Testoffensive: Pfaff Creative Icon – Abschlussbericht von Heike Blank

Drei Monate intensives Testen der Pfaff Creative Icon hat bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Wie schon in meinem Bericht zum 1. Eindruck zur Pfaff Creative Icon geschrieben, ist diese Nähmaschine eine Augenweide. Ich mag den minimalistischen Stil und finde viele Knöpfe, Rädchen und Tasten eher abschreckend. Die Icon hat ein richtig großes Farbdisplay, das immer nur die Funktionen anbietet, die für die eingestellte Näh- oder Sticksituation erforderlich sind. Und zwar in den Details, die ich mir anzeigen lassen oder benutzen möchte.

Ich bin eine passionierte Quilterin und nähe seit fast 30 Jahren auf Pfaff-Nähmaschinen. Dies vorausgeschickt war klar, dass ich mich in der Testphase überwiegend mit Patchwork und Quilten austoben werde. Vor einigen Jahren ist die Begeisterung für das Maschinensticken hinzugekommen. Beides kann man wunderbar miteinander kombinieren.

Sticken

Mein erstes Projekt auf der Pfaff Creative Icon war daher auch eine Serie von großen Stickereien. Sie hat diese Aufgabe fehlerlos gemeistert. Das Stichbild ist wunderbar gleichmäßig. Es gab nur sehr selten einen Fadenriss, der dann jedoch jedes Mal daran lag, dass sich der Oberfaden unter die Garnspule gewickelt hatte. Die drei vorhandenen Stickrahmen decken eine große Bandbreite für Stickprojekte ab. Natürlich kann man die Rahmenauswahl durch Zukauf erweitern. Da ich für meine eigenen Nähmaschinen bereits etliche Stickrahmen hinzugekauft hatte, konnte ich auch mit anderen Rahmengrößen und dem Metallrahmen experimentieren. Es ist sehr erfreulich, dass Pfaff die Halterung der Rahmen am Stickmodul und die Rahmenbauweise beibehalten hat. So können alle Rahmen mit dem Code „J“ weiterverwendet werden.

Ein Vergnügen ist mit der Icon der Fadenwechsel, da sie automatisch einfädelt. Da ist auch das Sticken von Dateien mit 30 oder mehr Farbwechseln kein Problem. Alle Funktionen für das Sticken werden über das große Display gesteuert. Wer bereits Pfaff-Maschinen aus dem mittleren und oberen Preissegment kennt, findet sich mit den Symbolen sehr schnell zurecht. Sie sind intuitiv, denn Symbole wie den Papierkorb oder die Richtungstasten muss man heute nicht mehr wirklich erklären.
Für den Fall, dass ein Symbol nicht bekannt ist, kann man mithilfe der Fragezeichen-Taste – immer oben rechts auf dem Display – sofort eine Erklärung und häufig auch ausführliche Instruktionen erhalten. Die Gebrauchsanweisung kann man also getrost beiseitelegen.

Nähen – Tasche und Kosmetiktäschchen

Zum Ausprobieren der Nähfunktionen habe ich dann eine Tasche genäht, die ich selbstverständlich auch mit einer Stickerei aufgepeppt habe. Auch Zierstiche konnte ich bei diesem Projekt prima einsetzen. Hier ist die Pfaff Creative Icon problemlos über dicke Nahtstellen hinweggeschnurrt. Das kenne ich von meiner Pfaff Creative Vision und Pfaff Creative Performance anders.

 Da kann es schon mal passieren, dass der Motor an einer Nahtkreuzung mit sehr vielen Schichten stehenbleibt und eine Minute Pause macht, bevor es weitergehen kann. Hier zeigt sich die von Pfaff beworbene starke Durchstichkraft der Maschine. Allerdings hat sie auch einen Haken. Triff die Nadel nämlich auf eine Stecknadel, so bricht sie in der Regel und die Stecknadel muss auch entsorgt werden.

Bei einem Projekt für Kosmetiktäschchen konnte ich dann auch verschiedene Nähfüßchen ausprobieren, z. B. den Reißverschlussfuß und ein Füßchen zum gleichmäßigen Absteppen.
Das hat so viel Spaß gemacht, dass es gleich 20 Täschchen auf einen Schlag geworden sind. Auch die verschiedenen Garnqualitäten – Viskose- und Polyester-Stickgarn, Baumwollnähgarn – verarbeitet die Pfaff Creative Icon problemlos.

Verwendung eines Anschiebetisches

Vermisst habe ich bei den Nähprojekten ein passenden großen Abschiebetisch. Ich besitze einen Anschiebetisch für meine beiden anderen Pfaffnähmaschinen und hätte erwartet, dass dieser auch an die Pfaff Creative Icon geschoben werden kann. Sie hat zwar einen längeren Freiarm mit geschwungenem Anschluss, sonst sind aber starke Ähnlichkeiten zu den Vorgängermodellen vorhanden. Aber Pustekuchen! Der Freiarm der Pfaff Creative Icon ist max. 3 mm breiter und daher konnte ich den Anschiebetisch nicht verwenden. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Aktuell ist auch noch kein passender Tisch aus Plexiglas im Angebot.

Ersatzweise habe ich das Stickmodul an der Maschinen gelassen, aber das ist keine Dauerlösung. Hier würde ich mir von Pfaff wünschen, dass ein passender Abschiebetisch zum Standardzubehör der Pfaff Creative Icon gehört. Dieses Fehlen hat auch verhindert, dass ich das Quilten mit der Icon richtig testen konnte. Ein vorbereitetes großes Quiltsandwich musste ich dann doch mit meiner im Nähtisch versenkten Pfaff Creative Vision quilten, da die Stoffmassen nicht gleichmäßig über den nur durch den Zubehörkasten vergrößerten Freiarm der Pfaff Creative Icon gleiten wollten.

Quilten

Ein kleines Quiltprojekt in Form eines Tischläufers, den ich im Stickrahmen der Pfaff Creative Icon gequiltet habe, hat dafür sehr gute Ergebnisse gebracht. Auch die IDT-gestützten Quiltstiche der Maschine konnte ich hierbei ausprobieren. Mit dem Nähfüßchen mit Mittelführung wurden die Stiche wunderbar gleichmäßig im Schatten der Naht gesetzt. Dabei transportiert die Pfaff Creative Icon mit dem eingeschalteten IDT wie gewohnt wunderbar gleichmäßig. Der duale Transport ist ein Feature, das ich an einer Nähmaschine auf gar keinen Fall missen möchte. Gerade beim Quilten ist es unerlässlich, dass alle Lagen gleichmäßig transportiert werden, um Falten auf der Unterseite zu verhindern.

Nutz- und Zierstiche und integrierte Alphabete

Für verschiedene Quiltlabel konnte ich dann die in der Maschine gespeicherten Alphabete ausprobieren. Ganz toll fand ich die weiteren Gestaltungsmöglichkeiten, z. B. die Schrift zu biegen. Durch die Möglichkeit, gleiche Farben zu Stickblöcken zusammenzufassen, entfällt auch das Warten an der Maschine beim Absticken der einzelnen Buchstaben. Da machen Quiltlabel viel mehr Spaß und schneller geht’s auch!
Die Pfaff Creative Icon bietet eine enorme Anzahl von Nutz- und Zierstichen. Diese möglichst oft auf Projekten einzusetzen war eines meiner Ziele. Als Übung und zur Anschauung habe ich dann begonnen, die Zierstiche auf Musterstücken auszusticken. Diese will ich später zu einem Quilt zusammensetzen. Dabei habe ich die Zierstiche über den Sequence Creator in eine Stickdatei gewandelt. So konnte ich jeweils ein Dutzend Stiche nebeneinander platzieren und schnurgerade im Stickrahmen sticken.

Patchwork

Ein weiteres Projekt war das Nähen eines großen Quilttops auf der Pfaff Creative Icon. Diese Standardarbeit hat sie problemlos gemeistert. Auch die dicken Nahtkreuzungen waren kein Problem, solange man langsam darüber näht. Zuviel Tempo kann hier dazu führen, dass das Nähfüßchen förmlich von den dicken Stellen herunterrutscht und dadurch der Stich zu lang wird. Das würde zu einer Schwächung der Naht führen. Ein passendes ¼ inch-Füßchen gehört zur Grundausstattung dieser Nähmaschine, so dass ich gleich loslegen konnte.

Mein Fazit

Zum Abschluss möchte ich betonen, dass der WOW-Effekt geblieben ist, wenn ich mich vor die Pfaff Creative Icon setze. Für einen wirklich stolzen Preis erhält man hier eine Traum-Nähmaschine, die kaum Wünsche offen lässt. Für wen lohnt sich der Kauf? Auf jeden Fall für passionierte Näherinnen und Stickerinnen. Beide Funktionen sollte man schon nutzen. Ein gut gefüllter Geldbeutel muss aber auch vorhanden sein.

Heike Blank

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