Spielkartenetui Leder Plotter

Kartenetui aus Leder – der Spielmann

Wenn Sie Ihre Karten (zum Beispiel Romme, Skip-Bo oder Uno) mitnehmen möchten, sind sie im Spielmann schön verpackt. Hier können Sie Leder verarbeiten, das Sie sonst immer zu Seite gelegt haben, weil es an manchen Stellen von Ihrer Nähmaschine vielleicht nicht ordentlich genäht wird. Ein BROTHER Plotter hat jedoch mit solchen Lederstücken kaum Probleme.

Daher ist dieses Spielkartenetui so gestaltet, dass nie mehr als zwei Lagen Leder zusammengenäht werden, aber es wird mit dem Plotter geschnitten. Dafür muss man den Reißverschluss sehr ordentlich annähen, sonst ist das Etui hinterher schief. Bei dieser Technik ist es nämlich nicht möglich, das Band einzuschneiden oder das Hauptteil mit Knipsen oder Hilfsnähten zu versehen.

Kartenetui aus Leder – der Spielmann

Da die Hülle nicht gefüttert ist, sieht man auf der Rückseite, wo die Kartenhalter angenäht sind. Machen Sie daher immer eine Nahtprobe und kontrollieren auch die Rückseite. Während des Nähens wird nie der automatische Fadenschneider bentuzt, die Anfangs- und Endfäden werden immer lang gelassen und hinterher verknotet und verstochen.

Die Schnittkanten sind sichtbar, daher werden die Schnittteile auch am besten mit dem Plotter geschnitten. Wenn Sie möchten, können Sie die Kanten mit Kantenfarbe versiegeln.

Innen werden zwei Fächer für Karten angenäht und die Reißverschlussenden bekommen einen schönen Abschluss. Auch diese Teile werden mit dem Plotter geschnitten.

Benötigtes Material:

Schneiden der Teile mit dem Plotter

In der Datei befinden sich alle Teile auf der 30 cm x 30 cm Matte.

Es müssen nicht alle Teile aus dem gleichen Material geschnitten werden. Vor allem für die RV-Enden empfiehlt sich ein dünneres Material, damit sie nicht zu sehr auftragen. Auch die Kartenhalter können aus weniger festem Material geschnitten werden. Bei Bedarf also die überschüssigen Elemente am Plotter oder in Canvas Workspace löschen und getrennt schneiden.

Kleben Sie keine unterschiedlich dicken Materialien auf die Matte. Der Plotter misst die Materialstärke nur am Anfang und schneidet dann eventuell nicht oder in die Matte. Zur Postionierung bei Mustern nutzen Sie die Scanfunktion.

Vor allem bei festen Ledersorten sollten Sie erst prüfen, ob sauber geschnitten wurde, ehe Sie die Matte entladen. Dazu den Überstand abziehen, nicht das Schnittteil. So können Sie das Leder wieder zurückdrücken und den Schnitt wiederholen.

Tipps:

  • Die Rückseite von Echtleder hinterlässt oft viele Fasern auf der Matte. Sie können Sie mit Stoffklebefolie oder handelsüblichem Transferpapier schonen.
  • Ist Ihr Leder zu weich oder zu dünn, können Sie es vorher mit Filz verstärken. Dafür pressen Sie Leder und Filz mit Hilfe von Vliesofix oder BSN zusammen (20 cm x 30 cm großes Rechteck) und schneiden dann beide Lagen zusammen aus.
  • Die RV-Enden können mit BSN-Folie befestigt werden (mehr Infos hier).Hierfür muss die BSN-Folie VOR dem Schneiden aufgebracht werden.

Für unser Beispiel haben wir das Hauptteil aus festem Echtleder geschnitten, das Kartenfach und die RV-Enden aus dünnerem Kunstleder.

Kartenfach annähen

Dazu benötigen wir ein paar Markierungen auf der Innenseite des Haupteils und des Kartenfachs. Am besten verwenden Sie einen selbstlöschenden Markierstift. Auf Leder kann dieser jedoch ziemlich schnell verblassen (zum Löschen benötigt die Farbe ja nur etwas Feuchtigkeit). Dann können Sie auch wasserlöslichen Trickmarker verwenden und hinterher mit einem angefeuchtetem Wattestäbchen oder einem Löschpinsel entfernen.

Legen Sie das Hauptteil mit der linken Seite nach oben auf den Tisch, die spätere Rückseite liegt dabei oben, die Vorderseite unten.

Markieren Sie die Mitte des Hauptteils im oberen Bereich.

Dazu von der unteren Ecke aus auf beiden Seiten eine Markierung auf 2,5 cm.

Und eine Markierung 2 – 3 mm über den Ecken.

Auf dem Kartenfach markieren Sie ebenfalls mit zwei keinen Punkten oben und unten die Mitte. Geht das auf Ihrem Material nicht, können Sie auch links oder rechts der Mitte ein Stück Masking-Tape oder Malerkrepp aufkleben. Das steht am besten ein bisschen über, dann können Sie damit später gleich das Kartenfach fixieren.

Legen Sie das Kartenfach mit einer Seite über der 2,5 cm-Markierung an das Hauptteil. Schieben Sie es dann ca. 3 mm nach innen, sonst schaut es später an der Seite heraus. Befestigen Sie es dort mit Klammern. 

Nähen Sie es dann knappkantig an. Denken Sie daran, die Fäden lang zu lassen, sonst sieht man später auf der Außenseite die Vernähstellen.

Dann wird die gegenüberliegende Seite ebenso angenäht.

Legen Sie die Mittelmarkierung des Kartenfachs auf die Mitte des Hauptteils und nähen Sie das Fach dort fest.

Jetzt kommen noch die Unterseiten. Diese werden auf der Höhe der Ecken angelegt und auf der 2 – 3 mm Markierung festgenäht.

Fäden verstechen

Ist alles festgestnäht, werden die langen Endfäden auf die Innenseite gestochen. Hier ist eine Lassonadel praktisch. Die dünne Version passt in der Regel problemlos durch die Löcher, die die Nähmaschine beim Festnähen produziert hat.

Sind alle Fäden auf der Innenseite, werden sie immer paarweise verknotet und dann mit der Lassonnadel zwischen die zwei Lagen gestochen.

Der Faden, der aus den beiden Lagen herauskommt, wird mit einer Hand gespannt und dann knapp über der Kante abgeschnitten. Dann rutscht er meist von selbst zwischen die Lagen.

Das Innenleben ist somit fertig.

Wenn Sie schon wissen, welche Karten verpackt werden sollen, können Sie sie jetzt probeweise einstecken.

Reißverschluss annähen

Jetzt kommt der knifflige Teil. Der Reißverschluss wird hier von außen angenäht und aufgrund des verwendeten Materials haben Sie nur einen Versuch. Teilen Sie den Reißverschluss.

Hinweis: Am besten verwenden Sie zumindest als Unterfaden eine passende Farbe um Reißverschluss. Dann sieht man die Naht innen nicht so. 

Position festlegen

Zuerst legen Sie Ihre Orientierungspunkte fest. Legen Sie das Hauptteil mit der rechten Seite nach oben auf den Reißverschluss, auch dieser zeigt mit der rechten Seite nach oben. Zum Einstellen verwenden wir die obere Kante am Hauptteil.

Legen Sie beides zusammen unter der Nähfuß. Die Raupe sollte ca. 7 mm entfernt sein von der Kante des Leders. Senken Sie den Nähfuß ab. Im besten Fall läuft die Raupe an der Kante des Nähfußes. Dann suchen Sie nach einer Orientierungsmöglichkeit, wo die Kante des Leders laufen soll. In unserem Fall läuft die Raupe nebem dem Fuß, die Lederkante an der inneren Ecke des Antihaftfußes H (Husqvarna Viking).

Beim Nähfuß B würden wir uns an den beiden roten Markierungen orientieren.

Wenn Sie Ihre Position gefunden haben, nehmen Sie die Teile wieder heraus. Aktivieren Sie, wenn möglich, den Nadelstopp unten, Stichlänge 3.

Wir beginnen innen in der Ecke mit dem Nähen und immer mit der Rückseite der Hülle, quasi als Übungsrunde für die Vorderseite. Legen Sie das Hauptteil nochmal mit der rechten Seite nach unten hin und den Reißverschluss mit der Raupe nach unten auf die Innenseite. Der Anfang sollte an der inneren Ecke des Einsteckfachs liegen, nicht weiter innen. Sonst reicht der RV mit 50 cm nicht. Er sollte aber mindestens auf der Mitte der unteren Befestigung liegen, sonst wird das Annähen des RV-Endes später schwierig.

Klammern Sie den RV kurz fest und drehen Sie dann das Hauptteil um.

Nähen ohne Knipse oder Maße

Gestartet wird genau in der Ecke. Vernähen Sie mit einem Stich vor, einem zurück und nähen Sie dann Stich für Stich um die erste Kurve. Nach jedem Stich wird kontrolliert, ob die Abstände Nähfußkante-Raupe und Lederkante-Markierung noch stimmen.

Um die Kurve wird nach jedem Stich der Nähfuß angehoben und Haupteil und RV passend gelegt.

Auf der geraden Stecke nur auf die Abstände achten und so um die nächsten Kurven nähen, bis zur zweiten Innenecke.

Dort wieder mit mehreren Rückwärtsstichen vernähen.

Untere Kante:

Wenn Sie möchten, können Sie die Runde auch über die untere Kante schließen. Entweder zeichnen Sie diese Linie vor, oder Sie nähen frei geradeaus. Wir legen uns ein Lineal auf das Hauptteil und nähen vom Ende des Reißverschlusses einmal quer über das Projekt auf die andere Seite.

Damit kann man auch gut die angenähten Unterseiten des Kartenfachs überdecken, im Idealfall liegen diese ersten Nähte genau auf der Strecke.

Die erste Hälfte ist schon fertig!

Das Ganze auf der anderen Seite wiederholen. Wenn dort auch die Runde komplett genäht werden soll, kann man sich gut mit einem Kantenlineal an der anderen Seite orientieren.

Sie können auch bei dieser Naht die Fäden lang lassen, dann werden sie wieder verknotet und verstochen.

Zipper auffädeln

Jetzt wird der Zipper aufgezogen. Überlegen Sie jetzt, ob es einer oder zwei werden sollen. Bei nur einem Zipper wird, wenn man den Spielmann waagerecht vor sich hält, von der linken Seite her aufgezogen.

Wir arbeiten mit einer Aufziehhilfe (Himmelrosa). Den Zipper auf den Halter stecken.

Am besten lässt sich der Zipper aufziehen, wenn Sie den Reißverschluss auf die Außenseite stülpen.

Achten Sie darauf, dass die Rundungen gleichmäßig verlaufen. Wenn Sie die Kurven ordentlich genäht haben, treffen alle Rundungen gegenüber passend aufeinander.

Möchten Sie zwei Zipper verwenden, wird der andere nun von der Gegenseite aufgezogen.

Reißverschlussenden versäubern

Passt alles, werden die Enden des Reißverschlusses noch eingefasst.

Kürzen Sie den RV gleichmäßig, aber nicht zu kurz.

Nehmen Sie sich die zwei gezackten Teile, falten sie in der Mitte und schlagen sie dann über den Reißverschluss.

Möchten Sie kleben, pressen Sie die Teile dann mit der PLOTTIX iXpress Mini 2 fest.

Dafür, genau wie beim Nähen, das Etui mit der rechten Seite nach oben hinlegen und das Ende herausklappen. Mit der Nähmaschine wird unterhalb der Spitzen gerade über den Reißverschluss genäht.

Fertig ist ihr Spielmann und kann nun mit Karten gefüllt werden!

Optionale Verarbeitung

Stabilisierung

Ist Ihr Leder zu weich, wäre mit einer zusätzlichen Lage Filz aber schon zu dick zum Schneiden mit dem Plotter, können Sie zwei Lagen auch getrennt schneiden:

Dafür sollte auf das Innenteil vor dem Schneiden bereits Vliesofix oder BSN-Folie aufgebügelt sein, oder Sie schneiden das Klebevlies ebenfalls mit dem Plotter genau passend zu. Dann beide Lagen zusammenpressen und wie eine Lage verarbeiten.

Reißverschluss ankleben

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, den Reißverschluss freihand gleichmäßig anzunähen, können Sie ihn auch mit Stylefix befestigen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Nadel dann durch Stylefix näht, Sie sollten also auf jeden Fall eine Antihaft-Nadel verwenden.

Das Stylefix wird 5 mm nach innen versetzt angeklebt, dadurch wird der RV in der Regel etwas schmaler als beim Nähen ohne Stylefix. Sie können Sie Linie selbst abmessen, aber auch die Datei „Schablone“ verwenden. Diese kann über Canvas Workspace der eigentlichen Schnittdatei hinzugefügt werden. Dann am Gerät erst zeichnen und dann schneiden. Dafür die Datei Schablone auf Zeichnen umstellen!

Die Datei „Schablone“ kann aber auch einfach aus Papier geschnitten und aufgelegt werden. Damit sie schön mittig aufliegt, müssen die inneren Ecken der beiden Teile exakt aufeinander liegen.

Kleben Sie dann das Stylefix mittig auf die Linie.

Darauf wird der Reißverschluss geklebt und zum Nähen nach außen umgeschlagen. Sie können das Stylefix auch zwischen Linie und Schnittkante aufkleben, dann wird der Reißverschluss breiter. Allerdings kann sich an der Schnittkante dann Schmutz auf dem Stylefix sammeln.

Jetzt kann der Reißverschluss von rechts knappkantig angenäht werden.

Alle Rechte an dieser Anleitung liegen bei nähPark Diermeier. Das Schnittmuster darf nicht weitergegeben, verkauft oder als eigenes ausgegeben und verkauft werden. Die Anleitung darf nur für private Zwecke verwendet werden.
Eine gewerbliche Nutzung bedarf der ausdrücklichen und schriftlichen Genehmigung. Bei Online-Verkäufen muss dann der Hinweis “Nach einem Schnittmuster von nähPark Diermeier” angegeben werden. Anfragen dazu an redaktion@naehratgeber.de.

Sie haben keinen Plotter von BROTHER oder gar keinen Plotter?

Grundsätzlich ist der Spielmann für die Verwendung eines Plotter von BROTHER ausgelegt, aber im Download befindet sich auch eine SVG für andere Hersteller und ein PDF zum Ausdrucken und Ausschneiden. Zur Größenkontrolle: Das Hauptteil misst 143 mm x 224.1 mm. 

Im Beitrag verwendete Produkte
Beispiele unserer Probenäher

Spielmann von crema.catalana.42

Spielmann von Angelika

Spielmann von Katja:

Spielmann von Spatz & Lux:

  • Nähmaschine: BERNINA B740
  • Plotter: BROTHER SDX 2250D
  • Material: Echtleder
  • Garn: Aurifil 28wt
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2 days ago

Geschützt vor Staub und trotzdem ein Blickfang - eine selbstgenähte Overlockhaube macht einfach was her! Täschi hat euch neulich schon gezeigt, wie man so eine Haube für eine große Bernina Overlock näht, jetzt kommt noch die Variante für die kompakten Modelle mit Abschrägung nach vorne. Und so eine Haube ist doch ein perfekter Platz für einen FPP-Block, oder?
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Wie kommt das Stickmuster eigentlich in die Stickmaschine?
Da gibt es aktuelle ja verschiedenen Möglichkeiten, die gängigste ist der USB-Stick. Auch wenn das für erfahrene Sticker einfach klingt, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat, gibt es da viele Fragen und auch einige Stolpersteine. Was ist FAT32? Warum zeigt meine Stickmaschine keine Muster an? Mein Computer kann diese Stickmuster ja gar nicht öffnen!
Wir zeigen jetzt auf dem nähRatgeber Schritt für Schritt, wie das Stickmuster vom PC auf die Stickmaschine kommt. Ihr findet diesen Beitrag, wie viele andere interessante Themen rund um das Sticken und die Technik dazu, auf www.naehratgeber.de in der Kategorie "Ratgeber - Sticken". Ihr habt noch Fragen? Immer her damit!
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Großes M mal drei 🤩
Die Janome Continental M gibt es jetzt in drei verschiedenen Ausführungen. Aber worin liegen die Unterschiede, abgesehen von der Farbe?
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