BROTHER: Bobbinwork mit der Stickmaschine

Möchte man Ziergarne mit der Näh- oder Stickmaschine verarbeiten, ist ab einer bestimmten Dicke einfach Schluss. Selbst wenn die Maschine es noch verarbeitet, wird das Stichbild oft nicht schön und es muss sehr viel eingestellt werden. Viel einfacher lassen sich Ziergarne in der Unterfadenspule verarbeiten, mit der sogenannten Bobbinwork-Technik.

Für Ihre Brother Nähmaschine benötigen Sie dafür das Bobbinwork-Set, mit dem Sie eine spezielle Spulenkapsel erhalten. Dazu einen Schraubendreher und eine Spulenkapselabdeckung. Auf der enthaltenen CD finden Sie eine Anleitung und Muster für die Freihandtechnik.

Mit dieser Technik können Sie sowohl nähen, als auch sticken oder freihandnähen. Wir zeigen Ihnen Bobbinwork in diesem Beitrag an der Stickmaschine. Dazu haben wir uns mit der BERNINA V8 Sticksoftware ein paar kleine Muster erstellt. Wie Sie diese selbst gestalten können, zeigen wir Ihnen in einem weiteren Beitrag.

Die Vorbereitungen für Bobbinwork

Den Faden für Bobbinwork müssen Sie von Hand aufwickeln. Führen Sie dazu das Garn von innen nach außen durch eine der Öffnungen an der Spule.

Halten Sie das Fadenende fest und beginnen Sie mit dem Wickeln. Wickeln Sie dabei nicht zu fest, sonst läuft der Faden nicht gut ab, aber auch nicht zu locker, sonst wird das Stichbild nicht schön.

Füllen Sie die Spule zu ca. 80 %. Das überstehende Ende schneiden Sie ab. Ziehen Sie dabei daran, damit kein Überstand bleibt, der die Spule im Korb eventuell ausbremst.

Die Spulenkapsel müssen Sie für das jeweilige Garn eventuell noch einstellen. Hierfür legen Sie eine gewickelte Spule ein und testen den Zug. Es sollte sich anfühlen wie bei der normalen Spulenkapsel, wenn dort eine normale Spule eingelegt ist.

Die Spannung können Sie über die linke kleine Schraube anpassen.

Genauso, wie Sie Ihren Spulenkorb zum Reinigen entfernen oder auch zum Umbauen von der Näh- zur Stickmaschine tauschen, geschieht der Wechsel zum Bobbinwork. Sie entfernen die normale Spulenkapsel und setzen die graue Bobbinwork-Kapsel ein.

Der Stickfuß wird montiert.

Ziehen Sie das Garn in den Schlitz, wie Sie es beim normalen Einfädeln auch tun würden. Folgen Sie dem weiteren Einfädelweg aber nicht. So befindet sich der Faden an der richtigen Stelle der Spulenkapsel.

Dann halten Sie den Oberfaden fest und betätigen zwei Mal die Nadelpositionstaste. Wir haben hier MADEIRA Monofil als Oberfaden eingefädelt. Beim Bobbinwork legt sich der Oberfaden wie eine Schlinge um das dicke Garn und ist somit später sichtbar. Da wir abwechselnd mit verschiedenen Ziergarnen arbeiten wollten, war Monofil in klar für uns die beste Wahl, so muss der Oberfaden nicht auch noch gewechselt werden. 

Wenn Sie jetzt am Oberfaden ziehen, wird der Unterfaden nach oben geholt.

Nach dem Einfädeln muss der Faden so über die Spule verlaufen wie im Bild. Man sieht ihn links über der Spule und er verläuft durch die Vertiefung dahinter. Liegt ihr Faden noch nicht dort, ziehen Sie ihn ein Stück weiter, er gleitet dann in der Regel von selbst an die entsprechende Stelle.

Jetzt drücken Sie die Spulenabdeckung ein.

Bobbinwork sticken

Laden Sie Ihr Motiv und schieben Sie den Stickrahmen auf. Da Bobbinwork auf der Unterseite entsteht, müssen Sie in diesem Fall das Stickvlies nach oben einspannen. Wir arbeiten hier mit SULKY Tear Away Plus.

Bitte beachten:

Bei Bobbinwork ist es wichtig, dass das Garn auch genau am ersten Stich hochgeholt wird. Haben Sie ihr Motiv mit Hilfe der Eckpunkte positioniert, steht die Nadel nicht am ersten Stich, sondern noch an einem der Eckpunkte. Es gibt auch Stickmotive, bei denen der erste Einstichpunkt immer in der Mitte ist und die Maschine dann erst zum eigentlichen Start springt. Um hier ein Feststicken des Ziergarns zu vermeiden, gehen Sie einfach einen Stich nach vorn.

Deaktivieren Sie das automatische Fadenschneiden! Das dicke Garn könnte den Fadenschneider verbiegen.

Halten Sie wieder den Oberfaden fest und betätigen dann zwei Mal die Nadelpositionstaste.

Jetzt wird es etwas schwieriger, den Unterfaden hochzuholen. Halten Sie beide Seiten der Oberfadenschlaufe fest und ziehen Sie vorsichtig, aber fest daran. Die meisten Ziergarne lassen sich so auf die Oberseite holen. Klappt das nicht, nehmen Sie den Stickrahmen nochmal ab und stechen das Loch mit einer Ahle nach.

 

Halten Sie Ober- und Unterfaden fest und starten Sie die Stickmaschine.

 

Je nach Motiv trennen Sie die Fäden nach ein paar Stichen ab, oder lassen sie liegen. Da unser Motiv von innen nach außen in Runden gestickt wird, haben wir den Faden abgeschnitten.

Ist das Motiv fertig, nehmen Sie den Stickrahmen vorsichtig heraus. Auch wenn Sie , wie wir, verschiedene Motive in einem Rahmen sticken, müssen Sie nach jedem Motiv den Unterfaden von Hand durchtrennen, sonst können Sie ihn an der nächsten Ansatzstelle nicht hochholen. 

Nach dem Sticken

Durchtrennen Sie den Unterfaden.

Wir lassen ihn etwas länger stehen, dann kann er später auf die andere Seite gestochen werden.

Auf diese Weise haben wir verschiedene geometrische Formen gestickt und dabei versucht, den Verbrauch abzuschätzen. Ansetzen ist bei Bobbinwork nicht so einfach und sollte vermieden werden. 

Sie sollten beim Sticken von mehreren Motiven in einem Rahmen darauf achten, dass die Endfäden nicht zu lang sind. Hier wurde bei jadegrün aus Versehen lila mit festgestickt. Das haben wir gleich zum Anlass genommen, einen Test durchzuführen. Auf der Rückseite haben wir mehrere lila Fäden über Kreuz mit Malerkrepp befestigt und mit jadegrün festgestickt.

Aus dem Quadrat haben wir ein Chiptäschchen gefertigt. Der Aufhänger besteht aus einem Streifen Filz, auf dem wir mit dem Kordelannähfuß das gleiche Garn festgenäht haben.

Sie können bei Bobbinwork oben auch farblich passendes Stickgarn einfädeln. Nutzen Sie ein auswaschbares oder hitzelösliches Vlies, haben Sie am Ende zwei schöne Seiten.

So haben wir dicken Filz mit den geometrischen Formen bestickt. Auf der Seite mit dem Handstickgarn wurde Thermofilm eingespannt, auf der anderen Seite Superfilm.

 

Beide Folien wurden weggebügelt und auf die Garnenden Fransenstopp aufgetragen.

Daraus werden Anhänger gefertigt.

Sie sehen also, Bobbinwork ist gar nicht so schwer, probieren Sie es doch mal aus!

Die speziellen Spulenkapseln für diese Technik gibt es übrigens auch für andere Hersteller, das Funktionsprinzip ist jedoch immer gleich:

Überprüfen Sie immer über den Reiter “Passende Modelle”, ob sich Ihre Nähmaschine darunter befindet.

Ihr Hersteller bietet keine Bobbinwork-Spulenkapsel an? Dann besorgen Sie sich eine zweite normale Spulenkapsel und lösen dort die Spannung, bis auch dickere Garne hindurch passen. Das ist beim ersten Mal etwas mühsam, bis der richtige Punkt gefunden ist, aber dann können Sie mit jeder Nähmaschine Bobbinwork ausführen.

Im Beitrag verwendete Produkte
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BROTHER: Bobbinwork mit der Stickmaschine

Möchte man Ziergarne mit der Näh- oder Stickmaschine verarbeiten, ist ab einer bestimmten Dicke einfach Schluss. Selbst wenn die Maschine es noch verarbeitet, wird das Stichbild oft nicht schön und es muss sehr viel eingestellt werden. Viel einfacher lassen sich Ziergarne in der Unterfadenspule verarbeiten, mit der sogenannten Bobbinwork-Technik.

Für Ihre Brother Nähmaschine benötigen Sie dafür das Bobbinwork-Set, mit dem Sie eine spezielle Spulenkapsel erhalten. Dazu einen Schraubendreher und eine Spulenkapselabdeckung. Auf der enthaltenen CD finden Sie eine Anleitung und Muster für die Freihandtechnik.

Mit dieser Technik können Sie sowohl nähen, als auch sticken oder freihandnähen. Wir zeigen Ihnen Bobbinwork in diesem Beitrag an der Stickmaschine. Dazu haben wir uns mit der BERNINA V8 Sticksoftware ein paar kleine Muster erstellt. Wie Sie diese selbst gestalten können, zeigen wir Ihnen in einem weiteren Beitrag.

Die Vorbereitungen für Bobbinwork

Den Faden für Bobbinwork müssen Sie von Hand aufwickeln. Führen Sie dazu das Garn von innen nach außen durch eine der Öffnungen an der Spule.

Halten Sie das Fadenende fest und beginnen Sie mit dem Wickeln. Wickeln Sie dabei nicht zu fest, sonst läuft der Faden nicht gut ab, aber auch nicht zu locker, sonst wird das Stichbild nicht schön.

Füllen Sie die Spule zu ca. 80 %. Das überstehende Ende schneiden Sie ab. Ziehen Sie dabei daran, damit kein Überstand bleibt, der die Spule im Korb eventuell ausbremst.

Die Spulenkapsel müssen Sie für das jeweilige Garn eventuell noch einstellen. Hierfür legen Sie eine gewickelte Spule ein und testen den Zug. Es sollte sich anfühlen wie bei der normalen Spulenkapsel, wenn dort eine normale Spule eingelegt ist.

Die Spannung können Sie über die linke kleine Schraube anpassen.

Genauso, wie Sie Ihren Spulenkorb zum Reinigen entfernen oder auch zum Umbauen von der Näh- zur Stickmaschine tauschen, geschieht der Wechsel zum Bobbinwork. Sie entfernen die normale Spulenkapsel und setzen die graue Bobbinwork-Kapsel ein.

Der Stickfuß wird montiert.

Ziehen Sie das Garn in den Schlitz, wie Sie es beim normalen Einfädeln auch tun würden. Folgen Sie dem weiteren Einfädelweg aber nicht. So befindet sich der Faden an der richtigen Stelle der Spulenkapsel.

Dann halten Sie den Oberfaden fest und betätigen zwei Mal die Nadelpositionstaste. Wir haben hier MADEIRA Monofil als Oberfaden eingefädelt. Beim Bobbinwork legt sich der Oberfaden wie eine Schlinge um das dicke Garn und ist somit später sichtbar. Da wir abwechselnd mit verschiedenen Ziergarnen arbeiten wollten, war Monofil in klar für uns die beste Wahl, so muss der Oberfaden nicht auch noch gewechselt werden. 

Wenn Sie jetzt am Oberfaden ziehen, wird der Unterfaden nach oben geholt.

Nach dem Einfädeln muss der Faden so über die Spule verlaufen wie im Bild. Man sieht ihn links über der Spule und er verläuft durch die Vertiefung dahinter. Liegt ihr Faden noch nicht dort, ziehen Sie ihn ein Stück weiter, er gleitet dann in der Regel von selbst an die entsprechende Stelle.

Jetzt drücken Sie die Spulenabdeckung ein.

Bobbinwork sticken

Laden Sie Ihr Motiv und schieben Sie den Stickrahmen auf. Da Bobbinwork auf der Unterseite entsteht, müssen Sie in diesem Fall das Stickvlies nach oben einspannen. Wir arbeiten hier mit SULKY Tear Away Plus.

Bitte beachten:

Bei Bobbinwork ist es wichtig, dass das Garn auch genau am ersten Stich hochgeholt wird. Haben Sie ihr Motiv mit Hilfe der Eckpunkte positioniert, steht die Nadel nicht am ersten Stich, sondern noch an einem der Eckpunkte. Es gibt auch Stickmotive, bei denen der erste Einstichpunkt immer in der Mitte ist und die Maschine dann erst zum eigentlichen Start springt. Um hier ein Feststicken des Ziergarns zu vermeiden, gehen Sie einfach einen Stich nach vorn.

Deaktivieren Sie das automatische Fadenschneiden! Das dicke Garn könnte den Fadenschneider verbiegen.

Halten Sie wieder den Oberfaden fest und betätigen dann zwei Mal die Nadelpositionstaste.

Jetzt wird es etwas schwieriger, den Unterfaden hochzuholen. Halten Sie beide Seiten der Oberfadenschlaufe fest und ziehen Sie vorsichtig, aber fest daran. Die meisten Ziergarne lassen sich so auf die Oberseite holen. Klappt das nicht, nehmen Sie den Stickrahmen nochmal ab und stechen das Loch mit einer Ahle nach.

 

Halten Sie Ober- und Unterfaden fest und starten Sie die Stickmaschine.

 

Je nach Motiv trennen Sie die Fäden nach ein paar Stichen ab, oder lassen sie liegen. Da unser Motiv von innen nach außen in Runden gestickt wird, haben wir den Faden abgeschnitten.

Ist das Motiv fertig, nehmen Sie den Stickrahmen vorsichtig heraus. Auch wenn Sie , wie wir, verschiedene Motive in einem Rahmen sticken, müssen Sie nach jedem Motiv den Unterfaden von Hand durchtrennen, sonst können Sie ihn an der nächsten Ansatzstelle nicht hochholen. 

Nach dem Sticken

Durchtrennen Sie den Unterfaden.

Wir lassen ihn etwas länger stehen, dann kann er später auf die andere Seite gestochen werden.

Auf diese Weise haben wir verschiedene geometrische Formen gestickt und dabei versucht, den Verbrauch abzuschätzen. Ansetzen ist bei Bobbinwork nicht so einfach und sollte vermieden werden. 

Sie sollten beim Sticken von mehreren Motiven in einem Rahmen darauf achten, dass die Endfäden nicht zu lang sind. Hier wurde bei jadegrün aus Versehen lila mit festgestickt. Das haben wir gleich zum Anlass genommen, einen Test durchzuführen. Auf der Rückseite haben wir mehrere lila Fäden über Kreuz mit Malerkrepp befestigt und mit jadegrün festgestickt.

Aus dem Quadrat haben wir ein Chiptäschchen gefertigt. Der Aufhänger besteht aus einem Streifen Filz, auf dem wir mit dem Kordelannähfuß das gleiche Garn festgenäht haben.

Sie können bei Bobbinwork oben auch farblich passendes Stickgarn einfädeln. Nutzen Sie ein auswaschbares oder hitzelösliches Vlies, haben Sie am Ende zwei schöne Seiten.

So haben wir dicken Filz mit den geometrischen Formen bestickt. Auf der Seite mit dem Handstickgarn wurde Thermofilm eingespannt, auf der anderen Seite Superfilm.

 

Beide Folien wurden weggebügelt und auf die Garnenden Fransenstopp aufgetragen.

Daraus werden Anhänger gefertigt.

Sie sehen also, Bobbinwork ist gar nicht so schwer, probieren Sie es doch mal aus!

Die speziellen Spulenkapseln für diese Technik gibt es übrigens auch für andere Hersteller, das Funktionsprinzip ist jedoch immer gleich:

Überprüfen Sie immer über den Reiter “Passende Modelle”, ob sich Ihre Nähmaschine darunter befindet.

Ihr Hersteller bietet keine Bobbinwork-Spulenkapsel an? Dann besorgen Sie sich eine zweite normale Spulenkapsel und lösen dort die Spannung, bis auch dickere Garne hindurch passen. Das ist beim ersten Mal etwas mühsam, bis der richtige Punkt gefunden ist, aber dann können Sie mit jeder Nähmaschine Bobbinwork ausführen.

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