Brother Airflow Blindstichfuß

Brother Airflow 3000 Testbericht Teil 2

Weiter geht es im Test der BROTHER Airflow 3000 mit einem mitgelieferten Nähfuß. Wir arbeiten mit dem Paspelfuß.

Paspeln

Erste Versuche mit Webware und Kordel klappten problemlos, aber interessant wird es ja bei den speziellen Stoffen, oder? Wir nähen mal wieder eine Jerseypaspel über eine Gummikordel. Diese wird nach dem Einnähen herausgezogen, damit das Shirt seine volle Dehnbarkeit behält. Diese Art von Paspeln ist zwar hinterher nicht mehr rund, aber angenehmer zu tragen und mit Hilfe des Gummis hat man eine gleichbleibende Breite des Paspelstreifens.

Wir haben aber, wie meistens, ein Händchen für schwierige Stoffe. Der Viskosejersey ist so dünn und locker, dass man selbst bei anthrazit noch fast durchschauen kann und wir haben etwas gebraucht, bis wir die Airflow eingestellt hatten. Da der Paspelstreifen aber ohnehin nochmal übernäht wird, konnten wir dann auch mit der kurzen Stichlänge leben.

Wurde die Paspel ohne Aussetzer genäht, trat dann beim Einnähen plötzlich wieder dieses Stichbild auf:

Erst vereinzelte Aussetzer bei der linken Nadel, bei hoher Geschwindigkeit sogar mehrere am Stück. Allerdings sind diese Probleme nur innen zu sehen, von außen ist die Naht okay und auch stabil. Und wie auch im ersten Teil hat eine ganz einfache Veränderung geholfen: Von Jerseynadeln in 80 auf ELx705 SUK in 80. Sofort war die Naht wieder perfekt. Unser Tipp ist daher, bei dehnbaren Stoffen gleich grundsätzlich Overlocknadeln zu verwenden.

Dann nur noch beide Paspeln einnähen, Gummi rausziehen, Paspel absteppen (Cover).

Seitennaht schließen, Halsbündchen einsetzen und den Rest mit der Cover säumen.

Schnittmuster: Burda 9/11.

Flachnähte

Die Bedienungsanleitung finden wir im Vergleich zu anderen Herstellern etwas unübersichtlich. Eine Einstellungstabelle fehlt komplett. So ist es uns auch nicht gleich aufgefallen, dass die Flachnaht (oder Flatlocknaht) im Hauptteil gar nicht erwähnt wird. Erst im Kapitel der optionalen Nähfüße wird sie beim Blindstichfuß erklärt. Dieser wird aber praktischerweise gleich mitgeliefert.

Eine Flachnaht fehlt komplett: die 2-Faden-Flachnaht. Was nicht heißt, dass man sie nicht nähen kann. Daher haben wir gleich mal mit dieser Naht angefangen. Und auch diese Naht als erste in einem Video gezeigt, ehe wir uns den weiteren Nähten zuwenden. Das Video finden Sie (nach Erscheinen) am Ende des Testberichts.

Wie man die 2-fädige-Overlocknaht einfädelt, ist in der Anleitung aber schon erklärt (S. 25-26). Und um daraus eine Flachnaht zum Aufklappen zu machen, muss man ja nur etwas die Fadenspannungen verändern.

Die Flachnaht kann man dann mit Abschnitt oder mit dem Blindstichfuß und Abstand nähen. Wir verwenden die Technik mit Abschnitt zum Verbinden von zwei Stoffstücken. Wenn wir die Naht nur dekorativ einsetzen möchten oder zum Säumen, dann nähen wir mit dem Blindstichfuß.

Ehe es an das Projekt geht, mal die richtigen Einstellungen suchen.

Flachnaht mit dem Blindstichfuß

Den Blindstichfuß montieren, den Konverter einbauen und die linke Nadel und den Untergreifer einfädeln. Wir nähen hier mit MADEIRA Aerofil, einem Nähgarn. Das Messer haben wir deaktiviert.

Der Leiterstich entsteht durch den Nadelfaden, der geschwungene Stich durch den Untergreifer. So könnten wir auf einer Lage Jersey dekorativ nähen, aber eigentlich wollen wir das Shirt damit säumen.

Also legen wir den Saum erst nach innen und dann wieder nach außen. (Eine ausführlichere Anleitung finden Sie hier: Die 2-Faden-Flachnaht). Legt man den Saum dann mit der rechten Stoffseite nach oben, entsteht der Leiterstich außen. Nach dem Nähen sieht es erst mal aus wie eine sehr schlaufige Naht.

Dann wird der Saum flach gezogen, die Leiter erscheint und der Greiferfaden legt sich flach. Die Kante ist eingefasst.

Flachnaht zum Verbinden

Um Ärmel und Hauptteile zu verbinden, nutzen wir die Flachnaht mit Abschnitt. Hier wird mit dem Standardfuß genäht und die Schnittbreite bestimmt die Breite der Flachnaht.

Hier soll der Greiferfaden auf der rechten Stoffseite landen, also muss links auf links gelegt werden. Die Spannungen sind dann etwas anders einzustellen.

Wir hatten ein gemustertes Vorderteil und graue Ärmel. Die Greifernaht sollte auf grauem Grund landen, damit man sie auch gut sieht. Also muss der graue Stoff nach oben.

Direkt nach dem Nähen sieht das dann so aus und nach dem Flachziehen so. Wegen der Nahtkreuzung haben wir überlegt, ob wir sie zusätzlich sichern sollten. Da die Naht ja nur aus zwei Fäden besteht, könnte sie doch mal aufgehen. Zum Testen haben wir dann drei Stellen gesichert und an der Rückseite am rechten Ärmel nicht. Mal abwarten.

Da bei Nahtkreuzungen der Leiterstich manchmal nicht ganz gleichmäßig wird, haben wir vor dem Schließen der Seitennaht gesäumt.

Zwei Nahtübergänge gibt es bei uns trotzdem, da das Vorderteil ja aus drei Streifen besteht.

Wenn man genau hinschaut, kann man erkennen, dass der Leiterstich nach der Nahtkreuzung immer etwas schmäler wird. Das kommt von Herunternähen nach der Stufe.

Die Enden der Flachnähte sichern wir immer erst mal mit einem Knoten. Den machen wir über einen dünnen Gegenstand, um den Knoten bis an den Stoffrand schieben zu können. Am Ende des Projekts werden die Ketten in die Nahtkante gezogen und die Nahtzugabe mit ein paar Handstichen festgenäht.

Am Halsausschnitt haben wir dann doch ganz normal einen Streifen angenäht.

Schnittmuster: Betula von Fabelwald.

 

Somit ist das Shirt bis auf den Halsausschnitt komplett mit der 2-Faden-Flachnaht genäht, mal auf rechts und mal auf links.

Overlock beim Quilten?

Eigentlich denkt man bei der Overlock doch sofort an Bekleidung, aber man kann Sie auch beim Quilten brauchen. Nur für eine Naht, aber diese finden wir ziemlich praktisch:

Vor dem Binding nähen wir die (normal drei) Lagen mit der Overlock zusammen. In diesem Fall war es ein bisschen anders, wir haben das Top auf nur eine Lage gequiltet, diese besteht aus Kuschelfleece. Da war die Overlock noch hilfreicher, denn wer schon so fusselige Stoffe verarbeitet hat, weiß wie schlimm es nach dem Schneiden mit der Schere aussehen kann. Aber auch beim normalen Sandwich ist diese Naht mit der Overlock hilfreich. Die Kante wird begradigt und zusammengefasst, was das Annähen des Bindigs erleichtert.

Wir haben auf Insta mal gefragt, wer das auch so macht und das waren die Antworten:

Overlock beim Quilten?

  • Mach ich auch so: 42%
  • Will ich mal probieren: 51%
  • Finde ich sinnlos: 7%

Das klingt doch so, als ob die meisten diese Technik ganz praktisch finden.

Und damit ist unser Test der BROTHER Airflow 3000 abgeschlossen (auch wenn wir noch nicht alle Nähte ausprobiert haben).

Unser Fazit:

Wie schon im ersten Teil gesagt, BROTHER hat eine Lücke gefüllt. Lufteinfädelung und ein super Nadeleinfädler zum günstigen Preis. Der Nadeleinfädler hat im Test alles eingefädelt, was wir genäht haben und ist unserer Meinung nach der derzeit am leichtesten zu bedienende Nadeleinfädler bei einer Overlock. Bei der Lufteinfädelung war es bei manchen Bauschgarnen etwas mühsam, aber nicht mehr als bei vielen anderen Overlockern mit Lufteinfädelung. Besonders die von außen abschaltbare Stichzunge freut uns wirklich, denn das Ausbauen war bis jetzt immer ein Minuspunkt für eine Overlock von BROTHER.

Sie ist nicht gerade leise, aber steht stabil auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Wir sind uns sicher, sie wird bald eine große Fangemeinde haben.

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