Testoffensive: Pfaff Creative Icon – Erster Eindruck von Steffi Ickert

Der Name klingt vielversprechend. Aber was genau macht dieses Schmuckstück aus dem Hause Pfaff so besonders?

Das werde ich in den nächsten Wochen ausgiebig testen.

Die Freude war wirklich groß als ich erfahren habe, dass ich die Pfaff creative icon für den Nähpark Diermeier testen darf.

Warum es mir gerade diese Maschine so angetan hat? Nun ja ich nähe seit gut 15 Jahren hauptberuflich und natürlich entwickelt man über diesen Zeitraum gewisse Vorlieben. Da schießt man sich schnell mal auf einen Hersteller ein und vergisst, was um einen herum noch so passiert. Ich wollte einfach mal über meinen Tellerrand hinaus schauen und sehen, was andere Hersteller können.

Da ich aktuell mit der Bernina 770QE eine wirklich wunderbare Maschine besitze, kam für mich nur die Icon in Frage.

Ich wusste also in etwa was auf mich zukommen würde. Etwas überrascht war ich allerdings, als der Paketbote mir zwei große Pakete in den Flur stellte. Nicht die Größe machte mich etwas sprachlos, denn das kannte ich ja bereits von meiner eigenen Maschine. Nein, es war das Gewicht.

Die Icon ist mit ihren 14,5kg ein ziemliches Schwergewicht. Schließt man das Stickaggregat an so kommen nochmal gute 4,1kg hinzu. Für mich ein echter Vorteil, denn so bleibt die Maschine an Ort und Stelle stehen. Denn ja, ich habe auch schon andere Erfahrungen gemacht. Es gibt Maschinen bei denen man das Gefühl bekommt, sie hebten jeden Moment samt Tisch ab.

Voller Vorfreude habe ich also die beiden Pakete ausgepackt. Es folgte auf Anhieb die nächste Überraschung. Das Stickaggregat und die Stickrahmen befinden sich in einer stabilen, großen Transportttasche. In dieser ist alles sicher verpackt und vor Staub und Ähnlichem geschützt. Natürlich ist dies auch praktisch wenn man die Maschine mal mit auf Reisen nehmen möchte.

Optisch besticht die Pfaff creative icon durch ihre schlichte Eleganz. Ich persönlich finde, sie ist eine absolute Schönheit. Ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“.

Nicht nur das Gewicht ist beachtlich. Auch was die Größe betrifft musste ich staunen. Ohne Stickaggregat kommt die Icon auf 59x22x40 cm. Verwendet man die Stickeinheit kommt man auf eine Gesamtlänge von 97cm.

Ja ich war etwas naiv und dachte „ach die passt doch locker in mein Arbeitszimmer“. Weit gefehlt, denn sie steht nun tatsächlich auf unserem Esstisch. Dies ist ein Punkt, den man vor dem Kauf auf jeden Fall beachten sollte.

Zubehör

Natürlich bekommt man mit der Pfaff creative icon auch eine Menge Zubehör mitgeliefert. Ich war im Vorfeld wirklich gespannt, was man bei einer Maschine in diesem Preissegment erwarten kann.

Insgesamt sind 12 verschiedene Nähfüße im Standardzubehör enthalten. Auf den ersten Blick würde ich behaupten, dass diese alle meine Bedürfnisse abdecken. Dies wird sich im weiteren Testverlauf noch zeigen. Auf die Verwendung werde ich natürlich auch noch eingehen.

Der Kniehebel ist eine schöne Möglichkeit um das Nähen wein wenig zu erleichtern. Man kann das Heben und Senken des Nähfüß über das Knie steuern und hat somit beide Hände zum Nähen frei. Ich persönlich kann leider nicht ganz so viel damit anfangen, weil ich einfach zu klein bin. Der Kniehebel geht über mein Knie hinweg. Der Tisch müsste dafür deutlich niedriger sein.

Das Stickaggregat kommt mit drei verschiedenen Stickrahmen.

* creative Surpreme Hoop (360x260)

* creative Elite Hoop (260x200)

* creative 120 Square Hoop (120x120)

 

Eine kleine Tasche mit Standartzubehör wie Nahttrenner, Pinsel, Schraubendreher, Garnrollennetze, Führungsscheiben, Spulen etc. ist ebenfalls mit dabei.

Zu den Spulen möchte ich noch erwähnen, dass diese etwas größer sind als die üblichen Spulen die man so kennt. Das hat zur Folge, dass rund 30% mehr Unterfaden aufgespult werden können (Anm.d.Red.: im Vergleich zu den vorherigen Pfaff Spulen). Man muss also nicht mehr so häufig umspulen und spart dadurch an Zeit.

Bedienungsanleitung in Kurzfassung (56 Seiten) und ein 134-seitiges Buch mit der Übersicht der Stickmuster dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Bedienung

Schaltet man die Maschine an, dann benötigt sie ein wenig zeit um ,,hochzufahren“. Das ist in etwa vergleichbar mit einem Laptop.

Ja und was soll ich sagen? Dann erstrahlt sie im wahrsten Sinne des Wortes in voller Pracht. Die Pfaff creative icon ist mit einem LED Beleuchtungssystem ausgestattet. Dank diesem wird die Näh- und Stickfläche otimal ausgeleuchtet. Die Intensität der Beleuchtung lässt sich über die Maschineneinstellung noch individuell anpassen.

Die LED Beleuchtung setzt auch die Funtionstasten der Icon ins rechte Licht. Mit diesen Tasten lassen sich Funktionen wie das Heben und Senken des Nähfußes, Nadel einfädeln, sofortiges Vernähen, Nadelpostion oben/unten, Schneidefunktion etc. steuern.

Was mir persönlich direkt ins Auge gesprungen ist, ist das Multi – Touchdisplay. In der Bedienung ist es wirklich simpel und selbsterklärend.

Wer schon einmal mit einem Tablet gearbeitet hat, wird damit keine großen Schwierigkeiten haben. Wischen, zoomen, 2-Finger-zoomen und personalisieren. Mit 10,1 Zoll, das sind gute 257 mm Displaydiagonale, bietet Pfaff einen der größten Touchscreens.

Desweiteren ist die Pfaff mit WiFi ausgestattet. Darüber lässt sich der mySewnet Cloud-Speicher steuern, man kann integrierte Apps bedienen und Updates automatisch herunterladen. Mit mySewnet habe ich mich noch nicht ausführlich beschäftigt. Dies werde ich natürlich im Zusammenhang mit dem Sticken testen.

Für mich war es erst einmal wichtig zu sehen, was die Maschine im Bereich ,,Nähen“ so kann.

Ich arbeite sehr viel mit Jersey/Strick (Kindermode), aber auch mit Materialien wie Lederimitat, Kork, Polsterstoffe (Herstellung von Taschen).

In meiner ersten Testphase habe ich begonnen eine Tasche zu nähen. Bei dieser habe ich die Icon direkt herausgefordert. Ich hatte etwas Sorge, dass sie vielleicht dickere Stoffe wie Polsterstoff oder Lederimitat nicht richtig transportieren würde.

Meine Sorge war unbegründet. Denn dank dem IDT-system werden die Stoffe von unten und oben gleichmäßig und sehr präzise transportiert. Diese Maschine hat wirklich Power und eine unglaubliche Durchstichskraft. Selbst bei 4 Lagen Polsterstoff ließ sich der Reißverschluss meiner Tasche ohne Probleme einnähen. Das Stichbild ist wunderbar gleichmäßig und sauber.

Beim Absteppen der Stoffe hat die Maschine anstandslos genäht. Sonst benutze ich für Lederimitat gerne einen Teflonfuß. Dies ging aber hier tatsächlich auch ohne diesen sehr gut. Zum Steppen habe ich mir das Kantenführungslineal zur Hilfe genommen. Eine absolute Erleichterung und die Steppnähte werden wirklich exakt im gleichen Abstand genäht.

Was mir gut gefällt ist das einfache Anpassen der Stiche. Stichlänge, Stichbreite, das Kombinieren von Mustern, Nähgeschwindigkeit. All das lässt sich ganz einfach über das Touchdisplay einstellen.

Der breite Durchlass der Maschine mit einem maximalen Näh- und Stickbereich von 31x14 cm gefällt mir sehr gut. Denn wer kennt das nicht? Man näht z.B. eine Babydecke und hat wirklich Probleme den Stoff gleichmäßig zu führen weil man nicht ausreichend Platz hat. Dann wird das zu nähende Teil eingerollt…

Was ich da schon alles versucht habe. Zudem hat man mit unglaublichen 76,2mm sehr viel Platz unter dem Nähkopf.

Was mich allerdings etwas stört bzw. nicht ganz so gut gefällt ist die Tatsache, dass man zwar unglaublich viel Platz im Durchlass hat. Mir fehlt aber der Platz oder besser gesagt die Ablagefläche nach links hin. Bei meiner Bernina habe ich einen schönen großen Anschiebetisch im Lieferumfang dabei gehabt. Natürlich ist das mein persönliches Empfinden und man kann diesen auch optional dazu kaufen für die Icon. Aber sollte sowas nicht bei einer Maschine dieser Preisklasse dabei sein?

Sollte man mal nicht weiterkommen oder Probleme  beim Nähen haben, dann verfügt die Pfaff creative icon über ein integriertes Hilfe-Center. Dort kann man alphabetisch von A-Z oder nach bestimmten Themen nach einer Lösung suchen.

Was mir persönlich noch positiv aufgefallen ist, sind die über 100 animierten oder illustrierten interaktiven Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Diese lassen sich direkt auf dem Multi-Touchdisplay aufrufen. Ob es nun das Einnähen eines Reißverschlusses ist, oder die Verarbeitung von Kragen oder Taschen. Das habe ich so bei noch keiner anderen Maschine gesehen.

Zum Punkt „Sticken“ kann ich aktuell noch nichts berichten. Dafür möchte ich mir gerne etwas mehr Zeit nehmen um es wirklich ausführlich zu testen.

Fazit

Manchmal ist es wirklich nötig, sich auch mal neuen Herausforderungen zu stellen und neue Dinge zu probieren. Ich hätte im Vorfeld nicht erwartet, dass ich mich derart für eine andere Maschine begeistern kann.

Die Nähergebnisse überzeugen mich bis jetzt auf ganzer Linie. Die Handhabung der Maschine ist für mich wirklich simpel.

Ich bin ganz gespannt, was ich in den kommenden Wochen noch so alles testen werde und vorallem wie das Sticken mit der Pfaff creative icon klappt.

 

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