BERNINA V8: Ein Stickmuster für Bobbinwork erstellen

Für das Sticken mit der Bobbinwork-Technik, die wir Ihnen HIER gezeigt haben, haben wir uns ein paar einfache grafische Motiv erstellt.

Wie das geht, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag zeigen.

Grundsätzlich können Sie für die Bobbinwork-Technik die gleichen Motive nutzen wie auch für das Couching. Die Sticksoftware BERNINA Designer Plus V8 bietet hierfür ja ein paar tolle Funktionen.

Für das Erstellen so eines Motivs benötigen Sie lediglich Grundkenntnisse an der V8.

Ein Quadrat erstellen

Hier sehen Sie das Quadrat, das wir mit der BROTHER Innov-is 2600 gestickt haben. Daraus wurde ein Chiptäschen genäht. Als Garn wurde Handstickgarn (Spaltgarn) verwendet.

Öffnen Sie die Software und wählen Sie am besten gleich einen passenden Rahmen. So haben Sie eine Orientierung für die Größe. Den Rahmen können Sie auswählen, wenn Sie auf das markierte Feld mit der Maus einen Rechtsklick ausführen.

Wir beginnen mit einem Quadrat. Klicken Sie dafür mit der linken Maustaste unter „Digitalisieren“ auf „Rechteck“.

Dann klicken Sie kurz (wenn nicht anders erwähnt, immer mit der linken Maustaste) auf einen beliebigen Punkt in der Bearbeitungsfläche. Bewegen Sie dann die Maus, erscheint ein Rechteck, das gezogen werden kann. Möchten Sie ein Quadrat, drücken Sie währenddessen die Steuerungstaste STRG.

Durch erneutes Klicken wird das Rechteck erstellt.

Ist die Form erstellt, klicken Sie auf den blauen Pfeil, um wieder in den Auswähl-Modus zu gelangen.

Die Leisten mit den verschiedenen Funktionen können Sie übrigens über die drei kleinen Punkte am Anfang des jeweiligen Feldes verschieben. Daher ist in Ihrer Software der blaue Pfeil wahrscheinlich an einer anderen Stelle zu finden.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste in Ihr soeben erstelltes Rechteck. Es öffnet sich ein Bearbeitungsfenster. Dort wählen Sie die „Objekteigenschaften“.

Wir ändern hier nun die Füllung.

Klicken Sie auf die Füllstichart, dann öffnet sich ein Reiter mit einer Auswahl. Dort wählen Sie den Reliefstich.

Damit Sie die Veränderung sehen können, schieben Sie das Bearbeitungsfenster am besten zur Seite. Dafür müssen Sie es nur mit der gedrückten Maustaste verschieben.

Für Bobbinwork sollte die Stichlänge nicht zu kurz sein und je nach Garnstärke wird ein gewisser Linienabstand benötigt. Wir stellen hier auf jeweils 5 mm um. Über „Anwenden“ können Sie die Veränderung sehen, ohne dass sich das Bearbeitungsfenster schließt. Wählen Sie OK, geht das Fenster danach zu.

Um die Größe des Motivs zu ändern, klicken Sie es an, die Kästchen an den Ecken werden schwarz (durch erneutes Klicken werden sie weiß und Sie können das Objekt drehen). An den weißen Ecken lässt sich nun durch Ziehen mit der gedrückten Maustaste die Größe verändern.

Ist alles fertig, speichern Sie ihre ART80 (1), dann können Sie Ihr Stickmotiv im gewünschten Format exportieren (2).

Einen Kreis erstellen

Hier wurde ebenfalls mit Spaltgarn gearbeitet, im Oberfaden befand sich rotes Stickgarn und es wurde auf dickem Wollfilz gestickt. 

Für einen Kreis gehen Sie ähnlich vor, Sie wählen lediglich aus den Formen statt des Rechtecks die Ellipse.

Damit daraus ein perfekter Kreis entsteht, gehen Sie wie folgt vor:

Nach dem Sie die Ellipse angewählt haben, klicken Sie auf einen beliebigen Punkt im Bearbeitungsfeld. Dann können Sie durch Bewegen der Maus die Größe festlegen (diese kann später noch verändert werden). Im Anschluss tippen Sie zwei Mal auf die Return-Taste, schon entsteht ein Kreis.

Dieser wird genauso auf den Reliefstich umgestellt.

Hier noch aus der Nähe und in einer anderen Farbe.

Ein normaler Kreis wäre somit schon fertig.

Der Reliefstich bietet jedoch noch ein paar schöne Möglichkeiten an Effekten:

Wählen Sie in der oberen Leiste „Umformen“, können Sie den Mittelpunkt der Form verschieben. Dies ist ein kleines lila Quadrat.

Dazu können Sie die Form des Kreises verändern (wieder auf den blauen Pfeil für „Umformen“). Sie müssen lediglich darauf achten, dass die Linien dann nicht einen zu geringen Abstand für das dicke Garn haben, also eventuell über die Objektbearbeitung den Abstand weiter vergrößern.

Das geht natürlich nicht nur mit dem Kreis, sondern auch mit dem Rechteck.

Der Vorteil des Reliefstichs ist, dass immer mit einer durchgehenden Linie gearbeitet wird. Bei Bobbinwork sollte so selten wie möglich neu angesetzt werden. Vor allem, da der Fadenschneider nicht benutzt werden darf.

Startpunkt ändern

Je nach Motiv kann es mal an der einen, mal an der anderen Stelle besser sein, zu starten. Beim Reliefstich nimmt die Software die Einstellung des Startpunkts selbst vor. Bei Rechtecken liegt er meist außen, bei Ellipsen innen.

Über den Stitchplayer (rechts oben) können Sie prüfen, wo die Maschine zu sticken beginnt.

Dies können Sie folgendermaßen ändern:

Merken Sie sich den Bereich, an dem die Spirale endet.

Dann stellen Sie wieder auf Steppstich und legen das kleine grüne Quadrat an diese Stelle.

Durchgehende Formen, wie zum Beispiel die Spirale, aber auch Knotenmotive, können in der BERNINA V8 aber auch über die enthaltene Software Corel erstellt werden. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie verschiedene Formen verbinden können.

Wie das geht, zeigen wir Ihnen in einem weiteren Beitrag.

Diese Anleitung wurde erstellt mit der Version 8.2.

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