Produktvorstellung: METTLER Seraflex – das flexible Nähgarn

Es gibt Situationen, da braucht man einfach einen Geradstich. Alles andere entspricht nicht der gewünschten Optik. Aber was tun, wenn es sich dabei um einen dehnbaren Stoff handelt und man in Gedanken schon die Naht reißen hört?

Darauf hat METTLER jetzt eine Antwort: Seraflex. Das flexible Nähgarn. Damit gelingen Geradstiche auf dehnbaren Stoffen, ohne dass die Naht beim Dehnen reißt. Wir haben Seraflex für Sie getestet und möchten unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen. 

Was muss man beim Nähen mit Seraflex beachten?

Seraflex hat ein Eigenleben. Durch das spezielle Material und Spinnverfahren läuft es anders von der Spule ab. Es springt manchmal regelrecht. Sie sollten daher das Ende immer in der Sicherung der Spule feststecken, damit sich das Garn bei der Lagerung nicht unkontrolliert abwickelt. Das gilt auch für die Unterfadenspule.

Diese Beweglichkeit kann auch in der Nähmaschine für Probleme sorgen. Am besten verarbeiten Sie Seraflex stehend. Haben Sie keine Möglichkeit zum stehenden Ablauf, verwenden Sie ein Garnnetz. Die normalen Garnnetze für große Konen sind hier praktisch, da ja so wenig Zug wie möglich auf das Garn kommen soll. Das Netz verhindert lediglich ein Verknoten des Garns beim sprunghaften Ablauf.

Der Hersteller gibt an, dass mit so wenig Spannung wie möglich gearbeitet werden soll. Dies kann aber besonders beim Maschinen mit hoher Stichbreite und Geschwindigkeit zu Problemen führen. Testen Sie vorerst mit leicht gesenkter Oberfadenspannung, dies hat in unseren Tests für ein gutes Ergebnis absolut ausgereicht. Beim Nähen sollte jedoch auf die Höchstgeschwindigkeit verzichtet werden. 

Wie verhält sich Seraflex in genähter Kleidung?

Dieses Shirt wurde komplett mit der Nähmaschine und mit Seraflex gearbeitet, mehrmals gewaschen und im Trockner getrocknet.

Uns gefällt  die Innenansicht mit reinem Geradstich nicht so gut. Kanten, die mit der Overlock versäubert wurden, wirken einfach ordentlicher. Alternativ könnte man noch mit einer französischen Naht arbeiten, beim Test wollten wir allerdings wissen, wie stabil sich die Naht bei einer einzelnen Geradstichnaht zeigt. 

Nach ein paar Wäschen sind uns zwei Dinge aufgefallen: Seraflex sieht irgendwann aus wie normales Nähgarn. Im Originalzustand ist Seraflex schon mit bloßem Auge von normalem Nähgarn zu unterscheiden, es erscheint matter, obwohl es sich glatter anfühlt. Dieser Effekt verschwindet mit der Zeit.

Dafür zeigt sich die Problematik des doch sehr glatten Garns: Wird es nicht richtig sicher vernäht, geht es leichter auf. Wir haben die Seitennähte eingekürzt und dabei einen Teil der Saumnähte angeschnitten, dort begannen die Nähte dann, sich aufzulösen. Planen Sie das daher bitte beim Nähen ein und vernähen Sie Seraflex am besten mit Vor- und Zurückstichen und nicht punktuell.  

Am Saum haben wir statt einer Zwillingsnadel- oder Covernaht zwei parallele Geradstichnähe gesetzt. Von außen nicht zu unterscheiden und sehr stabil!

Ein Nachteil von Seraflex: Zieht man die Seitennaht auseinander, ist das Garn von rechts zu sehen. Um das zu vermeiden, müsste man die Spannung erhöhen, was dann wieder zu verminderter Dehnbarkeit sorgt. 

Daher lautet unser Fazit:

METTLER Seraflex ist ein tolles Garn für alle problematischen Stellen, bei denen bisher der Geradstich gerissen wäre. Es ist ein Ersatz beim Absteppen von Halsausschnitten oder für Säume an festem Jersey oder Sweat. Überall, wo sonst die Zwillingsnadel oder ein Zickzackstich zum Einsatz kommen würde.

Allerdings hat es sich bei verschiedenen Sportstoffen als problematisch gezeigt, Fehlstiche waren dann nicht mehr zu vermeiden. Vergleiche mit normalem Nähgarn liefen dagegen problemlos. 

Auch für eine Overlock ist Seraflex kein Ersatz. 

Dieses Garn wird unser Sortiment aber trotzdem wunderbar ergänzen, zumal es bereits in 36 Farben erhältlich ist und wir werden mit Sicherheit einige Probleme nähtechnisch damit lösen!

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