Erster Eindruck `Juki HLZ-H70` von Verena Weis

Seit ich wieder mit dem Nähen angefangen habe, sind mir schon so viele tolle Dinge passiert, habe ich viele nette Leute kennengelernt und Erfahrungen sammeln können. Und nun darf ich auch noch für den Nähpark Diermaier ganze 3 Monate eine JUKI-Nähmaschine testen!

Ich muss gestehen … Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und konnte es kaum erwarten die neue Kleine auszupacken!

Zu meiner großen Freude kam die JUKI HZL-70 innerhalb kürzester Zeit bei mir an und so konnte ich mich sofort ans auspacken machen.
Die JUKI macht insgesamt einen sehr guten ersten Eindruck. Das Plastik sieht hochwertig aus, riecht nicht und die Maschine wirkt äußerst stabil.
Zusätzlich zur Nähmaschine ist eine robuste weiße Abdeckung im Lieferumfang enthalten. Außerdem natürlich das Fußpedal, die Bedienungsanleitung mit Video und einige weitere nützliche Zubehörteile.

Hier eine kleine Übersicht über die enthaltenen Teile, die ich im Laufe des Testzeitraumes
hoffentlich alle mal ausprobieren kann.

1. Aufbau und Inbetriebnahme
Bis dato stand ja meine „Pfaff tiptronic“ ganz brav auf meinem Nähtisch und hat mir immer gute Dienste geleistet. Da sie jetzt aber immer mehr quietscht und nach einer General-Runderneuerung schreit, durfte sie nun zum Kundendienst in den Erholungsurlaub fahren. So war also ein Plätzchen frei für die kleine JUKI.
Warum sag ich „kleine“ ? Die JUKI HZL-70 ist eine recht einfache und preiswertere Nähmaschine für schnellen und einfachen Nähspaß! Meiner Meinung bestens geeignet für den Einstieg ins Nähen.
Sie verzichtet auf viel Schnickschnack, hat aber alle nötigen Funktionen.
Verfügbar sind z.B. 70 verschiedene Stiche und sechs automatische Knopflöcher, die mit Hilfe eines kleinen Displays eingestellt werden können.

JUKI HZL-70

Das gewünschte Programm wird über die oberen Tasten ausgewählt und am Display der
Nähmaschine angezeigt. Mit den +/- Tasten können Stiche mit bis zu 4,5 Millimeter Länge und sieben Millimeter Breite eingestellt werden.
Die unteren 6 Tasten sind Schnellwahltasten mit denen die am häufigsten benutzen Stiche direkt ausgewählt werden können. Total praktisch und besonders bedienerfreundlich vor allem für Nähanfänger, die sich noch nicht sofort mit sämtlichen Stichen auseinandersetzen möchten.

Gleich aufgefallen ist mir übrigens, dass die Unterfaden-Spule nicht, wie sonst üblich, unten in der Nähmaschine verschwindet. Hier ist sie von oben sichtbar und man hat viel besser unter Kontrolle wie viel Faden sich noch auf der Spule befindet.

Das Einfädeln des Unterfadens ist eigentlich total simpel, wenn man sich an das aufgezeichnete Schaubild hält. Ich habe es allerdings trotzdem geschafft etwas falsch zu machen. Darauf werde ich dann aber später genauer eingehen.
Die Führung des Oberfadens verläuft eigentlich bei allen Nähmaschinen ähnlich. So auch hier.

Doch eine Besonderheit gibt es. Den automatischen Einfädler!!! Hatte ich bis dato noch nichtvermisst, aber ich muss zugeben, dass das Einfädeln des Fadens ins Nadelöhr so doch um einiges schneller geht. Man muss fast nicht hinschauen dabei! Toll!

Natürlich habe ich das Maschinchen dann auch sofort in Betrieb genommen und mich mit der Bedienung vertraut gemacht und was mir sofort aufgefallen ist … die JUKI ist viiiiiel leiser als meine alte Pfaff (liegt aber vielleicht auch an der fehlenden Ölung der Pfaff?). Außerdem kann die Nähgeschwindigkeit nicht nur mit dem Fußpedal gesteuert werden, sondern auch noch zusätzlich mit einem Schieberegler.

Ist der Regler ganz links (beim kleinsten Punkt), näht die Maschine trotz voll durchgedrücktem Pedal nur ganz langsam. Für alle, denen das Feingefühl im Fuß fehlt ein echter Segen, aber auch gerade für Anfänger echt praktisch.
Und da ich die ersten Probestiche erfolgreich hinter mich gebracht habe, musste die kleine JUKI auch sofort in mein bereits begonnenes Projekt einsteigen.

2. Erstes Projekt / Wendetasche aus Kunstleder

Vernähen durfte sie die auf dem rechten Bild abgebildeten Stoffe:
dünne Baumwolle, dicke Baumwolle und Kunstleder. Außerdem auch noch Klettband.
Und was soll ich sagen … ich hab nix zu Beanstanden! Ganz ohne Probleme hat sie mit dem normalen Geradstich bis zu 3 Lagen Kunstleder plus Klettband zusammengenäht.

  

Beim Dreifachgeradstich (siehe oben) hätte ich mir allerdings eine längere Stichlänge
gewünscht. Da macht meine Pfaff längere. Das gefällt mir vom Nahtbild her besser.
Den Absolute Belastungstest hatte ich dann beim Zusammennähen der beiden Taschenteile, denn es mussten insgesamt 6 Lagen Stoff zusammengenäht werden:
zwei Lagen dünne Baumwolle, zwei Lagen dicke Baumwolle und zwei Lagen Kunstleder!!!

 

Die geraden Strecken an Außenkante und Boden hat sie super geschafft. Ich hab aber auch vorsichtshalber etwas langsamer genäht als sonst.
Bein Abnähen der Ecke gab´s dann aber leider einige Fehlstiche, so dass ich ein paar mal hin und her nähen musste um die Naht vollständig zu schließen. Ich denke dass ich die kleine JUKI damit schon an ihre Belastungsgrenze gebracht habe.
Was mir während des Nähens außerdem noch negativ aufgefallen ist, dass die Stichplatte nicht ganz bündig im Nähtisch liegt. Der kleine Versatz stört mich leider sehr beim gleichmäßigen führen des Stoffes. Das fällt vor allem bei dünnen Materialien auf.

Da das Zusammennähen der 6 Stofflagen so gut geklappt hat, durfte die JUKI HZL-70 dann auch noch den Taschenträger nähen. Dafür hab ich einen langen Streifen Kunstleder gefaltet (so wie auch Schrägband gefaltet ist) und auf der offenen Seite mit einem langen Geradstichzusammengesteppt.

 

Auch das hätte wunderbar geklappt, wenn ich nicht den schon vorher erwähnten Fehler beim Einlegen des Unterfadens gemacht hätte. Ich hatte nämlich plötzlich auf der Rückseite eine nicht zu vernachlässigende Schlingenbildung die ich mir nicht erklären konnte.
Nach mehreren Versuchen auf einem Stoffrest und nach Rücksprache mit den anderen Testmädels und Petra vom Nähpak-Team sind wir dann aber doch irgendwann drauf gekommen, dass der Unterfaden falsch verläuft und deshalb nicht unter Spannung stand.
Was war passiert??? Ich hab den Unterfaden einfach zu lässig eingelegt!


Denn wenn man den Unterfaden nicht mit etwas Zug, sondern locker einlegt, dann rastet
er nicht in den Schlitz ein, den ich im Bild mit einem Pfeil markiert habe (den Schlitz sieht
man nämlich auf dem Foto nicht wirklich). Ich erwähne das deshalb hier so ausführlich,
weil ich denke, dass das jedem Anderen auch ganz leicht mal passieren kann und so erspare ich vielleicht dem Ein oder Anderen die lange Suche nach dem blöden Fehler.
So sollte der Faden , nach dem Hochholen des Unterfadens verlaufen:

  
Und nun konnte ich auch endlich den Taschenträger fertig nähen! Hat jetzt auch super geklappt. 4 Lagen Kunstleder sind für die JUKI HZL-70 offensichtlich gar kein Problem!

3. Zweites Projekt / SnapPap – Klettis
Für meine fertige Wendetasche hab ich dann noch Klettis aus PnapPap gebastelt. Natürlich musste auch dafür die JUKI herhalten.

Zuerst habe ich mit dem Zickzack-Stich 2 – 3 Streifen Klettband zusammengenäht.

Dann den Plott auf das SnapPap gebügelt und zuletzt das SnapPap auf den Klett genäht. Aber auch mit diesen, doch recht widerspenstigen Materialien, gab´s keine
Probleme. Das Klettband und auch das SnapPap wurden von der Maschine
wunderbar transportiert und vernäht, so dass hier eine wunderschöne Tasche
entstanden ist.

An diesem Punkt endet nun der erste Teil meines Produkttests der JUKI HZL-70.
Doch schon in einem Monat werde ich wieder Berichten wie es mir mit der „Kleinen“ weiterhin so ergangen ist.

Liebe Grüße, Verena Weis von „weisnähschen

 

Technische Daten

  • 70 Stiche
  • LEDs
  • Fußanlasser
  • Start-Stopp-Taste
  • regulierbarer Nähfußdruck
  • manueller Fdenabschneider
  • Kofferhaube

Zur Juki HLZ-H70 im Shop