Bernette b64 4-Faden-Overlocknaht

Die BERNETTE b64 Airlock – Testbericht Teil 2 von Anna

Im zweiten Teil meines Produkttestes der Bernette b64 Airlock werde ich auf die verschiedenen Stiche, sowie meine Erfahrungen mit unterschiedlichen Stoffen eingehen.

Verwendet habe ich im Test ausschließlich Overlockgarn von Madeira (Aeroflock 100 und Aerolock 125), sowie Nadeln von Schmetz. Kleiner Hinweis für Anfänger: für das Nähen mit der Overlock gibt es spezielle Nadeln. Overlock-Nadeln mit der zusätzlichen Kennzeichnung „SUK“ können für dehnbare Stoffe verwendet werden, jene ohne „SUK“ sind dann für Webware geeignet.

Vernäht habe ich während des Tests folgende Stoffe:

  • Baumwoll-Webware
  • dickeren Polsterstoff
  • leichten Jeansstoff
  • Sommersweat
  • „normal-dehnbaren“ Jersey
  • extrem (!) dehnbaren Jersey mit eingewebten Glitzerfäden
  • Tüll

Und so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: die b64 hat alles mit Bravour gemeistert!

Stichübersicht

Starten möchte ich gerne mit einer Übersicht der verschiedenen Stiche, bevor ich auf die einzelnen Projekte näher eingehe. Die beiliegende Übersichtskarte ist wirklich sehr hilfreich, aber wenn man die Nähte auch nochmal live vor sich sieht, ist das nochmal ein ganz anderer Eindruck.

Overlocknähte

Den 4-Faden Overlockstich mit integrierter Sicherheitsnaht (Stich 1) habe ich zum Zusammennähen und z.T. auch zum Versäubern verwendet (wobei dabei schon sehr viel Garn verbraucht wird). Durch die zusätzliche Sicherheitsnaht, ist der Stich sehr strapazierfähig – was gerade bei Kinderkleidung nicht zu verachten ist. Wenn lediglich der Stoff versäubert werden soll, z.B. wenn er vorgewaschen werden soll, dann würde ich eher zum 2-Faden Overlockstich tendieren, um etwas Garn zu sparen. Diesen Stich gibt es in breit (Stich 14) und schmal (Stich 15). Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Overlock-Stiche, ebenfalls in einer breiten (Stich 3) oder schmalen (Stich 4) Version mit jeweils 3 Fäden. Im direkten Vergleich lassen sich die kleinen Unterschiede sehr gut erkennen.

Flachnähte

Mit der Bernette b64 hat man auch die Wahl zwischen vier verschiedenen Flachnähten , jeweils eine breite oder schmale Version für entweder 3 oder 2 Fäden. Das besondere bei diesen Nähten ist der Effekt, wenn der Stoff nach dem Zusammennähen auseinandergezogen wird. Am Anfang habe ich davor etwas zurückgeschreckt – aber der Effekt ist wirklich toll. Besonders, wenn man diesen Stich mit Verlaufsgarn oder kontrastreichem Garn z.B. bei Raglan-Oberteilen einsetzt, kann man hier einen wirklich tollen Akzent setzen.

Rollnaht vs. Rollsaum vs. Pikotstich

Hier war mir zunächst gar nicht so klar, was dabei eigentlich der Unterschied sein soll. Denn das ist tatsächlich auf der beiliegenden Stichübersicht gar nicht so genau zu erkennen. Und auch die Erklärungen im Handbuch sind für meine Begriffe leider etwas kurz gekommen. Im direkten Vergleich sieht man dann aber schon einen deutlichen Unterschied zwischen einer Roll-Naht (Stich 7) und einem Roll-Saum (Stiche 8 und 13). Besonders auf der Rückseite ist der Unterschied deutlich zu sehen.

Der Pikotstich (Stich 16) ähnelt den beiden vorherigen Stichen sehr, wird aber mit einer größeren Stichlänge genäht und erhält so einen ganz eigenen Look. Auf dem Bild ist hier die Rückseite zu sehen und besonders die doppelte Schlinge hat mir hier gefallen.

Kantenumschlinger

Die beiden Kantenumschlinger-Stiche haben mich persönlich nicht so ganz überzeugt, aber dafür bietet die Maschine ja genug Alternativen. Der Vollständigkeit halber möchte ich aber dennoch auch diesen Stich mit aufführen.

Projekte

Ran an den Speck

Ich wollte möglichst viele verschiedene Materialien testen und habe zunächst mit leichten Stoffen aus Baumwoll-Webware gestartet. Hier gab es keinerlei Probleme und die Ergebnisse sprechen für sich. Auch das überkreuzen von Nähten war kein Problem.

Und auch mit dickerem Polsterstoff, den ich für Sofakissen verwendet habe, kam die Bernette b64 sehr gut zurecht.

Anschließend habe ich mich dann an einen leichten Jeansstoff gewagt und hier am Anfang etwas mit den Kurven kämpfen müssen. Als Overlock-Anfänger war das tatsächlich nicht ganz so leicht, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Aber die Maschine ist sehr gut zu Händeln und die Erklärungen im Handbuch auch leicht verständlich. Das Resultat war für mich jedenfalls durchaus in Ordnung.

Jersey ist nicht gleich Jersey

Dass es bei Jersey mitunter tricky sein kann, je nachdem wie elastisch er ist, war mir durchaus bewusst. Aber auch das hat die b64 gut gemeistert.

Ich habe hier einen Jersey-Stoff mit hohem Elasthan-Anteil zu einem Prinzessinnen-Kostüm vernäht und wollte die Kanten mit einem „normalen“ Rollsaum, sowie einem Wellen-Rollsaum nähen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, aber einem tollen und schnellen Rat von den Experten des nähPark-Teams hatte ich dann den Bogen raus.

Im Vergleich zum Unterrock mit Wellen-Rollsaum sieht man den normalen Rollsaum bei dem sich überlappenden obersten Rockteil ganz gut.

(Alb-)Traum: Tüll

Nachdem das mit dem Rollsaum so gut funktioniert hatte wollte ich natürlich mehr – und habe auch noch einen Glitzer-Tüll mit Rollsaum ausstatten wollen. Da dieser Stoff aber so leicht ist, ist er mir leider unter dem Nähfuß etwas verrutscht. Das führte dazu, dass der Stoff vom Messer zwar geschnitten, dann aber nicht mehr von der Nadel erwischt wurde und ein kleines Loch zwischen Stoff und Faden entstanden ist. Hier musste ich dann zwangsweise den Umhang etwas verkürzen, was aber nicht weiter schlimm war. Aufgrund der geringen Distanz zwischen Nadel, Schnittkante und Faden muss man hier wirklich aufpassen, dass der Stoff nicht nach links unter dem Füßchen „weggleitet“. Aber dieses Malheur ist ein Anwenderfehler und kein Manko der Maschine – das Ergebnis ist nämlich wirklich toll!

Gesamtfazit

Der positive Ersteindruck der BERNETTE b64 Airlock hat sich in den weiteren Wochen des Testzeitraums verfestigt und daher hat diese tolle Maschine auch ein neues Zuhause bei mir gefunden.

Die ausschlaggebenden Punkte dafür waren:

  • die absolut anfängerfreundliche Bedienung
  • müheloses und schnelles Einfädeln – hier hatte ich tatsächlich nie Probleme!
  • der Kniehebel – wer einmal in den Genuss kam, wird es nicht mehr missen wollen
  • sie surrt und schnurrt durch alle Materialen, ohne murren oder knurren

Ein kleines Manko ist, dass bei meiner Maschine die Fadenspannung nicht ganz 100% zu den Angaben der Stichtabelle passt. Nachdem ich aber festgestellt habe, dass ich lediglich beim 4. Faden die Spannung einfach 1-2 Rillen höher einstellen muss, gab es hier gar keine Probleme mehr.

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Ich bin da ziemlich unglücklich weil es für meine Janome MC 6600 wohl keinen passenden Fuß gibt. Ich liebe diese Maschine und soll ich nun doch zum Nachfolgemodell wechseln müssen?

Ein integrierter Nadeleinfädler hilft, den Faden durch das Öhr zu bringen, aber manchmal ist es schon anstrengend, die Nadel einzusetzen. Es gibt aber auch hier kleine Helfer. Bei Husqvarna Viking und Pfaff ist dieser in der Hebamme (oder Hebeplatte) integriert, bei anderen Herstellern im manuellen Nadeleinfädler. Habt ihr beides nicht, kann man dafür auch den Einfädler von Prym verwenden. Habt ihr auch Mühe beim Einsetzen der Nadel?
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Der Reißverschlussfuß von Bernina ist nicht so euer Ding? Ihr wollt noch ein bisschen weiter links (oder rechts) nähen? Dann schaut euch das mal an. Mit dem Adapter Nr. 75 von Bernina, dem schmalen RV-Fuß von Husqvarna und der passenden Snap-on-Halterung kann man schön nah an Raupen, Ringen oder Paspeln nähen. Auf beiden Seiten! Wichtig: Den Halter findet ihr nicht im Shop, da er ein Ersatzteil ist. Schreibt dazu eine Mail an service@naehpark.com, dann schicken euch die Kollegen die Artikelnummer oder Hinweise, wie die Bestellung zusammen erledigt werden kann.
Wer schon eine Husqvarna Viking Nähmaschine zu Hause hat: Das Loch muss nur ein bisschen vergrößert werden. Schön vorsichtig ahlen, bis die Schraube gerade durchgeht, dann könnt ihr euren Halter auch weiterhin an der Husqvarna montieren.
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