Testbericht: BERNINA B570 QE im Test bei Andrea Warnken

Hallo ihr Lieben!
Da steht sie also, eine Bernina auf meinem Nähtisch, und das bereits seit Mai.
Auf der Suche nach einer neuen Nähmaschine bekommt man den Eindruck, es führt kein Weg an Bernina vorbei. Eilt ihnen doch ein ausgesprochen guter Ruf voraus und jetzt steht tatsächlich eine in meinem Zimmer.

Meinen ersten Kontakt mit einer Nähmaschine der Schweizer Firma hatte ich 2016 bei einem Bloggerevent.
Klar, eine tolle Maschine, aber so eine würde mir nie ins Haus kommen.
Der Grund ist ganz einfach: Sie näht super, aber ist ja doch etwas hochpreisig.
Nun also die große Frage: Ist sie das wert?

Nach meinen ersten Testnähten und Projekten kann ich leise „ja“ sagen.
Zu Beginn möchte ich aber nicht zu viel loben, denn alles habe ich noch nicht getestet.

Nun einmal kurz die Geschichte, wie wir beide zusammen gekommen sind. Also die Bernina B 570 QE. Zur Verständnis, das QE steht für Quilters Edition. Wusste ich ehrlich gesagt bis dato nicht, aber es macht so viel Sinn. Der Name ist perfekt, dazu gleich mehr.
Zu Besuch bei einer Nähfreundin in Mettenbach haben wir uns an einem Tag auf den Weg nach Cham gemacht. Wenn man schon einmal in der Nähe ist. Dort haben wir nette und hilfsbereite Mitarbeiter vom Nähpark getroffen und konnten uns all die wunderbaren Maschinen angucken.
Den Abend zuvor haben wir uns unsere Wünsche aufgeschrieben.
Was muss meine neue Nähmaschine haben?
Auf was möchte ich nicht mehr verzichten?

Meine Antworten auf die beiden Fragen sind folgende gewesen:

- Großer Durchlass
- sauberes Stichbild
- Kniehebel
- verstellbarer Fußdruck
- Sensorhub
- verstellbare Nadelposition (bestenfalls mehr als einen nach links und einen nach rechts)
- Kraft (Knopflöcher auf Lammfleece sollten ohne Probleme funktionieren)
- optimaler Transport
- helles Licht
- sauberes Stichbild beim Nähmalen/ freihand applizieren
- ggf. Fadenwächter

Frau Petra Neuhierl hatte bereits ein, zwei Maschinen für mich und für meine Freundin ins Auge gefasst.
Somit zeigte sie mir diese Maschine. Die Bernina B570 QE.
Ich gleich „Naja, die ist mir eigentlich zu teuer“ und „Ich möchte keine Näh-/Stickkombi“.
Ich sollte dennoch darauf nähen und naja, sie ist schon toll und hat alles was ich mir wünsche. Eigentlich perfekt, oder?
Da die Stunden so schnell vergingen durfte die Maschine zu mir nach Hause reisen und ich darf sie ausgiebig testen und euch davon berichten.

Ich selbst lese sehr gerne Berichte über Nähmaschinen. Einfach weil sie einfach ehrlich und ungeschönt sind.

Nun einmal ein paar Fakten zur Nähmaschine:

- 4,3 Zoll großes Touchdisplay
- ca. 55 cm breit (mit angebautem Anschiebetisch)
- und ca. 12 kg schwer
- 1450 Nähprogramme, darunter 34 Nutz- und 450 dekorative Stiche
- 14 Kopflochprogramme
- automatischer Fadenschneider
- Ober- und Unterfadenwächter
- großer Anschiebetisch
- große Unterfadenspulen
- umfangreiches Zubehör mit zahlreichen Nähfüßen

Mit zum Lieferumfang gehört unter anderem der Kniehebel und die schicke Aufbewahrungsbox für die mitgelieferten Nähfüße und Nadeln usw.

Wie ihr bereits wisst, bin ich selbst kein Fan von dekorativen Stichen. Also nicht falsch verstehen, sie sind hübsch, aber irgendwie finde ich nie so recht die Möglichkeit sie zu nutzen. Für meinen Test der Maschine werde ich aber ein paar Stiche auf unterschiedlichen Materialien ausprobieren.

Da die Nähmaschine eine Quilters Edition ist, ist der BSR (Bernina Stichregulator) im Lieferumfang enthalten.
Der Einzelpreis für den BSR wäre ca. 510€ - ein stolzer Preis aber ich kann jetzt nach meinen zahlreichen Tests sagen, der Nähfuß lohnt sich. Also wer eine Bernina hat, gerne appliziert/nähmalt, dem kann ich den Nähfuß empfehlen!
Zum Applizieren und Nähmalen ist er Gold wert.
Das Fußpedal kann außen vor gelassen werden und man kann sich komplett auf die Applikation und sein Genähmaltes Konzentrieren.
Beim ersten Test - auch noch „live“ bei Instagram - kam ich noch nicht so gut damit zurecht, und mir sind sogar 2 Nadeln abgebrochen, aber es war tatsächlich ein angenehmes Nähen.
Der BSR steuert quasi die Schnelligkeit anhand der Bewegung unter dem Nähfuß.
Schwierig zu erklären, aber es funktioniert. Wenn der Stoff zu schnell bewegt wird, kann es auch mal vorkommen, dass die Nähmaschine einen Signalton macht und einmal aufleuchtet. Ansonsten kann man die Stiche wirklich super selbst regulieren und das ohne Pedal.
Ihr merkt schon, ich mag den Nähfuß. Ich glaube, dazu berichte ich am Besten noch einmal separat.

Zur Maschine:

Sie ist leise und sie kann nahezu alles. Bisher ist mein erster Eindruck mehr als gut und auch mein Genähtes gefällt mir sehr. Komfortables Nähen ist es seit ein paar Wochen. Und so leises Nähen.
Mir ist immer wieder bewusst, wie sehr ich mich an neuen Maschinen gewöhnen kann. Den Kniehebel liebe ich seit meiner erster Testmaschine und suche nun oftmals vergebens an meiner Coverlock nach dem Hebel.
Wer am Anfang noch denkt „Ach, sowas brauche ich nicht.“, dem kann ich sagen: Doch, unbedingt! Es vereinfacht ungemein und man kann mit beiden Händen das Nähstück unter dem Fuß platzieren.

Beim „Hochfahren“ der Nähmaschine braucht man etwas Geduld. Mein erster Gedanke war tatsächlich „Oh mein Gott, ich habe sie kaputt gemacht“. Aber nein, kurz danach leuchtet schon das Lämpchen und der komplette Nähbereich ist hell ausgeleuchtet. Wirklich wunderschön hell.
Dann noch ein Geräusch und schon ist sie bereit zum Nähen.
Die Handhabung gefällt mir auf Anhieb gut. Ich komme mit der Menüführung gut zurecht und das Touchdisplay reagiert einwandfrei.
Wenn die Finger dann doch mal zu dick sind, nehme ich gerne den mitgelieferten Touchpen als Hilfe. Bernina hat somit an alles Gedacht.

Wie ihr wisst, teste ich nicht einfach wahllos. Ich nähe das, was ich nähen möchte und aus den Materialien die ich gerade zwischen meinen Fingern bekomme.
So war das erste große Projekt ein Kindergartenrucksack aus Softshell und Kunstleder. Habe ich doch sonst bei Softshell mit Fehlstichen zu kämpfen, ging die Bernina wie Butter durch die Stofflagen.

Bei diesem Test ist es irgendwie alles anders. Ich habe weniger Angst vor der Maschine und Angst davor etwas „kaputt“ zu machen. Dennoch versuche ich euch ein umfangreiches Feedback zu geben und soweit es geht alle Funktionen auszuprobieren.

Eine große Hilfe beim Verstehen der Nähmaschine ist die umfangreiche Anleitung. So eine gute und durchdachte Gebrauchsanleitung habe ich noch nie in den Händen halten können.
Festes Papier, perfekter Druck und einfache Erklärungen.
Okay, auf dem ersten Blick denkt man sich, wie eine Anleitung nur so schwer und dick sein kann, aber sie beinhaltet nicht nur die Funktionen und Handhabung der Nähmaschine zum Nähen, sondern auch zum Sticken. Die Bernina B570 QE ist, wie oben erwähnt, eine Kombimaschine und kann zum Sticken nachgerüstet werden.

Ich freue mich jetzt erst einmal weitere Projekte anzugehen, unter anderem eine Walkjacke und eine neue Tasche aus Canvas und Leder und bin gespannt wie zuverlässig die Bernina näht und wie gut wir miteinander klar kommen.
Ich bin gespannt wo mich die Testreise hinführen wird.

Liebe Grüße, Andrea

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