Wie viele Lagen schafft diese Nähmaschine?

Es scheint eines der Hauptkriterien bei der Suche nach einer neuen Nähmaschine zu sein: Wieviele Lagen Jeans/Kunstleder/Leder schafft diese Maschine?

Und was ist die Antwort? Wie immer: Es kommt darauf an.
Auf was es ankommt und warum man das so nicht vergleichen kann, erklären wir hier.

Testbericht Fräulein An Bernina B570 (3)
Bernette B79 Im Test (4)

Die Kriterien

Korrekte Anwendung

Allen Vergleichen sollte immer die korrekte Anwendung vorausgesetzt sein. Gerade bei privaten Testberichten sieht man, dass die falsche Nadel verwendet wird oder Konstruktionen unter den Nähfuß gelegt werden, wie sie beim Nähen niemals vorkommen würden. Vergleichen Sie also selbst, stellen Sie zuerst sicher, dass die die passende Nadel und auch das passende Garn verwenden. Testen Sie in realistischen Situationen. Ein Wechsel von zwei auf 16 Lagen kommt im Allgemeinen selten vor.
Lesen Sie Testberichte von anderen Personen, beobachten Sie, wie getestet wurde. Ist der benötigte Nähfuß montiert? Wurde der Nähfußdruck dem Stoff angepasst? Wird die korrekte Nadel verwendet?

Die Technik

Es wird hier auch gelegentlich nach der Kraft einer Nähmaschine gefragt. Kein Hersteller gibt so etwas wie Kraft an, nicht mal der Stromverbrauch oder die Watt-Aufnahme ist bei allen Maschinen herauszufinden. Die würde auch wenig bringen, denn der Verbrauch von Strom sagt nichts darüber aus, wie gut die Nadel durch den Stoff gedrückt wird. Dazwischen liegen ja noch mehrere Übersetzungen und Konstruktionen, bis die Kraft vom Motor an der Nadelstange ankommt.
Zusätzlich ist die Frage, wie die Maschine mit der ankommenden Kraft umgeht. Blockiert sie bei Widerstand? Wie groß darf dieser sein? Manche Modelle haben Zusatzmotoren, die sich automatisch aktivieren, wenn ein gewisser Widerstand erreicht ist und schieben die Nadel mit einer pulsierenden Bewegung weiter. Dinge, die wir beim Nähen nicht mal bemerken.

Die Nähsituation

Gerade beim Thema Jeans wird oft schnell in den Raum geworfen, der Saum hat 6 Lagen, dann werden 6 Lagen Jeans unter den Nähfuß geschoben, darübergerumpelt und es heiß, die Maschine kann perfekte Säume an Jeans. Aber so einfach ist es nicht. Der Saum einer Jeans besteht je nach Nähart aus unterschiedlich vielen Lagen, die oft stufenförmig aufeinander folgen und es muss knapp an der Kante genäht werden, daneben nur eine Lage Stoff. Dann sollte auch so getestet werden. Und für Säume an Jeans gibt es viele tolle Nähfüße und die Möglichkeit einer Hebamme. So kann man mit etwas Mühe mit vielen Maschinen an Jeans die Säume kürzen. Das heißt aber noch nicht, dass Sie eine Jeans damit ganz einfach selbst nähen können, denn die Gürtelschlaufen benötigen wieder eine ganz andere Technik.
Lassen Sie sich also nicht von kleinen Stapeln Probestoff täuschen.

Testoffensive Pfaff Creative Icon Ingrid Koellmann Fazit (1)
Pfaff Icon Softshell Nähen
Testoffensive Janome 6700 Gaby Sprock Teil1 (17)

Der Stoff

Womit wir schon beim wichtigsten Punkt wären. Warum ist die Aussage „Diese Maschine schafft locker 10 Lagen Jeans!“ nutzlos?
Stellen Sie sich doch mal vor, Sie stehen in einem Bekleidungsgeschäft vor dem Jeansregal.
Was finden Sie da? Unmengen von verschiedenen Hosen und fast jedes Modell fühlt sich anders an. Hosen mit und ohne Elasthan oder anderen Beimengungen und ganz verschiedene Stoffstärken. Nur so am Rande wären 10 Lagen Jeans eigentlich 10 ganze Jeanshosen. Denn das fertige Produkt heißt Jeans, der Stoff nennt sich Denim.

Oder gehen Sie gedanklich durch einen Taschenladen. Es gibt ja nicht nur Leder und Kunstleder. Beides gibt es in weich, fest, steif, biegsam und so weiter.
Möchte man alle Nähmaschinenmodelle fair vergleichen, bräuchte man einen Normstoff. Der müsste überall die gleiche Qualität, Stärke und sogar Farbe haben. Und ein Verfallsdatum, denn Stoff verändert sich auch bei langer Lagerung. Diesen Normstoff müsste man dann mit der gleichen Nadel und dem gleichen Garn vernähen, um ein Vergleichsbild zu erzeugen.
Geht nicht, oder?

Wie findet man dann die gewünschte Maschine?

Möglichkeit 1:

Probieren Sie es selbst aus. Wenn Sie sich Ihr Wunschmodell bei uns im Laden anschauen, dürfen Sie gerne Ihre Stoffe mitbringen und testen, ob Sie das schafft, was Sie von ihr erwarten. Dabei sollten Sie aber die oben genannten Vorgaben beachten. Geht es um das Säumen von Hosen, bringen Sie doch einfach eine mit, die bereits soweit vorbereitet ist, dass der Saum nur noch genäht werden muss. Einfacher ist es, wenn Sie beim Kürzen den abgeschnittenen Saum aufbewahren als Testobjekt.
Nähen Sie Taschen, suchen Sie Abschnitte von Ihren genähten Projekte zusammen und vernähen Sie sie so, wie Sie es bei der letzten Taschen zu Hause gemacht haben. So werden Sie sicher die für Sie optimale Lösung finden.

Möglichkeit 2:

Wenn Sie nicht bei uns vorbeikommen können, vertrauen Sie uns! Wenn Sie unserem Beratungsteam genau schildern, was Sie vor haben, können wir Ihnen sagen, ob das dieses Modell schafft. Gehen Sie dabei ruhig ins Detail. Denken Sie an das Jeansregal. Beschreiben Sie genau, um welche Stoffe es gehen wird.

Möglichkeit 3: 

Lesen Sie Testberichte, aber mit Durchblick. Halten Sie sich nicht an Lagenzahlen fest, versuchen Sie aus dem Testbericht herauszulesen, um welchen Stoff es sich handelt. Beobachten Sie, ob er korrekt vernäht wird und was daraus entstehen soll. 

Und wenn Sie Ihre Wunschmaschine zu Hause stehen haben, achten Sie darauf, die passende Nadel und den optimalen Nähfuß zu verwenden und ändern Sie ruhig mal ein paar Einstellungen. Dann wird auch Ihre Nähmaschine die Stofflagen verarbeiten, die sie mit ihrer Konstruktion vernähen können sollte.

Testbericht Pfaff Expression 720 Unikati (3)
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Es scheint eines der Hauptkriterien bei der Suche nach einer neuen Nähmaschine zu sein: Wieviele Lagen Jeans/Kunstleder/Leder schafft diese Maschine?

Und was ist die Antwort? Wie immer: Es kommt darauf an.
Auf was es ankommt und warum man das so nicht vergleichen kann, erklären wir hier.

Testbericht Fräulein An Bernina B570 (3)
Bernette B79 Im Test (4)

Die Kriterien

Korrekte Anwendung

Allen Vergleichen sollte immer die korrekte Anwendung vorausgesetzt sein. Gerade bei privaten Testberichten sieht man, dass die falsche Nadel verwendet wird oder Konstruktionen unter den Nähfuß gelegt werden, wie sie beim Nähen niemals vorkommen würden. Vergleichen Sie also selbst, stellen Sie zuerst sicher, dass die die passende Nadel und auch das passende Garn verwenden. Testen Sie in realistischen Situationen. Ein Wechsel von zwei auf 16 Lagen kommt im Allgemeinen selten vor.
Lesen Sie Testberichte von anderen Personen, beobachten Sie, wie getestet wurde. Ist der benötigte Nähfuß montiert? Wurde der Nähfußdruck dem Stoff angepasst? Wird die korrekte Nadel verwendet?

Die Technik

Es wird hier auch gelegentlich nach der Kraft einer Nähmaschine gefragt. Kein Hersteller gibt so etwas wie Kraft an, nicht mal der Stromverbrauch oder die Watt-Aufnahme ist bei allen Maschinen herauszufinden. Die würde auch wenig bringen, denn der Verbrauch von Strom sagt nichts darüber aus, wie gut die Nadel durch den Stoff gedrückt wird. Dazwischen liegen ja noch mehrere Übersetzungen und Konstruktionen, bis die Kraft vom Motor an der Nadelstange ankommt.
Zusätzlich ist die Frage, wie die Maschine mit der ankommenden Kraft umgeht. Blockiert sie bei Widerstand? Wie groß darf dieser sein? Manche Modelle haben Zusatzmotoren, die sich automatisch aktivieren, wenn ein gewisser Widerstand erreicht ist und schieben die Nadel mit einer pulsierenden Bewegung weiter. Dinge, die wir beim Nähen nicht mal bemerken.

Die Nähsituation

Gerade beim Thema Jeans wird oft schnell in den Raum geworfen, der Saum hat 6 Lagen, dann werden 6 Lagen Jeans unter den Nähfuß geschoben, darübergerumpelt und es heiß, die Maschine kann perfekte Säume an Jeans. Aber so einfach ist es nicht. Der Saum einer Jeans besteht je nach Nähart aus unterschiedlich vielen Lagen, die oft stufenförmig aufeinander folgen und es muss knapp an der Kante genäht werden, daneben nur eine Lage Stoff. Dann sollte auch so getestet werden. Und für Säume an Jeans gibt es viele tolle Nähfüße und die Möglichkeit einer Hebamme. So kann man mit etwas Mühe mit vielen Maschinen an Jeans die Säume kürzen. Das heißt aber noch nicht, dass Sie eine Jeans damit ganz einfach selbst nähen können, denn die Gürtelschlaufen benötigen wieder eine ganz andere Technik.
Lassen Sie sich also nicht von kleinen Stapeln Probestoff täuschen.

Testoffensive Pfaff Creative Icon Ingrid Koellmann Fazit (1)
Pfaff Icon Softshell Nähen
Testoffensive Janome 6700 Gaby Sprock Teil1 (17)

Der Stoff

Womit wir schon beim wichtigsten Punkt wären. Warum ist die Aussage „Diese Maschine schafft locker 10 Lagen Jeans!“ nutzlos?
Stellen Sie sich doch mal vor, Sie stehen in einem Bekleidungsgeschäft vor dem Jeansregal.
Was finden Sie da? Unmengen von verschiedenen Hosen und fast jedes Modell fühlt sich anders an. Hosen mit und ohne Elasthan oder anderen Beimengungen und ganz verschiedene Stoffstärken. Nur so am Rande wären 10 Lagen Jeans eigentlich 10 ganze Jeanshosen. Denn das fertige Produkt heißt Jeans, der Stoff nennt sich Denim.

Oder gehen Sie gedanklich durch einen Taschenladen. Es gibt ja nicht nur Leder und Kunstleder. Beides gibt es in weich, fest, steif, biegsam und so weiter.
Möchte man alle Nähmaschinenmodelle fair vergleichen, bräuchte man einen Normstoff. Der müsste überall die gleiche Qualität, Stärke und sogar Farbe haben. Und ein Verfallsdatum, denn Stoff verändert sich auch bei langer Lagerung. Diesen Normstoff müsste man dann mit der gleichen Nadel und dem gleichen Garn vernähen, um ein Vergleichsbild zu erzeugen.
Geht nicht, oder?

Wie findet man dann die gewünschte Maschine?

Möglichkeit 1:

Probieren Sie es selbst aus. Wenn Sie sich Ihr Wunschmodell bei uns im Laden anschauen, dürfen Sie gerne Ihre Stoffe mitbringen und testen, ob Sie das schafft, was Sie von ihr erwarten. Dabei sollten Sie aber die oben genannten Vorgaben beachten. Geht es um das Säumen von Hosen, bringen Sie doch einfach eine mit, die bereits soweit vorbereitet ist, dass der Saum nur noch genäht werden muss. Einfacher ist es, wenn Sie beim Kürzen den abgeschnittenen Saum aufbewahren als Testobjekt.
Nähen Sie Taschen, suchen Sie Abschnitte von Ihren genähten Projekte zusammen und vernähen Sie sie so, wie Sie es bei der letzten Taschen zu Hause gemacht haben. So werden Sie sicher die für Sie optimale Lösung finden.

Möglichkeit 2:

Wenn Sie nicht bei uns vorbeikommen können, vertrauen Sie uns! Wenn Sie unserem Beratungsteam genau schildern, was Sie vor haben, können wir Ihnen sagen, ob das dieses Modell schafft. Gehen Sie dabei ruhig ins Detail. Denken Sie an das Jeansregal. Beschreiben Sie genau, um welche Stoffe es gehen wird.

Möglichkeit 3: 

Lesen Sie Testberichte, aber mit Durchblick. Halten Sie sich nicht an Lagenzahlen fest, versuchen Sie aus dem Testbericht herauszulesen, um welchen Stoff es sich handelt. Beobachten Sie, ob er korrekt vernäht wird und was daraus entstehen soll. 

Und wenn Sie Ihre Wunschmaschine zu Hause stehen haben, achten Sie darauf, die passende Nadel und den optimalen Nähfuß zu verwenden und ändern Sie ruhig mal ein paar Einstellungen. Dann wird auch Ihre Nähmaschine die Stofflagen verarbeiten, die sie mit ihrer Konstruktion vernähen können sollte.

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