Im Test bei Tanja Stürmer: BERNETTE b79 – Erster Eindruck

Auf der H&H konnte ich mir die neuen BERNETTE-Modelle nicht nur kurz ansehen, sondern auch gleich mal ausprobieren. Ich habe vorher noch nie auf einer Bernette genäht und eigentlich auch noch kein Bedürfnis in der Art. Das war bei der 7er Serie gleich anders, denn die Ähnlichkeit zur Menüführung zu Bernina war auf den ersten Blick zu erkennen.

Daher habe ich mich schon gefreut, gleich das Topmodell b79 zum Testen zu bekommen.

Ich mache mittlerweile immer Fotos beim Auspacken. Nicht, um ein Unboxing zu machen, sondern um leichter wieder einpacken zu können 😉

Die b79 kommt in einem großen Karton, Stickmodul und Maschine zusammen. Trotzdem ist er nicht allzu schwer.

Leider ist keine gedruckte Anleitung dabei, nur eine kleine Kurzanleitung. Okay, weniger Papier. Aber eine Bedienungsanleitung wirft man ja im Allgemeinen nicht weg, sondern bewahrt sie ordentlich auf und ich bin da etwas oldschool, ich hab lieber Papier in der Hand als ein Tablet.

Unter dem Nähfuß ist gut Platz, ca. 11 mm. Und was man drunter bekommt, das wird auch vernäht. Acht Lagen Kunstleder waren kein Problem. Also, die Nadel muss schon etwas von der Maschine durchgeschoben werden, aber es gab keine Fehlstiche. Der integrierte Obertransport wirkt auf mich wie die Systeme von Pfaff und Bernina und tut bis jetzt auch auf die gleiche Weise seine Arbeit.

Um die Nadelschraube rum ist relativ wenig Platz. Hier nutze ich dann lieber den Schraubendreher, dann stoße ich nirgends an.

Mit dem Einfädler hatte ich so meine Diskussionen. Laut Anleitung soll man den Faden nach dem Einfädler rechts über das Messer ziehen, das System kenne ich schon so von der neuen 5er Serie von Bernina und eigentlich fehlte mir das bei der 7er beim Wechsel.

Aber das Messer der Bernette ist so scharf, dass der Faden sofort durchtrennt wird und der Faden dann nach unten fällt. Die Spannung ist weg und der Einfädler kann das Garn nicht mehr durch das Öhr ziehen.

Ich halte den Faden jetzt einfach locker in der Hand, bis der Einfädler seine Arbeit getan hat und ziehe den Faden erst dann über das Messer. Klappt genau so gut.

Zum Aufwärmen hab ich einen Stoffbeutel genäht, auf den ich ein English Paper Piecing Projekt appliziert habe. Da mir das Menü von Bernina vertraut ist, habe ich mich schnell zurecht gefunden. Mir fällt aber auch auf, wo abgespeckt wurde. Zum Beispiel das Überschreiben eines Nähstiches fehlt mir. Aber das sind Feinheiten und es müssen ja auch noch Unterschiede zwischen den Maschinen bleiben.

Ich habe dann auch gleich mit dem Sticken begonnen und nicht mit 08/15. Die b79 durfte gleich mal mit Metallicgarn auf Organza sticken. Ich musste ein bisschen an der Fadenspannung rumstellen und hatte wohl eine schlechte Nadel erwischt, denn nach dem Wechsel lief es plötzlich wie am Schnürchen.

Die Maschine ist relativ laut beim Sticken. Vielleicht ist deshalb der Fadenwächter auch auf sehr laut eingestellt, der hat mich beim ersten Mal wirklich erschreckt.

Im Stickmodus bietet die b79 wirklich viele praktische Funktionen. Heftrahmen, Stichgenaues Rückwärtsgehen, Einfarbmodus, Überprüfen von Ecken und Mitte, Drehen, Spiegeln, Kombinieren, Sprungstiche schneiden, Nähfußhöhe anpassen usw.

Aber immer, wenn ich denke „Wow, das kann sie auch?“ finde ich doch wieder einen Punkt, den sie im Gegensatz zu meiner Bernina B790 doch nicht kann. Wie schon gesagt, das sind oft Sachen, die ich in dieser Preisklasse auch nicht erwarte.

Mein erster Eindruck von der Bernette b79?

Ich bin beeindruckt.

Als ich vor Jahren von meiner kleinen Brother 955 auf was Größeres umsteigen wollte, hatte ich erst die Brother 1250 im Blick. Es wurde dann eine Husqvarna Topaz 30, weil die einen größeren Rahmen hatte und ich ein Ausstellungsstück zum guten Preis ergattern konnte. Hätte es die b79 damals schon gegeben (mein Budget war 2000 Euro), wäre die Wahl wohl auf sie gefallen.

Ich werde mich jetzt mal intensiver mit ihr beschäftigen und ihre Grenzen austesten.

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