Testoffensive: Janome MC 6700P – Erster Eindruck von Ina Zimmermann

Am 16. April saß ich, nachdem ich meine Tochter von der Kita abgeholt hatte, in meiner Küche, und habe meine privaten Emails des Tages abgerufen. Da war auch eine E-Mail des Nähparks, dass ich als Maschinentesterin für die Janome 6700P ausgewählt wurde. Ich habe so laut „Juchuuuu“ gerufen, dass meine Tochter sich total erschreckt hat. Ich mußte meine Freude erst einmal in Instagram und Facebook teilen und es haben sich so viele liebe Menschen mit mir gefreut.

Als ich den Aufruf zur aktuellen Nähpark Testrunde sah, habe ich mich sofort beworben. Ich hatte damals die Testberichtreihe vom Nähpark, die vor ein paar Jahren lief, aufmerksam und interessiert gelesen. Ich bin 47 Jahre alt und nähe, seit ich 16 bin und habe mein altes Hobby wieder richtig für mich entdeckt, als meine Tochter auf die Welt kam. Aus dem Hobby ist dann zeitweilig ein kleiner Nebenerwerb geworden, das Projekt „Südstadtkind“.

Gründe für meine Bewerbung hatte ich viele. Ich bin auf der Suche nach einer neuen, wertigeren Nähmaschine und habe mich auch gedanklich schon für ein Modell entschieden. Da ich alle meine Maschinen (bis auf meine alte Pfaff 364, Baujahr 1971) beim Nähpark gekauft habe, war es auch keine Frage, wo ich meine nächste kaufe. Ich glaube, durch meine längjährige Näherfahrung und diversen Modellen auf denen ich genäht habe, meine ich auch, zu wissen, was wichtig ist und auch nice-to-have.

Am 19. April wurde die Maschine dann nach einem netten Kontakt zum Nähpark-Team schon zugestellt. Das Paket war schon riesig. Die Maschine wiegt 11 kg.

Keine zwei Stunden nach Ankunft bei mir, hatte ich sie im Nähzimmer aufgebaut. Nach ein paar Teststichen auf Jersey, habe ich mir das umfangreiche Zubehör (18 Nähfüße inklusive Obertransportfuß) angeschaut. Ich habe bis dato noch nicht alle Füße ausprobiert. Aber toll finde ich jetzt schon die beiliegende Ordnungsbox, die alles an Zubehör fasst, sogar die drei mitgelieferten Stichplatten. Und separate Fächer für jeden Fuss.

Ich finde die Maschine auch von der Optik sehr schön gelungen. Vielleicht ist das nicht jedem so wichtig, aber ich finde sie sieht schon vom Design sehr wertig und edel aus.

Um mich anfangs in die Maschine einzufinden, bin ich zuerst rein intuitiv vorgegangen ohne die Bedienungsanleitung durchzulesen. Ich finde eine solche Bedienerfreundlichkeit sehr wichtig. Das klappte hervorragend. Mittlerweile habe ich des Öfteren in die Anleitung geschaut, denn ich möchte ja noch viele weitere Eigenschaften der Maschine kennenlernen.

Mein erstes Projekt war eine kleine Reißverschluss-Kosmetiktasche aus Kunstleder, mit dickem! Vlies gefüttert. Ich habe hier kein Schnittmuster, sondern mache immer „frei Schnauze“. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie so gerade, saubere Nähte hatte. Die Maschine ist wie Butter über das Material gegangen. Erster Test mit Bravour bestanden.

Außerdem wollte ich mal testen, wie die Maschine Ösenverstärkungen aus Kunstleder auf Bündchen nähen kann. Also schnell einen Rock fürs Kind genäht. Ich liebe diese Röcke mit Fake-Kordel. Auch hier gab es wieder ein hervorragendes Ergebnis.

Ich nähe sehr viel Jersey und elastische Stoffe, und auch einem erfahrenen Näher passiert es dann und wann, dass der Stoff am Anfang „gefressen“ wird. Das bedeutet, er wird in die Nadelplatte gezogen. Bislang mußte man dann immer die Platte abschrauben. Bei der Janome 6700P genügt ein Druck auf den an der vorderen linken Seite gelegenen Stichplattenknopf. Im Lieferumfang sind 3 Stichplatten, eine Standardstichplatte, eine für Gradstiche und die HP Profigradstichplatte. Ich werde weiter testen und berichten.

Auch zum Säubern des „Inneren Bereichs“ ist der Stichplattenwechsel per Knopfdruck sehr praktisch. Kleiner Tipp am Rande fürs Säubern: Hierfür benutze ich den Silikontrinkhalmaufsatz für Kleinkinderflaschen einer großen Drogeriekette und stülpe diesen auf meinen Staubsauger. Klappt super und holt jeden Fussel raus.

In der Folge habe ich dann Sommershirts für meine Tochter und ihre Freundin genäht.

Als nächstes Projekt habe ich ein Kleid für mich mit Zwillingsnadel gesäumt. Auch hier wieder totale Begeisterung über die sauberen Nähte. Das sieht so professionell aus.

Die Anzahl der Zierstiche sind wirklich zahlreich, dafür gibt es eine Kunststoff-Zierstichplatte mit den Bildern der Stiche, die man an die Maschine schrauben kann und bei Bedarf hinter der Maschine „versenken“ kann, wenn man sie transportieren möchte.  Unter den Zierstichen sind so hübsche, dass ich bald ein Webware-Kleidchen für meine Tochter nähen möchte… jetzt muss ich mich nur noch entscheiden welchen Zierstich ich nehme…

Ich habe auch den Obertransporteurfuß schon ausprobiert, und bin sehr neugierig auf ein geplantes Projekt mit der Janome 6700P. Ich habe mir Material für eine Patchworkdecke besorgt. Ich nähe wie schon erwähnt, sehr viel Jersey und habe auch bereits schon eine Patchworkdecke für mein Patenkind genäht, aber damals sehr beim Nähen geflucht, weil der Durchlass meiner Nähmaschine nicht reichte für die wulstige Decke, ich keinen Obertransporteur hatte und auch keine Wechselstichplatte für Gradstiche.

Mein letztes Projekt, ein Kleid für das Patenkind mit applizierter Zahl. Perfekte Nähte.

Dieser Bericht ist mein erstes Fazit der Maschine nach nun 4 Wochen im Test bei mir. Die Maschine hat so einige Features, auf die ich künftig eigentlich nicht mehr verzichten mag, wie automatischer Fadenabschneider, Stufenlos verstellbarer Nähdruck, Stufenlos verstellbare Fadenspannung per Drehknopf, sie näht bis zu 1200 Stiche in der Minute und mit der Kraft vergleichbar einer Industriemaschine. Ich kannte das bislang nicht und bin wirklich begeistert. Die zwei Halter für große Konen auf der Maschine finde ich super durchdacht. Das Nählicht durch die in drei Positionen angelegten 6 LEDs leuchtet das Nähgut perfekt aus. Der Nadeleinfädler funktioniert perfekt und komfortabel durch die Bedienung eines Hebels.

Ein kleines Manko hat die Maschine in meinen Augen, und zwar den fehlenden Unterfadenwächter, der piepst und mich erinnert dass der Unterfaden leer ist. Noch ist hier jedoch kein Malheur passiert.  

Den riesigen Anschiebetisch und den Kniehebel sowie die Gradstichplatte und den Obertransportfuss teste ich Patchwork-Greenhorn dann in Folge.

Ich fürchte, wenn das so fabelhaft weitergeht, wird die Janome 6700P wohl hierbleiben müssen…

Ina Zimmermann, 17.05.2018

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