Pfaff Admire Air 7000 Testbericht

Coverlock PFAFF Admire Air 7000 im Test bei der Redaktion

Natürlich ist jedes neue Modell auf dem Markt interessant, aber nicht jede Maschine kann in der Redaktion ausführlich getestet werden. Kommen allerdings neue technische Funktionen dazu, sind wir schon interessiert und zusätzlich richten wir uns auch danach, was von Ihnen so nachgefragt wird.

Die Admire Air 7000 von Pfaff zieht schon mal die Blicke auf sich. Eine Coverlock mit Display, Kniehebel und Anschiebetisch, noch dazu in einer stylischen Farbe, teilweise Hochglanz. Die muss getestet werden!

Die Hochglanzoptik war uns während der Vorstellung (die natürlich online statt fand) gar nicht so aufgefallen. Und auch nach dem Auspacken wirkt die Admire erst mal matt. Bis man die kleinen Laschen zum Abziehen der Schutzfolie sieht. Auspacken, aufstellen, montieren. Gelingt schon mal ohne Anleitung. Alles in allem macht sie einen sehr edlen Eindruck, wenn sie fertig aufgestellt ist.

Erste Nähte

Die Admire Air 7000 kommt zwar voreingefädelt, aber diese Fäden haben wir erst mal entfernt. Wieder kam ein kurzer Blick in die Anleitung, ein etwas längerer auf den Quickstart-Guide und dann haben wir einfach direkt losgelegt.

Wie auch bei unseren anderen Tests muss eine Testmaschine direkt in die aktuellen Projekte einsteigen. Denn nur in der projektbezogenen Anwendung zeigen sich die Stärken und Schwächen einer Maschine.

Für die Versäuberung dieses Baumwoll-Strickstoffes kam die 3-Faden-Overlocknaht zum Einsatz. Am Display wird der Stich ausgesucht, die Maschine zeigt an, welche Fäden eingefädelt werden müssen und welche Einstellungen sonst noch benötigt werden. Da sie ja bei der Auslieferung im Zustand „Overlocken“ kommt, gab es da nicht viel zu machen. Die Lufteinfädelung funktioniert einwandfrei, auch das Einfädeln von MADEIRA Aeroflock (Bauschgarn in Stärke 100) war kein Problem.

Nach diesem Einstiegsprojekt „Kanten versäubern“ haben wir auf ein gegensätzliches Material gewechselt, Wirkfutter.

3-Faden-Stretchstich

Hat man den Stich ausgesucht, zeigt die Maschine an, welche Fäden eingefädelt werden müssen, hier am Beispiel der 3-Faden-Stretchnaht.

Unter dem Reiter i1 wird dargestellt, was umgebaut oder aktiviert werden muss. Unter i2 findet man den Einsatzzweck.

Schließt man das über das rote X, erscheint wieder der normale Bildschirm mit allen Angaben. Hier ist auch zu sehen, welche Nadel eingesetzt sein müssen. Rechts kann man über das Symbol der Fadenspannung ein weiteres Fenster öffnen, in dem die Fadenspannungen angepasst werden können. Abweichungen werden schwarz dargestellt.

Die Probenaht am Wirkfutter. Wir haben die Spannung geringfügig angepasst und so die Futterjacke für einen Blouson fertig genäht.

Erster Umbau zum Covern

Die Ärmel bestehen aus drei Teilen und sollten nach dem Zusammensetzen mit dem Kettstich abgesteppt werden. Also musste vom Overlocken zum Covern umgebaut werden. Dies hat mit der Anleitung ohne Probleme geklappt. Beide Nähte wurden mit MADEIRA Aerolock in den Nadeln und MADEIRA Aeroflock in den Greifern genäht. Auf dem Bild ist die Rückseite zu sehen.

Um zu Covern, muss der Obergreifer deaktiviert werden, dies geschieht über diesen Schieber in der Klappe, der mit A und B gekennzeichnet ist. Wir finden ihn etwas ungünstig angebracht, so direkt unter dem Hebel für das Einfädeln.

Die Kettstichnaht konnte mit den Standardeinstellungen sofort genäht werden. Das Beenden der Naht finden wir in der Anleitung schlecht beschrieben und raten zu der allgemeinen Methode: Anfang und Ende mit der Covermaschine.

4-Faden-Overlocknaht

Für die weiteren Schritte ging es wieder zurück zur 4-Faden-Overlocknaht. Der Stoff für den Blouson ist Scuba in ca. 2 mm Stärke und wurde von der Admire problemlos vernäht, auch an Nahtkreuzungen.

Beim Einnähen der Futterjacke traf dann Wirkfutter auf Scuba, was eine sehr rutschige Kombination darstellte, aber auch zuverlässig zusammengenäht wurde.

Maneela Kibadoo Scuba

Schnittmuster: Maneela von Kibadoo

Damit war die Arbeit an der Jacke erst mal beendet, der Reißverschluss wurde mit der Nähmaschine eingenäht.

3-Faden-Flachnaht

Die Flachnaht mit drei Fäden hat mit den empfohlenen Einstellungen fast schon perfekt gepasst, wir haben lediglich noch die Spannung des Untergreifers etwas erhöht. Hier wurde mit normalem Nähgarn gearbeitet (MADEIRA Aerofil). Wir haben uns für den Leiterstich außen entschieden, beim Stoff handelt es sich um normalen Baumwolljersey.

Ein Projekt mit verschiedenen Nähten

Diese Flachnaht wurde für die vier Raglannähte bei diesem Schlafshirt genutzt. Es ist bis auf die Verbindungsnaht des Halsbündchens komplett mit der PFAFF Admire Air 7000 genäht.

Schnittmuster: Betula von Fabelwald verlängert.

Die Ärmelssäume wurden mit zwei Nadeln schmal, der untere Saum mit zwei Nadel breit gecovert. Über die Nahtkreuzung gab es trotz vorherigem Bügeln eine leichte Kurve, aber keinen Fehlstich. 

Das Halsbündchen wurde (wie auch die Seitennähte) mit der 4-Faden-Overlocknaht angenäht, gebügelt und mit der schmalen Covernaht abgesteppt.

Der Umbau zwischen den einzelnen Nähten gelang gut, wir haben die verwendeten Stiche jeweils abgespeichert, um sie jederzeit wieder aufrufen zu können.

Da laut Anleitung einmal pro Woche geölt werden sollte, haben wir nach diesem Projekt die Maschine gereinigt und geölt. Zum Reinigen haben wir auch die Stichplatte abgenommen. Dies gelingt jedoch nicht mit dem mitgelieferten Schraubendreher.

Covernähte

Wir haben die verschiedenen Covernähte mit unterschiedlichen Garnen getestet. Nach den ersten Versuchen mit dem Standardnähfuß haben wir diese noch mit dem transparenten Coverfuß verglichen und finden, dieser lohnt sich definitiv, wenn man öfter covert (nicht im Lieferumfang enthalten). Die Sicht ist besser und er liegt auch besser auf, da er an der Seite geschlossen ist. 

Die Raglannähte sind mit drei Nadeln auf links gecovert, in den Nadeln MADEIRA Aerolock, im Greifer MADEIRA Aeroflock. Der Saum ist mit zwei Nadeln breit auf links gecovert.

Wir fanden es überaus gut, dass die PFAFF Admire Air 7000 keinen einzigen Fehlstich produziert hat. Auch wenn sich der Stoff mal staute oder wir den Nähfuß angehoben und zurechtgezogen haben, hat sich das lediglich im Stichbild geäußert, aber nie in einem Aussetzer.

Daher war die Überraschung groß, als das sichtbar wurde:

Allerdings war der Fehler schnell gefunden.

Die Nahtzugabe war zu knapp zurückschnitten und ein Nadelfaden war durchtrennt. Also selbst schuld ….

Covern mit Bauschgarn

MADEIRA Aeroflock war dann doch etwas zu dick und hat die Nadelfäden auf die linke Seite gezogen. Beim normalen Covern ist das okay, aber hier wollten wir auf links nähen und die Nadelfadenschlaufen waren uns zu groß. Erhöht man dort aber die Spannung, zieht sich die Naht in der Breite zusammen und wird steif. Die Greiferspannung stand aber schon auf 0. Weniger Spannung konnten wir erzeugen, in dem wir die Feder der ersten Spannung mit einer Pinzette nach unten geklemmt haben.

Rechts ohne Pinzette, links mit.

Bei der Covernaht mit zwei Nadeln war das Reduzieren der Spannung durch die Pinzette nicht nötig.

Ähnliche Ergebnisse haben wir mit MADEIRA Decora 12 erzielt. MADEIRA Decora 6 war zu dick für die Admire Air 7000, da die Lufteinfädelung nicht umgangen werden kann.

Nahtkreuzungen

An Nahtkreuzungen tendiert die Coverlock zu leichten Schlenkern, die dadurch vermindert werden können, dass die Nahtzugaben auseinander oder in entgegengesetzte Richtungen gelegt werden. Bügeln gehört natürlich auch dazu.

Hilfreich ist hier auch ein kleines Stückchen wasserlösliche Folie, die auf die rechte Stoffseite gelegt wird. Man sollte allerdings rechtzeitig an die Folie denken. Auf dem Bild sieht man links eine Unebenheit in den Schlaufen, diese entstand durch Anheben des Nähfußes (so hoch, dass die Spannungsscheiben auf gingen), weil wir zu spät an die Folie gedacht hatten.

Hier sieht man noch schön den Vergleich. Links stand der Nähfußdruck auf 6, in der Mitte auf 1. Dies hat schon mal geholfen für schöner Übergänge, allerdings wurden die Stiche dann kürzer. Den besten Effekt erzeugte MADEIRA Avalon Ultra (es geht aber auch mit MADERIA Avalon Film, diese Folie lässt sich auch leichter abreißen). Auch der Wechsel vom Standardfuß zum Coverfuß (optional)  reduziert die leichte Abweichung.

Das Shirt (Schnitt von Ottobre) wurde noch mit einem Stickmotiv (Foamy Letters) versehen und bekam einen Streberstreifen. Alle anderen Nähte wurde mit der PFAFF Admire Air 7000 ausgeführt.

Sweat und Bündchen

Bei einem weiteren Projekt wurde getestet, wie sich die Admire Air 7000 bei Bündchen und Sweat schlägt. Genäht wurde:

  • 4-Faden-Overlocknaht: Saumbündchen, Ärmelbündchen, Seitennähte, Ärmelstreifen, Halsbündchen.
  • Kettstich: Ärmelstreifen Absteppung
  • 2-Faden-Covernaht schmal: Ziernaht Ärmelbundchen
  • 2-Faden-Covernaht breit: Covernaht Taschen

Die Covernähte sind mit MADEIRA Reflect genäht und konnten alle in den Standardeinstellungen verwendet werden. Das Aufcovern der Tascheneingriffe klappte sofort. Ohne Hebamme wurden die Stiche an den Stufen leicht unregelmäßig, mit Höhenausgleich perfekt.

Zu dick für das Messer wurde es dann an den Ärmeln. Die Bündchen wurden zuerst angenäht und dann die Ärmelnaht geschlossen, dort kamen dann zwei Lagen Sweat auf vier Lagen Bündchen.

Gestartet hatten wir mit einer Nahtzugabe von 1 cm, also musste das Messer schneiden. Für einen Vergleich haben wir die selbe Situation ohne Abschnitt gearbeitet, da wurden die Lagen vernäht. Das Problem lag also an der maximalen Höhe des Messers.

Das Schnittmuster für die Jacke stammt aus einer Ottobre-Zeitschrift. 

FAZIT:

Nach einigen Projekten mit der PFAFF Admire Air 7000 haben wir einen guten Eindruck von der Coverlock bekommen. Die grundsätzliche Frage, ob ein Kombimodell geeignet ist, wird von der Lufteinfädelung positiv beeinflusst. Nicht nur, dass das Einfädeln schneller geht, sie reduziert auch die Fehlerquellen beim Umbauen. Schade finden wir aber, dass man die Lufteinfädelung nicht umgehen kann.

Wenn die Admire korrekt eingefädelt ist, näht sie sehr zuverlässig. Vor allem beim Covern werden unterschiedliche Garnsorten problemlos verarbeitet, Fehlstiche waren ihr keine zu entlocken. Die große Arbeitsfläche machen das Nähen angenehm, die Geschwindigkeit ist extrem gut dosierbar (und kann ja auch noch nach oben hin begrenzt werden). Der Nadelstopp oben erspart unzählige Griffe ans Handrad.

Bei den Overlockstichen mussten wir fast immer die Spannung anpassen, da uns die voreingestellte Spannung zu gering war. Daher haben wir jeden Stich nach den Veränderungen abgespeichert, Platz ist ja genug vorhanden. Leise ist die Admire nicht gerade, aber im Gegensatz zu ihrem Vorgänger fängt sie bei maximaler Geschwindigkeit nicht an, zu vibrieren.

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