Testoffensive: Pfaff Creative Icon – Erster Eindruck von Heike Blank

Seit mehr als 25 Jahren nähe ich auf Pfaff-Nähmaschinen und nenne eine Pfaff Creative Vision und eine Pfaff Creative Performance mein Eigen. Als Pfaff-Fan ist mir die Werbung für die Pfaff Creative Icon, die seit etlichen Monaten im Internet gestreut wird, sofort aufgefallen. Der Preis dieser Nähmaschine hat bei mir hohe Erwartungen geweckt und ich habe im Internet recherchiert, was sie denn so alles mehr kann als die bisherigen High-End-Maschinen der Marke Pfaff.

Als der Nähpark in Cham eine Testrunde u. a. für die Pfaff Creative Icon ausschrieb, war ich sofort Feuer und Flamme. Dass meine Bewerbung als Testerin Erfolg hatte, hat ein richtiges Freudentänzchen ausgelöst. Schon zwei Tage später waren die beiden großen Kartons mit der Nähmaschine und dem Stickaggregat bei mir.

  1. Aussehen der Maschine

Nach dem Auspacken stand für mich fest, dass diese Nähmaschine ein richtiges Designersahnestückchen ist. Zwar ist sie groß und schwer, aber sie wirkt mit den wenigen Steuertasten auf der dunklen Fläche und dem herrlich großen Display total aufgeräumt und lädt förmlich dazu ein, sie gleich auszuprobieren. Das große Stickaggregat, das man nach dem Abziehen des Zubehörfachs einfach an die Maschine schiebt und einrastet, hat auf den 1. Blick große Ähnlichkeit mit den Stickaggregaten der Vorläufer, jedoch ist die Verbindung zur Nähmaschine jetzt eine geschwungene Linie und damit sind die Stickaggregate nicht mehr kompatibel mit den Vorgängermodellen.

  1. Zubehör

Die Nähmaschine wird mit 12 Nähfüßchen geliefert. Außerdem gehören 3 Stick­rahmen (12 x 12 cm, 20 x 26 cm und sagenhafte 26 x 36 cm) zur Grundausstattung. Das Fußpedal hat eine automatische Aufrollung für das Kabel und lässt sich dadurch ordentlich verstauen, wenn es z. B. während des Stickens nicht benötigt wird. Wer gerne mit einem Kniehebel näht, freut sich darüber, dass dieses Zubehör auch dabei ist. Ich persönlich benötige den Kniehebel nicht, da die Pfaff das Nähfüßchen automatisch anhebt, wenn man am Ende der Naht die Nadel im Stoff versenkt lässt.

Für das Stickaggregat ist eine passgenaue Tasche zum Aufbewahren und Transportieren dabei. Darin können auch die Stickrahmen verstaut werden. Die Stickrahmen sind mit den Vorgängermodellen kompatibel. Es gibt eine weiche Abdeckhaube für die Nähmaschine und zusätzlich zur Schlitz-Stichplatte auch eine Rundlochstichplatte.

Allerdings vermisse ich im Zubehör einen großen Anschiebetisch, der nicht nur bei großen Nähprojekten sondern auch beim Quilten mit dem IDT (integrierter dualer Transport) oder zum Freihandquilten unerlässlich ist. Durch den hohen Preis der Nähmaschine habe ich die ganz klare Erwartung, dass ein Anschiebetisch zum Standardzubehör gehören muss.

Auf das weitere Standardzubehör gehe ich nicht weiter ein, da z. B. ein Netzkabel oder ein Schraubendreher zu jeder Nähmaschine selbstverständlich dazugehören.

  1. Ausstattung

Die Nähmaschine hat 731 Nutz- und Zierstiche. Außerdem sind 800 Stickmotive für jeden Geschmack bereits auf der Festplatte der Maschine gespeichert. Das zumin­dest kann man so in der Beschreibung der Maschine nachlesen. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen!

Durch die Möglichkeit, mit der Nähmaschine direkt auf das Internet zuzugreifen, sind Firmware-Updates jetzt ein Kinderspiel. Außerdem kann man gekaufte oder eigene Stickdateien entweder mit einem USB-Stick in den Speicher der Maschine laden oder man greift einfach auf die Cloud zurück, die Pfaff über MySewnet jedem registrierten Nutzer zur Verfügung stellt. Einfacher geht’s wirklich nicht.

Für mich – als Quilterin – ist der integrierte duale Transport (IDT) sehr wichtig. Um Einstellungen wie Oberfadenspannung braucht man sich hier gar nicht mehr kümmern. Das macht die Maschine automatisch, und sie liefert ein gleichmäßiges Nahtbild.

Alle Einstellungen werden jetzt über das große Display gesteuert. Es liefert auch beim Sticken eine tolle Übersicht über den Fortschritt des Projektes. Die wenigen Bedientasten an der Vorderseite sind durch die Symbole selbsterklärend. Die Tasten für Start/Stop und Rückwärts liegen etwas tiefer und mir ist aufgefallen, dass man sie schnell mal verwechselt.

Gut gefällt mir die neue Abdeckung für die Spulenkapsel, die jetzt mit einer kleinen Sprungfeder versehen ist und sich leicht öffnen und wieder verschließen lässt. Die Stichplatte lässt sich leicht abnehmen, damit die Vertiefung unter der Spulenkapsel einfach und schnell von Flusen und Staub gereinigt werden kann.

  1. Inbetriebnahme

Ich habe die Maschine als erstes mit dem Stickaggregat aufgebaut. Schon beim ersten Einschalten – oder sollte man besser Hochfahren sagen – fällt die wunderbare Ausleuchtung des Arbeitsplatzes auf. Rechts von der Nadel ist jetzt noch mehr Platz – ganze 31 cm – und auch zwischen Maschine und Stichplatte ist mehr Freiheit für die Hände – z. B. beim Einfädeln und beim Nadelwechsel.

Das Einfädeln der Maschine geht wunderbar einfach, der Faden schnappt ohne Probleme in den Fadenheber, der immer ganz oben steht, ein. Nur in die letzte Station vor der Nadel muss jetzt der Faden von rechts eingehakt werden, und dass ist ungewohnt und manchmal muss man auch ein bisschen nachhelfen. Der automatische Einfädler ist eines meiner absoluten Highlights!!!

Das Aufspulen von Garn auf die großen Unterfadenspulen klappt problemlos. Die Automatik füllt die Spulen auch wirklich bis zum Außenrand auf. Damit kann man lange nähen.

  1. Sticken

Ich habe beim Sticken eines Designs mit großen Flächen, die gleichmäßig gefüllt werden, begonnen. Die Ergebnisse sind wunderschön. Es gab selten einen Faden­riss und wenn doch, dann lag es am Abrollen des Garns. Ganz klasse ist das integrierte Fadenführungsteleskop. Damit läuft das Garn besser von den Spulen ab. Auch große 5000 m Konen können so ganz einfach verwendet werden. Der automatische Nadeleinfädler macht auch das Absticken von Designs mit sehr vielen Farbwechseln zu einem Vergnügen.

Die Steuerung der Stickeinstellung über das große Display war mir einigermaßen vertraut, da ich ja schon lange mit Pfaff sticke. Allerdings können die Ingenieure oder Programmierer gerne bei der Präzision der Einstellungspfeile ein bisschen nacharbeiten. Diese Flächen dürfen gerne etwas größer programmiert werden, damit das Einstellen einfacher und präziser klappt.

Fazit

Der 1. Eindruck für die Pfaff Creative Icon ist durchweg positiv ausgefallen. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an diese tolle Nähmaschine und die haben sich durchaus erfüllt. Kleine Nachbesserungen sind aber trotzdem erwünscht, z. B. bei der Präzision des Displays und bei der Ausstattung z. B. mit großem Anschiebetisch.

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