Testoffensive: Janome MC 6700P – Abschlussbericht von Ina Zimmermann

Eigentlich wollte ich mit dem folgenden Absatz mein Fazit beenden, aber ich finde, es passt auch an den Anfang, um zu erklären, was für eine wunderbare Maschine die Janome 6700P ist. Ich nehme das jetzt einfach mal vorweg.

Ich bringe die Maschine am kommenden Wochenende persönlich mit dem Auto zum Nähpark nach Cham. Das ist von Köln aus 550 km, weit, aber ich freue mich schon wahnsinnig drauf und nehme das gern auf mich. Ich hatte mir eine bestimmt Maschine in den Kopf gesetzt, bevor ich als Testerin für die Janome 6700P ausgewählt wurde. Ich bin mir nun nach der Testphase aber nicht mehr sicher, ob ich die ins Auge gefasste Maschine noch möchte, weil die Janome mich im Grunde mit ihren vielen Features überzeugt hat. Deswegen gehe ich noch mal die Wunschmaschine probenähen, denn so eine Entscheidung will wohl überlegt sein. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich sogar ein wenig in die Janome 6700P verliebt habe. Das werde ich jetzt in den folgenden Zeilen beschreiben.

Warum sollte man sich die Janome 6700P kaufen? Es kommt darauf an, was einem beim Nähen wichtig ist. Der Spaß an präzisen Nähten, viele Zierstiche, ein starker Motor, ein großer Durchlass für voluminöse Projekte, viel Zubehör, ein Ober- und Untertransport, wie er momentan nur bei Industriemaschinen vorhanden ist, kombiniert mit 1200 Stichen in der Minute, eine möglich intuitiv bedienbare Maschine?

Ich hatte in meinem ersten Erfahrungsbericht ja schon ein wenig über die vielen Möglichkeiten und das Zubehör der Janome 6700P berichtet. Nun habe ich alles in drei Monaten ausgiebig ausgetestet.

Ich habe mich nie übermäßig fürs Patchworken oder Quilten begeistert. Es ist bei einer Decke für das Patenkind vor 5 Jahren zur Taufe geblieben. Jetzt weiß ich warum. Meine Maschinen waren nie wirklich für diese Projekte geeignet, ich hatte keine Gradstichplatte, keinen Obertransporteur, der Durchlass neben der Nadel war bei meinen andern Maschinen nie groß genug. Also habe ich mich mit der Janome wieder an eine Patchworkdecke gewagt, 1,20 m mal 1,50 m in großen 30 cm Quadraten mit schönen Stickereien drauf, die nicht zu kindlich sind. Das innenliegende 1,5 cm dicke Vlies habe ich aus einer Möbelpolsterei. Ich mag es, wenn die Nähte so plastisch herauskommen. Die Rückseite besteht aus einem kuscheligen Baumwoll-Fleece.

Was soll ich sagen? Ich bin richtig begeistert. Die Gradstichplatte eingesetzt und den Obertransport-Fuß benutzt und es hat so viel Spaß gemacht. Die 1200 Stiche in der Minute machen sich bei langen Strecken wie den 1,50m in der Länge wirklich bemerkbar. Leider hat mir dabei der Unterfadenwächter gefehlt, den ich wirklich für mich persönlich als einziges Manko der Janome 6700P sehe. Wenn man 80 cm in der Länge ohne Unteraden näht, ist die Freude beim Entdecken nicht sehr groß.

Mein nächstes Projekt werde ich aufwendiger gestalten und noch größer. Ich habe mir nun ein Dreieck-Lineal gekauft und freu mich schon drauf.

Im Sommer nähe ich sehr gern Webware-Kleider für meine Tochter komplett mit der Nähmaschine. Da sind dann auch einige entstanden.

Ich wollte mich unbedingt bei den Zierstichen austoben, das habe ich bei einem Wendeschürzenkleid gemacht. Die Möglichkeit bis zu 9mm breite Stiche zu bekommen, finde ich grandios. Es war wirklich schwer bei der Fülle der schönen Zierstiche, einen auszuwählen.

Aber mein Favorit ist die rosa Esel-Bluse. Die Nähte sind einfach so sauber und präzise.

Ich nähe sehr gerne kleine mit dickem Vlies gefütterte Reißverschluss-Kosmetiktaschen und verschenke sie an meine Freundinnen. Dazu habe ich mir dann Kunst Velourleder (Möbelbezugsstoff) gekauft und zwei Flamingo-Taschen genäht. Die Durchstichkraft ist wirklich klasse, ich bin über die Lagen inklusive Reißverschluß-Wulst wunderbar drüber geglitten. Ich liebe das. Das kannte ich bislang bei meinen anderen Maschinen nicht.

Auch knifflige kleine Nähte und Öffnungen näht die Janome 6700P wunderbar, ein kleines Projekt, Haarreifverzierungen aus Webware und Jersey.

Ein weiteres Projekt war eine mit Webware gefütterte Jersey-Einkaufstasche, die mittlerweile mein ständiger Begleiter ins Büro ist.

Ich bin wirklich eine absolute Jersey-Tante. Ich nähe das am liebsten. Warum? Meine Tochter und ich tragen es gern und ich finde, es sind relativ schnelle Projekte, die auch noch hübsch aussehen. Ich liebe bunte Kindersachen, besonders mit bestickten Applikationen. Und das, was man in der Regel so kaufen kann, gefällt mir nicht immer oder ist so unbezahlbar, dass man es dem Kind eigentlich nicht in die Kita anziehen kann. Auch hier ist vieles entstanden. Ein langes Kleid für mich, und mehrere für meine Tochter, wovon ich nur 3 zeige, sonst würde es den Rahmen sprengen.

All die tollen Projekte haben viel Freude mit der neuen Maschine gemacht, ich komme nun noch einmal auf die technischen Details der Maschine zurück, die mich persönlich begeistert haben.

  • Toll finde ich die zwei Drehknöpfe für die Stichbreite und Länge, das ist meiner Meinung nach viel praktischer als Tasten zu drücken.
  • Die Maschine ist sehr leise, man hört sie einfach nicht. Das einzige Geräusch, das man wahrnimmt, ist das Klacken der Einrichtung der Nadel in die richtige Position kurz nach dem Einschalten. Mein Freund schimpft ständig, wenn ich abends nähe und die Zimmertür des Nähzimmers nicht schließe, das hat er bei der Janome kein einziges Mal gemacht.
  • Der Wechsel der Stichplatten per Knopfdruck ist ein Traum, denn man will ja schnell wieder nähen und nicht die Maschine auf- und wieder zuschrauben. Das spart so viel Zeit.
  • Die sensationelle Durchstichkraft der Maschine hat mich, besonders beim Taschen nähen absolut überzeugt.
  • Der Durchlass von 25 cm rechts der Nadel ist perfekt auch für große Patchwork oder Quilting-Projekte.
  • Man kann den Nähfuß in zwei Stufen nach ganz oben heben und auch dort feststellen, das hat mir beim Patchwork Nähen die Arbeit ungemein erleichtert.
  • Der eingebaute Obertransport mit Differential ist perfekt für Sweat oder Bündchen bzw. generell zum Nähen von Jersey. Der 7-Punkte Untertransport sorgt dafür, dass das Nähgut perfekt transportiert wird.
  • Die Fadenschere und die Vernähautomatik sind Features, auf die ich bei einer Maschine nicht mehr verzichten möchte.
  • Die Unterfaden-Spulen können unabhängig vom Nähen separat aufgespult werden.
  • Den Regler zum manuellen Verstellen des stufenlosen Nähfußdrucks finde ich klasse.
  • Der eingebaute Industriekonenhalter ist super durchdacht und ersetzt meinen Konenhalter, den ich bislang an meiner Maschine genutzt habe.
  • Die Sicherheitsfunktion bei der Zwillingsnadel ist ebenfalls gut durchdacht. Es kann kein falscher Stich gewählt werden, wenn man diese Funktion an der Janome auswählt.
  • Der automatische Einfädler macht Spaß und hat bei mir nicht ein einziges Mal gepatzt.
  • Das mitgelieferte Zubehör ist in meinen Augen nahezu komplett, der Obertransport-Fuß, der Quilt-Fuß, der 1/4 Inch-Saum Fuß, der Kantenstepp-Fuß, die drei Stichplatten, den Anschiebetisch, das habe ich auch bei teureren Maschinen nie in dem Umfang gesehen. Die dazu gelieferte praktische Zubehör-Box, in die alles passt, gefällt mir sehr gut.
  • Zuletzt die Optik. Die Maschine ist sehr schwer und aus Metall. Sie ist vom Design sehr schön gelungen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass der Nähpark Diermeier mich als Testerin ausgewählt hat, obwohl ich keine Quilterin bin und hauptsächlich Jersey vernähe. Vielen Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Daher dient mein Fazit vielleicht auch als Entscheidungshilfe für die Näherinnen und Näher, die (noch) keine Quilter sind, aber einfach eine professionelle Maschine möchten, die absolut präzise und gleichzeitig schnelle Nähte macht, hohe Durchstichkraft hat (besonders toll, wenn man auch Taschen näht) und mit der das Nähen einfach noch mehr Spaß macht, denn das bietet die Janome 6700P definitiv.

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