Testoffensive: Janome Horizon MC 9400 QCP – Abschlussbericht von Lee Korljan

Seit etwa zwei Monaten nähe ich auf der Janome 9400 QCP, die mir vom Nähpark zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Was ich auf jeden Fall sagen kann - es war eine sehr schöne Zeit. Dadurch, dass ich schon seit vier Jahren auf einer Janome nähe, war es keine große Umstellung und ich konnte mich in aller Ruhe dem nähen widmen und mich nicht erstmal auf eine neue Maschine einstellen. Nebenbei habe ich die paar schöne Extras, die die Maschine im Unterschied zu meiner hat, sehr genossen. Und wie das so ist mit angenehmen Luxus, ich würde den Luxus nicht missen wollen auch wenn es vorher sehr gut ohne ging.
Insgesamt ist es einfach eine sehr gute Maschine. Über die Dauerbelastung kann ich nichts sagen, aber ich weiß von meiner Janome das die Maschinen treue und sehr belastbare Arbeitstiere sind. Sie sind vielleicht nicht die schönsten, aber auch das ist eine Geschmacksache. Und bei einer Nähmaschine zählen definitiv die inneren Werte mehr. Wie gesagt, meine macht seit vier Jahren alles und hat noch nie gemeckert, nicht bei wenig oder viel Stoff, nicht bei billigem Garn, nicht nach Stunden Dauernähen, sie hat alles gemacht. So wie sich die Testmaschine in der Zeit hier benommen hat, wird es bei ihr nicht anders sein.
Ich habe versucht ganz unterschiedliche Stoffe zu verwenden um zu sehen, ob sie irgendwo eine Schwäche zeigt. Egal ob dünn, flutschig, fest, dick, alles ging ohne Probleme. Auch Leder ging sehr gut. Ich glaube eigentlich dass alles geht, man muss halt nur wissen welchen Fuß man für was benutzt. Bei allem, was schwerer zu transportieren ist, aber auch sehr gerne bei Jersey, benutze ich immer den Obertransportfuß. Ich liebe ihn! Der macht nämlich genau was er soll, den Stoff super gut zu transportieren.
Sehr gut zu sehen bei der Grete, die ich aus Wachstuch genäht habe. Diese letzte Absteppnaht ist immer mit Angstschweiß verbunden, aber ich bin sehr zufrieden.
Ich muss gestehen, dass ich die vielen Dekostiche eigentlich gar nicht brauche. Es ist nicht schlecht, sie zu haben und manchmal überkommt es mich auch, aber ein wirkliches Muss ist es für mich persönlich nicht. Was ich hier sehr nett finde sind die Pflegeanleitungsymbole, könnte man sich schön in die Kleidung rein nähen. Versuchsweise habe ich ein paar Stiche auf verschiedenen Stoffen probiert, immer mit sauberem Ergebnis auf beiden Seiten.
Ein tolles Extra ist die Geradstichplatte in Kombination mit dem Profi Geradstichfuß. Sehr hilfreich bei dünnen Stoffen, damit die am Anfang oder Ende der Naht nicht von der Maschine gefressen werden. Ob die Naht dadurch noch gerader ist...ich war ganz ehrlich mit jeder Naht zufrieden und habe keine Unterschiede gesehen. Oft ist es ja auch so, dass die Naht nicht wegen der Maschine schlecht ist, sondern wegen falschem Garn, falscher Nadel, falschem Fußdruck etc. Um alles perfekt zu haben muss man sich Zeit nehmen und alles auf einander abstimmen. Und wenn wir ehrlich sind, machen wir das nicht immer.
Ich habe auch fast alle Füße ausprobiert. Meine Lieblinge sind der Obertransportfuß, der Blindsaumfuß und der 1/4 inch-Fuß. Die beiden letzten habe ich zweckentfremdet für das absteppen, geht wirklich super und ich würde nicht darauf verzichten wollen. Ich stehe einfach auf saubere und gerade Nähte. Einen habe ich noch vergessen, den Rollsaumfuß. Es ist wirklich nicht einfach und braucht Übung, aber wenn man es dann hat ist es jeden Schweißtropfen wert. Ein ganz schmaler, feiner und super sauberer Saum ist der Lohn, ich bin begeistert. Überhaupt ist es toll eine große Auswahl an Nähfüßen zu haben, denn die erleichtern das Arbeiten enorm. Also nicht faul sein und wechseln.
Das Auswahlmenü am Display finde ich allerdings bei meiner Maschine besser. Ich weiß nicht, ob es an der Gewohnheit lag, aber ich hatte bis zuletzt Schwierigkeiten mich, zurecht zu finden. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass es länger dauert bis ich das Gewünschte gefunden hatte.

Extras, die ich sehr lieben gelernt habe:

  • 1.der Unterfadenwächter, man wird drei Mal daran erinnert und dann ist auch wirklich Schluss. Ziemlich schnell hat man raus für wieviel es noch reicht nach der ersten Warnung.
  • 2. der Knopf zum heben und senken vom Nähfuß, es ist so viel einfacher als nach hinten zu greifen.
  • 3. das ausziehbare extra Nählicht, gerade bei dunklen Stoffen extrem hilfreich und bringt echt viel.

Auf was ich verzichten kann:

  • 1. der Fadenabschneider, benutze ich an meiner auch nicht weil mir dann der Faden für den Anfang der nächsten Naht zu kurz ist und dann hat man immer diesen unschönen Knoten, wenn ihr wisst was ich meine.
  • 2. das Pedal zum Faden abschneiden, aus dem selben Grund. Aber wer sowas gerne nutzt wird es wahrscheinlich lieben.

Alles in allem eine tolle Maschine die viel zu bieten hat. Sauberes Nähen von unterschiedlichsten Stoffen, sehr viel Zubehör, viel Komfort. Sie ist nicht die leichteste (was beim Nähen durchaus vom Vorteil ist) und dadurch vielleicht nicht unbedingt zum Zugfahren geeignet, aber ich habe meine schon mit dem Auto bis nach Kroatien mitgenommen. Alles eine Frage des Willens. Besser geht es immer, aber die Maschine kann man definitiv bedenkenlos kaufen. Es ist viel Geld aber man bekommt auch viel und, wie gesagt, aus meiner Erfahrung halten die Janome Maschinen einiges aus.

Nichts desto trotz wird sich mein Gast jetzt auf die Rückreise machen, auch wenn ich sie wirklich gemocht habe. Das Testen hat sehr viel Spaß gemacht und ich würde es gerne immer wieder tun 😉

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