Die HUSQVARNA VIKING Huskylock s25 im Test bei der Redaktion – Fazit

Nach vier Wochen ziehen wir nun unser Fazit zur HUSQVARNA VIKING Huskylock s25.

Wenn es um die Anschaffung einer Coverlock geht, stellt sich ja unabhängig vom Modell immer die Frage: Stört das Umbauen? Deswegen haben wir euch dazu einen separaten Artikel geschrieben: Coverlock oder Overlock und Cover?

Und natürlich haben wir das selbst probiert:

Der Umbau

Diese zwei Shirts sind bis auf das Label komplett mit der Huskylock s25 genäht. Als Garn haben wir uns für GÜTERMANN Bulkylock 80 entschieden, sowohl beim Covern als auch beim Overlocken. Das Schnittmuster ist von Ottobre.

Der Ablauf:

  • Raglannähte schließen (4-Fach-Overlockstich)
  • Ärmel säumen (3-fach-Coverstich auf links)
  • Seitennähte schließen (4-fach-Overlockstich)
  • Halsbündchen einsetzen (4-fach-Overlockstich)
  • Säumen (3-fach-Coverstich auf links)
  • Halsbündchen absteppen (Kettstich)

Wenn man mal nicht weiß, welche Naht man nehmen soll, kann man sich über die Infotaste die Hinweise dazu einblenden lassen.

Es musste also für die Shirts drei mal umgebaut werden. Der Umbau zur Overlock dauert bei uns ca. 8 min, zum Covern 5 min. Um etwas Zeit zu sparen haben wir beide Shirts gleich parallel genäht.

Alle Nähte hat die Huskylock s25 zuverlässig gecovert, auch über Nahtkreuzungen. Covern auf links entlang der Overlocknaht klappt einwandfrei (wenn die Naht gebügelt ist). Für ein schönes Stichbild mit GÜTERMANN Bulkylock musste die Spannung insgesamt erhöht werden, das hat ein bisschen gedauert, bis die optimale Einstellung gefunden war. Hier ist es auf jeden Fall ratsam, den Stich abzuspeichern.

Das Covern

Was uns besonders gut gefällt, ist die Sicht beim Covern. Es ist zwar ein Metallfuß (Klarsichtfuß optional erhältlich), aber durch den Schlitz vor den Nadeln und die langen Nadeleinstichöffnungen kann man sehr gut erkennen, wie der Stoff unter dem Nähfuß verläuft.

Auch kann man mit der s25 sehr schön langsam nähen. Das große Fußpedal erleichtert dazu die Bedienung. Diese Coverlock hält immer mit den Nadeln in der höchsten Position an, das erspart lästiges Drehen am Handrad.

An diesem Shirt sind die Säume mit dem Dreifachcoverstich und GÜTERMANN Bulkylock gecovert, der Halsausschnitt mit dem Coverstich schmal. Für das Bauschgarn wird bei dieser Coverlock ja eine höhere Spannung benötigt, aber bei normalen Garnen ist uns etwas aufgefallen:

Die Greiferspannung steht beim Covern immer auf 0, kann daher nicht mehr gesenkt werden. Um einen schön verschlungenen Stich zu covern (oder einen sehr dehnbaren) müsste die Greiferspannung reduziert werden. Man kann das durch Senken der Nadelspannung und des Differenzials etwas ausgleichen, aber gibt es reine Covermaschinen, bei denen das einfacher einzustellen ist. Man kann für diesen Effekt auch die eine oder andere Öse beim Einfädeln auslassen, allerdings steigt dann das Risiko von Fehlstichen, vor allem bei Nahtkreuzungen.

Hier im Bild sieht man MADEIRA Decora12, bei dem wir mit einer ausgelassenen Öse gearbeitet haben. Decora12 ist ja um einiges dicker als normales Garn und normal eingefädelt war uns der Stich zu straff.

An der ersten Nahtkreuzung entstand eine Stauchung, diese hat aber nichts mit der ausgelassenen Öse zu tun. Hier hat ganz einfach eine Hebamme geholfen, weshalb wir dazu ein Insta-Live gemacht haben. Das kann man hier noch anschauen: nähRatgeber auf IGTV – Hebamme.

Nahtkreuzungen sind ja gerade beim Covern immer das Thema, das wurden auch wir über Instagram gefragt. Dort zeigen wir jetzt auch auf IGTV, wie man bei einem Raglanhalsausschnitt sauber über diese Stellen kommt. Diese Tipps gelten für alle Covermaschinen. Wenn man alle Nahtzugaben gut bügelt, extreme Stellen etwas mit einem Hammer komprimiert und bei Stufen eine Hebamme unterlegt, kann man Probleme wirklich gut vermeiden.

NähRatgeber auf IGTV – Halsausschnitt covern.

Wir haben die s25 auch in zwei Livevideos umgebaut, einmal zum Overlocken, einmal zum Covern (IGTV und nähFan).

Hier sehen Sie das Schlafshirt aus dem IGTV-Video, bei dem der Halsausschnitt mit dem Kettstich abgesteppt wurde. Die Säume sind gecovert, an den Ärmeln auf links mit MADEIRA Aeroflock im Greifer, unten am Saum normal. Der gestreifte Stoff war nicht absolut gerade geschnitten und mit einer Ziernaht würde die Schräge viel mehr auffallen.

Am rechten Ärmel ist hier eine Tasche konstruiert worden, die an den Seitennähten und am Hals mit der Overlocknaht befestigt ist, der Rest ist aufgecovert. Diese dient als Aufbewahrung für einen Kühlpad wegen Schulterschmerzen. Über die dadurch entstandenen Stufen am Ausschnitt hat die Huskylock s25 problemlos mit den oben genannten Tipps genäht.

Die Kettnaht

Viele Nutzer von Covermaschinen arbeiten meist mit zwei oder drei Nadeln. Dabei kann die Cover doch auch einen strapazierfähigen und dehnbaren Geradstich nähen. Mit dem schlanken Nähfuß der Huskylock s25 ist das Absteppen gleichmäßig möglich. Hier haben wir ihn zum Sichern der Paspel-Overlocknaht verwendet. So bleibt der Halsausschnitt gut dehnbar.

Der Kreisnäher

Die s25 kommt mit einem großen Anschiebetisch. Auf diesem befindet sich eine Reihe kleiner Löcher. Sie bilden zusammen mit dem goldfarbenen Pin einen Kreisnäher. Wir haben damit ein kleines Wärmekissen genäht.

Dafür muss nicht rund zugeschnitten werden. Die Stofflagen werden entsprechend des Kissens aufeinandergelegt, Vlies stabilisiert die Lagen. In unserem Fall:

Die Vorderseite mit der rechten Stoffseite nach oben

Der Hotelverschluss

Vlies

Der Pin wird in der Mitte durchgesteckt. Da er relativ lang ist, haben wir noch ein Stück Filz oben und unten zur Stabilisierung mit aufgesteckt.

So kommt das Sandwich dann auf den Anschiebetisch, der Pin durch das entsprechende Loch.

Für den Rundenanfang den Stoff einschneiden.

Im weiteren Verlauf schneidet die Overlock den Stoff ab. Hier erkennt man gut die leider sehr begrenzte Ausleuchtung der s25 zur linke Seite hin. Wobei der Bereich, den man zum Nähen wirklich braucht, ausreichend gut beleuchtet ist.

Einmal in Kreis nähen, fertig.

Für das Inlett wurde ebenfalls ein Kreis genäht, jedoch mit einer Wendeöffnung. Das Inlett wurde mit Rapssamen gefüllt und mit der Nähmaschine verschlossen.

Das Außenkissen haben wir noch am Rand abgesteppt.

Und einen Klettverschluss angenäht.

Unser Fazit:

Die Huskylock s25 hat ihre Stärken und Schwächen. Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man mit einem Kombigerät arbeiten will. Der Umbau gelingt mit der Zeit immer besser, aber der Bereich vor den Overlockgreifern ist sehr eng gestaltet. Die Möglichkeiten des Displays erleichtern den Wechsel, das Speichern der bevorzugten Stiche sollte man unbedingt nutzen. So erspart man sich lästiges Einstellen.

Der Nähberater liegt im Gegensatz zu den Nähmaschinen bei den Fadenspannungen oft sehr weit daneben. Wir vermuten, dass die s25 auf ein ganz bestimmtes Garn eingestellt wird, welches aber nicht in der Anleitung erwähnt wird.

Der schlanke Nähfuß ist angenehm, vor allem, da er für beide Funktionen benutzt werden kann. Er scheint allerdings auch der Grund dafür zu sein, dass bei zunehmender Stoffstärke der Transport etwas schwächelt.

Unser Highlight an der s25 ist der Nadelstopp oben. Somit entfällt der Griff zum Handrad nahezu komplett, war wir als echte Arbeitserleichterung empfinden.

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