Erster Eindruck `JUKI HZL-DX7` von Saskia Wulff

Mitte Juni konnte ich mein Glück kaum fassen: Ich gehöre zu einer von 17 Testerinnen des Nähparks Diermeier, die eine von 17 Juki Nähmaschinen testen darf! Als der Aufruf kam, bin ich erstmals auf die Firma Juki aufmerksam geworden. Natürlich kann ich den Namen in Verbindung mit der Nähindustrie, aber für den privaten Gebrauch wäre die Firma Juki mir gar nicht in den Sinn gekommen. Schnell rüber gehuscht, auf die Internetseite und geschaut, welches Maschinchen meine Neugierde weckt. Das war leichter gesagt als getan. Warum ich mich letztendlich für das Modell HZL-DX7 entschieden habe, möchte ich euch verraten.

Meine Motivation

Seit nun drei Jahren nähe ich regelmäßig. Von der Unterhose bis zum Wintermantel, kein Kleidungsstück wird mehr gekauft, alles wird seit gut zwei Jahren selbstgenäht.

Angefangen habe ich mit einer günstige AEG Nähmaschine, die bis zu meiner ersten Berührung mit einer Overlock auch stets ausreichend war. Lange habe ich mit mir gerungen, ob die Investition in einen neuen Fuhrpark gerechtfertigt ist oder es sich hier, wie so oft bei mir, um einen klaren Fall von „Haben ist besser als Brauchen“ handelt. Vor knapp zwei Jahren war es dann soweit und zwei Nähmaschinen der Firma Brother rollten ins Haus. Eine Overlock und eine Nähmaschine. Damals habe ich mich entschieden den Hauptteil in einer Overlock zu investieren und die Kompromisse bei der herkömmlichen Nähmaschine einzugehen. Ich bin kein Mensch für dekorative Nähte oder Nähmalen, kein Typ für Schnick Schnack an der Kleidung oder Patchwork. Warum sollte ich also über 1.000 € in die Hand nehmen, wenn ich all diese Kleinigkeiten nicht brauche? Es reicht doch, wenn die Nähmaschine leise ist, ein sauberes Stichbild hat und ihren Zweck erfüllt.
Mit Eintreffen der Juki Nähmaschine wurde ich eines besseren belehrt. In den nächsten Wochen möchte ich euch mit auf meine Reise nehmen, euch erzählen, warum und für wen sich die Investition einer teuren Nähmaschine lohnt und für wen nicht. Ich bin mir sicher ich bin nicht die einzige, die sich mit dieser Frage beschäftigt.

Liebe auf den ersten Blick? – Wohl kaum!

Wer bis heute nur auf einer einfachen Nähmaschine genäht hat, wird verstehen, wie es mir beim Auspacken meiner Juki ergangen ist. Ich war völlig überfordert! Eine Nähmaschine mit unzähligen Knöpfen, Zubehör, von dem ich bis dato noch nie was gehört hatte und die Angst beim ersten Anschalten irgendwas falsch zu machen. Um das Zubehör zu identifizieren, musste ich prompt die Bedienungsanleitung zur Hand nehmen.

Was ich besonders toll finde, ist die Zubehörbox direkt an der Nähmaschine. Im Vergleich zu meinen alten Maschinen hat sie eine Sortierung, so hat man alles man oft mal braucht auf einen Blick und stets griffbereit. Die Füße und Zubehörteile, die man nicht oft – zumindest ist das meine aktuelle Meinung – liegen in einem tollen Zubehörbeutel dabei. Schnell einen Überblick verschafft, habe ich meine Konzentration auf die für mich wichtigsten Teile beschränkt und den Rest bei Seite gelegt. Mit der Betätigung des Ein/Aus-Schalters war die anfängliche Überforderung ein Stück weit in Vorfreude übergesprungen. Nachdem ich mich ein bisschen mit der Bedienung auseinandergesetzt hatte und die ersten Stiche getestet waren,kann ich euch eines sagen: Es war bestimmt keine Liebe auf den ersten Blick, aber dafür doppelt so große auf dem zweiten! Es dauert einen Moment bis man die Bedienung raus hat, aber ist das geschafft, passiert der Rest von allein. Heute kann ich die Finger kaum von ihr lassen. Ob tagsüber oder nachts, bei der angenehmen Lautstärke, brauch ich mir keine Gedanken mehr machen, ob der Nachbar unter mir aufwachen könnte. Danke Juki, du erleichterst meine Freizeitgestaltung!

Willkommen im Stichparadies!

Ich mag keine Zierstiche! Ich brauche keine Zierstiche! Danke meine liebe Juki, ab heute mutiere ich zum Mädchen! Hier noch ein Blümchen, da noch ein kleines Detail und am besten überall den Namen rein! Neben den herkömmlichen Stichen, wie Gradstich und Co, bietet die Juki viele weitere praktische Muster und hat sogar vorprogrammierte Rückwärtsstiche! Unzählige Knopfloch- und Quiltmuster runden alles ab was das Nähherz begehrt und nicht nur das, wer gerne mit Liebe zum Detail seine Werke fertigstellt, kommt bei diesem Exemplar voll auf seine Kosten! Herzen, Blumen, Ranken sogar Anker, Noten und Nähmaschinen sind als Dekostiche vorprogrammiert. Einfach auswählen und los geht’s! Das Beste an der Sache – man kann die Stichfolge festlegen und beliebige Dekostiche miteinander Kombinieren. Die Maschine stoppt selbstständig nach erstellen des Musters. Das Stichbild der Juki ist grandios. Sauber und präzise, ganz egal auf welcher Stoffart man näht. Selbst Jersey zieht sie sauber durch die Maschine und das ganz ohne Stickvlies.

Oh du wundervoller Fadenschneider!

Die erste Taste die ich nach dem kinderleichten Einfädeln entdeckt habe, war die Taste des automatischen Fadenschneiders! Wie konnte ich bis heute ohne diese Funktion leben? Nicht mehr lästig zur Schere greifen, sondern einfach die Taste drücken und durch ist der Faden in angenehmer Lange! Auch die Schwebefunktion war schnell entdeckt. Bis heute habe ich davon nie etwas gehört und musste mich erstmals Schlau lesen. Bei Verwendung der Nähmaschine näht die Maschine, sofern diese Funktion aktiviert ist, mit leicht angehobenem Nähfuß. Gerade beim Nähen von Samt, beim Quilten oder nähen von mehreren Lage ist diese Funktion eine echte Bereicherung. Auch der Knieheben hat von mir volle Begeisterung bekommen. Genau wie die Schwebefunktion war mir der Kniehebel völlig neu. Zunächst war ich skeptisch, denn ich stellte mir das Ganze ziemlich umständlich vor. Der Kniehebel wird vorne in die Nähmaschine gesteckt und ermöglicht es den Nähfuß mit dem Knie zu betätigen, so dass die Hände stets am Stoff bleiben können. Probieren geht über Studieren und siehe da, auch diese Funktion erleichert den Alltag einer Näherin. Ein paar mal betätigt, sitzt die Bewegung schnell im Ablauf verankert
Bevor ich euch zeige, wie sich das ganze Zubehör im Test verhält, welches Zubehör mich bei welchem Projekt begleitet hat und detailliert in die Analyse gehe, habe ich heute diesen kleinen Vorabbericht für euch. In erster Linie bin ich begeistert und finde die anfängliche Unsicherheit ist schnell verflogen, wenn man sich mit der Maschine ein bisschen auseinander setzt. Mittlerweile ist der Respekt, den ich vor diesem Schmuckstück und seinem Zubehör hatte, in absolute Vorfreude gewechselt und ich kann es kaum erwarten mein nächstes Projekt zu starten: Einen Bikini für meinen Sommerurlaub. Gerade mit so rutschigen Materialien hatte meine alte Maschine ihre Problemchen und ich bin so gespannt, wie sich die Juki schlägt. Direkt zu Beginn habe ich einen kleinen Härtetest gemacht mit Jeans und Sweat, aber seht selbst, auch bei vier Lagen näht lässt sich das Material bequem verarbeiten. Bei vier Lagen Sweat kam mir die Schwebefunktion mehr als gelegen, denn ihr werdet es kennen, vier Lagen Wintersweat mit angerauter Innenseite, sind mit vier Lagen Webware nicht zu vergleichen.
Der erste Eindruck ist überragend, wollen wir mal sehen, wie sich das gute Stück im Detail schlägt

Technische Daten

  • 287 Stiche
  • LEDs
  • Freiarm
  • Kniehebel
  • 1.035 Stiche pro Minute
  • Sieben-Punkt-Transporteur
  • Variable Musterpositionierung

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