Der manuelle Knopflochfuß 3 und 3C von BERNINA

Eine Knopflochautomatik ist heutzutage schon Standard und in fast allen Maschinen enthalten. Je nach Modell und Marke wird sie zwar unterschiedlich ausgeführt, näht aber mit dem entsprechenden Fuß Knopflöcher in der passenden Größe und in beliebiger Wiederholung.

Diese Nähfüße sind jedoch ziemlich groß und breit und deswegen oft nicht für alle Stellen gleich gut geeignet. Am Hosenbund oder am Kragensteg gibt es durch Nähte und Nahtzugaben oft Unebenheiten. Sehr schmale Blenden können dazu führen, dass kein Stoff mehr übersteht, auf dem die Automatik arbeiten kann (zum Beispiel das seitliche Rädchen bei HUSQVARNA VIKING).

In manchen Fällen helfen Verstärkungsplatten, aber oft geht es leichter und schneller, wenn man das Knopfloch einfach manuell näht.
Je nach Hersteller wird der manuelle Knopflochfuß mitgeliefert oder kann separat erworben werden. Sollte er nicht in unserem Onlineshop zu finden sein, schreiben Sie eine Email und fragen Sie, ober als Ersatzteil erhältlich ist.

Von Bernina gibt es zwei verschiedene Ausführungen dieses Nähfußes, für 5,5 mm und für 9 mm Stichbreite. In unserem Beispiel arbeiten wir an der BERNINA B790 PLUS mit dem Nähfuß 3C (9 mm Stichbreite).

Ehe es nun an das erste manuelle Knopfloch geht, möchten wir noch darauf hinweisen, dass es noch andere Einsatzzwecke für den manuellen Knopflochfuß gibt. Mit ihm kann man ganz einfach zwei parallele Ziernähte herstellen und auch zum bequemen Smoken eignet sich dieser Nähfuß durch die Rillen auf der Unterseite. Wie das geht, zeigen wir am Ende des Beitrags.

Manuelles Knopfloch nähen

Zuerst wird ein Probeknopfloch auf dem gleichen Stoff in gleicher Lagenanzahl genäht. Für eine schöne Optik empfiehlt es sich, Vlies zu verwenden. Das sollte dann bereits bei der Probe genutzt werden. Verwenden Sie wasserlösliches Vlies, verschwinden die Reste beim Waschen komplett. Zeichnen Sie sich die Größe des Knopflochs auf den Stoff auf. Diese ergibt sich aus den Maßen des Knopfes, Länge + Höhe + 1-2 mm Spielraum.

Markieren Sie sich das Knopfloch auf Ihrem Projekt.

Aktivieren Sie, wenn möglich, den Nähfuß 3C und suchen Sie sich im Menü das passende Knopfloch aus.

Öffnen Sie dann den i-Dialog und wählen „man“ für manuelles Knopfloch an.

In der dann erscheinenden Leiste sehen Sie bereits die einzelnen Arbeitsschritte, die je nach Knopfloch aus fünf oder sieben Stufen bestehen.

Senken Sie den Nähfuß ab, so dass die hintere Markierung ihres Knopfloches im Ausschnitt des Fußes zu sehen ist. Links am Fuß befindet sich eine kleine Kerbe, diese sollte auf der Höhe der Markierung sein.

Beginnen Sie zu nähen. Die Maschine näht die erste Raupe vorwärts. Haben Sie die zweite Markierung erreicht, halten Sie an und betätigen dann die Rückwärtstaste.

Im Display ist nun der nächste Schritt erkennbar. Am Nähfuß wird das Knopfloch rückwärts angezeigt, die Maschine näht also nun bei erneutem Betätigen des Fußpedals rückwärts. Das weiß hinterlegte Feld zeigt den Schritt an, der nun genäht wird.

Mit einem Geradstich wird rückwärts genäht, bis die erste Markierung genäht ist, dann wird wieder die Rückwärtstaste gedrückt.

Die hintere Verriegelung wird genäht.

Die rechte Raupe wird vorwärts genäht, dann die Verriegelung und anschließend ein paar Vernähstiche.

Bei den Verriegelungen und dem Vernähen beendet die Maschine das Nähen selbstständig, auch wenn Sie auf dem Fußpedal bleiben.

Möchten Sie mehrere Knopflöcher nähen, müssen Sie auch nach dem Vernähen die Rückwärtstaste betätigen, nur dann schaltet die Maschine wieder auf den Anfang um.

Schneiden Sie Ihr Probeknopfloch auf und testen Sie dann, ob der Knopf hindurch passt.

Tipp vom Nähratgeber:

Bei siebenstufigen Knopflöchern wird die zweite Raupe rückwärts genäht, was manchmal zu unterschiedlicher Stichdichte führt. Dies können Sie dann über die Balanceanpassung wieder ausgleichen.

Links ohne Balanceanpassung, rechts mit.

Ziernähte mit dem Knopflochfuß nähen

Der manuelle Knopflochfuß besitzt eine Garnführung für Beilaufgarn. Diese kann auch zum Aufnähen von Ziergarnen verwendet werden. Für unser Beispiel haben wir MADEIRA Glamour Nr. 8 auf den Oberstoff der Tasche aufgenäht.

Schnittmuster: Andiamo-Bag von Crearesa

Wählen Sie dazu ein Knopfloch, bei dem die zweite Raupe rückwärts genäht wird, zum Beispiel Nr. 55.

Schneiden Sie sich ein Stück Ziergarn ab, wir haben wir MADEIRA Glamour No. 8 verwendet. Es sollte mindestens doppelt so lang sein wie die zu nähende Ziernaht.

Stellen Sie eine hohe Stichlänge ein, nur so sieht man das Garn durchblitzen.

Ziehen Sie das Ziergarn über die Zunge vorne am Fuß, so dass das lange Ende auf der rechten Seite ist.

Überspringen Sie alle Schritte außer den beiden Raupen.

Es geht also mit der linken Raupe los. Wir haben Stichlänge 6 eingestellt.

Vorwärts nähen, bis zum Ende.

Die anderen Stiche überspringen und die rechte Raupe rückwärts nähen. Die Führung am Fuß sorgt dafür, dass das Garn optimal angenäht wird. Achten Sie lediglich darauf, dass das Garn hinter dem Nähfuß einigermaßen gerade liegt.

Wenn Ihnen Stichlänge 6 noch zu dicht ist, können Sie auch den Zickzackstich anpassen.

Diesen stellen Sie auf -3 seitliche Position und wählen Stichlänge und -breite nach Wunsch.

Dann wird genäht wie gehabt.

Am Ende spiegeln Sie den Stich vertikal und schalten auf permanentes Rückwärtsnähen um.

Nun wird die zweite Raupe genäht.

Die oberen Reihen sind mit einen Knopfloch genäht, die untere mit dem soeben gezeigten Zickzack-Stich.

Sie können den Knopflochfuß aber auch als Ersatz für den Schnürchenfuß nutzen. Durch die Kerben an der Unterseite läuft er fast wie auf Schienen auf den zwei Garnen. So kann auch mit Zierstichen Garn aufgenäht werden, entweder eine oder auch zwei Reihen parallel.

Der Stich Nr. 1332 näht so zwei Reihen MADEIRA Glamour gleichzeitig fest.

Für einen gleichmäßigen Ablauf haben wir die Garne um die Zunge geschlagen. Wir haben dann mit diesen drei Stichen unseren Oberstoff für die Andiamo-Bag verziert.

Den Stich Nr. 1332 sehen Sie hier in der Mitte.

Smoken mit dem Knopflochfuß 3/3C

Je nachdem, was Sie smoken möchten, können Sie mit normalem Garn oder Gummi smoken. Zudem kann von der Vorder- und Rückseite gesmokt werden.

In unserem Beispiel haben wir Jersey mit dünnem Gummi von der Rückseite gesmokt.

Auch hier haben wir mit einem Zickzackstich genäht, damit der Stoff nicht durch die dichte Raupe gewellt wird. Den Rückwärtsstich haben wir weggelassen, da wir einen größeren Abstand zwischen den Reihen erzielen wollten. 

Es wurde also immer nur die Reihe vorwärts genäht und die nächste Naht mit dem Nähfuß entlang der vorherigen gearbeitet.

Zum Schluss wurden die Gummis leicht angezogen und verknotet. 

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