Im Test bei Tanja Stürmer: BROTHER Luminaire – Erster Eindruck

Eine neue Testmaschine ist immer aufregend. Aber manche sind aufregender als andere. So erging es mir, als mir die Brother Luminaire angekündigt wurde.

DAS neue Flaggschiff von Brother! Ich habe mir natürlich ein paar Videos von Brother dazu angesehen und war wirklich beeindruckt. Beeindruckend war auch die Verpackung. Ganz brothertypisch wieder ein riesig großer Karton. Das macht was her, aber für Frauen alleine echt schlecht händelbar, finde ich. Die sonst typische Verpackung von Stickkombinationen in zwei Kartons ist mir da lieber.

Also wurde die Luminaire in Einzelteilen ins Nähzimmer verfrachtet. Hier kann ich gleich einen Tipp zum Transport einer Nähmaschine weitergeben: Statt am Griff anzufassen, lieber mit dem Arm durch die Maschine greifen und die Nähmaschine nah am Körper tragen (Ketten dazu abnehmen, besonders bei Maschinen mit Display).

Schon das Aufbauen war eine Entdeckungsreise:

Die Zubehörbox

Die Box macht einen soliden Eindruck und ist echt durchdacht. Die oberen Fächer sind einzeln herausnehmbar und passen genau in den Deckel. So hat man alles im Blick. Die genaue Liste befindet sich in der Anleitung und diese kann man jederzeit über die Brother Support App aufrufen.

Der Garnrollenständer

Jetzt können die Konen mal groß sein. Der Garnrollenständer befindet sich in einer kleinen Box und hält durch Magnete im Maschinendeckel. Superpraktisch und stabil.

Die Aufspulautomatik

Leider noch die relativ kleinen Spulen, aber mit einer guten Idee beim Aufspulen.

Man kann die Spulenmenge festlegen. Wenn man nur was zum Testen braucht, Füllmenge auf Position eins stellen und die Maschine schaltet automatisch ab.

Das Stickmodul

Riesig, ist ja klar. Immerhin bietet die Luminaire eine Stickfläche von 272 x 408 mm. Bei mir eher ein Problem, denn mein Nähtisch ist nur 60 cm tief und der große Rahmen würde an der Wand anstoßen. Wenn ich also mit diesem sticken will, muss die Maschine auf den Esszimmertisch umziehen. Schaltet man auf Nähen um, fährt der Stickarm ganz nach links und für kleinere Projekte kann er als erweiterte Nähfläche gut mal dran bleiben.

Der Obertransportfuß

Huch, der ist auch riesig. Beeindruckend, aber ich weiß nicht, ob das mein Geschmack ist. Ich werde ihn testen.

Das Display und der „Rechner“

Jetzt wird es interessant. Das erste Einschalten ist immer spannend. Wobei die Luminaire relativ unspektakulär startet, so im Vergeich zu Pfaff Icon oder Husqvarna Epic. Ich saß eine Weile davor und beobachtete den Bildschirmschoner (schöne Bilder im Wechsel). Und jetzt? Irgendwann tatschte ich mal auf den Bildschirm und siehe da, sie erwachte. Das wars?

Ja, das ist es wirklich. Da einige Tester immer wieder die lange Startzeit mancher Highend-Maschinen bemängeln, hier mal die Zeit, bis die Luminare losnähen könnte: 15 Sekunden.

Bei dem, was ich in den ersten Tagen testen konnte, machte die Luminaire auf mich den Eindruck, als würde ihr Prozessor wirklich schneller arbeiten als das, was ich bis jetzt kenne. Das gefällt mir, denn auch ich bin es nicht mehr gewohnt, irgendwelche Ladebalken zu beobachten.

Die ersten Nähte

Vor Jahren habe ich auf der Innovis 955 genäht, danach mal die VQ2 getestet. Grundsätzlich ist mir Brother also vertraut. Bis ich wieder in der Menüführung drin war, hab ich aber ein bisschen gebraucht. Hier hätte ich mir eine Hilfefunktion wie bei Bernina oder Pfaff gewünscht, wo man auf das Fragezeichen tippt und dann auf das betreffende Feld im Display, danach wird eine Erläuterung angezeigt.

Aber das Nähen war eine Freude. Ich kann es nicht anders sagen, das Nähgeräusch (und auch das Stickgeräusch) ist bei Brother einfach toll. Auch meine Familie fand Freude daran. Denn da mein Nähtisch an die Wand montiert ist, die direkt an eine Wohnzimmerwand anschließt, werden Nähgeräusche sehr stark übertragen. Die Luminaire sei die leiseste Maschine gewesen.

Der Einfädler funktioniert tadellos, die Tasten für Vernähen, Einfädeln, rückwärtsnähen usw. liegen nah am Nähkopf und reagieren einwandfrei.

Aber mit der Luminaire näht man nicht einfach nur. Daher machte ich mich gleich daran, die speziellen Funktionen zu entdecken.

Der Projektor

Braucht man sowas?

Mal ehrlich, was braucht man eigentlich wirklich? Stoff, Nadel, Garn und Schere. Alles andere ist Luxus. Und der absolute Luxus im Moment ist ein Projektor. Dieser kann entweder eine Naht- und Hilfslinie anzeigen, ein Raster oder die Zierstiche schon mal aufs Projekt werfen.

Hier mal ein paar Beispiele, was ich getestet habe:

Ein Gitter zur Orientierung.

Man kann sich die Zierstiche anzeigen lassen und mit dem Sensorstift direkt auf dem Stoff die Einstellungen vornehmen.

Oder beim Sticken mit dem Projektor positionieren.

Bei der Brother Luminaire (sagt eigentlich jemand XP-1?) gibt es ziemlich viel zu entdecken. Ich werde mich mal daran machen und dann weiter berichten.

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