Stickmaschine Stickkombi

Näh- und Stickmaschine oder zwei einzelne Maschinen?

Bei der Neuanschaffung einer Stickmaschine wird wohl kein Thema so heiß diskutiert wie die Frage, ob nun ein Kombimodell oder zwei getrennte Maschinen die bessere Wahl sind. Um Ihnen diese Entscheidung zu erleichtern, haben wir hier alle Vor- und Nachteile für Sie gesammelt.

Die Stickmaschinentypen

Vorab eine kleine Info über die Möglichkeiten zum Sticken, die es im Hobbybereich so gibt.

Die reine Stickmaschine mit einer Nadel

Wenn Sie bei uns im Shop die Stickmaschine aufrufen, können Sie links unter „Auswahl verfeinern – Maschinentyp“ die Auswahl „Ein-Nadel-Stickmaschine“ anklicken und dann werden Ihnen alle Modelle angezeigt, die nur sticken und das mit nur einer Nadel. Bis auf wenige Ausnahmen sehen diese Modelle aus wie Haushaltsnähmaschinen mit einem Anbau, an dem sich der Stickarm befindet.

Die reine Stickmaschine mit mehreren Nadeln

Mit der Auswahl „Mehrnadel-Sticksystem“ erscheinen die Modelle mit mehreren Nadeln, allerdings nur von BROTHER, da diese als semiprofessionell eingestuft sind. Interessieren Sie sich für Profigeräte, wählen Sie unter der Markenauswahl Melco oder Ricoma, auch dort finden Sie Mehrnadelmodelle.

BROTHER PR 1055X

Das Kombimodell aus Näh- und Stickmaschine

Um die Kombimodelle zu sehen, aktivieren Sie unter dem Maschinentyp die beiden Punkte „Nähmaschine, Stickmodul nachrüstbar“ und „Nähmaschine mit Stickmodul kombiniert“.

Nun zu den Punkten, die Sie bei der Entscheidung für ein bestimmtes Modell beachten sollten.

Der Platz

Wenn Sie noch nie eine Stickmaschine besessen haben, sollten Sie grundsätzlich den Raumbedarf überprüfen. Denn eine Stickmaschine braucht immer mehr Platz als eine Nähmaschine. Das Modul ist nach links etwa so viel länger wie auch ein separater Anschiebetisch zum Nähen und der Rahmen bewegt sich nach vorne und hinten. Es gibt auch Modelle, bei den sich der Stickarm rechts der Nadel oder hinten an der Maschine befindet.

Dann schauen Sie sich Ihren Nähplatz genau an. Können beide Maschinen gut stehen, wie lassen sie sich dann bedienen? Oder muss eine immer weggeräumt werden? Schauen Sie dazu auch im Shop im Datenblatt, wie groß das gewünschte Modell ist. Die Vorzüge von zwei getrennten Maschinen können Sie nur voll auskosten, wenn beide einen ausreichend großen Platz zur Verfügung haben.

Das Umbauen

Der Wechsel vom Nähen zum Sticken geht je nach Hersteller unterschiedlich schnell. Es kommt auch darauf an, was gemacht werden soll. Für ein paar einfache, kurze Nähte müssen Sie manche Modelle gar nicht komplett umbauen.

Ein paar Hinweise dazu:

  • Ein Stichplattenwechsel ist nicht immer nötig. Normale Stickarbeiten kann man auch mit der normalen Platte mit Schlitz sticken, den Geradstich kann man auch mit der Stick-Stichplatte nähen.
  • Bei manchen Modellen (z.B. Pfaff Creative Icon) fährt der Stickarm beim Umschalten ganz nach links, so können kleinere Teile wie auf einem Anschiebetisch genäht werden.
  • Bei Husqvarna Viking gibt es einen Stickfuß zum Einklicken wie eine Nähsohle, dann muss nicht geschraubt werden.
  • Man kann auch mal die Nadel drinlassen, eine Organ Titan Ball Point näht auch Jersey, eine Schmetz Superuniversal hilft auch beim Besticken von klebrigen Materialien.

Sie sehen also, das Umbauen an sich ist nicht das Thema und in wenigen Minuten erledigt. Nervig wird es dann, wenn in einem Projekt mehrmals zwischen Sticken und Nähen gewechselt werden muss.

Die ungenutzte Zeit

Oder wenn Sie oft sehr große Motive mit vielen Stichen sticken. Da könnte die Stickmaschine einfach vor sich hin sticken und Sie in der Zeit nähen. Überlegen Sie, wie oft das vorkommen könnte. Oder ob Sie diese Zeit mit Zuschneiden oder an der Overlock/Coverstich überbrücken können.

Allerdings hat es ja nicht jeder eilig. Der Stickmaschine einfach mal bei der Arbeit zuzusehen, kann sehr entspannend sein.

Auch bei Projekten mit vielen kurzen Abschnitten kommt man ja kaum von der Maschine weg, das gilt zum Beispiel für viele ITH-Projekte.

Die Ersatzmaschine

Maschine streikt – was dann? Auch wenn unser Service-Team viele Probleme per Mail oder am Telefon lösen kann, manchmal kommt man um einen Werkstattbesuch nicht herum. Ist es ein Kombimodell, haben Sie in der Zeit weder eine Nähmaschine, noch eine Stickmaschine. Wie sieht es dann mit einer Ersatzmaschine aus? Bedenken Sie auch, dass ein Kombimodell mehr Stiche in der gleichen Zeit haben wird, da es ja quasi für zwei arbeiten muss. Es wird also schneller zum Kundendienst kommen müssen.

Die Funktionen

Wenn man auf der Suche nach einer neuen Nähmaschine oder Stickmaschine ist, sollte man sich auch überlegen, welche Funktionen wichtig oder wünschenswert wären. Denn oft gibt es kleine Unterschiede zwischen den Kombimodellen und den Einzelmaschinen. Hier ins Detail zu gehen, würde allerdings den Rahmen sprengen, lassen Sie sich in diesem Fall am besten von uns beraten. Ein paar Beispiele:

  • Bei der 7er Serie von Bernette könnte man als Kombi die b79 nehmen, als Einzelmaschinen die b77 und b70. Allerdings fehlt der b77 der Stichdesigner.
  • Eine Mehrnadelmaschine bekommen Sie nur als reine Stickmaschine.
  • Pfaff und Husqvarna Viking bieten nur Kombimodelle oder Nähmaschinen an, keine reinen Stickmaschinen.
  • Den Stichdesigner (also eine Nähfunktion) gibt es bei Bernina nur in Kombimodellen.
  • Der Stickarm ist bei der reinen Stickmaschine MC 550E von Janome platzsparend rechts der Nadel angebracht, bei den Kombimodellen ist die Ausladung nach hinten sehr groß, da der Stickarm hinten angebracht ist.

Es gibt keine Lösung für alle

Wir haben eine kleine Umfrage unter unseren Probestickern gemacht und auch hier hat sich gezeigt, dass die Entscheidung immer individuell und situationsbedingt ist:

Kombimodell

In allen Fällen ist wenig Platz und das Umbauen geht schnell.

Zwei getrennte Maschinen

Hier werden bei allen die Maschinen parallel genutzt und es ist genug Platz vorhanden.

Es muss nicht immer das Eine oder das Andere sein

Dass man auch mischen kann, zeigen diese Beispiele:

Eigentlich sollte die Kombi alleine bleiben, aber die Nähmaschine durfte dann doch weiter ihren Dienst tun. So kann man im Notfall auch mal nähen, wenn das Stickmotiv länger dauert.

Jede Maschine hat ihre Stärken und Schwächen beim Nähen oder Sticken. So kann je nach Projekt das passende Modell gewählt werden.

In diesem Fall kann man die B700 ohne Stickmodul kaufen und das Modul der B770QE dort anstecken, wo man es gerade braucht.

 

 

 

Vielleicht war in unserem Beitrag ja die entscheidende Information für Ihre Suche, oder die Auswahl lässt sich nun zumindest eingrenzen. Für weitere Hilfe kontaktieren Sie dann die Kollegen von der Maschinenberatung.

Viel Spaß beim Nähen und Sticken!

Zum Shop
Noch mehr Beiträge dazu

Eine Antwort auf „Näh- und Stickmaschine oder zwei einzelne Maschinen?“

Diesen Beitrag finde ich toll und der hätte mir , wenn ich ihn schon länger gekannt hätte , ein Haufen Geld erspart.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Comments Box SVG iconsUsed for the like, share, comment, and reaction icons

Katja testet für uns den Brother SDX1550. Ihr bisheriger Plotter stand meist nur rum, es sieht so aus, als würde sich das jetzt ziemlich ändern 😁
#brotherplotter #nähpark #nähratgeber #testbericht #plottertest #brothersdx1550 #plottenistwiezaubernkönnen #stoffeschneiden
...

Jetz sind sie endlich zu haben, die zwei neuen Stickrahmen für Bernina! Auf ww.naehratgeber.de erklären wir euch, wofür sie gedacht sind. Wenn wir sie selbst getestet haben, gibt es natürlich weitere Infos dazu. Und da immer wieder die Frage zum Freiarmsticken mit allen Rahmen aufgetaucht ist, findet ihr am Ende des Beitrags auch das Video zum Freiarmsticken. Das geht auf diese Weise ja jetzt schon bei den 7ern, 8ern und den neuen 5er Stickmaschinen.
#nähratgeber #nähpark #naehratgeber #bernina #stickmaschine #freiarmsticken #stickrahmen #naehpark #stickenisttoll
...