Testoffensive: Janome MC 9400 QCP – Abschlussbericht von Julia Hennicke

Eine Nähmaschine für deutlich über 2000,- Euro - muss das sein? Jain. Ein bissel verliebt hab ich mich trotzdem in die Memory Craft 9400 von Janome. Ob ich sie mir nach meinem ausführlichen Test kaufen würde oder nicht, erfährst du in diesem Kurztest zur Memory Craft 9400.

Vor einigen Wochen kam ein großes und sehr schweres Paket bei mir an. Ich durfte für Nähpark eine Nähmaschine testen, die Janome Memory Craft 9400. Ich habe bisher mit einer Computernähmaschine von W6 aus dem Einsteigerbreich im niedrigen Preissegment genäht. Nachdem ich den Karton ausgepackt und die Ausmaße der neuen Maschine realisiert hatte, musste ich zunächst mal meinen kompletten Nähtisch auf und umräumen, um überhaupt Platz für das neue Schmuckstück zu schaffen.

Die Janome ist nämlich ungefähr doppelt so groß, fast doppelt so schwer wie meine "alte" Nähmaschine. Kommt dafür aber auch mit einer Menge Zubehör. Auspacken und Aufbauen klappen fast intuitiv und es fügt sich alles recht logisch und einfach zusammen:

Link zum Youtubefilm von Textilsucht

Schnurgerade und ohne Stofffraß durchs erste Nähprojekt

Ich habe als erstes Testobjekt eine leichte Buse aus gewebter Viskose genäht und bin begeistert. Die Maschine macht zwar einige Geräusche, an die man sich gewöhnen muss, aber sie näht so was von exakt und gerade, dass es absolut kein Vergleich zu meiner günstigen W6 ist. Es gibt sogar noch eine separate Profigeradstichplatte, mit der die Nähte noch exakter werden.

Ich hatte bisher gerade bei dünnen Stoffen immer wieder ein Problem mit eingefressenem Stoff am Anfang einer Naht oder wenn es ganz nah an die Stoffkante geht. Mit der Janome war das überhaupt kein Thema mehr und ich konnte mein Oberteil wirklich im Handumdrehen zusammennähen.

Viel Power auch für dicke Stoffe oder mehrere Stofflagen

Den großen Anschiebetisch habe ich erst mal beiseite gepackt, denn die Memory Craft 9400 ist eher eine Maschine für Quilter. Aber Patchworkdecken und Quilts sind so gar nicht meins. Aber auch ohne den großen Anschiebetisch bietet die Maschine mehr als ausreichend Platz und Komfort beim Nähen. Die Maschine hat wirklich Kraft und transportiert den Stoff sehr gleichmäßig. Auch mehrere dicke Stofflagen sind überhaupt kein Problem. Mein absolutes Highlight an der Maschine ist ein Licht, welches man herausziehen kann. Ich nähe nämlich in einem Raum ohne Tageslicht und gerade bei dunklen Stoffen hat mir immer eine zusätzliche Beleuchtung gefehlt.

Ausstattung und Zubehör der Janome Memory Craft 9400
  • Die Maschine bietet 350 Stiche und davon 11 verschiedene Knopflöcher
  • 5 Schriftarten
  • Stich Composer
  • 9-Fach LED Beleuchtung
  • Ober- und Unterfadenüberwachung
  • Stichplattenschnellwechsel
  • farbiger Touchscreen

Die Maschine schafft bis zu 1060 Stiche pro Minute und mit der Schnellwechselstichplatte kann man im Handumdrehen von der normalen auf die Profigeradstichplatte wechseln, welche extra schmale Nähte ermöglicht.

Im Zubehör enthalten sind verschiedene Standartnähfüße und drei Stichplatten. Diese Utenisilien lassen sich in einem praktischen Staufach aufbewahren, so dass man immer alles zur Hand hat.

Was ist mir an dieser Nähmaschine besonders aufgefallen ist

Mit 13,5 Kilo ist sie nicht gerade ein Leichtgewicht was den Transport betrifft. Dafür steht sie durch das hohe Gewicht aber auch absolut stabil auf dem Nähtisch und springt selbst bei Höchstgeschwindigkeit nicht hin und her. 

Absolut komfortabel finde ich den Fadenabschneider per Fußpedal und den Kniehebel. Ich habe zwar eingangs einige Male versehentlich das Fadenabschneiderpedal betätigt aber da gewöhnt man sich sehr schnell dran und möchte es dann nie wieder missen.

Dank des farbigen Touchdisplays, welches per Berührung die Stichauswahl aus einer Übersicht ermöglicht und praktische Informationen und Empfehlungen zum gewählten Stich gibt, wie z. B. dem optimalen Nähfuß, lässt sich die Maschine super einfach einstellen.

Hier kann man Stiche auswählen und Anpassungen vornehmen. Oft genutzt Einstellungen können außerdem gespeichert werden. Per USB-Schnittstelle lassen sich sogar selbst erstellte Stiche einspielen.

Alle wichtigen Tasten liegen gut greifbar beieinander und die stufenlose Geschwindigkeitsanpassung ermöglicht flüssiges Arbeiten. Wobei man dank Kniehebel und Fadenabschneiderpedal eh nur selten die Finger vom Stoff nehmen muss.

Durch die mitgelieferte Hülle lässt sich die Maschine staubfrei aufbewahren, wenn sie gerade nicht genutzt wird und kann sicher verstaut transportiert werden.

Mein Testfazit zur Janome Memory Craft 9400

Zugegeben, mit 2200,- Euro spielt die Memory Craft 9400 von Janome schon eher in der preislichen Oberklasse. Der Preis für eine Nähmaschine in dieser Qualität und mit diesem Funktionsumfang ist aber durchaus angemessen und wer eine Schwäche für Quilten und Patchwork hat, wird um diese Maschine nur schwer herum kommen. Denn genau da spielt die Janome ihre Stärken aus.

Besonders gefallen haben mir der präzise Geradeauslauf, die Geschwindigkeit und der Komfort des Kniehebels sowie das Fadenabschneiden per Pedal. So lassen sich selbst aufwendige Nähprojekte in nullkommanix umsetzen. Für Näher, die diesen gewaltigen Umfang an Stichen wirklich benötigen oder eben auf dem Komfort der extra Pedale und Hebel nicht verzichten wollen ist die Janome Memory Craft 9400 definitiv eine tolle Nähmaschine. Von mir eine klare Kaufempfehlung.

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