Testoffensive: Pfaff Creative Icon – Abschlussbericht von Andrea Warnken

Hallo ihr Lieben,

drei Monate gingen meiner Meinung nach viel zu schnell vorbei.

Seit Ende April stand die Pfaff Creative Icon mitten auf meinem Nähtisch - so als ob sie schon immer dort gestanden hat ;-).

Sie stellte alle anderen Maschinen in den Hintergrund und wurde von mir liebevoll behandelt - immer mit etwas Ehrfurcht dabei.

Insgesamt hat die Pfaff mein Nähzimmer in kurzer Zeit geupgradet 😉 Auf einmal war das Nähzimmer richtig viel Wert - so richtig viel *g*.

So präsent die Maschine auf meinem Nähtisch stand, umso selbstständiger wurde das Nähen mit ihr.

Ja nähen - ich habe in den drei Monaten sicherlich viel zu wenig von ihr verlangt und somit eher die "normalen" Sachen gemacht. 

Vielleicht weil es eben mit meiner eigenen Nähmaschine nicht anders gewesen wäre. 
Die Projekte die anstanden hätte ich mit meiner Nähmaschine genauso gemacht.

Für den Test habe ich aber mal die Zierstiche, die die Maschine vorzuweisen hat, ausprobiert.

Kurz dazu: Ich bin nicht der Fan von Zierstichen, habe sie an meiner Nähmaschine kaum bis gar nicht verwendet - ich liebe eher den schönen Geradstich als Schnörkeleien zum Absteppen. Dies ist aber reine Geschmackssache.

Da ihr euch aber sicherlich von einigen Zierstiche auf unterschiedlichen Materialien ein Bild machen möchtet, habe ich mich aufgerafft und auf Webware, Baumwolljersey, Sweat, Korkstoff und Kunstleder getestet.

Alles mit einer Universalnadel und Stickgarn - da dies noch eingefädelt war und ich zu faul zum Wechseln war 😉

Zudem habe ich noch ein, zwei Knopflochstiche ausprobiert. Diese musste ich in der Tat erst finden ;-). Sie sind okay, mit normalen Nähgarn sicherlich schöner.

Bei einigen Zierstichen gibt die Pfaff den Tipp Vlies unter zulegen. Ich habe es jetzt für meine Anschauung der Stiche auf unterschiedlichen Materialien nicht gemacht. Würde ich ein direktes Projekt mit einem gewissen Stich verzieren, so würde ich es definitiv machen. Bei Webware hat man oftmals ja ein Volumenvlies aufgebügelt sodass der Tipp hinfällig wäre. 

Aber toll, dass sie wirklich alles anzeigt.
Ebenso wird der Dual Transport nicht immer verlangt. Wenn doch und er ist noch nicht aktiviert, poppt ein Hilfetext/Infotext auf.

Ach und was ich erst ganz zum Schluss gesehen habe, ist die Stichvariante "Monogramm". Hätte ich sie eher entdeckt hätte ich wohl alle Handtücher mit einem A versehen - natürlich für Andrea ;-).

Sticken mit der Pfaff Creative Icon:

Meine ersten Gehversuche mit der Stickeinheit waren holprig und ängstlich.

Vorweg sei noch einmal gesagt, ich habe keinerlei Erfahrung im Bereich Sticken und keine Erfahrung mit einer Stickmaschine, geschweige denn einer Kombimaschine.
Ich habe somit als kompletter Anfänger vor der Stickeinheit gesessen. Die zahlreichen Anfängerfehler mal außen vor gelassen.

Im Handbuch, welches bei der Pfaff Creative Icon beiliegt, wird das Anschließen des Stickaggregats erklärt und wie man die Stichplatte und den Nähfuß wechselt. Dann übernimmt quasi die Maschine selbst die Erklärung - was mir persönlich schwer fällt.

In meinem ersten Bericht  habe ich bereits erwähnt, dass es sich um einen richtigen Computer handelt - die Nähmaschine fährt hoch wie ein Rechner und hat alle erdenklichen Hilfefunktionen vorinstalliert - sogar Videos die einzelne Sachen erklären.

Mir als Stickanfänger fehlt da doch das klassische Handbuch. Ihr lacht jetzt bestimmt, aber ich habe ein paar Minuten gebraucht, bis ich begriffen habe, ich muss auf "Play" drücken, damit die Maschine anfängt zu sticken. Jetzt fasse ich mir ja selbst an den Kopf und muss darüber schmunzeln aber ja, ich habe gedacht, dass ich dies am Touchdisplay machen muss.

Im Prinzip kann man bis zum Stickstart nicht viel falsch machen. Wenn etwas nicht richtig ist, poppt ein Fenster auf und man kann erst einmal nicht fortfahren, es sei denn man "behebt das Problem".

Die Pfaff sagt genau, wann man den Stickrahmen entfernen soll, wenn z.B. der Unterfaden zu Neige geht, der Stickrahmen kalibriert werden muss und überhaupt wird eigentlich alles gemeldet.

Das Einstellen der unterschiedlichen Stickrahmen funktionierte einwandfrei. Auch das Platzieren der Stickereien verlief ohne Probleme - wobei ich dort anhand meines vorbereiteten Quadrats Probleme hatte, die gewünschte Datei dort anzusetzen, wo ich sie später gerne hätte.

Ob es Schicksal war oder eben nicht, musste ich leider meine gestickten Tiere für die Krabbeldecke des kommenden Julijungen nachträglich aufnähen.
Mir sind nämlich zwei Tiere beim Sticken komplett verrutscht. Woran es lag kann ich gar nicht sagen. Ob es ein Bedienfehler meinerseits gewesen ist oder von der Datei.

Ich vermute, dass mein USB Stick den Kontakt kurzzeitig verloren hat (da dieser schon einige Jahre auf dem Buckel hat) und somit das Stickbild verrutscht ist.

Mich hat dies sehr geärgert aber letztendlich bin ich mit dem fertigen Ergebnis meiner Patchworkdecke so sehr zufrieden, dass der kurzzeitige Frust wie weggeblasen ist. Sie ist jetzt eben anders geworden aber genau so wie ich sie haben wollte.

Meine erste Probleme beim Sticken:

Hauptproblem, welches mir beim Nähmalen bereits aufgefallen ist, ist das Reißen des Oberfadens gewesen. Der Hauptfehler, so hat es sich in den letzten Tagen herauskristallisiert, war mein nicht vorhandenes Stickgarn. Und auch das Sticktempo spielte sicherlich eine Rolle.
Mit dem Stickgarn habe ich ohne Probleme sticken können und war natürlich direkt verliebt. Die Stickerei sieht einfach perfekt aus, und das ohne Anpassungen.

Beim Sticken auf Jersey habe ich somit Stickgarn verwendet und eine Stretchnadel, die mit im Lieferumfang der Maschine vorhanden ist. 

Und wisst ihr was, keinen einzigen Fadenbruch und das Sticken im ganz großen Rahmen (360x260) verlief ohne Probleme. Der große Rahmen (Creative Supreme Hoop) ist wirklich großartig.  Ich konnte für den Kissenbezug für den Kinderwagen den Schriftzug "Lieblingsmensch" komplett mittig anordnen und somit sieht das Wort auf den 80x80cm großem Kissen nicht verloren aus. Verwendet habe ich hierfür übrigens eine vorinstallierte Schrift der größtmöglichen Größe.

Zum Sticken auf dehnbaren Material habe ich nur das Klebende Stickvlies eingespannt. Darauf habe ich den Stoff "geklebt" und zum Schluss Avalon drüber gelegt. Dieses habe ich dann sogar mit den Klammern aus dem Zubehör der Stickeinheit etwas fixiert, damit es nicht so viel hin und her rutscht.

Wie oben bereits gesagt, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Ich mag jetzt mal herum posaunen, dass ich das Sticken auf Jersey schon drauf habe ;-).

Ich für meinem Teil bin mit meinen kleinen Gehversuchen im Bereich sticken schon recht zufrieden. Klar hätte ich sicherlich mehr machen können aber man muss auch die Projekte dazu haben.

In den letzten Tagen des Tests habe ich ohne ein Vorabtest einfach los gestickt. Einfach so, als hätte ich nie etwas anderes getan und was soll ich sagen. Ich liebe sticken.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich es doch mal sagen würde.

Der An- und Abbau dauert mir zwar immer noch zu lang 😉 Aber das Ergebnis überzeugt ohne Anpassungen auf ganzer Linie.
Ich habe ein Zebra auf Filz gestickt. Ohne Fadenbruch und ohne, dass das Stickbild unschön aussieht. Es ist einfach so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe.


Da ich mein Glück natürlich direkt heraus fordern wollte, habe ich am nächsten Tag direkt zwei Namenskissen für meine beiden Kinder gestickt - und das auf Jersey. Hach, einfach in den mittleren (Creative Elite Hoop - 260x200) "eingeklebt", Avalon drauf und Start. Der Jersey ist nicht verzogen und sie hat es ohne zu murren gestickt.

Meine Anfängerfehler waren somit eindeutig das falsche Garn, sowie eventuell die falsche Nadel

Schade, dass ich für die vorinstallierten Stickmuster keine Verwendung gefunden habe - diese hätte ich sehr gerne testen wollen aber ich bin dahingehen sehr projektorientiert.

Nähen mit der Pfaff Creative Icon:

Sie näht Weltklasse. Sie hat all das, was ich jetzt unbedingt haben möchte und schmerzlichst an meiner Nähmaschine vermisse.


Einen sehr großen Durchlass von ca. 30 cm - beim Nähen der Krabbeldecke war es so unbeschwert. Es hat so viel Spaß gemacht die 120 cm x 120 cm große Decke mit der Maschine zu nähen.

Den Kniehebel vermisse ich jetzt schon, sowie den Fadenabschneider.
Das leichte Anheben des Nähfußes nach jedem Stich ist so toll - gerade bei kleinen Kurven unerlässlich. 

Ich habe letzte Woche den Kindergartenrucksack für die Hummel genäht und hatte dort viele Kurven und es war so toll den Rucksack mit der Pfaff zu nähen. Auch bei dicken Lagen hat sie einwandfrei drüber genäht. 

Wie auch bei meiner Nähmaschine lasse ich die Nadelposition immer unten - so verrutscht auch keine Naht.

Präzises Nähen: Das kann sie par excellence. Nicht nur die Stichgenauigkeit stimmt, sondern auch das Stichbild. Aufgefallen ist es mir am meisten beim Annähen meines Kunstlederlabels mit der Stichlänge 3,5.

Dank des integrierten Dual-Transports war der Stofftransport wirklich immer einwandfrei. Für mich gibt es im Bereich nähen wirklich nichts schlecht zu reden.

Nicht zu vergessen die Möglichkeit "durch die Nadel" zu spulen. Genial. So spart man sich doch etwas Zeit, da man den Oberfaden nicht neu einfädeln muss. Apropos einfädeln. Ich vermisse jetzt schon den automatischen Nadeleinfädler ;-).

Wie bereits oben gesagt, habe ich nicht annähernd das genäht und geleistet, was die Pfaff zu bieten kann. Aber ich glaube das konnte man in den drei Monaten auch gar nicht.

Jeder Tester hat so seine Art zu nähen und so sind wunderbar unterschiedliche Eindrücke bei dieser Testoffensive entstanden.
Ihr müsst euch im hier auf dem Ratgeber unbedingt die anderen Berichte durchlesen.

Fazit:

Würde ich die Maschine kaufen? 
Ja. Ich hätte sie mir liebend gerne gekauft, keine Frage. Nur leider ist sie zum jetzigen Zeitpunkt finanziell nicht möglich. Mein Mann und ich haben es uns ernsthaft überlegt aber haben uns letztendlich gegen die Pfaff entschieden - da ich ja derzeit im Mutterschutz bin und anschließend in Elternzeit. Ja okay, und wir haben uns erst ein zweites Auto, ein Familienauto gekauft. Mit zwei Kindern würde es im 3 Türer doch etwas eng werden 😉

Wer es sich leisten kann und mit seinem Hobby in einer höheren Liga nähen und sticken möchte, sollte sie unbedingt ausprobieren. Sie ist wirklich toll und absolut empfehlenswert. Gerade für Technikbegeisterte (ich sag ja, mein Mann fand sie auch toll und hat sehr oft im Nähzimmer gestanden und mit zugeguckt und und und).

Als Näh- und Stickmaschine hatte ich eine Pfaff nicht auf dem Schirm - jetzt nach dem Test habe ich schon vermehrt diese Maschinen angeguckt.
Eigentlich stand es für mich fest, dass eine Kombimaschine eigentlich nicht meins wäre - dennoch muss ich mir eingestehen, dass ich bei einem Wunsch einer neuen Maschine die Möglichkeit in Betracht ziehen würde.

Ich bin der festen Überzeugung mit Hilfe des Nähparks in naher Zukunft eine schöne neue Maschine für mich finden zu können. 

Dem Nähpark Diermeier danke ich für die Chance und Möglichkeit die Pfaff drei Monate mein Eigen nennen und sie testen zu dürfen. Zudem bedanke ich mich für das entgegenkommende Vertrauen.

Liebe Grüße, Andrea

Zum Shop