Reißverschluss Enden plotten

Reißverschluss-Enden zum Kleben selbst erstellen und schneiden

Es gibt Taschenschnitte, bei denen der Reißverschluss nicht komplett eingenäht wird. Meist ist das der Fall, damit die Tasche weiter geöffnet werden kann. So auch bei der Tasche Alma von Elbmarie. Hier liegen die Reißverschlussenden besonders im Blick und daher sollten diese auch gut aussehen. Manchmal klappt das mit dem Nähen aber nicht so gut oder das Ende würde ohne eine Naht einfach besser aussehen.

Dann kann man diese auch einfach kleben! Damit die Enden lange halten, empfehlen wir BSN-Folie von SULKY.

Und die Reißverschluss-Enden machen wir uns natürlich selbst. Wie das geht, zeigen wir Ihnen am Beispiel der Alma, mit Canvas Workspace und einen BROTHER SDX-Plotter.

Reißverschluss-Enden selbst erstellen

Öffnen Sie Canvas Workspace. Wir arbeiten hier mit der Online-Version, weil wir dann von jedem Gerät aus auf unsere Dateien zugreifen können.

Form aussuchen

Wählen Sie links den Reiter „Einfach“.

Dort wählen Sie sich eine Form aus. Grundsätzlich kann man viele verschiedene Formen verwenden, am besten eignen sich natürlich rechteckige Formen, die um das Ende herum geschlagen werden können. Wenn die Form nicht rechteckig ist, kann man das noch ganz einfach anpassen.

Wir finden die Bögen dieser Form schön und haben uns daher für diese entschieden. Dann werden die Eigenschaften per Rechtsklick geöffnet.

Zuerst wird die Größe festgelegt. Unser Reißverschluss hat eine Breite von 35 mm, daher legen wir die Größe auf ein bisschen mehr fest.

Für das Umklappen anpassen

Damit man das Ende umklappen kann, muss es ja doppelt so lang sein, also wird die Form dupliziert.

Die duplizierte Form wird dann über „Bearbeiten“ gespiegelt.

Beide Formen werden auf gleicher Höhe angeordnet. Das geht entweder mit der Maus (grob) oder den Pfeilen auf der Tastatur (fein). Wahlweise auch über „Bearbeiten“ und „Ausrichten“.

Dann werden beide Formen ausgewählt und miteinander verschmolzen (Markieren, Rechtsklick mit der Maus, Verschmelzen).

Perforationslinie

Je nach Material braucht es jetzt eventuell noch eine Perforationslinie. Weiche Kunstleder, Filz ö.ä. kann man so schon gut um das Reißverschlussende legen. Aber Materialien wie SnapPap, Kork oder Leder würde vor dem Pressen oder auch danach wieder aufklappen, ehe das Ende sicher fixiert ist.

Wählen Sie dafür oben „Pfad“.

Erstellen Sie einen einfachen Strich. Die Länge ist dabei erst mal nicht so wichtig, die wird später angepasst.

Öffnen Sie mit einem Rechtsklick die Eigenschaften.

Und dann stellen Sie unten das Strichmuster auf Perforation. Es stehen verschiedene Abstände zur Auswahl. Hier müssen Sie sich bereits überlegen, welches Messer Sie verwenden möchten. Man kann mit der Rollklinge auch Perforationslinien schneiden, jedoch wird jeder Schnitt durch den Radius der Klinge ja größer als mit einer spitzen Klinge. Die Perforationslinie sollte also nicht zu dicht sein.

Stellen Sie jetzt die Länge der Linie ein. Durch die einzelnen Striche kommt es manchmal vor, dass die Linie noch verändert oder verschoben werden muss.

Sie sollte mittig liegen, nicht dass ein einzelner Schnitt der Perforation an der Außenlinie des Projekts liegt. Durch normales Ausrichten kann dieser Effekt entstehen.

Klicken Sie dann die Linie an und verschieben Sie sie mit den Pfeiltasten der Tastatur, bis die Perforationen an beiden Seiten den gleichen Abstand haben.

Dann noch Gruppieren, fertig.

Beispiele

Diese Reißverschlussenden können Sie mit verschiedenen Formen gestalten. Teilweise müssen Sie nicht dupliziert werden, wie man an der ovalen Form sehen kann. Wir haben hier mal in der unteren Reihe die Ausgangsformen aus dem Reiter „Einfach“ eingefügt. Oben sehen Sie die entsprechenden fertigen RV-Enden.

So können Sie sich eine Sammlung zusammenstellen und wenn Sie eine der Formen benötigen, rufen Sie die Sammlung auf und löschen alle nicht benötigten Formen. Je nach Material lassen Sie die Perforation dann drin oder löschen auch die.

Wenn Sie vorarbeiten möchten, können Sie alle gewünschten Formen platzsparend auf der Matte anordnen oder für Reste die Scanfunktion am Plotter nutzen.

Welche Materialien kann man verwenden?

Alles, was 135 Grad aushält und nicht ausfranst. Kreativpapiere wie SnapPap sind ja hitzeunempfindlich, aber wir haben die Enden auch aus normalem Kunstleder, Kork und auch Echtleder gemacht. Am besten machen Sie eine Probe an einem Reststück, vor allem bei Materialien, die Sie noch nie gepresst haben. Kunstleder hält oft mehr aus, als man denkt. Aber manchmal hinterlasst das Pressen Abdrücke.

Vorbereitungen zum Pressen

Je nachdem, wie viele Endstücke Sie schneiden wollen, fällt das Stück unterschiedlich groß aus. Die BSN-Folie sollte ein bisschen kleiner sein als das Obermaterial. Heizen Sie die Presse auf 135 Grad vor.

Legen Sie das Kunstleder mit der rechten Seite nach unten auf die Silikonmatte (oder Ihre Pressunterlage), die BSN-Folie mit dem Schutzpapier nach oben kommt darauf. Beides wird dann noch abgedeckt, wir verwenden hier gerne Dauerbackfolie, von dieser lässt sich der Kleber im erkalteten Zustand einfach entfernen, wenn doch mal was drangekommen ist.

BSN-Folie aufpressen

Pressen Sie für 5-10 Sekunden und lassen das Papier dann kurz abkühlen.

Prüfen Sie an einer Ecke, ob die Folie an der Rückseite des Kunstleders kleben bleibt. Hält sie nicht, pressen Sie nochmals für 8 Sekunden. Auf der Vorderseite können Sie dann schon mal kontrollieren, ob das Material die Hitze verträgt.

Manche Materialien behalten gern die gerollte Form, wie zum Beispiel SnapPap. Das pressen Sie erst mal flach.

Dann geht es weiter wie beim Kunstleder.

Da wir unser Material von der rechten Seite schneiden, schneiden wir mit einer Schere jetzt das Teil auf die Größe der BSN-Folie zu.

Reißverschluss-Endstücke mit dem Plotter schneiden

Dann geht es an den Plotter. Wir übertragen per USB-Stick, die Datei kann aber auch per Wlan gesendet werden.

Laden Sie die Datei.

Kleben Sie das Kunstleder mit der rechten Seite nach oben auf die Standardmatte. Diese reicht in der Regel aus, um das Schutzpapier der BSN-Folie zu halten. Ist sie schon zu verbraucht, geht es auch mit der rechten Seite nach unten, dann sehen Sie aber die Musterung des Obermaterials nicht (in unserem Fall wichtig). Wenn Sie das Trägerpapier der BSN-Folie auf die beige Matte (Stoffschnitte, stärkere Klebekraft) kleben, kann es sein, dass das Papier beim Abziehen reißt. Papierreste können beim Reinigen mit Spülwasser entfernt werden. 

Scannen Sie die Matte und positionieren Sie die einzelnen Elemente nach Wunsch.

Dann nur noch Schneiden lassen. Wir haben bei diesem Kunstleder mit der Rollklinge gearbeitet.

Verwenden Sie zum Ablösen den Spatel, damit das Trägerpapier an der Klebeschicht bleibt.

Fertig! Die Perforationslinien sind zwar hier kaum zu sehen, aber vorhanden.

Auch das SnapPap wird so geschnitten. Da es trotz Pressen schon wieder anfing, sich einzurollen, haben wir es ordentlich mit dem Gummiroller angedrückt. Es hält aber mit der BSN-Folie (und dem Trägerpapier) besser auf der Matte als ohne.

Hier haben wir mit der Standardklinge geschnitten.

Wir haben ein bisschen vorschnell abgezogen und bei zwei Teilen blieb das Papier an der Matte hängen. Aber das ist soweit kein Problem, denn die BSN-Folie klebt ja nur, wenn sie erwärmt wird.

Hier sieht man nochmal gut den Unterschied zwischen den Klingen. Die Perforationslinie ist identisch, aber die Rollklinge macht viel längere Schnitte als die Ziehklinge.

Bei festen Materialien wie SnapPap raten wir zu einer Perforationslinie, bei weichen kann man sie auch weglassen. Allerdings legen sich die RV-Endstücke viel besser und exakter, wenn eine Perforation vorhanden ist.

Reißverschluss-Endstücke befestigen

Jetzt müssen die Enden nur noch an den Reißverschluss. Das erledigen wir gerne mit der ganz kleinen Presse:

Die Fläche der PLOTTIX iXpress Mini 2 ist ausreichend und sie ist schnell einsatzbereit. Sie hat elf Temperaturstufen, für BSN-Folie empfehlen wir 140 Grad. Durch das Abdecken reduziert sich die Temperatur ja wieder etwas.

Die Unterlage sollte fest, aber nicht hart sein. Je härter die Unterlage, desto schneller drückt sich die Raupe durch, was wir eigentlich vermeiden möchten.

Hier eignet sich gut die Silikonmatte von der größeren Presse oder Wollpressmatten.

Der Reißverschluss sollte gerade abgeschnitten sein. Für den finalen Pressvorgang verwenden wir gerne die HappyCover Gummimatte. Sie bliebt durch ihr Gewicht besser liegen als die Schutzfolien und hat eine feine Struktur, die nicht stört, wenn die Oberfläche des Materials doch mal nachgibt.

Klappen Sie das Ende um den Reißverschluss, durch die Perforation legt es sich eigentlich wie von selbst.

Dann wird das RV-Ende mit der rechten Seite nach unten auf die Unterlage gelegt, abgedeckt und 15 Sekunden gepresst. Im Idealfall hält das RV-Ende nach dem Abkühlen so.

Wenn das RV-Ende aufklappt, ehe es abgedeckt wird:

Kleben Sie das Stück mit etwas hitzebeständigem Klebeband auf der Unterlage fest.

Wenn die Vorderseite nach dem Pressen wieder aufklappt oder die Seiten nicht richtig verschmolzen sind:

Pressen Sie länger von hinten, damit die Hitze bis nach vorne durchwandert. Vor allem die Happycover Gummimatte reduziert die Temperatur nochmals.

Oder Pressen Sie von vorne (nicht zu empfehlen bei Kunstleder, wir tun es trotzdem mal).

Hier kann die iXpress Mini 2 gut rechts und links von der Raupe aufgesetzt werden.

Und wie man sehen kann, sieht das Kunstleder auch nach dem Pressen noch gut aus. Es macht auch nichts, dass in der Mitte die BSN-Folie nicht geschmolzen ist, der Bereich aussenherum hält gut genug für eine dauerhafte Verbindung.

In der Regel hält BSN-Folie, wenn sie kurz nach dem Abkühlen gehalten hat, auch auf Dauer. Aber es gibt auch Materialien, die sich so nicht gut verbinden lassen. Dann hilft noch eine Naht.

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SDX oder DX? 1350 oder 1550? Wenn ihr nicht wisst, welcher Plotter von Brother der richtige für euch ist, schaut mal rüber auf den nähRatgeber (Link in Bio).
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Der Obertransportfuss ist eine praktische Sache, aber ab und an hören wir, dass er nicht richtig transportiert. Meist ist dann die Gabel nicht eingehängt. Warum das aber wichitg ist, sehr ihr hier.
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