Zwischenbericht Test `Juki TL-2200QVP Mini´ von Christina Schröder

Nun ist schon der zweite Monat mit der Juki-Testmaschine vorbei – wieder Zeit für einen Testbericht. Diesen Monat habe ich tatsächlich spannende Dinge probiert, von denen ich euch gleich berichten werde: echtes Leder und eine Krabbeldecke.

Wie ihr meinem letzten Blogbeitrag entnehmen könnt, habe ich schon seit Längerem an einer Krabbeldecke für einen neuen Erdenbürger gearbeitet. Bisher bestand die Arbeit im Zuschneiden und Besticken der neun Quadrate. Bestickt habe ich diese natürlich nicht mit der Testmaschine, sondern mit meiner Husqvarna Ruby Royale, die ich während der Supertester-Aktion getestet und anschließend erworben habe.

Genäht habe ich die Krabbeldecke dann ausschließlich mit der Juki-Testmaschine. Das Zusammennähen der ganzen Teile aus Webware lief problemlos.
Bei den ganzen kurzen Nähten hat mir eine Funktion besonders gut gefallen: Der Fadenschneider lässt sich nicht nur per Tastendruck an der Maschine betätigen, sondern auch über das Fußpedal, wenn man es hinten (nicht wie zum Nähen vorne) tritt. Davon hatte ich, glaube ich, noch gar nicht berichtet. Jedenfalls finde ich diese Funktion absolut super! So schneidet man nicht automatisch, sondern eben nur dann, wenn man will und dann ohne die Hand vom Projekt nehmen zu müssen. Gerade, wenn das Projekt immer größer wird, macht das durchaus Sinn.
Mit der Maschine kommt ein riesiger Anschiebetisch. Er hat etwa die Maße von 58 cm x 34 cm und sechs wirklich stabile ausklappbare Füßchen, sodass er auch belastet werden kann und man keine Angst haben muss, dass er gleich nachgibt. Das ist hier sehr gut gelöst und war mir gerade beim Durchsteppen der Decke eine große Hilfe.

Das Durchsteppen entpuppte sich aber ansonsten als eher schwierige Aufgabe. Ich machte mit dem entsprechenden dicken Vlies (vor dem Vernähen ca. 3 cm dick) und zwei Lagen Webware mehrere Tests mit dem Obertransportfuß und Fadenspannung und Füßchendruck, bis mein Teststück gut war. Bei der großen Decke war es dann trotzdem nicht so gut. Hier hatte ich das gleiche Problem, von dem Tanja schon bei der kleinen Juki HZL-H60 berichtet hat: Die Stichlänge wurde zu kurz. Auffällig war, dass die Stichlänge kürzer war, wenn sich ein großer Teil der Decke vor der Maschine befand, wenn aber schon viel weggenäht war und nur noch ein kleiner Teil (wenig Gewicht) zu transportieren war, die Stichlänge von sich aus länger wurde. Die Maschine hatte also vermutlich Probleme, das Gewicht der Decke zu transportieren – trotz des großen Anschiebetischs. Wenn ich dann versuchte, zu helfen, wurden die Stiche sofort sehr lang. Im Ergebnis gelang es mir nicht, für die ganze Decke eine gleichmäßige Stichlänge hinzubekommen. Tanja sagte, bei ihr sei es mit hohem Füßchendruck besser geworden. Das konnte ich hier jedoch nur bis zu einem gewissen Maß austesten, da sich sonst meine Lagen aufgrund des fluffigen Vlies‘ verschoben und sich Falten gebildet haben. Dass die Stichlänge trotz des Obertransportfußes bei einer normalen Krabbeldecke (2 Lagen Webware, 1 Lage Vlies) nicht gleichmäßig wurde, hat mich etwas gewurmt.
Es ist durchaus möglich, dass hier das Problem vor der Maschine saß. Aber mir ist es auch mit viel rumprobieren nicht gelungen, eine gleichmäßige Stichlänge zu erzielen.

Gut gefallen hat mir beim Nähen des Bindings das Kantenlineal. Auch das ist erheblich stabiler als ich es bisher von anderen Maschinen kenne. Außerdem hat es eine größere Fläche zum anlegen und es kann nicht nur seitlich, sondern auch nach vorne/hinten verschoben werden. Sicherlich ein Vorteil für manche Projekte.

 

Trotz des Problems mit der Stichlänge kann sich die Kabbeldecke aber sehen lassen und die Eltern des neuen Erdenbürgers haben sich sehr über die Decke gefreut.

Dann habe ich diesen Monat auch endlich das probiert, weshalb ich diese Maschine unbedingt testen wollte: echtes Leder!
Nur das passende Projekt dafür fehlte mir irgendwie, bis ich die abgegrabbelten Tolino-Hüllen meiner Eltern sah. Schutzhüllen für die Tolinos aus echtem Leder – die Idee für Weihnachtsgeschenke! Ich entschied mich für den Schnitt von Schnabelina und bestellte Leder bei Lederlino. Dann konnte es los gehen. Bestickt habe ich die Teile auch hier mit meiner Husqvarna Ruby Royale.
Die Maschine meisterte auch mehrere Lagen des Leders problemlos! Das gefiel mir wirklich gut! Schade ist hier ein bisschen, dass es keine automatische Vernähfunktion gibt, denn die Stellen, an denen ich vor- und zurückgenäht habe, sieht man natürlich deutlich.

 

Schwierig wurde es, sobald ich Niveauunterschiede unter dem Nähfuß hatte. Dann rutschte das Objekt leicht weg oder wurde schlechter transportiert. Das lag aber wohl mehr in der Natur der Sache als an der Maschine. Insgesamt hat die Maschine sich beim Nähen von Leder wirklich sehr gut geschlagen und ich kann mir vorstellen, dass sie prima geeignet ist, um auch Taschen oder Ähnliches aus Leder zu nähen.
Sicherlich mit ein paar Fehlern, aber dennoch gefielen mir die Hüllen für die E-Reader gut.

 

Dieser Monat hat gezeigt, dass auch die Testmaschinen ihre kleinen Schwächen hat, aber eben auch große Stärken, die durchaus überzeugen.
Seid also weiter gespannt auf den Abschlussbericht, welcher Anfang Februar kommen wird.

Bis bald
eure Christina

Technische Details

  • Regulierbarer Nähfußdruck
  • Geschwindigkeitsregler
  • Fadenabschneidefunktion
  • LED-Licht
  • Manuelle Fadenspannung
  • Großer Nähbereich durch Anschiebetisch
  • Nadelhoch-/tiefposition
  • Einfacher Spulenwechsel
  • Fußpedal mit Funktionsbelegung

Zur Juki TL-220QVP im Shop.