das braucht man erst bei besonders weichen Stoffen oder Bi-Stretch.

Tapering (nicht Modell 715)

Eine Hass-Liebe bei uns. Die Grundidee finden wir cool, mit Zierstichen gibt es doch eher unschöne Ecken, wenn man einfach aufhört oder dreht. Aber wir treffen halt nie den Endpunkt perfekt.

Liegt nicht an der Maschine! Diese Problem haben wir immer beim Tapering. Was uns nicht davon abhält, es nicht immer wieder zu versuchen. Aber bei vier Ecken geht mindestens eine schief. Zu früh oder zu spät gestartet oder geendet. Aber da wir das kennen, haben wir vorgesorgt:

Diesen Zierstich fanden wir gut für die Ecken, um sie hinterher zu überdecken. War nur etwas zu kurz und mit Richtungswechsel, also in den Stitch Creator und angepasst.

Und die Ecken einfach am Schluss nochmal „betont“. Gehört so, oder? Und wir werden es immer wieder mal mit Tapering versuchen.

Das Garn leuchtet so schön, weil es sich um Madeira Frosted Matt handelt (7950). 

Ja, hier haben wir auch noch gestickt, Infos dazu finden Sie im weiteren Text im Bereich Sticken.

Wir haben im nähPark Livestore für die Vorführungen einen sehr festen Denim, der für normale Jeanshosen viel zu steif ist. Aber für Taschen ist er perfekt! Und die müssen ja immer mal abgesteppt werden.

Das machen wir hier mit Gütermann Denim No. 50 und außer der Stichlänge mussten wir nichts einstellen (Topstitchnadel).

Bei der Bauchtasche treffen dann bei der Befestigung acht Lagen dieses Denims übereinander, das hat die Expression beim Zusammennähen überhaupt nicht beeindruckt.

Beim Absteppen sind es dann ja zehn Lagen und natürlich verwenden wir dafür wieder das Denim No. 50.

Gut, da hats jetzt an den Ecken die typische Schlaufe gegeben, wenn man den Nähfuß anhebt, um zu drehen. Aber das finden wir nicht schlimm, die Schlaufe ziehen wir mit der Patentnadel in den Stoff.

Nochmal Knopfloch im Hosenbund

Da gabs ja in Teil 2 das Problem mit ausgelassenen Stichen und jetzt, wo die Nadel in der Werkstatt mittig ausgerichtet wurde, näht sie auch am Bund ohne Aussetzer.

Und das, obwohl wir an der oberen Ecke einen ordentlichen Knubbel fabriziert hatten. Hier gut zu erkennen: Man sollte für ein mittiges Knopfloch nicht den ganzen Knopflochschlitten mittig auf den Bund setzen. Das kann auch täuschen, selbst wenn man sich am grauen Teil orientiert. Wir verlängern daher immer die Markierungen.

Das war dann wohl der Grund für die nicht ganz mittige Rundung, aber eben unsere Schuld. Und wenn die Hose ein paar mal auf und zu gemacht wurde, sieht man das eh nicht mehr.

Beim Jeansbund hat es aber leider wieder nicht geklappt. Die Stufe vorne war dem Knopflochfuß einfach zu hoch. Unsere Lösung lesen Sie im Kapitel „Sticken“ weiter unten.

Knopf annähen

Machen wir gerne mit der Nähmaschine, haben uns aber trotzdem mal das Tutorial in der Pfaff Creative Expression 750 dazu angeschaut. Hier wird das Annähen mit der Hebeplatte empfohlen. Kennen wir schon von Husqvarna Viking, allerdings haben die ja keinen IDT. Die Hebeplatte unter den IDT zu bekommen, war ein bisschen Gefummel.

Als alles an seinem Platz war, kam es uns schon ein bisschen dick vor, obwohl wir die dünne Seite der Hebeplatte verwenden.

Und beim Drehen am Handrad sieht man es dann auch: Die Kombi aus Platte und Knopf ist zu hoch für diese Technik. Hier wäre der Knopfannähfuß die bessere Lösung. Dazu ein Hinweis im Tutorial, dass man auf die Dicke des Knopfes achten sollte.

Da wir den Knopfannähfuß aber noch nicht hier haben, nähen wir ganz einfach ohne Fuß und legen für den Stiel wie beim Handnähen auch, einen Zahnstocher unter.

Strahlenzierstiche

Die Technik ist ja nicht neu, wir haben Sie schon bei der Icon verwendet.

Aber wer auf der Suche nach ganz speziellen Zierstichen ist, ist bei Pfaff da genau richtig. Bei uns kamen sie diesmal bei einer Jeans zum Einsatz, genäht mit Gütermann Denim No.50.

Optionale Nähfüße für die Pfaff Expression

Der Ausgleichsfuß

Für uns erst etwas gewöhnungsbedürftig, die große Stufe beim Ausgleichsfuß befindet sich links, daher müssen wir die meisten Projekte mit dem großen Stoffvolumen nach rechts legen. Da brauchen wir wohl doch irgendwann noch den rechtsseitigen Ausgleichsfuß.

Wir haben erst mal eine falsche Kappnaht abgesteppt.

Und sie erkennt den Ausgleichsfuß auch direkt.

Dann noch eine Gotteslobhülle aus Kunstleder. Perfekt geführt!

Vorderseite

Rückseite

Und das Stichbild ist hier auch auf beiden Seiten schön, obwohl wir an den Ecken den Nähfuß ein paar mal angehoben haben, um zu kontrollieren, ob noch ein Stich geht.

Auch auf unserem festen Denim zum Absteppen mit Gütermann Denim No. 50 ein Traum! Den passenden Stich haben wir uns natürlich gleich abgespeichert unter dem Namen „Absteppen Ausgleichsfuß“, damit wir ihn bei Bedarf auch sofort wiederfinden. Seine persönlichen Stiche mit langen Namen beschriften zu können ist schon praktisch. Zettelwirtschaft ade!

Auch an den Ecken und über Reißverschluss kein Problem mit dem Ausgleichsfuß.

Schmalkantenfuß

Zum verdeckten Absteppen des Hosenbundes ist der Schmalkantenfuß eine tolle Lösung und der näht auch über die Gürtelschlaufen problemlos.

Sticken mit der Pfaff Creative Expression 750

Ab hier geht es nicht mehr mit den Modellen Pfaff Expression 715 und 725, da es sich im reine Nähmaschinen handelt.

Man kann von der Stickmaschine aus auf den Catalog von Creativate zugreifen, ganz ohne PC. Uns gefällt besonders gut, dass man dort so viele Stickmuster für Spezialsticktechniken findet.

Nur leider können wir sie aktuell nicht direkt herunterladen. Das ist eigentlich die Meldung, wenn man sich ein Muster aus der Aboversion ausgesucht hat.

Ruft man das Design allerdings am PC auf, wird es als kostenlos angezeigt und kann auch direkt in die Vault geschoben werden. Von dort lässt sich das Muster dann in der Stickmaschine öffnen.

Visualisieren von Stickprojekten

Wie bereits im vorherigen Maschinentest gezeigt, arbeiten wir gerade viel auf schwarzem Filz. Da ist es nicht so einfach, die passenden Garnfarben auszusuchen.

Wie gut, dass man aus einer Vielzahl an Hintergrundfarben wählen kann. Für einfarbig Schwarz braucht es ja nicht unbedingt den Scanner.

Wir haben vier Farben ausgesucht, aber nun ist die Frage, ob es sich lohnen würde, die letzte Farbe mit nachtleuchtendem Garn zu sticken.

Auch für dieses Problem hat die Pfaff Creative Expression 750 eine Lösung: Den Geistermodus. So zeigt sie immer nur die ausgewählte Farbe an. Wir wählen die letzte und bekommen so einen Eindruck davon, wie die Datei im Dunkeln aussehen würde. Perfekt!

Optionales Stickzubehör

Knopfloch sticken

Machen wir ohnehin lieber als nähen, aber mit Scanner einfach ein Traum!

Wir spannen Filmoplast Strong in den 8x8er Stickrahmen (optional) und scannen ihn ab. Dann laden wir unser Knopfloch und in wenigen Minuten ist das perfekte Augenknopfloch im Jeansbund. Das sogar direkt mit der Cutworknadel aufgeschnitten wird. Nächstes Mal werden wird den noch kleineren Stickrahmen (40 mm rund) nehmen, so können wir auch Vliesreste noch verarbeiten.

Stickfilzen

Für die Pfaff Expression 750 gibt es das Stickset für Filzeffekte. Das kennen wir schon von den Vorgängern und es wird immer genutzt, wenn eine passende Maschine da ist. Denn von Pfaff (und Husqvarna Viking) gibt es dafür auch eine tolle Auswahl an Stickmustern und zusätzlich kann man auch normale Stickmuster dafür verwenden.

Diese Dateien haben wir allerdings selbst erstellt, geht aber auch leicht und mit jeder Sticksoftware. So entstehen im Handumdrehen und ganz ohne Garn flauschige Stickereien. Da es trotzdem ein umfangreiches Thema ist, behandeln wir das in separaten Beiträgen.

Coole Funktion der Creativate-App: Man kann dort die Filznadel einstellen und bekommt eine Vorschau des Filzeffekts.

Grand Dream Hoop

Mit diesem optionalen Stickrahmen kann die Stickfläche der Expression 750 von 26 x 36 cm auf 36 x 35 cm vergrößert werden. Dafür muss die Datei geteilt werden oder für diesen Rahmen bereits vorbereitet sein. Für unseren ersten Versuch haben wir eine spezielle Datei für den Grand Dream Hoop gewählt:

Eine Anleitung, wie man ihn verwendet findet man auch direkt in der Expression im Lerncenter. Eigentlich muss man nur den einzelnen Schritten folgen, die im Display erscheinen. Diese Datei enthält dann gleich noch eine weitere Spezialtechnik, Thread Velvet.

Einen Teil der Stickerei schneidet man hinterher mit dem Skalpell auf für einen samtigen Effekt.

Das Motiv misst am Ende 32 x 32 cm und wird jetzt zu einem Kissen weiter verarbeitet. Aber das wird ja kein Problem für die Pfaff Creative Expression 750 sein. Daher endet hier unsere Testbericht-Reihe.

Fazit:

Eine Expression, die sticken kann, hat uns wirklich noch gefehlt! In der Redaktion sind wir ohnehin Fan der Kombimodelle, weil man sich so alles offen hält. Die drei neuen Expression-Modelle schließen die Lücke zwischen den Näh- und Stickmaschinen mit kleinem Display und den Icon- und Performance-Modellen.

Im Preisbereich von 5000 bis 6000 Euro gibt es bei den Kombis wenig Alternativen und keine davon verfügt über einen Laser und Scanner, zwei wirklich praktische Technologien. Die Nähfußerkennung wird bei uns nicht wirklich beachtet, aber auch sie wird dem einen oder anderen Hobbyschneider helfen können.

Die Alternativen:

Die Sapphire 85 hat keinen integrierten Obertransport und keinen Kniehebel, die B735 hat nur 5,5 mm Stichbreite und ebenfalls keinen integrierten Obertransport. Die B770 wird in der PLUS-Ausführung nicht mehr all zulange verfügbar sein, da es sich um ein Auslaufmodell handelt.

Es gibt allerdings auch den einen oder anderen Kritikpunkt, die wir ja im Test auch genannt haben. In der App ist einfach viel zu viel Englisch und wir sehen da schon seit Erscheinen des Singer Momentos keine wirkliche Besserung. Man sollte also schon Grundkenntnisse in Englisch haben, wenn man mit der App arbeiten möchte. Das gilt auch für den Blog in der Maschine, Stand heute (10.2.26) ist er immer noch nur auf Englisch verfügbar auch nicht nicht auf jeder Maschine auf dem gleichen Stand.

Für die Spezialtechniken würden wir uns mehr Infos auf der Creativate-Homepage wünschen. Die Auswahl an Spezial-Stickmuster ist vor allem mit Abo riesig, aber die passende Anleitung zu finden, sehr schwierig. Am besten geht das noch direkt in der Maschine oder in der App. Eigentlich steht Creativate ja aber für die Verbindung aller Elemente untereinander, also wünschen wir uns, dass man auch direkt bei den Stickmustern die passenden Anleitungen findet (nicht nur die allgemeinen Infos).

Denn gerade mit den exklusiven Stichtechniken und den Spezialsticktechniken punktet die Pfaff Creative Expression 750. Wer mehr als nur geradeaus nähen und farbige Muster absticken will, ist bei Pfaff genau richtig.

Somit ist die Pfaff Creative Expression 750 für uns derzeit die Empfehlung für alle kreativen Sticker, die unbedingt scannen möchten und wir können sagen: Wer erst damit angefangen hat, möchte nicht mehr anders sticken.

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