Brother Airflow 3000 Overlock

Die BROTHER Airflow 3000 im Test

Man ist es ja inzwischen schon ein bisschen gewohnt, dass manche Sachen etwas länger dauern. Aber nachdem wir die BROTHER Airflow 3000 im Oktober 2022 auf unserer Online-Hausmesse vorstellen und Sie sie auch gleich vorbestellen konnten, kam einem die Wartezeit dann doch etwas lang vor. Mittlerweile ist es März und erst jetzt können die ersten Modelle in Deutschland ausgeliefert werden.

Wir haben uns gleich unser Vorführmodell geschnappt und ausgiebig mit verschiedenen Projekten getestet.

Der erste Eindruck

Natürlich haben wir uns zuerst die Lufteinfädelung angeschaut. Wobei es da ja eigentlich nicht viel zu sehen gibt. Die Fädelwege sind verdeckt, da die Overlock die Einfädelarbeit übernimmt. Was uns ein bisschen irritiert hat, war der kleine weiße Aufkleber und die Verlockung war schon da, den erst mal abzunehmen. Allerdings ist das genau die Stelle, an der die Klappe schließt und vielleicht hat er ja doch einen Zweck. Mal sehen.

Auf dem anderen Bild sieht man etwas, was uns gleich aufgefallen ist, schon bei der ersten Vorstellung der Airflow 3000: Man muss endlich die Stichzunge nicht mehr ausbauen, sondern kann sie über einen einfachen Hebel abstellen. Da dieser frei zugänglich ist, kann man die Funktion gleich für den schönen Abschluss verwenden, den wir hier zeigen: Nähen in der Runde mit der Overlock – schöner Abschluss.

Gleich darunter befindet sich auch die Messerabschaltung, womit das Messer in seiner tiefsten und seiner höchsten Position deaktiviert werden kann. Eine ebenso praktische Funktion, finden wir. 

Wenn schon die Greiferfäden ganz schnell eingefädelt sind, dann sollte das auch bei den Nadelfäden so sein. Und wer eine Nähmaschine von BROTHER hat, der sieht auch bestimmt gleich, wie der hier funktioniert. Es ist der sogenannte Komfort-Einfädler. Das heißt bei BROTHER, dass man den Faden nicht halten oder irgendwie quer vor die Nadel ziehen muss. Man legt ihn einfach den Nummern folgend nach links über die 7, schneidet ihn über das Messer ab und drückt den Einfädler nach unten. Schon ist der Faden im Öhr.

Das erste Projekt

Das ging alles so einfach, dass wir erst mal das Fotografieren vergessen haben. Nein, eigentlich wollten wir das erste Projekt einfach so nähen, um zu testen, wie sich die BROTHER Airflow 3000 unserem Nähflow so anpasst.

Wir haben uns einen Frühlingscardigan von Lillesol & Pelle genäht, aus einem quergerippten Jersey (hier die Innenseite des Cardigans). Wie wir im Nachhinein festgestellt haben, ein ziemlich problematischer Stoff, aber so haben wir gleich mal verschiedenen Garne und Einstellungen testen können.

Dabei war eins schnell klar: Einfädeln ist keine große Sache. Was aber etwas mühsam ist, ist das Wechseln der Nadeln. Es gibt keine Hilfe (Nadelhalter) und insgesamt geht es sehr eng in diesem Bereich zu.

Die Airflow ist sehr kompakt für eine Overlock mit Lufteinfädelung, das geht dann eben auch auf Kosten des Freiraums in allen Bereichen. Ein universeller Nadelhalter kann nicht verwendet werden, da der letzte Bügel über den Nadeln dann im Weg ist.

Pulli aus Nicky

Eigentlich dachten wir ja, wir fangen mit dem einfach zu verarbeitendem Rippjersey an und wagen uns dann an den Nicky, aber dem war nicht so. Den rutschigen Nicky hat die Airflow 3000 problemlos verarbeitet. Wir haben den Druck reduziert, damit er nicht so gequetscht wird.

Über die Nahtkreuzungen (und andere Stufen) hat die Overlock problemlos genäht, obwohl wir da schon etwas Bedenken hatten. Das Messer erschien uns eher klein und tief, aber der Schnitt war auch an den Stellen mit sechs Lagen Nicky einwandfrei.

Der Standardfuß ist angenehm kurz, was das Annähen der Bündchen auf links ganz einfach ermöglich hat. Die BROTHER Airflow 3000  hat ja keinen Freiarm. Wie bei vielen Overlocks im Test haben wir aber auch wieder etwas Probleme mit der Nahtzugabe. Wir arbeiten mit einem Zentimeter, wofür es keinen direkten Anlegepunkt gibt. Der kleine Haken rechts am Nähfuß steht für die linke Nadel auf 9 mm, also haben wir uns daran orientiert. Eine Markierung auf dem Nähfuß für die linke Nadel ist vorhanden. Die Markierungen an der Klappe sind für Inch und uns zu weit weg.

Der Pulli war dann auch zügig fertig genäht, dann war erst mal Reinigen der Overlock angesagt. Das Zeug fusselt ja ziemlich. Beide Projekte haben wir mit verschiedenen Garnsorten genäht, auch mit Bauschgarn in den Greifern. Für das nächste Projekt war dann klar, dass das dann auch in die Nadeln muss.

Die Nadeln

Wir kennen es von BROTHER eigentlich nur so, dass mitgelieferte Nadeln von ORGAN stammen. Das steht zwar nicht immer auf der Packung, aber auf den Nadeln oder man erkennt es am Blister. Deshalb waren wir von der enthaltenen Packung etwas irritiert.

Der Hersteller war schnell gefunden, es ist Triumph. Da diese Nadeln in Deutschland kaum zu bekommen sind, war für uns gleich klar, dass wir sie nur kurz testen und dann auf SCHMETZ wechseln. Das Nadelsystem ist 130/705H, man hat also eine große Auswahl an Nadelformen und -spitzen. Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass es bei dehnbaren Stoffen in Kombination mit Bauschgarn schnell zu Aussetzern kommen kann. Wir haben hier die besten Ergebnisse mit HAx1 Super Stretch gemacht und ebenso mit der ELx705 SUK, beides in 90. Die Geometrie dieser beiden Systeme vermeidet Fehlstiche vor allem, wenn es dicker wird. Bei dünneren Stoffen, Webware oder normalen Garnen hat die Airflow mit Universalnadeln in 80 einwandfrei genäht. Man ist also flexibel, sollte aber immer ein paar ELx705 in der Schublade haben.

Bauschgarn und Nahtband

Für unseren Stoff fiel die Wahl dann auf die HAx1 SP und GÜTERMANN Bulky Lock 80 in den Nadeln und im Greifer. Auch mit dem Bauschgarn hat der Nadeleinfädler aufs erste Mal funktioniert.

Als Projekt haben wir uns für den Westigan von Lillesol & Pelle entschieden, aber da der Stoff knapp war, gab es vom Kragen nur die Hälfte. Dann sollte der Kragen mitsamt dem Saum in einem Gang mit der Cover eingefasst werden.

Los geht es beim Westigan mit den Schulternähten. Da diese sehr lang (überschnitten) sind, nähen wir hier gerne ein Band mit ein, damit der Westigan beim Tragen nicht ausleiert. An unseren anderen Overlockmaschinen gibt es hierfür entweder einen Bandannähfuß oder diese Funktion ist gleich im Standardfuß integriert.

Deshalb ist und auch gleich das Loch im Nähfuß bei der Airflow 3000 aufgefallen. In der Anleitung ist nichts dazu zu finden und da der Fuß unten keine weitere Aussparung hat, ist es wohl nicht als Bandführung gedacht. Aber man kann es ja mal versuchen. Und siehe da, das schmale Satinband, das wir oft für die Schulternähte verwenden, passt grad noch so durch.

Und es wird auch optimal von den Nadeln erfasst und festgenäht. Also, warum nicht?

Alle weiteren Nähte (Ärmel, Seitennaht, Kragenmitte, Schalkragen annähen) haben problemlos funktioniert:

Hier sehen Sie noch unsere Einstellungen:

Wir hatten die Spannungen leicht erhöht und auch das Differenzial ein Stück über 1. Beim dritten Projekt hat sich das schon etwas als Standardwert herauskristallisiert.

Damit haben wir uns warmgelaufen und möchten ein bisschen die Spezialfälle austesten. Aber zum Ende des ersten Eindrucks muss ein Thema trotzdem erst noch angesprochen werden:

Die Lautstärke

Wo BROTHER bei den Plottern als flüsterleise bekannt ist, können sie beim Thema Overlock nicht punkten. Hier sind diese Maschinen schon als „Traktoren“ bekannt. Die Airflow 3000 reiht sich da nicht ganz ein. Wir finden, das typische Geratter hat sich verbessert. Der Motor zeigt allerdings immer noch, dass er arbeitet, also bleibt auch die Airflow 3000 gefühlt lauter als andere Overlocker aus unserem Sortiment.

Ja, ein Minuspunkt. Aber alles in allem hat es BROTHER mal wieder geschafft, eine Marktlücke für sich zu finden und zwar beim Preis. Für wenig Geld bietet die BROTHER Airflow 3000 eine gut funktionierende Lufteinfädelung sowie einen wirklich komfortablen Nadeleinfädler, von dem sich andere Hersteller durchaus eine Scheibe abschneiden können. Wir freuen uns schon auf die weiteren Tests.

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4 Antworten auf „Die BROTHER Airflow 3000 im Test“

Hallo Zusammen,
ich habe mir die Brother 3000 Airflow gekauft weil sie die Lufteinfädlung hat und der Preis stimmt. Da ich noch keine Erfahrung mit Overlock’s habe meine Frage: Ich muss sehr großen Druck auf das Fusspedal geben damit sie näht. Ist das normal? Bisher habe ich nur mit Nähmaschinen gearbeitet. Ich bin dankbar über eine Antwort.

Hallo!
Uns ist bei der Bedienung nichts aufgefallen. Hier am besten mal an den Händler wenden.
Viele Grüße,
das nähRatgeber-Team

Vielen Dank für diese erste Einschätzung.
Ich habe die Maschine nun seit einer Woche und muss mich tatsächlich erst mir ihr anfreunden. Sie ist schwer und breit und benötigt dadurch eine andere Stellfläche als meine 4234d., d.h. ich brauche einen stabilen Platz während die 4234d schon mal im Schrank verstaut werden konnte.
Die Freiarmfunktion entfällt komplett, womit ich mich erst anfreunden muss. Die genannten Vorteile kann ich bestätigen und gefallen mir auch. Allerdings klappte das mit dem Komforteinfädler bei mir nicht auf Anhieb. Gerade das automatische Einfädeln ist mir persönlich sehr wichtig. Der Lufteinfädler ist klasse und funktioniert toll.

Hallo!
So verschieden können einem die Abmessungen einer Maschine vorkommen. Mit Lufteinfädelung wird die Overlock tatsächlich größer, aber wir arbeiten meist mit ohnehin größeren Maschinen und da kommt uns die Airflow doch eher kompakt vor. Das Umgewöhnen auf den Nähfuß als Freiarm kommt sicher mit der Zeit, wir finden bei einer Overlock den Freiarm nicht so ausschlaggebend wie bei einer Nähmaschine. Der Einfädler funktioniert bei uns wirklich gut, könnte es an den Nadel liegen?
Aber vielen Dank für den ersten Eindruck!
Viele Grüße
Ihr Team vom nähRatgeber

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9 hours ago

Kennt ihr die 3-Faden-Superstretchnaht? Die ist nicht so weit verbreitet und es gibt Overlocker, da findet man sie in der Anleitung gar nicht. Sie kann auch nicht mit jedem Modell genäht werden, da man die Obergreiferabdeckung (Konverter) dazu braucht.
Die Juki MO-3500 hat aber einen Konverter, trotzdem fehlte diese Naht bis jetzt im Quickguide.
Wir haben zwei gute Nachrichten für euch:
Juki hat den Quickguide aktualisiert, alle MO-3500, die ab jetzt ausgeliefert werden, haben den dabei und darin findet ihr auch diese superdehnbare Naht.
Wer seine MO-3500 schon länger hat, kann bei Juki einen neuen Guide anfordern. Einfach eine Mail schreiben mit der Seriennummer der Maschine, sie schicken ihn euch zu.
Und wir haben uns auch mit dieser Naht beschäftigt, die man mit einem kleinen Stück Klebeband noch dehnbarer machen kann.
www.naehratgeber.de/die-3-faden-superstretchnaht-mit-der-juki-mo-3500-81648/
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Kennt ihr die 3-Faden-Superstretchnaht? Die ist nicht so weit verbreitet und es gibt Overlocker, da findet man sie in der Anleitung gar nicht. Sie kann auch nicht mit jedem Modell genäht werden, da man die Obergreiferabdeckung (Konverter) dazu braucht. 
Die Juki MO-3500 hat aber einen Konverter, trotzdem fehlte diese Naht bis jetzt im Quickguide.
Wir haben zwei gute Nachrichten für euch: 
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Wie kommt das Stickmuster eigentlich in die Stickmaschine?
Da gibt es aktuelle ja verschiedenen Möglichkeiten, die gängigste ist der USB-Stick. Auch wenn das für erfahrene Sticker einfach klingt, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat, gibt es da viele Fragen und auch einige Stolpersteine. Was ist FAT32? Warum zeigt meine Stickmaschine keine Muster an? Mein Computer kann diese Stickmuster ja gar nicht öffnen!
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