Stickvliese: Eigenschaften und Verwendung – Teil 1 Jersey

Wer sich für das Thema Sticken interessiert, sollte sich vorab sorgfältig vorbereiten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Neben der Wahl des Stickmotives sowie des zu bestickenden Stoffes, spielt auch das richtige Stickvlies eine große Rolle. Denn beim Sticken wird zusätzliches Material, das Stickgarn, in den Stoff eingearbeitet und dieser dadurch verändert. Jeder Stoff, auch sehr festes Gewebe, ist schräg zum Fadenlauf elastisch ist und daher ist eine Verwendung von Stickvlies bei jedem Stickvorgang unumgänglich.

Die Wahl des richtigen Stickvlieses

Der Markt bietet zahlreiche Stickvliese mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften.
Hier eine Übersicht, welches Stickvlies sich für welches Projekt am besten eignet.

  • Stickvlies zum Ausreißen für gewebte Stoffe, z. B. Baumwolle, Leinen und Jeans
  • Stickvlies zum Aufbügeln und Ausreißenfür elastische Stoffe bei Motiven mit wenigen Stichen, z. B. bei Schriften oder Konturstickmustern
  • Stickvlies zum Abschneiden für elastische Stoffe bei Motiven mit ausgefüllten Stichen
  • Wasserlösliches Stickvlies wird auf die rechte Stoffseite gelegt und verhindert das Versinken der Stiche im Stoff. Besonders bei Materialien mit Flor oder einer unebenen Stoffoberfläche, wie Frottee, Fleece und Jersey
Dehnbare Stoffe besticken - was muss beachtet werden?

Da Jersey sehr elastisch ist und damit beim Besticken deutlich mehr beansprucht wird, zeigen wir nun, wie die verschiedenen Stickvliese reagieren. Dabei verwenden wir immer den gleichen Stoff und ein Stickmotiv, das speziell für elastische Stoffe digitalisiert wurde.
Wie erwähnt ist das sorgfältige Einspannen des Stoffes sehr wichtig, besonders bei Jersey. Durch die Elastizität des Stoffes kann sich dieser während des Stickens sonst sehr verändern.

Am besten werden Stickvlies und Stoff zunächst mit Sprühkleber verbunden. Achtung: Immer den Sprühkleber auf das Stickvlies sprühen, nicht auf den Stoff! Dann wird beides gemeinsam straff in den Stickrahmen eingespannt und die Schraube des Stickrahmens festgezogen.

Anschließend wird der innere Stickrahmen leicht nach oben durchgedrückt, so dass er ca. 2 mm über den äußeren Rahmen steht.

Ist ein Einspannen nicht möglich, kann mit selbstklebendem Stickvlies gearbeitet werden. Damit der Stoff auf dem Stickvlies nicht verrutscht ist es sehr wichtig, beide Lagen zuerst mit einem Heftrahmen zu verbinden. Dieser ist bei vielen Stickmaschinen inzwischen als Funktion integriert.
Bei Jersey empfehlen wir außerdem, ein zweites Vlies unter das selbstklebende zu legen, damit der Stoff stabilisiert wird.

Wird wasserlösliches Stickvlies verwendet, so sollte auch hier mit dem Heftrahmen gearbeitet werden.

Ein Stoff, ein Motiv, verschiedene Stickvliese

Die folgenden Bilder zeigen, wie stark Stickvlies das Stickbild beeinflusst. Die Stickdatei, wie auch der Stoff (Jersey) sind dabei immer gleich.

Beispiel 1:

Gestickt mit relativ dünnem und steifem Ausreißstickvlies. Man sieht bei den Kugeln deutlich, wie sich der Stoff wellt, da hier das Vlies während des Stickens zu sehr perforiert wurde und damit zu wenig Halt gibt.

Beispiel 2:

Der Stoff wurde der mit selbstklebendem Stickvlies unterlegt. Auch dieses Vlies perforiert zu schnell und gibt der Stickerei zu wenig Halt. Der Stoff verformt sich.

Beispiel 3:

Verwendung von Stickvlies zum Abschneiden
Der Stoff behält seine Form, da das Stickvlies dem Stoff während des Stickens genügend Halt gibt, da es nicht perforieren kann.

Beispiel 4:

Dieses Ergebnis wurde mit einem Vlies zum Ausreißen erzielt. Dieses Vlies ist von seiner Struktur her fester und perforiert nicht so leicht

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